Energieausweis – Kosten, Gültigkeit & Anbieter

Der Energieausweis entstand in dem Bestreben den Heizwärme- bzw. Energieverbrauch eines Gebäudes standardisiert anzugeben und damit vergleichbar zu machen. Dabei handelt es sich eindeutig um einen Anreiz den Energieverbrauch zu verbessern, denn die Bewertung von Wohnraum hängt eindeutig stark mit dem ausgewiesenen Wert im Energieausweis zusammen.

Niemand möchte schließlich eine Wertminderung seiner geschätzten Immobilie hinnehmen, nur weil er es versäumt eine entsprechende Wärmedämmung zu installieren oder sich gar einen Ausweis ausstellen zu lassen.

Die Standards in diesem Bereich werden übrigens immer höher und da beim Energieausweis um Vergleichswerte geht. Der durchschnittliche Wärmeverbrauch sinkt nämlich und damit werden Versäumnisse beim Energieverbrauch zunehmend stärker durch Preisminderungen bestraft. Das stellt einen weiteren Grund dar, sich eingehend mit dem Energieausweis auseinander zu setzen.

Wann wird ein Energieausweis ausgestellt?

Energie-Ausweis: Kosten vorab vergleichen

Energie-Ausweis: Kosten vorab vergleichen

Passenderweise oder vielleicht sogar glücklicherweise begründen eine Vielzahl an Gelegenheiten den Bedarf an einem Energieausweis. Bei neuen Wohnungen und Häusern muss der Ausweis schon während dem behördlichen Bauverfahren ausgestellt werden.

Bei einer umfassenden Sanierung oder einem Zubau muss ebenfalls eine energetische Beurteilung erfolgen. Das Gleiche gilt für Verpachtung, Vermietung und natürlich für den Verkauf.

Grundsätzlich muss also bei jeder Gelegenheit bei der eine potentielle Änderung des Energiebedarfs vorliegt oder eine dritte Partei im Spiel ist, ein aktueller Energieausweis vorgezeigt werden.

Wie lange besitzt ein Energieausweis seine Gültigkeit?

Ein Energieausweis besitzt eine maximale Gültigkeit von zehn Jahren. Gerade bei Verkauf oder Vermietung besitzen die anderen Parteien ein Recht auf die Aushändigung eines aktuellen Ausweises. Sofern der Ausweis veraltet ist, wird ein Standardwert herangezogen, welcher in vielen Fällen die Einkünfte des Vermieters oder Verkäufers mindern.

Welche Kosten entstehen bei der Ausstellung eines Energieausweises?

Leider kann diese Frage nicht absolut eindeutig beantwortet werden, denn obwohl nur qualifizierte Personen einen Energieausweis ausstellen dürfen, sind deren Honorarsätze keinesfalls einheitlich reguliert. Die endgültigen Kosten hängen stark von der jeweiligen Immobilie ab.

Für einen einfach aufgebauten Wohnblock kann tatsächlich der alte Richtwert von einem Euro pro Quadratmeter gelten. Einfamilienhäuser lassen sich aber weniger leicht bewerten und kosten oft das Doppelte, während Altbauen noch viel teurer sein können. Aber selbst sehr teure Energieausweise besitzen ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis, da eine Nichtvorlage eines Energieausweises viel größere Risiken birgt, als die Kosten jemals sein könnten.

Wer kann einen Energieausweis ausstellen?

Die Liste der befugten Personen bzw. Unternehmen für die Ausstellung eines Energieausweises ist lang. Darunter finden sich viele Ingenieursbüros, Architekten und gerichtliche Sachverständige.

Durch diese große Vielfalt ist aber auch eine entsprechende Bewertung der Anbieter wichtig. Die Seite energieausweis.at führt eine handverlesene Liste zu diesem Thema, aus der wir nur einen kleinen Auszug für jedes Bundesland präsentieren:

Die Bundesländer ohne Eintrag können aber problemlos auf Experten in anderen Bundesländern zurückgreifen, da diese meist über die Landesgrenzen hinaus einen Energieausweis anbieten.

Welche Bestandteile besitzt der Energieausweis?

Hinweis: Einzelne Teilberechnungen des Energieausweises können sich von Bundesland zu Bundesland unterschieden, aber trotzdem existieren einige fixe Punkte, welche im gesamten Bundesgebiet eine Konstante darstellen!

Der spezifische Heizwärmebedarf der Immobilie und Energie-Effizienz-Faktor (fGEE) gehören zu den wichtigsten Werten für den Ausweis. Der zweitgenannte Faktor beschreibt den Energieverbrauch im Vergleich zu einem standardisierten Referenzgebäude. Damit ist aber noch nicht alles im Ausweis erwähnt. Wir werden jeden Begriff dieser Liste im Anschluss noch kurz erläutern:

  • Spezifischer Heizwärmebedarf als Energiekennzahl (HWB)
  • Spezifischer Heizwärmebedarf auf den Standort bezogen (HWB)
  • fGEE
  • Warmwasserwärmebedarf
  • Endenergiebedarf
  • Grundfläche (brutto)
  • A/V-Verhältnis
  • Klimadaten inkl. Region
  • U-Wert

HWB als Energiekennzahl

Hier handelt es sich um die geläufigste Kennzahl, die sich ebenfalls an einem internationalen Standard misst. Der Bedarf an Energie wird hier gemäß einem Referenzobjekt, also nicht an dem tatsächlich physischen Standort, gemessen. Die Angabe erfolgt in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Mit dem Ergebnis wird die bekannte Farbskala generiert.

HWB am Standort

Hier wird der Heizwärmebedarf direkt am jeweiligen Standort mit dem vorherrschenden Klima angegeben. Der eigentliche Verbrauch kann aber trotzdem von diesem Wert abweichen.

fGEE oder der Energieeffizienzfaktor

Dieser Messwert dient dazu den Energieverbrauch mit einem Referenzprojekt aus einer bestimmten Zeitperiode zu vergleichen. So lässt sich gut vermitteln inwiefern modernere Wärmedämmung eingesetzt wurde. Das Ergebnis zeigt sich durch eine Zahl, die größer oder kleiner 1 ist.

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Der Warmwasserwärmebedarf beschreibt logischerweise den Energieaufwand für die Bereitstellung von warmen Wasser, inklusive Speicherung etc.

Endenergiebedarf

Unter diesem Punkt wird der Wert der gesamten, zugeführten Energie in kWh aufsummiert. Sprich wie viel Energie wurde in Form von Heizöl (circa 10 kWh pro Liter) oder Steinkohle (circa 8 kWh pro kg) angeliefert wurde.

Die Brutto Grundfläche

Hier handelt es sich um die gesamte Grundfläche. Die Bezeichnung Brutto drückt aus, dass ebenfalls die Wände mitgezählt werden.

A/V-Verhältnis
Hier geht es um die Bauweise des Gebäudes, denn bei größerer Oberfläche geht meist auch mehr Wärme verloren. Kompaktere Immobilien sind daher meist energiesparender im Winter, aber benötigen im Sommer wiederum mehr Kühlung – zumindest in der Regel.

Klimadaten

Die Daten zur jeweiligen Klimaregion lösen das Objekt vom Referenzstandort und berechnen den Verbrauch im Verhältnis zu den vorherrschenden Klimabedingungen. Wie bereits angedeutet ergibt sich dadurch aber ebenso kein absolut exakter Wert.

U-Werte der Bauteile

Dieser Wert gibt die Wärmedurchlässigkeit der verwendeten Materialien an und während eine Vielzahl Fortschritte in den Materialwissenschaften gemacht werden, nimmt die Bedeutung dieser Angabe zu.

Welche Gebäude benötigt einen Energieausweis?

Grundsätzlich kommt der Energieausweis dem Verkäufer zu Gute, da er sich damit rechtlich absichert. Praktisch jedes Gebäude benötigt in diesem Sinne einen Energieausweis. Nur für größere Objekte mit mehr als 2 Wohneinheiten reicht ein einziger Energieausweis, der für mehrere einzelne Wohnungen anwendbar ist.

Zusatztipp: Gerade ältere Gebäude mit moderner Wärmedämmung profitieren besonders vom Energieausweis, da ohne eine vollständige Vorlage einfach angenommen wird, der Energieverbrauch entspricht den veralteten Standards.

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