Bewerbungsgespräch – Vorbereitung, Tipps, Stärken & Schwächen

Nachdem dutzende Bewerbungen versandt wurden, ist oft schon die Einladung zu einem persönlichen Bewerbungsgespräch ein großer Etappenerfolg. Umso weniger möchten Bewerber bei diesem Gespräch etwas falsch machen.

Der erste Eindruck soll auf mehreren Ebenen möglichst gut ausfallen. Neben der fachlichen Kompetenz möchte der Bewerber oder die Bewerberin auch zeigen, dass sie in den Betrieb und zu den Kollegen passen. Wir wollen mit unseren zahlreichen Erfahrungen durch alle wesentlichen Aspekte führen, damit das nächste Bewerbungsgespräch auch tatsächlich zum Erfolg wird und zu einer erfüllenden Anstellung führt.

Hinweis: Unsere Arbeitswelt hat sich extrem verändert. Eine Phase der Selbstständigkeit darf durchaus auch wieder von einer Anstellung in einer Firma abgelöst werden. Niemand muss sich denken, dass eine Aufgabe der Selbstständigkeit eine Niederlage wäre. Heutzutage ist so etwas einfach normal.

Einige Grundsätze für durchschnittliche Bewerbungsgespräche

  • Das Gehalt und der Stellenwert des Postens bestimmen die Länge des Bewerbungsgesprächs. Für die Anstellung als Kellner reichen meist 20 Minuten. Wenn es um eine Stelle in einem Büro geht, ist mit rund 20 Stunden zu rechnen und für eine Führungsposition kann es noch länger dauern.
  • In der Einladung zum Bewerbungsgespräch stehen alle Anforderungen für das Bewerbungsgespräch. Also diese Einladung genau durchlesen und es ist klar, was alles zum Gespräch vorbereitet und mitgenommen werden sollte (Zeugnisse, Fragestellung etc.).
  • Die Kleidung und das Auftreten sollten einfach der jeweiligen Stelle entsprechen, aber immer von Sauberkeit zeugen. Heutzutage ist eigentlich nur mehr im Finanzwesen ein Anzug mit Krawatte notwendig. Aber die Wahl der richtigen Bekleidung kann sofort zeigen, dass die Firmenkultur verstanden wird.

Wichtig: Seien Sie püntklich und vorbereitet

Beispiel für ein Bewerbungsgespräch

Um sich entsprechend für ein kommendes Gespräch vorzubereiten kann es hilfreich sein, ein Beispiel anzusehen. Auch wenn nicht jedes Gespräch gleich abläuft, so gibt es doch Phasen, in die ein typisches Vorstellungsgespräch eingeteilt wird.

Muster – Ablauf für ein Bewerbungsgespräch

  1.     Begrüßung & Small Talk
  2.     Kennenlernen: Sich selbst vorstellen
  3.     Kennenlernen: Unternehmensvorstellung
  4.     Bewerbung- und Leistungsmotivation
  5.     Organisatorisches
  6.     Eigene Fragen
  7.     Verabschiedung

Einen umfangreichen Beitrag mit einer genauen Erläuterung gibt es auf im Ratgeber bei Absolventa zum Nachlesen.

Das erfolgreiche Bewerbungsgespräch

Was entscheidet sich beim Bewerbungsgespräch?

Zuerst muss Klarheit zu dieser Frage bestehen, damit die weiteren Vorbereitungen effizient durchgeführt werden können.

Deshalb zählen wir zuerst die wichtigsten Punkte auf, die durch ein Bewerbungsgespräch ermittelt werden. In weiterer Folge besprechen wir die einzelnen Fragestellungen im Detail und zeigen auf, was zu erwarten ist. Dieses Wissen ist für sich genommen schon eine wichtige Vorbereitung:

  • Wie sieht es mit den Qualifikation aus?
  • Welche Fähigkeiten lassen sich feststellen?
  • Wie sieht es mit den Social Skills aus?
  • Passt die eigene Persönlichkeit zum Betrieb?
  • Stimmen die Erwartungen mit der der betrieblichen Praxis überein?

Das Thema Qualifikationen…

… sollte beim Bewerbungsgespräch eigentlich schon großteils abgehakt sein. Dieser Punkt wird nämlich schon durch die Bewerbung geklärt. Alle Kandidaten, deren Kenntnisse nicht dem Anforderungsprofil entsprechen, werden schon vor dem persönlichen Gespräch aussortiert.

Wichtig: Bleiben Sie am Ball durch laufende Weiterbildung

Dabei wird nur selten ermittelt, ob der Bewerber tatsächlich am ersten Tag sofort los legen kann. Es geht viel mehr darum, ob bereits ähnliche Erfahrungen gesammelt wurden oder die passende Ausbildung vorhanden ist. Eine gewisse Adaptionsfähigkeit an den neuen Betrieb wird einfach angenommen. Wer bereits in einer anderen Firma als Grafiker mit Photoshop tätig war, wird dies auch in einem neuen Unternehmen mit neuen Aufgaben schaffen – zumindest nach einiger Einarbeitszeit.

Trotzdem wird beim eigentlichen Bewerbungsgespräch noch einmal ganz kurz die praktische Befähigung getestet. Wer sich als Online Marketing Manager bewirbt, wird vielleicht einen ersten, kurzen Blick auf Google Analytics werfen dürfen und ein oder zwei Fragen zu beantworten zu haben. Bei einem technischen Beruf sollte immer mit einer Frage in dieser Art gerechnet werden: „Was würden Sie in dieser Situation tun?“ oder „Wie würden Sie dieses Problem angehen?“

Die Themen Fähigkeiten und Social Skills…

… werden auf mehrere Arten abgefragt. Jeder kennt die berühmte Frage nach den eigenen Stärken und den Schwächen. Sehr populär ist auch die Frage, wo sich der Bewerber in 5 oder 10 Jahren sieht. All diese Fragen zielen unter anderem auf die Einschätzung der Fähigkeiten und Social Skills ab. Wie gut kann sich die Person selbst einschätzen? Wie sehen diese Einschätzungen genau aus? Wie viel Ehrgeiz ist vorhanden?

Sonstige kognitive Fähigkeiten werden aber auch sehr gerne auf verschiedensten Weise abgefragt. Das offensichtlichste Beispiel wären die sogenannten Assessment Center. Dieses Instrument wird oft eingesetzt um Managementpositionen zu vergeben. Dabei werden in zahlreichen Übungen die Soft Skills und die logischen Begabungen der Teilnehmer festgestellt. Wenn Vorstellungsgespräche über einen ganzen Tag hinweg geplant sind, ist mit einem AC zu rechnen.

Doch auch bei kürzeren Gesprächen werden diese Themen gerne ermittelt. In diesen Fällen geschieht es nur oft etwas beiläufiger. Da werden vielleicht Firmendaten abgefragt und aus den ersten Werten lassen sich logisch weitere Angaben ableiten.

Wenn ein bestimmter Umsatz bekannt ist, sollte sich daraus beispielsweise die Anzahl der Kunden ableiten lassen. Wie viel gibt ein Kunde in dieser Branche im Durchschnitt aus. Solch ein Rückschluss kann schnell eine gewisse Intelligenz beweisen. Das ist ebenfalls ein typisches Beispiel für Hausverstand, der natürlich bei jedem Bewerbungsgespräch gerne gesehen ist.

Wichtig: Bei mehreren Bewerbern müssen Sie sich durch ihre Stärken durchsetzen

Hinweis: Ein wenig Wissen

Die Themen Persönlichkeit und Erwartungen…

… werden sehr oft unterschätzt. Wir verbringen sehr viel Zeit unseres Lebens in der Arbeit. Dies impliziert, dass wir viel unseres sozialen Lebens in der Arbeit verbringen. Personalchefs wissen, dass nur in einer freundlichen Atmosphäre auch wirklich gute Arbeit geleistet wird. Deshalb muss die eigene Persönlichkeit zum Betrieb und den vorhanden Mitarbeitern, die sich bereits bewährt haben, passen. Nur in sehr wenigen Berufen hat dieses Kriterium einen geringen Stellenwert. Das Problem bei diesem Punkt ist, dass sich die eigenen Charakterzüge schwer verändern lassen.

Deshalb muss schon bei der Auswahl der Bewerbungen ein wenig Bedacht auf die Firmenkultur gelegt werden. Nicht jeder Mensch passt in jeden Betrieb und deshalb sollte nicht einfach an jedes Unternehmen, welches einen Job mit den eigenen Leistungsprofil ausschreibt, blind eine Bewerbung versandt werden. Oft stellt es sich als viel erfolgreicher heraus, wenn der Fachbereich ein wenig gewechselt wird, aber der Bewerber sich dafür absolut in dieser Firma sehen kann. Diesen Rat geben oft auch Experten bei der Personalvermittlung. Ein Tunnelblick ist selten gut für eine moderne Karriere.

Hinweis: Beim Bewerbungsgespräch sollte auch gezeigt werden, dass die richtigen Erwartungen zu den späteren Aufgaben vorhanden sind.

Fragerecht im Bewerbungsgespräch – Fragen mit Wahrheitspflicht

Nicht alle Fragen während einem Vorstellungsgespräch müssen entsprechend wahrheitsgemäß beantwortet werden. Je nach Einzelfall gibt es beim Fragerecht bestimmte Umstände, die es zu beachten gilt. Beispielsweise besteht bei dem Thema Schwangerschaft oder Familienplanung keine Wahrheitspflicht. Einen Überblick zu Fragen mit Wahrheitspflicht und Fragen ohne Wahrheitspflicht gibt es im Überblick des AMS Niederösterreich unter http://docs.ams.at/noe/enews/200909/fragerecht.htm zum Nachlesen.

Wie sollte die Vorbereitung für ein Vorstellungsgespräch aussehen?

Viele meinen, dass zur Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch die Geschichte der Firma studiert werden muss. Dies kann zwar nicht schaden und fließt gewissermaßen in die Auswahl der richtigen Firmenkultur zum eigenen Charakter ein (siehe vorherigen Punkt). Doch diese Art der Vorbereitung sollte keinesfalls überbewertet werden. Schließlich muss kein Unternehmen über seine eigene Geschichte belehrt werden.

Viel eher sollte sich jeder Bewerber fragen, welche Aufgabe ihm in dem Betrieb zugedacht wird. Die wichtigste Vorbereitung sind die Antworten zu Fragen bezüglich dieser entsprechenden Tätigkeit. Jeder Mitarbeiter ist schließlich im Unternehmen um ein „Problem“ im weitesten Sinne zu lösen. Wie dieses Problem angegangen wird, beweist sich als die wichtigste Information, die jeder Bewerber geben kann.

Hinweis: In vielen Fällen erteilen die Personalchefs sogar die Aufgabe, sich auf diese Problemstellung vorzubereiten.

Eine weitere gute Vorbereitung stellt die Aneignung von fachbezogenem Allgemeinwissen dar. Für einen Beruf im Finanzsektor wird vielleicht nach dem aktuellen EZB-Chef (Mario Draghi) gefragt oder nach der Chefin der FED (Janet Yellen).

Im technischen Bereich können sich die Personalchefs nach Materialeigenschaften oder bestimmten Techniken erkundigen. Damit soll geprüft werden, ob das aktuelle Wissen auf dem neuesten Stand ist und auf genau diesen sollte es auch gebracht werden. Der aktuelle Wissenstand zeigt ein Stück weit, dass man sich wirklich mit dem Beruf identifiziert, sich für den Fachbereich interessiert.

Tipp: Auf https://www.randstad.at/jobs/fachbereiche/ finden Sie einen aktuellen Überblick zu Stellenangeboten und können so bequem mit der Jobsuche passend zu ihrem gewünschten Fachbereich beginnen.

Abschließende Tipps für das Bewerbungsgespräch

  • Immer die positiven Aspekte besonders betonen. Wenn beispielsweise das letzte Zeugnis nicht sehr gut aussieht, dann gibt es trotzdem meist ein Fach, in dem die Leistungen gut bis annehmbar waren. Dieses Fach sollte besonders betont bzw. hervorgehoben werden.
  • Wenn nach dem größten Erfolg in der eigenen Karriere gefragt wird, dann sollte eine entsprechende Antwort parat sein. Als Folgefrage wird auch oft gerne der Grund für diesen Erfolg erkundet.
  • Fragen zu den Erwartungen gegenüber dem Arbeitgeber sollten ebenfalls eine individuelle Antwort besitzen. Vielleicht wünscht man sich gewisse Freiheiten oder Anerkennung der eigenen Leistungen. Aufstiegschancen können auch oft eine gute Angabe sein und wenn es durch die familiäre Situation begründet ist, darf sogar das gute alte Geld ins Feld geführt werden.
  • Dieser Tipp ist zwar ein alter Hut, aber deshalb nicht unwichtig: Die eigenen Schwächen sollen möglichst positiv verpackt werden. Es gibt immer eine positive Sichtweise auf Schwächen (Beispiel: Ich erledige immer lieber die Aufgaben, die schnelle erledigt sind, zuerst. Damit vermittelt man eine Anpackermentalität und gesteht ein, dass man sich führen lässt, um die größeren Aufgaben im Team zu erledigen)

Tipp: Wenn Sie ihr Bewerbungsgespräch in jedem Fall vermasseln möchten, gibt es 33 No-Gos auf http://karrierenews.diepresse.com/home/karrieretrends/3808236/33-NoGos_So-vermasseln-Sie-jedes-Bewerbungsgespraech im Überblick.


>> Bewerbungsgespräch perfekt meistern – diese 7 Knigge-Regeln MUSS Jeder wissen!

Quellen und weitere Informationen

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