Ärztehaftpflichtversicherung in Österreich – Ratgeber

Die Haftpflichtversicherung ist ein wichtiger Bestandteil im Alltag. Jeder Verbraucher sollte über eine Privathaftpflichtversicherung verfügen. Diese schützt vor Schadenersatzansprüchen von Dritten.

Es gibt natürlich auch Unternehmen oder bestimmte Berufsgruppen, die über eine solche Versicherung verfügen sollten oder gar müssen. Wir beschäftigen uns in diesem Artikel mit der Ärztehaftpflichtversicherung. Dabei klären wir, wann Sie diese Versicherung brauchen, welche Anbieter es gibt, was das Ganze kostet und welche Schäden abgedeckt werden.

Wann brauchen Sie eine Ärztehaftpflichtversicherung?

Ein Arzt ohne entsprechende Haftpflichtversicherung ist kaum mehr anzutreffen. Seit August 2011 ist außerdem eine gesetzliche Erneuerung in Kraft getreten. Freiberufliche Ärzte, Gruppenpraxen, Zahnärzte sowie Ambulatorien müssen eine Ärztehaftpflichtversicherung mit bestimmten Mindeststandards vorweisen können.

Wichtig: Eine umfangreiche Absicherung

Wichtig: Eine umfangreiche Absicherung

Dies betrifft etwa die Versicherungssumme, die zumindest zwei Millionen Euro betragen muss. Auch die Haftungshöchstgrenze pro Versicherungsjahr darf das Dreifache der Mindestversicherungssumme nicht unterschreiten.

Wichtig: Ärztekammer prüft die Haftpflichtversicherung

Auch die Nachhaftung muss unbegrenzt vorgenommen werden. Viele Experten sind jedoch der Meinung, dass diese Mindeststandards im Berufsleben nicht ausreichend sind, sodass beispielsweise eine höhere Versicherungssumme anzustreben ist. Die Absicherung wird von der Ärztekammer überprüft.

Ausnahmen von der Versicherungspflicht:
Ausgenommen sind dabei Ärzte, die sich in einem Angestelltenverhältnis befinden, etwa in einer Klinik. In diesem Fall verfügt die Klinik über entsprechende Versicherungen, sodass der Schaden gegenüber der Klinik, nicht aber dem Arzt gegenüber geltend gemacht werden kann.

Dabei spielt es an und für sich keine Rolle, in welchem Bereich Sie tätig sind. Entsprechende Schadenersatzforderungen können stets passieren. Auch noch nach der aktiven Laufbahn. Aus diesem Grund ist die Ärztehaftpflichtversicherung ein unbedingtes Muss und kein Kann.

Das sind die Mindestvoraussetzungen:

  • Versicherung als Voraussetzung zur Berufsausübung eines freiberuflichen Arztes
  • Versicherungssumme von über zwei Millionen Euro
  • mindestens das Dreifache der Mindestversicherungssumme pro Jahr
  • unbegrenzte Nachhaftung

Wer bietet eine Ärztehaftpflichtversicherung in Österreich an?

Es gibt sehr viele unterschiedliche Versicherungsdienstleister, die diese Produkte in Österreich anbieten. Beispielsweise die Allianz, Donau, Generali, Helvetia, Uniqa, die Wiener Städtische oder Zurich. Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle der Ärzte Service.

Hierbei handelt es sich um eine Versicherungsanstalt, die sich rund um die Bedürfnisse der Ärzte beschäftigt. So finden Sie nicht einzig eine Privathaftpflichtversicherung, sondern noch viele weitere Produkte, die für Ärzte von Belang sind.

Wieviel kostet die Prämie für die Ärztehaftpflichtversicherung?

Dies hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Etwa davon, in welchem Bereich Sie tätig sind oder ob Sie eine führende Position einnehmen, da damit mehr Verantwortung einhergeht. Wir führen nun zwei Beispiele aus, um Ihnen einen kurzen Einblick gewähren zu können. Nehmen wir nun an, Sie sind Arzt für Arbeits- und Betriebsmedizin und führen keine leitende Tätigkeit aus.

Beispiele für Versicherungsprämien:
Die Versicherungssumme umfasst die vorgeschriebenen zwei Millionen Euro. Bereits ab 50 Eur im Jahre finden Sie entsprechende Angebote. Kommen wir zum zweiten Beispiel. Sie sind Kardiologe, haben eine leitende Position inne und streben eine Versicherungssumme in Höhe von fünf Millionen Euro an. In diesem Fall müssen Sie 270 Euro oder mehr pro Jahr zahlen. Sie sehen also, dass kleine Änderungen bereits große Auswirkungen haben können, weshalb ein Vergleich sehr wichtig ist. Nutzen Sie Onlineportale und finden Sie ein passendes Angebot.

Welche Schäden deckt die Ärztehaftpflichtversicherung ab?

Wie Sie bereits wissen, schützt eine Haftpflichtversicherung vor Schadenforderungen Dritter. Im Berufsfeld des Arztes kann dies des Öfteren vorkommen. Wir geben Ihnen nun ein paar Beispiele. Sie machen einen Kunstfehler, der dazu führt, dass der Patient unter dauerhaften Schmerzen leidet. In der Regel hat das eine Schadensersatzforderung bzw. Schmerzensgeld zur Folge. Diese Summen können schnell über 100.000 Euro hinausschnellen. Wenn Sie diese Summe mit den jährlich zu zahlenden Beträgen vergleichen, dürfte Ihnen aufgehen, warum die Ärztehaftpflichtversicherung unbedingt notwendig ist.

Auch Heilungskosten, Begräbniskosten, Unterhalt für Hinterbliebene und noch weitere Belange sind als Beispiele aufzuführen. Ebenfalls zu bedenken ist, dass entsprechende Forderungen auch erst dann aufkommen können, wenn Sie bereits Ihre Tätigkeit beendet haben, da Sie beispielsweise in Pension sind.

Hierbei ist es wichtig, dass Ihre Versicherung eine Nachdeckung beinhaltet. Diese ist zwar seit August 2011 vorgeschrieben, viele Ärzte verfügen jedoch über veraltete Versicherungen, sodass Nachbesserungsbedarf besteht. Im Zuge dessen können Sie einen Vergleich der Angebote aufstellen und zu einem günstigeren Anbieter mit moderneren Konditionen wechseln.

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