Erbschaftssteuer 2017 – Schenken und vererben in Österreich

Das Thema Erbschaftssteuer ist in Österreich nicht erst seit dem Jahr 2017 populär. Zu Beginn des Jahres 2017 gab es jedoch weitreichende Änderungen, so dass es zu empfehlen ist, hier auf dem Laufenden zu sein. Die Änderungen in der Casa Erbschaftssteuer wurden zum 1. Jänner 2017 umgesetzt und gelten für alle Todesfälle, die ab diesem Zeitpunkt auftreten.

Welche Änderungen im Thema Erbschaftssteuer gibt es seit 2017 in Österreich?

Die Änderungen beim Thema Erbschaftssteuer in Österreich sind sehr umfangreich. Im Segment Pflichtteil gibt es ebenfalls entsprechende Regelungen. Der Pflichtteil ist jener Teil, der vom Verstorbenen einer nahestehenden Person vermacht wird, auch wenn diese im Testament nicht berücksichtigt wurde.

Wer bekommt einen Pflichtanteil?

Seit dem 1. Jänner 2017 gilt eine überarbeitete Definition der Nachkommen und Erben. Das bedeutet konkret, dass nur Nachkommen und der Ehegatte bzw. eingetragene Partner berechtigt sind, einen Pflichtanteil zu bekommen.

Dazu zählen zum Beispiel die Kinder sowie die Enkel, wenn die Kinder bereits verstorben sind. Den genannten Personen steht die Hälfte der gesetzlichen Erbquote zur Verfügung. Eltern sowie weitere Vorfahren der verstorbenen Person erhalten nach dieser Reform des Erbrechtes keinen Pflichtteil mehr ausgezahlt.

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Änderungen in der Stundung des Pflichtteils

In der früheren Gestaltung des Erbrechtes war es möglich, dass der so genannte Pflichtteil gestundet werden kann. Das bedeutet konkret, dass der Pflichtteil den Erben nicht sofort ausgezahlt werden muss, sondern später gezahlt werden kann. Seit dem 1. Jänner 2017 wurde auch hier einiges geändert.

Die neue Auslegung soll vor allem für Familienunternehmen Vorteile bringen. Seit dem 1. Jänner 2017 ist es möglich, dass auf Verlangen der Erben durch das Gericht dafür gesorgt werden kann, dass der Pflichtanteil maximal für eine Dauer von 5 Jahren gestundet werden kann. Sollte es sich um eine besondere Situation handeln, ist es möglich, dass der Zeitraum durch einen entsprechenden Erlass des Gerichtes auf maximal 10 Jahre verlängert werden kann.

Außerordentliches Erbrecht von Lebensgefährten – seit Jänner 2017 möglich

Seit dem ersten Jänner 2017 gibt es die Möglichkeit, dass Lebensgefährten erben, sofern kein Testament vorhanden ist. Damit dieses Recht wahrgenommen werden kann ist es natürlich erforderlich, dass gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. So ist es erforderlich, dass der Lebensgefährte zumindest in den vergangenen 3 Jahren im gemeinsamen Haushalt gelebt hat. Ferner ist es erforderlich, dass die verstorbene Person zum Zeitpunkt des Todes nicht verheiratet war. Auch ist es erforderlich, dass die verstorbene Person nicht in einer eingetragenen Partnerschaft gelebt hat. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, kann das außerordentliche Erbrecht von Lebensgefährten genutzt werden.

Was ist ein Vorausvermächtnis?

Anzumerken ist, dass es darüber hinaus ein so genanntes gesetzliches Vorausvermächtnis gibt. Wenn eine Person mit einem Lebensgefährten zusammen gelebt hat und zum Beispiel eine gemeinsame Wohnung bewohnt wurde, bedeutet dies, dass für die Dauer von maximal einem Jahr der Lebensgefährte das Recht hat weiter in der gemeinsamen Wohnung zu leben. Erbrechtlich betrachtet werden Lebensgefährten nun nicht mehr als fremde Personen betrachtet und haben neuerdings Ansprüche, was vor dem 1. Jänner 2017 nicht der Fall gewesen ist.

Aus welchen Gründen kann eine Person in Österreich enterbt werden?

Bei einer Enterbung ist es möglich eine Person vom eigentlichen Erbe auszuschließen. Damit ist es der Person nicht möglich, dass z.B. der Pflichtteil geerbt werden kann. Die Gründe, weshalb eine Person enterbt werden kann, wurden zum 1. Jänner 2017 überarbeitet.

Enterbung aufgrund von Straftaten

Straftaten gegen nahe Angehörige des Verstorbenen können jetzt dazu führen, dass Personen enterbt werden. Dabei ist anzumerken, dass diese Straftaten vorsätzliche begangenen werden und z.B. eine Freiheitsstrafe von einem Jahr mit sich ziehen.

Enterbung wegen Verletzungen der Eltern-Kind Pflichten

Auch Verletzungen der Pflichten aus dem vorhandenen Eltern-Kind Verhältnis können dazu führen, dass eine Person in Österreich enterbt wird.

Um ein Beispiel zu nennen sei zu erwähnen, dass eine Person enterbt werden kann, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten hilflos zurückgelassen wurde, oder eine vorsätzlich im Sinne des Gerichtes strafbare Handlung begangen wurde, die eine strafbare Handlung mit einer einjährigen Strafdrohung mit sich ziehen würde.

Formvorschriften für das Testament – welche Änderungen gibt es 2017?

Die Formvorschriften für das Testament haben sich zum Jahr 2017 ebenfalls geändert. Gerade was das so genannte fremdhändige Testament anbelangt gibt es gewisse Dinge zu beachten. Es ist möglich, dass ein Testament via Computer oder Schreibmaschine, oder aber auch per Hand von einer anderen Person geschrieben wurde. Anzumerken ist dabei, dass das Testament in jedem Fall von Erblasser unterschrieben werden muss, damit es auch berücksichtigt werden kann.

Was muss das Testament beeinhalten?

Seit dem 1. Jänner 2017 muss das Dokument nicht nur die Unterschrift des Erblassers enthalten, sondern auch z.B. die Worte „Das ist mein letzter Wille“. Es muss bekräftigt werden, dass dies der letzte Wille einer Person ist Gleichzeitig ist es wichtig, dass 3 Zeugen anwesend sind. Die Identität der Zeugen muss aus dem Testament hervorgehen. Dazu ist es erforderlich, dass Vor- und Familienname sowie das Geburtsdatum und die Adresse hinterlegt werden. Auf dem Dokument müssen die Personen eigenhändig als Testamentszeuge unterschreiben.

Wie hoch ist die Erbschaftssteuer in Österreich?

Seit dem 1. August 2008 wird in Österreich keine Erbschaftssteuer mehr erhoben. Auch die so genannte Schenkungssteuer wird nicht mehr erhoben.

Anzumerken ist jedoch, dass in Österreich eine Grunderwerbssteuer anfällt, wenn Grundstücke vererbt oder verschenkt werden. Dies führt dazu, dass nach wie vor in der Bevölkerung von der Erbschaftssteuer gesprochen wird. Zum Jahr 2015/2016 wurde die Grunderwerbssteuer in Österreich deutlich angehoben. Dies führt dazu, dass gerade bei der Vererbung, bzw. bei der Verschenkung von Immobilien in Österreich Kosten auf einen zukommen werden.
Warum wurde die Erbschaftssteuer in Österreich aufgehoben?

In Österreich lässt vieles darauf deuten, dass die Steuer vor allem deshalb aufgehoben wurde, da sie sich kaum gerechnet hat. Die Einnahmen durch die Erbschaftssteuer lagen bei gerade einmal 150 Millionen Euro im Jahr. Der Aufwand, die entsprechende Steuer einzutreiben ist jedoch im Vergleich zu anderen Steuern sehr hoch gewesen. Dies führt dazu, ein Apparat mit rund 130 Finanzbeamten sehr lange daran gearbeitet hat, die entsprechende Steuer zu erheben.

Beratung beim Steuerberater und Rechtsanwalt

Grundsätzlich wurde das Erbrecht, bzw. die Erbschaftssteuer in Österreich schon mehrmals überarbeitet. Aktuelle Informationen rund um das Thema Erbschaftssteuer können kostenfrei im Internet recherchiert werden. Es ist darüber hinaus möglich, dass die Erbschaftssteuer zum Beispiel auch durch einen Steuerberater, bzw. einen Steuerexperten erklärt werden kann. Wer eine entsprechende Beratung nutzen möchte, kann sich auch kurzfristig auf den aktuellen Stand im Bereich der Steuer updaten lassen.

Es dauert im Alltag meist nicht sehr lange, bis der eigene Erbfall verstanden und erläutert werden kann. Dies führt dazu, dass sehr schnell klar ist, ob zum Beispiel eine Grunderwerbssteuer beim Erbe eines Grundstückes gezahlt werden muss und wie hoch diese ist.

Zu erwähnen ist, dass es gerade bei hochwertigen Immobilien und Grundstücken gar nicht so leicht ist, den genauen Wert zu ermitteln und damit festzulegen, wie hoch die zu entrichtende Steuer ist. Fakt ist, dass es gelegentlich auch vorkommt, dass die Erben die entsprechenden Steuern nicht bezahlen können und darauf angewiesen sind, dass das Objekt veräußert wird.

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