Erneuerbare Energien in Österreich – Förderungen im Fokus

Die Österreicher und Österreicherinnen sind im privaten Bereich mehrheitlich dazu bereit, umweltbewusst zu handeln. Es ist ihnen ein großes Anliegen, individuelle Verantwortung zu übernehmen und etwas zum Umweltschutz beizutragen.

Weitläufig ist eine große Naturverbundenheit zu verzeichnen, woraus ein respektvoller Umgang mit derselben resultiert. Österreich liegt beim Bio-Landbau weltweit an der Spitze – schon 16 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche und etwa 10 % aller Weingärten werden heute nach den Richtlinien des biologischen Landbaus geführt. Da verwundert es nicht, dass auch das Interesse für erneuerbare Energien derart groß ist.

Was sind erneuerbare Energien?

Die erneuerbaren Energien grenzen sich von den fossilen Energiequellen (Braunkohle, Steinkohle, Torf, Erdgas und Erdöl) insofern ab, dass sie praktisch unerschöpflich zur Verfügung stehen oder sich vergleichsweise schnell erneuern.

Toll:Sonnen-Energie

Toll:Sonnen-Energie

Abgesehen von der höheren Energieeffizienz gelten erneuerbare Energiequellen heute als wichtigste Säule einer nachhaltigen Energiepolitik und der Energiewende. Der Begriff erneuerbare Energie umfasst

  • die Nutzung der Windenergie
  • die Nutzung der Gewässerströmungen
  • die Nutzung von Biomasse und
  • die Nutzung der Sonneneinstrahlung (Sonnenkollektoren und Solarzellen)
  • die Nutzung der Gezeiten und Erdwärme.

Die Kraft der Sonne

Solartechnik ist die Nutzbarmachung der solaren Einstrahlung der Sonne mittels entsprechender technischer Hilfsmittel und Einrichtungen. Es wird zwischen der dezentralen (z.B. Photovoltaik, Solarkollektoren) und der großtechnischen Solarenergienutzung (z.B. solarthermische Kraftwerke und Großanlagen) unterschieden.

Die Photovoltaik ist ein Teilbereich der Solartechnik, die weitere technische Nutzungen der Sonnenenergie einschließt. Hierbei erfolgt die Umwandlung der Strahlungsenergie der Sonne in elektrische Energie (Solarstrom) mit Solarzellen.

Ein Sonnenkollektor ist eine Vorrichtung zur Sammlung der im Sonnenlicht enthaltenen Energie. Jene Österreicher und Österreicherinnen, die in punkto Umweltschutz zukünftig die Solartechnik bzw. erneuerbare Energien nutzen möchten, haben die Möglichkeit, Förderanträge zu stellen. Derartige Förderungen sollen bewirken, dass eine ökologisch wertvolle Einstellung leichter in die Tat umgesetzt werden kann.

Der Anfang eines langfristigen Prozesses

Österreich ist gemäß dem im Dezember 2008 verabschiedeten Energie- und Klimapaket der EU (Quelle: http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+IM-PRESS+20081208BKG44004+0+DOC+XML+V0//DE ) dazu verpflichtet bis 2020

  1. den Anteil erneuerbarer Energieträger auf 34 % zu erhöhen,
  2. die Treibhausgasemissionen in Sektoren, die nicht dem Emissionshandel unterliegen, bis 2020 um mindestens 16 % zu reduzieren und
  3. die Energieeffizienz um 20 % zu erhöhen.

Der Schwerpunkt hinsichtlich der erneuerbaren Energien liegt auf Wasserkraft und Windkraft. Bei der Wärmebereitstellung wird als klares Ziel die Substitution von fossilen Energieträgern durch erneuerbare Energieträger und die Nutzung von Abwärme gesehen. Dabei handelt es sich um Fernwärme in der Stadt und um den Einsatz der Biomasse im ländlichen Bereich.

Förderungen im Sinne des Klimaschutzes

Tipp: Förderungen beachten

Tipp: Förderungen beachten

Wenn es um Förderungen hinsichtlich der Solarenergie geht, wird zwischen der Bundesförderung und den Förderungen der einzelnen Bundesländer unterschieden. Dazu kommen Förderungen der EU.

Es gibt Förderungen für Private, für Unternehmen, Gemeinden, Forschungseinrichtungen und sonstige Zielgruppen. Auf Bundesebene werden in Österreich beispielsweise alternative Energien, Umwelttechnologien und nachhaltige Investitionen gefördert.

Die Bundesländer sind in Österreich mitunter für Förderungen von nachhaltigem Wohnbau, Ökostrom oder Solaranlagen zuständig. Ferner bietet die Europäische Union zahlreiche Programme, welche die unterschiedlichsten Umweltmaßnahmen unterstützen.

Stark limitierte Fördergelder sorgen in Österreich für Unmut

In Österreich gelten für die Solarthermie grundsätzlich andere Förderregeln als für die Photovoltaik. Photovoltaik Anlagen werden über eine Einspeisevergütung gefördert.

Allerdings haben die zuständigen Bundesminister Mitterlehner und Hundstorfer aufgrund der neuen Verordnung für die Vergütung von Strom aus Photovoltaik für viel Unmut gesorgt. Die Einspeisetarife werden um nicht weniger als 30 % gekürzt – von 18,12 Cent/kWh auf 12,5 Cent/kWh.

Mit diesen Tarifen und auch mit dem geplanten Ende für größere Anlagen über 200 kWp wird der weitere Ausbau von Photovoltaik in Österreich drastisch eingebremst. Bei der Förderung der Solarthermie ist zudem ein uneinheitliches Bild mit großen regionalen Unterschieden zu verzeichnen.

Die Förderung des Bundes wurde nämlich derart reduziert, dass nur noch einzelne Förderprogramme der Länder zu überzeugen wissen. Die seit Anfang 2012 in Oberösterreich geltenden Förderbedingungen für Solarthermie Anlagen können beispielsweise schon als paradox bezeichnet werden.

Hier ist die Solarthermie Förderung als eine Art von Sozialleistung ausgestaltet, wobei die Einkommensobergrenzen geltend gemacht werden. So darf beispielsweise ein Zweipersonenhaushalt maximal 55.000 Euro pro Jahr verdienen, um überhaupt eine Förderung beantragen zu können.

Die Förderung auf Bundesebene

Es gibt auf Bundesebene diverse Förderungen. Im Folgenden zwei Beispiele:

Sanierungsscheck sinnvoll nutzen

Förderung über den Klimafonds: Pauschal 400 Euro pro Anlage. Dabei spielt es keine Rolle, wie groß die Anlage ist. Essentiell ist, dass diese Förderung mit den Förderprogrammen der Länder kombiniert werden kann, was für die übrigen Fördermöglichkeiten nicht gilt.
Förderprogramm „Sanierungsscheck“: Bis zu 1.500 Euro pro Anlage. Das Gebäude muss aber mindestens 20 Jahre alt sein. Diese Förderung setzt voraus, dass das Gebäude gut wärmegedämmt ist und sein jährlicher Heizwärmebedarf nicht höher als 75 Kilowattstunden pro Quadratmeter ist.

Die Förderung über den Sanierungsscheck setzt zudem voraus, dass die Kollektorfläche mindestens 15 Quadratmeter beträgt und die Kollektoren Solar-Keymark geprüft sind. Details siehe unter https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/243/Seite.2430310.html zum Nachlesen.

In jedem Fall können in Österreich die Kosten einer Solarthermie Anlage als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden.

Beispiel Bundesland: Förderung für Solaranlagen in Graz

Wie bereits Erwähnung gefunden hat, gibt es in Bezug auf Förderungen große Unterschiede hinsichtlich der Bundesländer. Wer nun beispielsweise in Graz Solaranlagen installieren möchte, kann im Umweltamt dazu Förderanträge stellen.

Thermische Solaranlagen werden mit bis zu 100 Euro/m² gefördert (Aperturfläche maximal 30 m²).
Netzgekoppelte Fotovoltaik-Gemeinschaftsanlagen werden mit 600 Euro/kWp gefördert (Leistung maximal 2,5 kWp pro Haushalt an der Objektadresse), je Objektadresse wird maximal bis zu einem Betrag von 30.000 Euro gefördert.
Netzgekoppelte Fotovoltaik-Einzelanlagen werden mit 250 Euro/kWp gefördert (Leistung von 2 kWp bis maximal 5 kWp).

Es gilt unbedingt zu beachten, dass die Bearbeitung eines Förderantrages nur nach Vorlage aller dafür notwendigen Unterlagen möglich ist. Dazu zählen

das vollständig ausgefülltes Antragsformular
und alle zur Bearbeitung des Förderantrages erforderlichen Dokumente.

Fazit:

In punkto Sonnenenergie ist die Attraktivität der Förderungen in Österreich deutlich gesunken. Statt wie im Vorjahr 18 Cent pro eingespeiste Kilowattstunde gibt es 2014 und 2015 nur noch 12,5 Cent. Mit diesen Tarifen und auch mit dem geplanten Ende für größere Anlagen über 200 kWp wird der weitere Ausbau von Photovoltaik in Österreich madig gemacht.

Die Marktfähigkeit für Strom aus Photovoltaikanlagen ist noch nicht wirklich erreicht, weshalb eben weiter gefördert wird. Es kann darauf verwiesen werde, dass die Leistung der Module verbessert werden konnte, bei der Speicherung von Strom ist jedoch noch ein weit größerer technologischer Fortschritt möglich. Viele Privatpersonen sind von der Solarenergienutzung überzeugt und würden gerne selbst eine Photovoltaikanlage errichten. Weil das Förderkontingent aber in den letzten 10 Jahren immer wieder stark begrenzt und oft nur minutenlang verfügbar war, wurde der Ansturm auf die Förderung immer heftiger. Ein neues, vereinfachtes und gerechteres System bei den Förderanträgen ist vonnöten.

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