Autoversicherung in Österreich

Um in Österreich ein Auto oder ein Motorrad, in Betrieb nehmen zu können, muss dieses versichert sein. Die Autoversicherung ist somit eine Pflichtversicherung – wer diese ignoriert, macht sich strafbar.

Neben der regulären Kfz Versicherung können Autobesitzer auch eine Teil- oder Kaskoversicherung abschließen, welche die standardmäßige Kfz Versicherung um viele Versicherungsaspekte ergänzt. Allerdings ergeben sich vorab häufig ähnliche Fragestellungen, etwa wie teuer eine entsprechende Kfz Versicherung ist. Hier werden die wichtigsten Fragen, die in Zusammenhang mit Autoversicherungen gestellt werden, beantwortet.

Welche Versicherung ist Pflicht?

Wie bereits erwähnt, gilt in Österreich für zulassungspflichtige Fahrzeuge (Auto, Motorrad) eine Versicherungspflicht. Eine Kfz-Haftpflichtversicherung muss verpflichtend abgeschlossen werden, die Kaskoversicherungen sind eine freiwillige Ergänzung.

Wer muss eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen?

Im Allgemeinen muss der Fahrzeughalter, der Besitzer des Kfz, die Autoversicherung abschließen. Es gibt auch die Möglichkeit für Fahranfänger, das eigene Kfz als Zweitwagen der Eltern anzumelden.

Welche Schäden werden abgedeckt?

Die gesetzliche Kfz-Haftpflichtversicherung deckt Kosten, die durch einen Autounfall einer 3. Person (geschädigte Person) entstehen. Wird durch einen Autounfall beispielsweise ein anderes Fahrzeug beschädigt, so deckt die Haftpflichtversicherung die daraus resultierenden Schadensersatzansprüche der geschädigten Person. Zudem werden unbegründete Forderungen und Ersatzansprüche an den Fahrzeughalter abgewehrt.

Wer ist versichert, wer darf fahren?

Tipp: Angebote einholen & vergleichen

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Die Versicherung bezieht sich auf ein konkretes Kfz. Demnach richtet sich die Schadensersatzforderung zunächst an den Halter des unfallverursachenden Kfz. Sollte der Fahrzeughalter den Unfall nicht verursacht haben, kann auch der Fahrer zum Unfallzeitpunkt belastet werden.

Diese Versicherungspflicht, bezogen auf ein Auto, macht Sinn, da auch Mängel am Auto zu Unfällen und Schäden führen können – auch wenn der Fahrzeughalter nicht selbst am Steuer sitzt. Generell darf jeder ein versichertes Fahrzeug steuern, sofern es der Fahrzeughalter zulässt und diejenige Person einen gültigen Führerschein besitzt.

Was ist versichert?

In der Haftpflicht sind Sach-, sowie Vermögens- und Personenschäden versichert, die einer dritten, geschädigten Person entstehen. Die gesetzliche Mindestversicherungssumme beträgt hierbei 7 Millionen Euro.

Autoversicherung für Fahranfänger – sind höhere Kosten gegeben?

Ja. Dies lässt sich damit begründen, dass statistisch in den ersten Führerscheinjahren die häufigsten Unfälle passieren. Eine Versicherung sichert sich dahingehend ab, dass sie die Versicherungskosten für Führerscheinneulinge erhöht. Hierbei sind Kosten von 240 % innerhalb der ersten drei Jahre im Vergleich zum Normaltarif nicht ungewöhnlich. Anstelle von 800 € jährlich würden dem Fahranfänger Versicherungskosten von 1920 € anfallen. Erst nach dem dritten Führerscheinjahr werden die Kosten reduziert und nähern sich den Normaltarifen an.

Können diese erhöhten Tarife für Führerscheinneulinge umgangen werden?

Ja. Zum einen kann das Kfz des Führerscheinneulings als Zweitwagen der Eltern angemeldet werden, bis ein normaler Versicherungstarif möglich ist. Einige Tarife sehen auch vor, dass die Schadensfreiheitsklassen vom Erstwagen auf den Zweitwagen abgetreten werden können.

Die unfallfreien Jahre fallen dem Fahranfänger aber somit um. Versichert sich dieser im Anschluss selbst, steigt dieser in der Grundstufe der Schadensfreiheitsklasse ein. Diese Vorgehensweise ist nicht bei jeder Versicherung möglich und nicht in jedem Tarif enthalten – häufig werden Altersgrenzen verklausuliert, sodass beispielsweise diese Regelung für Personen unter 22 – 24 Jahren nicht gilt.

Zum anderen können Familienmitglieder ihre Kfz-Versicherungen an den Fahranfänger abtreten. Dies geschieht zumeist in der Form, als ein Großelternteil endgültig sein Auto abmeldet. In diesem Fall können die Schadensfreiheitsklassen und Tarife an den Fahranfänger abgetreten werden.

Achtung: Sollten nur Schadensfreiheitsklassen abgetreten werden, um die Kosten zu verringern, muss beachtet werden, dass somit auch die Kosten der eigenen Kfz-Versicherung, die weiter läuft, wieder steigen. Hier sollte genau kalkuliert werden.

Was gilt es bei Schadensfreiheitsklassen zu beachten?

Bei erstmaliger, gesetzlicher Versicherung steigen Versicherungsnehmer in einer festgelegten Grundstufe ein – es handelt sich hierbei um die Schadensfreiheitsklasse 9. Diese stellt im hier angewendeten Bonus – Malus System 100 % dar. Wer in den vertraglich festgehaltenen Beobachtungszeiträumen, diese sind den Versicherungsverträgen zu entnehmen, unfallfrei fährt, steigt zu einem ebenfalls fixierten Stichtag in eine günstigere Klasse auf. Wer einen Unfallschaden verursacht, aus welchen Schadensersatzforderungen resultieren, fällt zurück. Auch hier gilt es, die vertraglichen Details sehr genau zu studieren.

Das Bonus – Malus System

Das Bonus – Malus System reicht von Stufe 18 (schlechteste Stufe) bis Stufe 0 beziehungsweise durchaus weiter in Bonusstufen, die folglich mit -1, -2 weitergereiht werden (ab und an auch Doppel-O genannt). Ein Aufstieg ist, wie bereits erwähnt, durch Unfallfreiheit in entsprechenden Beobachtungszeiträumen möglich, ein Rückfall resultiert durch Unfallschäden.
Die Grundstufe 9 repräsentiert 100 %. Wer eine Stufe höher steigt, erhält meist einen Preisnachlass, etwa von 5 %. In der Stufe 0 müssen nur noch 50 % der ursprünglichen Versicherungskosten übernommen werden – diese erreicht man allerdings erst frühestens nach 10 Jahren. Nach einer Unfallserie ist es durchaus möglich, in Stufe 18 zu landen. Ist man dort angekommen, sollte man sich überlegen, ob man noch fahrtauglich ist oder zusätzliche Fahrstunden benötigt.

Diese Kosten verringern sich um etwaige Rabatte oder erhöhen sich um Zuschläge, die vertraglich vereinbart wurden.
Ein Beispiel: Bei Erstanmeldung einer Autoversicherung fallen jährliche Kosten von 800 Euro an. Zehn Jahre später, in Stufe 0, betragen die Versicherungskosten nur noch 400 Euro. Sollte zu Beginn ein Rückfall in die Stufe 12 eintreten, müssen schon 1120 Euro entrichtet werden (140 % des Basistarifes).

Was ist ein Freischaden?

Ein Freischaden wird häufig in der Stufe 0 oder besser gewährleistet. Das bedeutet, dass unter bestimmten Rahmenbedingungen ein Schadensfall in dieser Stufe nicht direkt zu einem Rückfall in der Schadensfreiheitsklasse führt.

Grundsätzlich kann auch generell ein Freischaden oder Freischadenrabatt (erster Schaden) ausgehandelt werden, allerdings muss hier meist der Versicherte einen möglichen Schaden selbst begleichen. Diese Variante sollte nur bei geringen Schäden in Anspruch genommen werden, es muss sich letztendlich lohnen.

Wie lassen sich die Tarifkosten berechnen?

Die Kosten für eine Haftpflichtversicherung, auch in Kombination mit einer Kaskoversicherung, lassen sich aus folgenden Faktoren berechnen:

  • Einheitliche Zulassungsgebühr: Inklusive Nummerntafeln – 188 €; Exklusive Nummerntafeln – 170 €.
  • Bonus – Malus Stufe: Orientiert sich anteilig am Basistarif. Für Fahranfänger gelten erhöhte Tarife von bis zu 240 % der Basiskosten.
  • Motorleistung (PS / kW), Alter und Typ des Kfz: Hieraus ergibt sich unteranderem die Höhe der motorbezogenen Versicherungssteuer, diese kann nicht vermindert werden.
  • 11 % Steuer für die Kfz-Haftpflichtversicherung

Die tatsächlichen Kosten können aus den hieraus errechneten Tarifen durchaus abweichen. Häufig können Rabatte ausgehandelt werden, indem man sich mehrere Angebote einholt und diese dementsprechend in den Verhandlungen einsetzt. Es sollten auch Rechner und Vergleiche verwendet werden.

Wie kann der Preis gesenkt werden – ist Sparen möglich?

Wie die hohen Einstiegskosten für Fahranfänger gesenkt werden können, wurde bereits erläutert. Grundsätzlich lassen sich die Versicherungskosten folgendermaßen verringern:

  • Wenigfahrerbonus: Der Versicherungsnehmer vereinbart eine Fahrleistung, beispielsweise 7500 km pro Jahr, die er nicht überschreiten wird. Sollte er dennoch mehr Kilometer zurücklegen und einen Schaden verursachen, wird dieser nicht von der Versicherung übernommen.
  • Selbstbehalte – diese können individuell verhandelt und vereinbart werden.
  • Versicherungssumme: Viele Versicherungsunternehmen bieten weit höhere Versicherungssummen als die gesetzlichen 7 Millionen an. Hier können auf Grund verringerter Versicherungssummen geringere Kosten ausgehandelt werden
  • Verzicht auf diverse Optionen: Etwa Verzicht auf Leihwagen.
  • Übernahme von Schadensfreiheitsklassen.
  • Verhandlungsgeschick: Idealerweise werden mehrere Angebote eingeholt und im Zuge der Verhandlungen gegeneinander ausgespielt. Vergleichen lohnt sich.

Für Haftpflichtversicherung und Kaskoversicherungen gültig

Vertragsabschluss und Vertragsdauer: Die Verträge werden direkt mit der Versicherung abgeschlossen, häufig handelt es sich hierbei bereits um Zulassungsstellen. Die Vertragsdauer beträgt im Normalfall ein Jahr (außer anders vereinbart, um die Kosten zu senken) und verlängert sich nach verstreichen der einmonatigen Kündigungsfrist automatisch um ein Weiteres. Häufig werden die Laufzeiten an das kalendarische Jahr angepasst.

Fristgerechte Kündigung und Sonderkündigungsrecht

Eine fristgerechte Kündigung muss einen Monat vor Ablauf des Versicherungsjahres erfolgen. Endet ein Versicherungsjahr mit dem Stichtag 31.12., so muss die Kündigung in schriftlicher Form bis zum 30.11. dem Versicherungsunternehmen vorliegen.

Das Sonderkündigungsrecht kommt etwa dann zur Anwendung, wenn die Vertragskonditionen verändert werden – beispielsweise aufgrund einer Tariferhöhung. Auch hier sind nach Information durch das Versicherungsunternehmen Fristen zu beachten (siehe AGB, meist auch ein Monat).
Achtung: Ab und an werden Autos einer anderen Typenklasse zugeordnet. Auf den ersten Blick, da man auch in eine bessere Schadensklasse aufgestiegen ist und sich dadurch die Kosten verringern, scheint es so, als wäre der Tarif günstiger geworden. Durch die Typenänderungen entstehen aber nicht selten vergleichsweise höhere Kosten, die aufgrund der günstigeren Schadensfreiheitsklasse nicht sofort erkennbar sind. Ist dies der Fall, kann das Sonderkündigungsrecht ebenfalls angewendet werden.

Abmeldung des Fahrzeuges

Wird ein Fahrzeug abgemeldet, endet somit auch die Versicherungspflicht. Hier endet die Versicherung automatisch mit dem Abmeldungsdatum, die anteilig nicht genutzten Versicherungskosten werden zurückerstattet.

    Vorsicht: Sollten sie länger als ein Jahr keine neue Versicherung abschließen, drohen Rückstufungen im Bonus – Malus System. Hier sollte man darauf achten, dass die Versicherungen die Schadensfreiheitsstufe bei Abmeldung übernehmen (häufig werden 2 Jahresfristen eingeräumt).

Was sollte beim Versicherungswechsel beachtet werden?

Ein Versicherungswechsel macht nur dann Sinn, wenn dieser eine echte Ersparnis bei gleichbleibenden Konditionen mit sich bringt. Viele Versicherungsnehmer sehen nur die reine Ersparnis aus einem geringeren Versicherungstarif, übersehen aber die Fixkosten, die bei einem Versicherungswechsel anfallen.

Generell sollte es zu keinerlei Rabatt- oder Bonusverlusten im Zuge eines Versicherungswechsels kommen. Unter Umständen können auch günstigere Konditionen mit dem aktuellen Versicherer ausgehandelt werden, wenn diesem ein besseres Angebot vorlegt wird, welches zu einem Versicherungswechsel motivieren könnte.
Tipp: Auch ohne echte Wechselabsichten sollten jährlich kurz vor verstreichen der Kündigungsfrist Versicherungsvergleiche durchgeführt werden. Nur so können bessere Konditionen wahrgenommen oder ausverhandelt werden! Berechnen und vergleichen Sie die verschiedensten Angebote Jahr für Jahr!

Die Kaskoversicherungen

Dank einer Teil- oder Kaskoversicherung können auch Schäden am eigenen Auto versichert werden, die durch keine Haftpflichtversicherung gedeckt sind – also auch Schäden aus selbstverursachten Unfällen. Die Kaskoversicherung ist eine Ergänzung zur verpflichtenden Versicherung.

Teilkasko haftet bei Diebstahl, Raub, unbefugter Gebrauch, Naturgewalten, Brand, Explosion, Glasbruchschäden, Tierschaden, wahlweise auch Parkschaden und Vandalismus.
Hinzukommen bei einer Kaskoversicherung: Parkschaden und Vandalismus (fix) und selbst verschuldete Unfallschäden.

Wann sollten Kaskoversicherungen abgeschlossen werden?

Eine Kaskoversicherung ist grundsätzlich für Neuwagen sinnvoll. Ältere Gebrauchtwagen können natürlich auch Kasko versichert werden, allerdings sollte hier noch ein hoher Fahrzeugwert gegeben sein. Grundsätzlich würde sich für gut erhaltene Gebrauchtwagen eher eine Teilkaskoversicherung anbieten. Für ältere Gebrauchtwagen dürfte eine verpflichtende Autoversicherung ausreichend sein.

Wann ist die Rückstufung in die Teilkasko sinnvoll?

Ab einem gewissen Fahrzeugalter ist eine Rückstufung von einer Kasko- in eine Teilkaskoversicherung sinnvoll. Dies reduziert die Versicherungskosten, zumal ältere Kfz mit einer Vollkaskoversicherung häufig überversichert sind. Hier kann die Versicherung verlässlich Auskunft geben, alternativ auch ein Autohändler oder Mechaniker.

Beispielrechnung für Kaskoversicherungen

Die beiden folgenden Versicherungsvergleiche (es wurde ein verlässlicher Rechner im Internet verwendet) sollen die Unterschiede zwischen den Kosten für einen Fahranfänger, 18-jährig, und einem 30-jährigen unter ansonsten gleichen Voraussetzungen veranschaulichen. Zudem bieten sie einen kleinen Überblick zu den Kosten der einzelnen Versicherungen, erfasst werden jeweils die besten 5 Angebote aktuell (Anfang Dezember 2015).

Voraussetzungen:

  • Bonus – Malus: Stufe 9
  • Fahrzeugleistung: 66 – 90 kW
  • Diesel
  • Baujahr 2015
  • Kreditfinanzierung
  • Kosten ca. 23.000 Euro
  • Fahrleistung 10.000 km pro Jahr
  • Selbstbehalt bei allen Schäden (in der Kasko)
  • Rabatte: Garagenplatz
  • Einschränkungen: 1 Jahr Vertragslaufzeit; keine Selbstbehalte bei verursachten Schäden andere Fahrer (Schäden, die nicht durch den Fahrzeughalter verursacht wurden); kein Selbstbehalt in der Haftpflichtversicherung; Selbstbehalt bei Fahrern unter 22 – 25 Jahren.

Ergebnisse 30 jähriger
ergebnisse-30-jahre

Ergebnisse 18 jähriger
ergebnisse-18-jahre

Es handelt sich hierbei um die Kosten pro Jahr. Die motorbezogene Steuer beträgt für alle Tarife im vorliegenden Beispiel 312,48 € und ist Teil des Gesamtpreises.

Zum Ergebnis:
Das Top-Angebot für 30-jährige ist um 335,63 € günstiger als jenes für 18-jährige. Auffällig ist auch, dass die Schwankungsbreite für 18-jährige bezüglich der Top-5 Platzierungen wesentlich größer ausfällt (mehr als 1600 € Differenz) als bei 30-jährigen (Differenz von knapp 300 €).
Verweigert man im Übrigen bei den 30-jährigen den Selbstbehalt für unter 22 – 25 Jahre alte Fahrer, ändert sich das Bestangebot schlagartig – dieses liegt dann bei 2.152,14 €. Wer sparen möchte, tut gut daran, die Rechner aus dem Internet zu verwenden und Angebote genau zu vergleichen.

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