Betriebliche Gesundheitsförderung – Angebote

Die Betriebliche Gesundheitsförderung umfasst im Allgemeinen alle Maßnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Gesellschaften zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz.

Hierfür werden folgende Ansätze verknüpft:

  • Verbesserung der Arbeitsorganisation und der Arbeitsbedingungen,
  • Förderung aktiver Beteiligung von Mitarbeitern sowie die
  • Stärkung persönlicher Kompetenzen.

Zur Zielerreichung beeinflusst und verbessert werden sollen vor allem jene Faktoren:

  • Unternehmensgrundsätze und -leitlinien,
  • Unternehmenskultur und entsprechende Führungsgrundsätze, die Mitarbeiter ermutigen sollen mehr Verantwortung zu übernehmen,
  • eine Arbeitsorganisation, die ein Gleichgewicht zwischen Anforderungen und Einflussmöglichkeiten bietet,
  • eine Personalpolitik, in der die Gesundheitsförderung eine große Rolle spielt,
  • ein integrierter Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Warum Arbeit krank machen kann

Gemeinsam aktiv werden als beste Gesundheits-Förderung

Die meisten von uns verbringen einen Großteil ihrer Lebenszeit am Arbeitsplatz. Als unmittelbare Folge dessen ist man den betrieblichen Bedingungen ausgesetzt – und sind diese gesundheitsschädlich, kommt man um eine Beeinträchtigung des körperlichen oder auch geistigen Allgemeinzustandes meist nicht herum.

Es liegt also am Arbeitgeber, das umfangreich existierende Wissen um krankmachende Faktoren am Arbeitsplatz zu nutzen, um seine Mitarbeiter zu schützen.

Ganz allgemein gibt es genau zu diesem Zweck Arbeitsschutzvorschriften, die eingehalten werden müssen. Die erst 30 Jahre junge Disziplin der Betrieblichen Gesundheitsförderung versucht nun, über die gesetzlichen Vorschriften hinauszugehen und Betrieben ihre Verantwortung für die Gesundheit der Mitarbeiter bewusst zu machen.

Zudem werden Konzepte entwickelt, wie die Vorgehensweisen der Betrieblichen Gesundheitsförderung auszusehen haben. Den Entscheidungsträgern von Unternehmen soll ein Bild davon gemacht werden, wie gesunde Betriebe aussehen können.

Was die BGF dem Unternehmen bringt

Die Betriebliche Gesundheitsförderung bringt nicht nur den Mitarbeitern und deren Gesundheit etwas, sie hat auch einen positiven Effekt auf das Unternehmen selbst.
Eine ganz offensichtliche Folge ist, dass Kosten verringert werden, da durch weniger Krankheiten und Unfälle am Arbeitsplatz, die Fehlzeiten verringert werden.

Zudem wird die Produktivität durch verbesserte Arbeitsabläufe, eine Identifikation der Beschäftigten mit dem Unternehmen, ein verbessertes Image, eine bessere Position am Arbeitsmarkt und erhöhte Zufriedenheit der Kunden gesteigert. Außerdem werden die Mitarbeiter an das Unternehmen gebunden, was wiederum Vorteile hat, da dies die Einschulung ständig neuer Mitarbeiter erspart. Die Qualität der Produkte wird gesteigert und es entstehen weniger Mängel, was sich unmittelbar auf die Kundenzufriedenheit auswirkt.

Der Ablauf

In der Luxemburger Deklaration wurden folgende Qualitätskriterien festgehalten:

  • Partizipation,
  • Integration
  • Projektmanagement
  • Ganzheitlichkeit.

Diese müssen bei der Gestaltung der BGF eingehalten werden.

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Wichtig: Genaue Planung der Maßnahmen

Ganz allgemein stellt die Betriebliche Gesundheitsförderung eine Organisationsentwicklungsstrategie dar, die auf den Bedingungen, die im jeweiligen Betrieb vorzufinden sind, aufbauen soll. Es soll damit bezweckt werden, dass der gesamte Betrieb mit seinen Risiken und Gesundheitspotentialen im Mittelpunkt steht und nicht nur einzelne von der Betriebsorganisation unabhängige gesundheitsfördernde Maßnahmen durchgeführt werden.

Nur so kann Gesundheitsförderung auch nachhaltig betrieben werden und spielt bei allen innerbetrieblichen Entscheidungen eine wesentliche Rolle.

Einbindung aller Personengruppen des Unternehmens
Um BFG zu betreiben, müssen die Führungskräfte aller Ebenen sowie auch Mitglieder der Belegschaft in einen Gesundheitszirkel eingebunden werden. Zudem braucht es natürlich Experten wie Mediziner und Psychologen. Werden nicht alle Gruppierungen miteinbezogen, so wird die Erarbeitung der BGF in der Regel scheitern.

Planung
Wenn sich ein Unternehmen für die Betriebliche Gesundheitsförderung entscheidet, so erfordert dies genauester Planung der einzelnen Schritte im Vorfeld.

Auf die existierenden innerbetrieblichen Gegebenheiten muss bei der Planung natürlich eingegangen werden, weswegen diese für jeden Betrieb individuell auszuarbeiten sind.

Ziele definieren
Wird mit der betrieblichen Gesundheitsförderung begonnen, müssen zuallererst Ziele festgelegt werden, die mit dieser erreicht werden sollen.

Beispiele solcher Ziele

  • Risiko- und Gefährdungsermittlung unterschiedlicher Bereiche
  • Erstellung von Gesundheitsberichten
  • Suche nach Möglichkeiten zur Risikominimierung in den bearbeiteten Bereichen
  • Bewertung der Möglichkeiten zur Risikominimierung
  • Optimierung von Arbeitsplätzen und -bereichen, usw.

Gesundheitszirkel
In Gesundheitszirkeln werden über einen bestimmten Zeitraum hinweg von den Mitarbeitern unter Anleitung eines Moderators Verbesserungsvorschläge ihrer Arbeitsbedingungen erarbeitet.
In Österreich ist der Fonds Gesundes Österreich (FGO) Leitinstitution und Hauptfördergeber für BFG- Projekte.

Eine Auswertung der Erfahrungen aus Betriebsprojekten, die in der Projektdatenbank des FGO verfügbar sind, zeigt, dass Gesundheitszirkel eine äußerst erfolgreiche Arbeitsform darstellen.

Handlungsfelder

Die konkret zu setzenden Maßnahmen sind je nach betrieblichen Voraussetzungen unterschiedlich. Dies gilt innerbetrieblich auch für die jeweiligen Abteilungen. Nicht jede Maßnahme ist in allen Bereichen gleich erfolgreich.

Solche Handlungsfelder können beispielsweise sein:

  • Arbeitsabläufe, Arbeitsaufgaben und Arbeitsorganisationen
  • Flexibilisierung der Arbeitszeiten und Work-Life-Balance
  • Unfallschutz
  •  physische Arbeitsbedingungen
  • Stressprävention, usw

Evaluierung der BGF
Durch die Evaluierung sollen die Wirksamkeit der Maßnahmen sowie der Einfluss der Maßnahmen auf die Organisationsstruktur ausgearbeitet werden.

Unbedingt in diese Evaluierung miteinfließen sollen Krankenstanddaten, Arbeitsbedingungen und -organisation, Führungsstil, Arbeitsklima, Arbeitszufriedenheit, Engagement und Motivation. Empfehlenswert ist es, die Evaluierung mithilfe von Fragebogen durchzuführen, die über ausreichend Qualität, Validität und Reliabilität verfügen.

Nachhaltigkeit der betrieblichen Gesundheitsförderung

Der Evaluierungsprozess schließt gleichzeitig ein BGF-Projekt ab. Ziel ist es jedoch, dass die betriebliche Gesundheitsförderung dauerhaft in das Unternehmen integriert wird und so eine Selbstverständlichkeit in der Unternehmensorganisation darstellt.

Dies muss dadurch bewirkt werden, dass mehreren Mitarbeitern des Unternehmens Arbeitszeit zur Verfügung gestellt wird, um die BGF erfolgreich und nachhaltig weiterzuführen. Bei der Veränderung von Rahmenstrukturen des Betriebes ist dies besonders wichtig, da die Aspekte der BGF sonst in der Regel sehr schnell wieder verloren gehen.

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