Europawahl 2014 in den Niederlanden – Rechtspopulist Wilders verliert deutlich

Aktuell blickt ganz Europa auf die Europawahl und die damit verbundenen Ergebnisse in den einzelnen, europäischen Ländern. In den Niederlanden ist es bereits zu einer ersten Überraschung gekommen, denn der Rechtspopulist Geert Wilders hat entgegen den meisten Prognosen nicht den Spitzenplatz erreicht und dürfte mit seiner Partei nur den vierten Rang belegen.

Ergebnis kommt unerwartet

Die Demoskopen sind in den vergangenen Monaten stark davon ausgegangen, dass die Partei für die Freiheit den ersten Platz bei der diesjährigen Europawahl in den Niederlanden belegen würde, doch es ist vielmehr das Gegenteil eingetreten, denn die Partei von Wilders hat sogar noch einmal Stimmen im Vergleich zu letzten Wahl verloren.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/europawahl-rechtspopulist-wilders-verliert-stimmen-in-den-niederlanden-1.1972715
Die Prognosen nach Schließung der Wahllokale haben zwei Parteien an erster und zweiter Stelle, die sich Klar pro-Europa positionieren. Ganz vorne liegt mit der D66 eine linksliberale Partei, die sich jedoch mit 15,6 Prozent nur marginal gegen die Christdemokraten (15,2 Prozent) durchsetzen konnte.

Die VVD, aktuell die Regierungspartei in den Niederlanden, konnte einen Anstieg von rund 0,9 Prozentpunkten auf 12,3 Prozent verzeichnen, der den dritten Platz bedeutet. Große Verluste musste hingegen die Partei von Wilders hinnehmen, denn es ging ganze 4,8 Prozentpunkte herab im Vergleich zur letzten Wahl im Jahr 2009.

Ziel „Monster aus Brüssel“ zu besiegen gescheitert

Die Partei von Wilders hatte sich in der jüngeren Vergangenheit mit anderen Parteien aus Europa zusammengeschlossen, um das „Monster aus Brüssel“ zu besiegen. So soll der Zusammenschluss aus Parteien aus Frankreich, Österreich sowie den Niederlanden vor allem das Ziel haben, die gesamte Europäische Union abzuschaffen. Dies soll trotz des hohen wirtschaftlichen Einflusses vom Export in den Niederlanden jedoch keine negativen Einflüsse auf die Wirtschaft des Landes haben und diese sogar noch einmal stärken. Ein weiterer Aspekt ihrer Wahlziele ist die Abschaffung des Euros.

Parolen sorgen für Wählerrückgang

Nach den Kommunalwahlen im März hatte Wilders mit Aussagen wie „Wollt ihr mehr oder weniger Marokkaner“ für große Aufruhr im Lande gesorgt, die wohl einen großen Teil seiner Wählerschaft verschreckt hat. Ein weiterer, negativer Zwischenfall hat sich nur einen Tag vor der Stimmabgabe ereignet, denn das Manuskript eines engen Vertrauten von Wilders wurde veröffentlicht und in diesem wurde unter anderem Nelson Mandela als ein Kommunist bezeichnet, der seinerzeit eine Terrororganisation angeführt hat.
Diese Zwischenfälle dürften wohl Hauptgründe für das negative Abschneiden des Rechtspopulisten sein, doch es bleibt abzuwarten, ob die Ergebnisse der anderen Länder diesen Trend bestätigen. In Deutschland findet die Stimmabgabe am Sonntag statt und die vollständigen Ergebnisse der einzelnen Länder werden erst veröffentlicht, wenn in jedem Land die Wahllokale geschlossen haben.

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