Baunebenkosten in Österreich – Welche Nebenkosten fallen an?

Wer plant, ein Haus in Österreich im Jahr 2017 oder 2018 zu errichten, der sollte sich nicht nur über die Preise der Immobilie informieren. Gerade die Nebenkosten sind nicht so leicht zu überblicken und so gibt es verschiedene Arten von Nebenkosten, die zum Teil schon während des Kaufes eines Grundstücks in Österreich auftreten.

Welche Kosten fallen bereits beim Grundstückskauf in Österreich an?

Wer ein Grundstück in Österreich kauft, muss dabei bereits eine Steuer entrichten. Die so genannte Grunderwerbsteuer muss zusätzlich zum Kaufpreis entrichtet werden und liegt bei 3,5% des Kaufpreises.

Wichtig: Nebenkosten beim Hausbau von Anfang an beachten!

Wer also eine Immobilie für 300.000 Euro kauft, muss zusätzlich an den Staat eine Grunderwerbsteuer in Höhe von 10.500 Euro entrichten. Ebenfalls anzumerken ist, dass in Österreich auch eine Grunderwerbsteuer für Angehörig in Höhe von 2% fällig wird, wenn eine Immobilie gekauft wird.

  • Grunderwerbssteuer: 3,5% des Kaufpreises
  • Grunderwerbsteuer bei nahen Angehörigen: 2% des Kaufpreises
  • Beispiele aus Deutschland: Grunderwerbsteuer bis 6,5% des Kaufpreises (z.B. im Bundesland Nordrhein Westfalen)

Bevor die Leserinnen und Leser aus Österreich jetzt meckern sei zu erwähnen, dass die Grunderwerbsteuer in Österreich deutlich niedriger ist, als es in Deutschland der Fall ist. Hier liegt die Grunderwerbsteuer je nach Bundesland (z.B. Nordrhein Westfalen) bei 6,5% und ist deutlich höher, als es bei uns in Austria der Fall ist.

Wie hoch ist die Maklerprovision in Österreich beim Grundstückskauf?

Wer ein Grundstück kauft, kann in die Situation kommen, dass er einen Makler bezahlen muss. Dies ist davon abhängig, wer das Grundstück verkauft.

Es ist auch möglich, dass ein Grundstück zum Beispiel von privat verkauft wird. Wenn dies der Fall ist, fallen keine Gebühren für den Makler an. Wer sich dazu entscheidet, ein Grundstück über einen Makler zu kaufen, kann die Provision für den Makler frei verhandeln. In Österreich gibt es Limits für die Provisionen, die Makler insgesamt erhalten können. Diese richten sich prozentual nach dem Kaufpreis für das Grundstück, oder aber auch für die Immobilie:

  • Kaufpreis bis 36.336,42 Euro: 4% des Kaufpreises als maximale Maklerprovision
  • Kaufpreis über 33.336,42 Euro: 3% des Kaufpreises als maximale Maklerprovision

Grundsätzlich sollte vor dem Kauf der Immobilie darüber diskutiert werden, wie hoch der Kaufpreis maximal sein darf und welche Provision im Maximum gezahlt wird. In der Regel ist davon auszugehen, dass die Provision natürlich mit dem Kauf fällig wird. Somit muss die Maklerprovision kurz nach dem Kauf, bzw. während des Kaufes schon bezahlt werden.

Wichtig: zu der Provision kommt noch die so genannte Umsatzsteuer in Höhe von 20%, welche ebenfalls zu entrichten ist.

Im Idealfall kann ein Grundstück ohne Makler gekauft werden, was wirklich zu empfehlen ist, wenn ein Objekt gesucht wird. Die Ersparnisse können je nach Höhe des Kaufpreises mehrere tausend Euro hoch sein.

Es ist möglich, dass Objekte, die für einen längeren Zeitraum keinen Käufer finden auch ohne Maklerprovision auf dem Markt angeboten werden, nachdem diese eine gewisse Zeit lang vom Makler inklusive einer Provision angeboten wurden.

Welche Kosten treten beim Hausbau auf bevor der Bau beginnt?

Wer plant, 2017 oder 2018 ein Haus in Österreich zu bauen, der sollte wissen, dass bereits bei den Planungen einige Kosten auftreten können. In der Regel wird ein Haus z.B. über einen Architekten geplant, welcher zusammen mit einem Statiker die entsprechenden Baupläne errichtet. In der Praxis bedeutet dies, dass sowohl der Architekt sowie als auch der Statiker bezahlt werden wollen. Dies ist gerade dann der Fall, wenn die Arbeit erledigt wurde und das Bauamt die entsprechenden Pläne genehmigt hat.

Zu beachten ist, dass der Architekt nicht nur die Aufgabe haben kann, das Objekt komplett zu planen und die Genehmigungen einzuholen, sondern auch einen Teil der Bauleitung zu übernehmen.

  • Kosten für den Architekten
  • Kosten für den Statiker
  • Kosten für die Baugenehmigung

Zu beachten ist, dass die Baugenehmigung je nach Ort unterschiedlich lange dauern kann. Während es gerade in ländlichen Regionen recht schnell gehen kann und eine Baugenehmigung in etwa 2 bis 3 Monaten erfolgen kann ist es in der Stadt durchaus möglich, dass die Baugenehmigung zum Teil erst nach etwa 1 Jahr vorliegt und vorher nicht mit dem Hausbau begonnen werden kann.

Welche Nebenkosten entstehen für die Anschlüsse im Haus?

In der Regel entstehen nicht nur Kosten für das Haus, sondern auch für diverse Erdarbeiten rund um das Grundstück und natürlich für die Anbindung des Grundstücks an die örtlichen Gegebenheiten, bzw. an die Versorgung. Es muss eine Versorgung mit Strom sichergestellt werden. Auch der Kanalanschluss für die Abwässer ist wichtig und muss gelegt werden.

Ebenso ist es möglich, dass das Haus zum Beispiel an die Versorgung mit Erdgas zum Heizen angeschlossen wird. In der Regel sollte beachtet werden, dass vorher kalkuliert wird, wie hoch die Kosten für die entsprechenden Anschlüsse sind. Wer sich im Netz umschaut wird feststellen, dass es hier je nach Region und je nach Ort deutliche Unterschiede geben kann.

Welche Kosten entstehen beim Hausbau? – die „Frage-Checkliste“

Wer ein Haus plant, sollte sich fragen, ob er auch alle Kosten berücksichtigt. Diese können je nach Art des Hauses sehr verschieden sein. Gerade bei einem kompletten Neubau ist zu beachten, dass deutlich mehr berücksichtigt werden muss, als wenn das Haus zum Beispiel nur renoviert wird.

Die nachfolgende Checkliste kann dabei helfen, mögliche Probleme im Vorhinein zu erkennen und dafür zu sorgen, dass das Haus ohne Verzögerungen gebaut wird:

  • Wie lange dauert es, die Baugenehmigung zu bekommen?
  • Welche Kosten fallen für die Architekten an?
  • Habe ich mehrere Angebote von Architekten eingeholt?
  • Welche Kosten fallen für die Berechnung der Statik an?
  • Welche Bauunternehmer kommen für mein Projekt in Frage?
  • Wie lange dauert der Bau des Fundamentes?
  • Wie lange muss das Fundament trocknen und in welcher Jahreszeit darf es gegossen werden?
  • Wo bestelle ich Fenster und Türen?
  • Welche Elektriker können mich unterstützen?
  • Wie lange dauert der Einbau der Elektrik sowie der Fenster?
  • Möchte ich mit Erdgas oder Öl heizen?
  • Welche erneuerbaren Energien (z.B. Solarenergie) kann ich nutzen?
  • Welche Sicherheitstechnik ist für mein Haus geeignet und wichtig?
  • Wie sichere ich Fenster und Türen gegen Einbrecher?
  • Möchte ich eine Fertiggarage haben?
  • Erledige ich einzelne Bauarbeiten selbst?
  • Welche Materialien werden in den Badezimmern verbaut?
  • Möchte ich eine komplett neue Küche planen oder reicht die alte Küche?
  • Welche Verkabelung (z.B. SAT TV oder Internet) sind notwendig?
  • Wie möchte ich die einzelnen Räume später nutzen und wo benötige ich einen Wasseranschluss?

Die Liste der Fragen, die bei einem Bauprojekt gestellt werden können, kann noch beliebig erweitert werden. Für einen ersten Eindruck was die zu erwartenden Fragen und Kosten angeht reicht dies jedoch in jedem Fall aus.

Welche Summen kann ich pauschal für meine Schätzungen nutzen?

Wer einzelne Räume planen möchte, sollte grob wissen, mit welchen Summen er zu rechnen hat. Ein Badezimmer kann zum Beispiel ohne Probleme geplant werden. Dazu sollten erste Angebote eingeholt werden, um abzuschätzen, welche Kosten auf den Hausbesitzer zukommen werden. In der Regel ist für ein Badezimmer eine Summe von etwa 10.000 bis 15.000 Euro zu kalkulieren. Dies ist davon abhängig, wie groß das Badezimmer wird und natürlich auch davon, ob z.B. eine Badewanne und / oder eine Dusche integriert werden sollen.

Welche Arbeiten werden sofort erledigt, wo erfolgt der Ausbau später?

Viele Arbeiten müssen sofort erledigt werden, wenn ein neues Haus gebaut wird, damit dieses auch bewohnt werden kann. Das bedeutet, dass zum Beispiel das Wohnzimmer und die Küche fertiggestellt werden sollten, damit die Räumlichkeiten auch genutzt werden können. Wer ein Dachgeschoss plant, kann dieses allerdings auch später in Eigenregie fertig stellen, was natürlich ebenfalls zu empfehlen ist. Grundsätzlich kann eine Menge an Geld gespart werden, wenn gewisse Leistungen am Haus in Eigenregie erledigt werden.

Es ist zu empfehlen, dass vorher mit dem Bauunternehmer gesprochen wird und z.B. ein Angebot für gewisse Arbeiten erstellt wird. Wenn dies der Fall ist, ist es möglich, dass ohne Probleme abgeschätzt werden kann, ob es sich lohnt, die einzelnen Arbeiten selbst zu machen, oder ob diese von einem Bauunternehmer erledigt werden sollen.

Wie nutze ich das Dachgeschoss?

Das Dachgeschoss kann ohne Probleme ausgebaut werden und zählt zu den Bereichen im Haus, die besonders gut genutzt werden können. Im Dachgeschoss ist es möglich, dass zum Beispiel Kinderzimmer eingerichtet werden können. Auch Arbeitszimmer oder andere Räumlichkeiten können ohne Probleme hier untergebracht werden. In der Regel kann ein Dachgeschoss zum Beispiel durch eine Gaube deutlich vergrößert werden. Es ist zu empfehlen, dafür zu sorgen, dass im Dachgeschoss genügend Licht vorhanden ist. Bei der Planung des Neubaus sollten so genannte Dachflächenfenster z.B. in jedem Fall mitberücksichtigt werden.

Welche Vorteile bringen Dachfenster im Dachgeschoss?

Dachfenster kosten zum Teil gerade einmal 300 bis 500 Euro, was von der Größe abhängig ist. Sie können binnen weniger Stunden in das Dach integriert werden. Auch ist es möglich, dass ein Dachfenster nachträglich integriert werden kann. Was die Dachfenster angeht, so können diese elektrisch geöffnet und geschlossen werden.

Auch ist es möglich, dass die Dachfenster zum Beispiel zusätzlich mit einem elektrischen Rollo ausgestattet werden. Was die Qualität der Dachfenster angeht, gibt es inzwischen preiswerte Alternativen zu den namhaften Herstellern. Es ist anzumerken, dass durch das Dachfenster deutlich mehr Licht in den Raum kommt.

Deine Meinung ist uns wichtig

*