Förderprogramme: Gezielte institutionelle Unterstützung von Selbstständigen und Existenzgründern

Auf verschiedenen Ebenen werden diverse Förderprogramme für Selbständige geboten. Werden Kreditanträge auf dem klassischen Weg abgelehnt, sind Förderprogramme eine sinnvolle Alternative. Gerade für Existenzgründer ist es wichtig, sich über Förderangebote zu informieren. Auch wer keine Sicherheiten hat, kann mit einer guten Idee, der richtigen Motivation und einem intelligenten Geschäftsmodell die benötigte Startsumme generieren. Ein starker Wille und Geduld sind Grundvoraussetzungen.

Förderprogramme der EU – Arbeitslose mit selbstständigen Ideen

Die EU bietet Selbständigen verschiedene Zugänge zu Finanzierungsmitteln. Entweder kann man Unterstützung in Form direkter Zuschüsse erhalten oder eine Finanzierung durch nationale und lokale Vermittler beantragen. Für Selbstständige bietet die EU ein Mikrofinanzierungsprogramm, durch das sich ein Kredit bis zu 25.000 Euro generieren lässt.

Natürlich muss man die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen und den Geschäftsplan entsprechend verkaufen können. Das Instrument, welches Förderungen dieser Art vergibt, nennt sich Progress (Progress-Mikrofinanzierung). Den Fokus legt das Programm gezielt auf Personen in Arbeitslosigkeit mit dem Wunsch zur Selbstständigkeit. Wird eine Förderung gewährt, erhält der Geförderte ein Mentoring, das ihn bei der Umsetzung des Geschäftsplanes unterstützt.

Staatliche Kredite – Initiativen zur Förderung von Selbstständigen

Förderung von Unternehmern durch finanziellen Hilfestellung und beratende Tätigkeit

In Deutschland fördert die Mittelstandsbank KfW Kredite für Selbstständige und Unternehmensgründer. In Österreich haben Selbstständige und solche, die es werden wollen, die Möglichkeit, einen Mikrokredit zu beantragen. Die Initiative des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK) fördert die Selbstständigkeit.

Sie richtet sich an Selbstständige, deren Kreditanträge von den Banken abgewiesen werden, denen Eigenkapital und Sicherheiten fehlen. Details zu weiteren Angeboten für Selbständige gibt es im Ratgeber unter http://www.foerderportal.at/kredit-angebote-fuer-selbstaendige-ratgeber-zu-finanzierungen/ , dort besteht auch die Möglichkeit sich nach Alternativen zu staatlichen Förderungen zu informieren.

Der Mikrokredit – wie er funktioniert

Bei welcher Förderungsstelle auch immer ein Förderungskredit beantragt wird, laufen die Prozesse nach dem gleichen Schema ab. Um die Prozesse zu erläutern, wird hier der Ablauf am Beispiel der österreichischen Förderinitiative beschrieben.

Voraussetzungen für einen Mikrokredit

Um einen Mikrokredit durch die Förderinitiative zu erhalten, müssen beim Antragsteller gewisse Voraussetzungen gegeben sein, wie z.B. eine gegebene oder drohende Arbeitslosigkeit, eine atypische Beschäftigung, eine Benachteiligung am Arbeitsmarkt oder eine drohende oder gegebene Armut. Weiter hat der Antragsteller nicht die Möglichkeit, einen Kredit auf klassische Art zu bekommen. Man beachte: Mikrokredite werden nur für die Umsetzung oder Erweiterung selbstständiger Tätigkeiten vergeben. Eine genaue Liste von notwendigen Voraussetzungen lässt sich auf der Homepage der Initiative einsehen.

Die Konditionen bei Mikrokrediten

Mikrokredite an selbstständige Einzelpersonen können maximal 12.500 Euro betragen. An Personengesellschaften werden maximal 25.000 Euro vergeben. Normalerweise wird eine Laufzeit von fünf Jahren veranschlagt. Der Mikrokredit muss für Investitionen im Unternehmen verwendet werden. Die Initiative fordert diesen Nachweis. Es kommt auch vor, dass für den Nachweis die Vorlage von Rechnungen verlangt wird.

Der Mikrokredit-Prozess: Vom Antrag zur Rückzahlung

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Wichtig: Sich genau vorbereiten

Hat sich ein Selbstständiger oder eine Person, die vorhat selbstständig tätig zu werden, dazu entschieden einen Mikrokredit zu beantragen, funktioniert das folgendermaßen: Zunächst muss man sich auf der entsprechenden Plattform registrieren. Dann gilt es zu überprüfen, ob man überhaupt antragsberechtigt ist. Man sollte genug Zeit für die Antragsvorbereitung einplanen. Ist der Antrag fertig, wird dieser – zusammen mit dem Geschäftskonzept – an die Beratungsstelle gesendet.

Anschließend kann ein Termin mit der Expertenkommission vereinbart werden. Der Expertenkommission wird das Geschäftsmodell präsentiert – es gilt diese zu überzeugen. Verläuft der Termin zur Zufriedenheit des Antragstellers, wird der Antrag an die Entscheidungsträger weitergeleitet.

Die Entscheidungsträger können Überarbeitungen des Konzepts fordern. Fällt die Entscheidung zu Gunsten des Antragstellers aus, wird der Vertrag mit dem entsprechenden Institut abgeschlossen. Der Kredit wird ausbezahlt. Schließlich ist es noch erforderlich, einen Verwendungsnachweis zu erbringen. Es kann mit der Rückzahlung begonnen werden.

Startkredite für Existenzgründer

Empfehlung: Mit einem Startkredit als Gründer richtig loslegen

Existenzgründer können bei Förderinitiativen um einen Startkredit oder Gründungszuschuss ansuchen. Ein Startkredit finanziert Betriebsmittel und notwendige Investitionen.

Das Finanzierungsvolumen bewegt sich zwischen 1000 und 100.000 Euro. Tilgungsfreie Zeiträume sind bei solchen Förderungen meist inbegriffen. Sie haben den Zweck, Existenzgründer in der Anfangsphase zu entlasten.

Anbieter staatlicher Förderungsprogramme in Österreich:

Förderungsprogramme in Deutschland:

  • KfW-Mittelstandsbank
  • Bremer Aufbaubank
  • ConCap Frankfurter Gründerfonds
  • Daniel Lawaetz – Stiftung
  • IBB Investitionsbank Berlin
  • ILB Investitionsbank Brandenburg
  • Investitionsbank Sachsen-Anhalt
  • Investitionsbank Schleswig-Holstein
  • ISB Rheinland-Pfalz
  • L-Bank
  • LfA Förderbank Bayern
  • LFI Mecklenburg-Vorpommern
  • NBank Förderbank
  • NRW Bank
  • Sächsische Aufbaubank
  • Saarländische Investitionskreditbank
  • Thüringer Aufbaubank
  • WIBank

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