Ethisches Investment – Wer bietet ethisches Banking?

Die vielen Bankenskandale der letzten Jahre, in denen hochriskante Spekulationsgeschäfte und ethisch bedenkliche Investitionen der Banken mit dem Geld der Kunden bekannt wurden, haben die Bankkunden sensibel gemacht.

Es geht ihnen nicht mehr nur darum, dass sie durch das Anlegen ihres Vermögens bei einer Bank von Zinsen profitieren, sondern sie wollen auch wissen, was mit ihrem Geld geschieht, d.h. wie es von den Banken verwendet wird. Im Zuge dessen erlebt das sogenannte ethische Banking einen enormen Kundenzuwachs.

Ethisches Banking – Vorteile für Kunden?

Doch was versteht man unter ethischem Banking? Und wie kann man sich das vorstellen? Ist es für die Kunden profitabel? Vielen Menschen ist diese interessante Form des Investments, dem in der Öffentlichkeit leider nur wenig Aufmerksam widerfährt, unbekannt. Dabei kann sie sehr lukrativ sein.

Rendite-Chancen auch bei ethischen Investments

Rendite-Chancen auch bei ethischen Investments

Was ist ethisches Investment?

Beim ethischen Investieren legt der Kunde wie bei jedem Investment Geld an und hofft darauf, dass es sich für ihn wirtschaftlich günstig auswirkt. Darüber hinaus ist es dem Anleger aber auch sehr wichtig, dass seine ethischen bzw. moralischen Wertvorstellungen nicht verletzt werden. Unter http://www.arbeitslosennetz.org/arbeitslosigkeit/news/20081029_ethisches_sparbuch.html gibt es einen Bericht zu Angeboten für ethische Sparbücher/Sparangebote in Österreich.

Aus diesem Grund investiert er in ökologische und sozial verträgliche Anlageformen, die für ihn moralisch vertretbar sind und mit denen er sich mehr identifizieren kann. In diesem Sinne wird das ethische Investment auch als sozial verantwortliches Investieren bzw. socially responsible investment (SRI) bezeichnet.

Auswahlkriterien für Ethical Banking

Um als ethische bzw. grüne Bank zu gelten, gibt es einige genaue Vorstellungen, was mit dem Geld der Kunden gemacht bzw. nicht gemacht werden darf. Investitionen in Länder, Unternehmen, Programme, Organisationen usw., die nachweislich ethisch bedenklich sind, sind tabu. Bei Firmen gilt unter anderem, dass die Produkte moralisch vertretbar sind.

Firmen, die Waffen oder gentechnisch verändertes Saatgut produzieren oder auf Kernenergie setzen, sind z. B. ausgeschlossen. Das gilt auch dann, wenn die zweifelhaften Produkte nur ein kleiner Bestandteil der Produktionslinie sind. Die political correctness ist eine ganzheitliche Anforderung. Auch Firmen, die menschenunwürdige Arbeitsbedingungen bieten oder Lieferanten ausbeuten, kommen nicht infrage. Bei Ländern sind das Praktizieren der Todesstrafe und Verstöße gegen die Menschenrechte absolute Ausschlusskriterien.

Welche Möglichkeiten des ethischen Banking gibt es?

Im Allgemeinen werden vier grundsätzliche Formen von ethischem Investment unterschieden. Diese sind:

  • Ethisch-ökologische Investmentfonds,
  • Sparmodelle bei alternativen Banken bzw. grünes Geld,
  • Direktinvestitionen in bzw. -beteiligungen an nicht-börsenorientierte Banken und
  • Investitionen in Aktien von nachhaltig arbeitenden Unternehmen.

Die klassische Variante: Sparmodelle mit Mehrwert

Die einfachste Methode des social Bankings ist das direkte Sparen bei einer grünen bzw. alternativen Bank. Der Bankkunde eröffnet wie bei jeder anderen Bank ein Sparbuch oder Konto. Allerdings ist die Verwendung von Seiten der Bank zweckgebunden, d.h. sie darf das Geld nur für gezielte Förderungen verwenden, die ethisch und moralisch vertretbar sind.

Ein Nachteil für den Sparer ist, dass die ethischen Banken im Vergleich zu klassischen Banken im Durchschnitt niedrigere Zinsen anbieten. Der Verzicht auf höhere Zinssätze kann allerdings als eine Art Investition in Fairness und nachhaltiges Arbeiten verstanden werden und gibt ein gutes Gefühl.
Ein bekanntes Beispiel für eine grüne Bank ist die EthikBank, die seit 2002 in Deutschland und seit 2006 in Österreich auftritt. Die Direktbank investiert laut eigenen Angaben ausschließlich in ethisch vertretbare Firmen und Länder sowie in die Förderung von Frauen und Umweltprojekten. Einen Überblick zum Thema Social Banking gibt es unter http://www.konto.org/social-banking mit Erklärungen zu Finanzmarktkrise und aktuellen Angeboten von Banken am Markt.
In Österreich ist die Möglichkeit, über Sparbücher oder Konten grünes Vermögen anzulegen, in Bezug auf die Anbieter noch sehr begrenzt. Allerdings gibt es zumindest in Bezug auf andere mögliche Anlageformen bereits jetzt eine größere Auswahl. Außerdem gibt es viele Bestrebungen, um das Angebot in Bezug auf einfache bzw. klassische Sparformen grüner zu machen.

Ethisch-ökologische Investmentfonds

Sun PowerInvestmentfonds bieten bekannterweise im Vergleich zu den klassischen Sparformen wie Sparbücher eine höhere Chance auf eine gute Rendite. Deshalb werden sie auch beim sozialen Investment sehr gerne als Anlageform gewählt, aktuell sind sie sogar am häufigsten.

Einen Überblick über „Die Qual der Wahl“ gibt es im Hintergrund-Artikel auf http://derstandard.at/1363707037302/Die-Qual-der-Wahl-bei-nachhaltigen-Fonds zum Nachlesen.
Bei einem ethischen Investmentfonds bzw. Ethikfonds garantieren die Anbieter den Investoren, dass sie sich – genau wie beim nachhaltigen Sparen – an bestimmte Kriterien der Ethik und Nachhaltigkeit halten. Als Grundlage für die Entscheidung werden Auswertungen von speziellen, unabhängigen Rating-Agenturen herangezogen, aus denen dann die Auswahl der besten Möglichkeiten erfolgt.
Besonders beliebt sind Umweltfonds, wie z. B.:

  • ökologische Aktienfonds,
  • erneuerbare Energien,
  • Wasserfonds,
  • Mikrofinanz,
  • Mischformen
  • usw.

Aber auch Fonds mit entwicklungspolitischem oder sozialpolitischem Schwerpunkt sind für die Anleger interessant.

Beliebte Anbieter von Ethikfonds in Österreich

  • Schelhammer & Schattera,
  • Pioneer Investments Austria, die über die Bank Austria abgeschlossen werden können,
  • Hermes

Auch hier gilt anzumerken, dass die Auswahl an Fonds bzw. an Anbietern beständig wächst. Am besten fragen Sie bei Ihrer Hausbank bzw. Ihrem Kreditinstitut nach, ob derartige Projekte zur Verfügung stehen oder in naher Zukunft geplant sind.

Direktinvestitionen in bzw. -beteiligungen an nicht-börsenorientierte Banken

Wie der Name schon sagt, ist der Geldgeber bei dieser Form direkt am Unternehmen beteiligt bzw. stellt er ihm Kapital zur Verfügung und ist mit einem Festzins am Gewinn beteiligt. Die Aussichten auf einen ertragreichen Gewinn sind dabei höher als im Vergleich zu anderen Sparformen und Geldanlagen, allerdings trägt der Investor auch das Risiko mit. In den meisten Fällen erfolgt die Investition in Direktkredite und nachhaltige Immobilien.

Investitionen in Aktien von nachhaltig arbeitenden Unternehmen

Bei dieser Form der Geldanlage haben die Kunden eine besonders große Auswahl, da sie in fast jeder Bank ein entsprechendes Angebot finden können. Als ersten Orientierungspunkt gibt es einige bekannte Nachhaltigkeitsindizes, wie z. B. den Natur-Aktien-Index. Daraus wählt der zukünftige Anleger einfach sein bevorzugtes Unternehmen aus und schon kann er in Aktienpakete investieren und damit die nachhaltige Arbeitsweise unterstützen.

Sozial-ökonomisches Banking – Bewusst überlegen

Wie bei jeder anderen Form der Geldanlage will auch beim ethischen Banking die Auswahl des Anbieters gut überlegt sein. Prüfen Sie aus diesem Grund ganz genau, ob das Finanzinstitut oder das Unternehmen das Kapital tatsächlich für die angegebenen Zwecke verwendet. Nachhaltigkeit, faire Arbeitsbedingungen und ein ökologisches Bewusstsein sind sehr starke Zugpferde, die gerne für die positive Imagebildung verwendet werden.

Ob es auch in der Praxis so gehandhabt wird, steht auf einem anderen Blatt. Informieren Sie sich deshalb über das Internet, die Presse, die verschiedenen Nachhaltigkeitsindizes, die Rating-Agenturen usw., ob die Versprechungen auch in die Praxis umgesetzt werden. Ein soziales und moralisches Bewusstsein bringt immer auch ein gewisses Verantwortungsgefühl mit sich, weshalb Sie umso strenger kontrollieren sollten, dass Ihr Geld auch wirklich für diesen Zweck eingesetzt wird.

Auf der Suche nach Anlageformen für ihr Geld sind die Österreicher und Österreicherinnen in den letzten Jahren sehr vorsichtig und skeptisch geworden. Die möglichen Produkte werden auf Herz und Nieren getestet.

Das liegt vor allem an den schlechten Schlagzeilen, die die Finanzinstituten zusehends in Verruf gebracht haben. Skandale rund um hochriskante Spekulationsgeschäfte, das Wirtschaften von Bankenchefs in die eigene Tasche und Freunderlwirtschaften hat dem allgemeinen Ruf des österreichischen Bankenwesens sehr geschadet.

Die Kunden wenden sich nun neuen, unbescholtenen Anbietern zu und legen sehr viel Wert darauf, von Anfang an zu wissen, wofür ihr Geld verwendet wird. Sogenannte grüne Banken erfahren im Zuge dessen einen großen Zulauf.

Grüne Banken als Alternative

Auch wenn grüne Banken im Vergleich zu anderen, klassischen Anbietern nur einen Bruchteil einnehmen bzw. ausmachen, sind sie dennoch als Alternative sehr wichtig. Viele Menschen können sich mit den großen Bankfilialen nicht identifizieren und würden sogar lieber auf das Anlegen ihres Geldes verzichten, als diese zu unterstützen.

Rendite mit gutem Gewissen

Rendite mit gutem Gewissen

Mit ethischem Investment voll im Trend

Wenn Kunden bei einer ethischen Bank ein Konto eröffnen, können sie sicher sein, dass ihr Geld ausschließlich in nachhaltige, sozial-ökonomische und ethisch vertretbare Projekte bzw. Finanzierungsmodelle investiert wird.

Das Kreditinstitut garantiert seinen Kunden, dass Unternehmen und Länder, die als ethisch bedenklich gelten, weil sie z. B. Waffen produzieren oder die Todesstrafe praktizieren, nicht unterstützt werden. Stattdessen wird die Einlage der Kunden z. B. für erneuerbare Energien, Ökolandbau, soziale Dienstleistungen, nachhaltige Immobilien usw. verwendet.

Eine Geldanlage bei einer Ökobank

Das Angebot an grünen Banken ist in Österreich 2014 leider noch sehr überschaubar. Aktuell gibt es mit:

  • der EthikBank.
  • der Steyler Bank und dem
  • Bankhaus Schelhammer & Schattera

keine besonders große Auswahl an Ökobanken mit einer Niederlassung in Österreich, die sich ausschließlich auf ethisches Banking spezialisiert haben. Daneben gibt es aber noch einzelne Produkte, die von verschiedenen großen Banken, wie z. B. der Hypo Austria, angeboten werden oder indirekte Möglichkeiten der Anlage von grünem Geld, wie Aktienanteile an nachhaltig arbeitenden Unternehmen

Die EthikBank Österreich – ökologische und soziale Nachhaltigkeit als Ziel

Die EthikBank definiert sich selbst als ethisch-ökologische Direktbank mit strengen Anlagekriterien. Als absolute Ausschlusskriterien für bestimmte Unternehmen und Länder werden folgende Aspekte genannt:

  • das Herstellen und Vertreiben von Militärwaffen,
  • das Betreiben oder Besitzen von Atomkraftwerken,
  • das Betreiben von Kohlekraftwerken,
  • die gentechnische Veränderung von Pflanzen und Saatgut,
  • Kinderarbeit,
  • Tierversuche bei Kosmetika,
  • das Verstoßen gegen Menschenrechte,
  • bekannte Bestechungsfälle,
  • Spekulationen mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln,
  • Spenden an politische Parteien
  • usw.

Dem Bankkunden wird garantiert, dass Unternehmen und Länder, in denen auch nur eines dieser Kriterien erfüllt wird, nicht zu den Partnern der EthikBank gehören.

Stattdessen wird in folgende Bereiche investiert:

  • Umweltpolitik und sonstige ökologisch wertvolle Leistungen im Umweltbereich,
  • Engagement gegen den Klimawandel,
  • Förderung, Gleichberechtigung und Vielfalt der Mitarbeiter,
  • Schaffen und Erhalten von Arbeitsplätzen,
  • Vorsorgemaßnahmen gegen Korruption und Bestechung
  • usw.

Die für die EthikBank geltenden Auswahl- und Ausschlusskriterien werden europaweit auch von vielen weiteren ethischen Banken angewendet. Sie gelten als klassische Vorstellung von sozial-ökonomischem, nachhaltigem Arbeiten.
Vom Girokonto über Festgeldkonten und Öko Kredite bis hin zu Rentenkonten bietet die EthikBank alle Produkte, die man auch in einer gewöhnlichen Bank bekommen kann, allerdings mit der Gewissheit, dass das Geld für „gute Zwecke“ verwendet wird.

Die Steyler Bank – Eine Bank mit einer Mission

Die Steyler Bank vertritt im Großen und Ganzen dieselben Werte wie die EthikBank, d.h. sie hat deckungsgleiche Positiv- und Negativkriterien.

In ihren Investitionen und Förderprogrammen hebt die Steyler Bank folgende Aspekte besonders hervor:

  • Gerechtigkeit und Anerkennung der Menschenrechte,
  • ein friedlicher und respektvoller Umgang mit Kulturen und Religionen und
  • ein verantwortlicher Umgang mit den natürlichen Ressourcen der Erde.

Vieles von dem Bankgewinn des Finanzdienstleistungsinstituts wird an die hauseigene Steyler Mission ausgeschüttet. Die Bank hat somit einen religiösen Hintergrund und betont die gute Sache beim Anlegen von grünem Geld.
Neben Festgeld, Tagesgeld und Sparbüchern hat sich die Steyler Ethik Bank auf Sparbriefe spezialisiert.

Das Bankhaus Schelhammer & Schattera – Die ethische Privatbank

Bei Schelhammer & Schattera handelt es sich um eine Privatbank mit Sitz in Wien. Die Bank bietet alle Dienstleistungen, die man von einem Finanzinstitut erwartet, hat aber einen Schwerpunkt auf Anlage- und Wertpapiergeschäfte. Neben Ethik-Kapitalsparbüchern und Online Sparkonten sind vor allem Ethik-Fonds bzw. Ethik-Kombis aus 50 % Fixzins-Sparen und 50 % Veranlagung in Ethikfonds sehr beliebt. Das Bankhaus bietet aktuell recht gute Zinsen, die durchaus auch mit „normalen“ Bank-Produkten mithalten können.
Bei der renommierten Privatbank ist allerdings zu bedenken, dass es sich dabei um ein Institut im Besitz von Institutionen der römisch-katholischen Kirche Österreichs handelt. Wenn Sie also viel Wert darauf legen, dass Sie sich mit Ihrer Bank absolut identifizieren können und Sie die Verwendungszwecke vertreten können, müssen Sie in diesem Fall abwägen, wie Ihr Standpunkt gegenüber der katholischen Kirche ist.
Dies gilt für alle ethischen bzw. grünen Banken: Als Kunde sollten Sie sich nicht nur davon überzeugen, dass Sie mit den Partnerunternehmen und Partnerländern der Banken einverstanden sind und deren Handlungsweisen für gut heißen, sondern Sie sollten auch darauf achten, ob Sie mit der Handlungsweise der Bank selbst einverstanden sind. Recherchieren Sie z. B., welche Projekte und Förderprogramme die Bank aus eigenen Mitteln unterstützt und welche Erfolge bisher erzielt wurden. Vor allem für ethische Banken ist die Imagepflege als „saubere“ Bank ein wichtiges Zugpferd, weshalb Sie garantiert Informationen darüber finden werden.

Eine begrenzte Auswahl, die aber beständig wächst

Abgesehen von diesen drei ethischen Banken ist die Auswahl in Österreich im Jahr 2014 noch sehr begrenzt. Ethische bzw. grüne Banken stecken europaweit eindeutig noch in den Kinderschuhen. Es besteht zwar auch die Möglichkeit, die Produkte von ethischen Banken im Ausland anzunehmen, z. B. sind die Umweltbank oder die GLS Bank aus Deutschland sehr beliebt, nur ist das Banking von Österreich aus wie bei allen anderen ausländischen Banken auch noch nicht optimal geregelt.

Nachteile von Ethic-Banking

Aktuell bringt das ethische Banking einige Nachteile mit sich, die man in Kauf nehmen muss, wie z. B. das Anfallen von Kontoführungsgebühren, verhältnismäßig niedrige Zinssätze, eine geringe Auswahl an Anbietern, ein gewisser zeitlicher und finanzieller Aufwand, wenn Einlagen bei Banken aus dem Ausland gemacht werden usw.
Für die Zukunft ist allerdings zu erwarten, dass sich das Angebot erweitern und die Konditionen verbessern werden. Zu stark ist in den letzten Jahren der Zulauf geworden, um nicht darauf zu reagieren und den Bankkunden andere, im wahrsten Sinne des Wortes alternative Anlageformen anzubieten.

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