Das Sparverhalten unterschiedlicher Länder im Vergleich

Sparen ist in unseren Gefilden ein sehr wichtiges Ziel im Leben. Sparen für Investitionen, Sparen für die Altersvorsorge, Sparen für die Nachkommen oder Sparen für schlechte Zeiten, die Motive sind sehr mannigfaltig. Interessant ist jedoch, dass das Sparverhalten von Nation zu Nation differiert.

Wir wollen in diesem Artikel fünf Länder gegenüberstellen. Deutschland, Österreich, die Schweiz, Frankreich und zum Abschluss Großbritannien. Dabei wird vor allem der Einfluss der Wirtschaftskrise, die so ganz noch immer nicht überstanden ist, nicht immer so deutlich, wie womöglich erwartet.

Wie wird in Deutschland gespart?

Laut einer Umfrage geben 36 Prozent der Deutschen an, dass häufig Dinge gekauft werden, die eigentlich nicht notwendig sind, sie dienen einzig der Freude. Diese Zahlen stammen aus dem Jahr 2009. Im Jahr 2008 waren es nur 31 Prozent.

Sparen im Länder-Unterschied

Sparen im Länder-Unterschied

Beliebt: Kurzfristige Geldanlage

So wurde die Wirtschaftskrise beinahe ignoriert, doch nicht in jedem Feld ist dies der Fall. Wenn wir nun Geldanlagestrategien betrachten, so wird vermehrt auf eine kurzfristige Anlage zurückgegriffen. Beispielsweise Tagesgeld oder Festgeld. Interessant ist, dass die Deutschen in Zukunft ihre Geldanlage besser planen und durchdenken wollen.

Altersvorsorge – Zentral in Deutschland

Ein erster Stelle steht die Altersvorsorge, gefolgt von größeren Anschaffungen und Urlaubsreisen. Dahinter folgt der Kauf von Immobilien. Dadurch wird ersichtlich, dass die Immobilien vermeintlich an Wert in der Bevölkerung verloren haben. Aktuell ist jedoch zu betrachten, dass Eigenheime sehr beliebte Investitionsobjekte sind, was dazu führt, dass viele Immobilienpreise komplett überbewertet sind.

Aktuell wollen beinahe 8 Prozent der Bevölkerung in nächster Zeit eine Immobilie erwerben. Doch Sparmodell Nummer 1 ist und bleibt das Das Sparverhalten unterschiedlicher Länder im Vergleich. Über 80 Prozent der deutschen Geldanleger haben dieses Produkt im Portfolio. Trotzdem sinkt die Sparquote spürbar ab. Weniger als zehn Prozent des Einkommens werden auf die Seite gelegt.

Kurz und knapp – Sparen in Deutschland

  • in Deutschland wird eher weniger gespart
  • Immobilien gewinnen an Bedeutung
  • Sparbuch bleibt aber ganz klar Nummer 1

Wie wird in Österreich gespart?

Deutschsprachige Länder genießen auf diesem Gebiet einen sehr konservativen Ruf, was bedeuten soll, dass sehr viel gespart wird. Wir wollen Ihnen nun aktuelle Erkenntnisse der Gesellschaft für Konsumforschung vorstellen. So muss zu Anfang erwähnt werden, dass Österreich und Deutschland keine allzu großen Unterschiede aufweisen.

Sparbuch auch in Österreich beliebt

Das beliebteste Sparmodell ist auch hier das Sparbuch. Vor allem die Wirtschaftskrise sorgte dafür, dass das Sparbuch bei knapp 50 Prozent der Bevölkerung als bestes Sparmodell angesehen wird. Es gibt jedoch einen weiteren großen Gewinner der Wirtschaftskrise. Der Bausparvertrag. Auch in Österreich hat die Lust nach Immobilien deutlich zugenommen, was sich auch in diesem Land auf die Immobilienpreise auswirkt.

Dies dürfte wohl damit zusammenhängen, dass Immobilien und Grundstücke die dritt- und viertbeliebteste Form des Sparens ist. Der Bausparvertrag ist an zweiter Stelle einzuordnen, wird jedoch nicht immer für den Immobilienerwerb oder den Bau einer Immobilie eingesetzt.

Gold weniger beliebt als Investment

Gold hat jedoch beispielsweise an Beliebtheit eingebüßt. Das Jahr 2013 hat mehr als nur deutlich gemacht, dass auch diese Anlageform den Schwankungen des Marktes unterliegt. Experten der GfK empfehlen, dass nicht das gesamte Ersparte in langfristige Anlageformen investiert werden soll. Vier bis fünf Monatsgehälter sollten flexibel angelegt und somit schnell verfügbar sein.

Kurz und knapp – Sparen in Österreich

  • auch hier Sparbuch Nummer 1
  • Bausparvertrag gewinnt an Beliebtheit
  • Immobilienboom ist ebenfalls zu verzeichnen

Wie wird in der Schweiz gespart?

Geldanlage in der Schweiz: Konservativ

Geldanlage in der Schweiz: Konservativ

Die Schweiz gilt als die Hochburg des Sparens, konservativer geht es kaum. Laut einer Befragung sehen weit über 90 Prozent der Schweizer den Begriff Sparen als etwas Positives. Dies beginnt bereits bei alltäglichen Handlungen. 47 Prozent vergleichen Preis und Qualität der Produkte, nur 12 Prozent beachten niemals den Preis.

Dabei muss außerdem betrachtet werden, dass es regionale Unterschiede gibt. Die Aufteilung in Deutschschweiz, italienische Schweiz und französische Schweiz sorgt für beachtenswerte Ergebnisse.

In der Deutschschweiz sparen aktuell 15 Prozent mehr als vor einem Jahr, in der italienischen Schweiz sind es knapp unter 30 Prozent und im französischen Teil gar über 30 Prozent. Allerdings ist interessant, dass das durchschnittliche Wachstum des Pro-Kopf-Geldvermögens mit 1,4 Prozent deutlich hinter dem westeuropäischen Schnitt (3,1 Prozent) liegt.

Die Wirtschaftskrise hat die Schweizer dazu veranlasst, noch ein wenig konservativer anzulegen. Bankeinlagen werden von 28 Prozent der Schweizer genutzt. Der Immobilienboom ist in diesem Land nicht so stark zu verzeichnen wie etwa in Deutschland oder Österreich.

Kurz und knapp – Sparen in der Schweiz

  • sehr konservativ und sparorientiert
  • regionale Unterschiede (Deutschschweiz, italienische sowie französische Schweiz)
  • Wachstum des Geldvermögens liegt unter westeuropäischem Schnitt

Wie wird in Frankreich gespart?

Frankreich hat eine sehr hohe Sparquote. So legen Verbraucher ca. 15,3 Prozent des Bruttoeinkommens zurück. In den Jahren vor der Krise schwankte diese Zahl zwischen 14 und 17 Prozent. Frankreich ist in jedem Fall ein Staat, der nicht auf Pump lebt.

So heben Experten hervor, dass die Investitionen abgedeckt werden können, ganz im Gegensatz zu den USA. Die Franzosen stehen dabei voll im Trend der Immobilien. Unglaubliche zwei Drittel des Sparvermögens der Verbraucher in diesem Land sind in Immobilien beheimatet.

Finanzanlagen verlieren immer mehr an Beliebtheit. Dies ist zum einen auf die geplatzte Dotcom-Blase zurückzuführen, aber natürlich auch auf die Finanzkrise, die dem Vertrauen in die Kreditinstitute nachhaltig geschadet hat. Von Vorteil für die Franzosen ist außerdem, dass Aktien hierzulande unbeliebt sind. Die Kursschwankungen während der Krise betrafen die privaten Haushalte in keinem so großen Ausmaß.

Kurz und knapp – Sparen in Frankreich

  • sehr hohe Sparquote (15,3 Prozent)
  • zwei Drittel des Sparvermögens in Immobilien
  • Finanzanlagen und Aktien unbeliebt

Wie sparen die Briten?

Die Briten orientieren sich bezüglich des Sparverhaltens eher an den USA als an Resteuropa. So sehen sie sich weniger gezwungen Geld auf die Seite zu legen, sicher auch durch geschichtliche Aspekte. So legen die Briten nur etwa drei Prozent ihres verfügbaren Einkommens auf die Seite, ein Tiefstwert in Europa.

Vor der Finanzkrise waren es sogar nur 2,5 Prozent. Vor der Krise war das Leben durch Konsum, Verschuldung und weniger Sparen dominiert. Inzwischen hat sich das Bild ein wenig gewandelt. Problematisch ist jedoch, dass das Sparen in Großbritannien stark vom Einkommen abhängig ist.

So geben 32 Prozent der Bevölkerung an, dass das verfügbare Geld in einer Notsituation nicht ausreichen würde. 50 Prozent geben an, dass Sparen gar nicht möglich sei, da das Einkommen zu niedrig ist. 47 Prozent der Briten legen regelmäßig Geld zurück. Die Krise hat jedoch für kein Umdenken gesorgt. Ein nur sehr kleiner Anteil will in Zukunft mehr Geld auf die hohe Kante legen. Zwar legt jeder Brite im Schnitt knapp über 100 Euro auf die Seite, doch die Unterschiede in der Gesellschaft sind so groß wie kaum anderswo.

Kurz und knapp – Sparen in Großbritannien

  • Briten sparen sehr wenig
  • Sparen können sich nur wenige leisten
  • Auch nach der Krise keine Besserung in Sicht

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