Start-Up-Förderung 2017 in Österreich

Innovative Jungunternehmer haben es nicht leicht: Auch wenn die Idee gut ist – Kapital zu akquirieren und den Förderdschungel zu durchblicken ist gar nicht so einfach.

Die österreichische Regierung hat darauf nun reagiert: Im vergangenen Jahr ist ein neues Startup-Paket entwickelt worden, das vielversprechende Jungunternehmer stärker fördern will. Wir bieten in diesem Ratgeber einen Überblick über aktuelle Start-Up Förderungen für das Jahr 2017 und was im Rahmen des Start Up Paketes angeboten wird.

Volle Kraft voraus – Das neue Start-Up-Paket 2017

Ganze 185 Millionen Euro hat die Bundesregierung nun in die Hand genommen, um Österreich zu einem Gründerland zu machen. Anfang 2017 sind einige Neuerungen in Kraft getreten – einer der Kernpunkte des Pakets ist die Förderung der Lohnnebenkosten für drei Jahre.

Tipp: Förderungen nutzen und ihre Business-Ziele erreichen!

Diese Unterstützung, für die insgesamt 100 Millionen Euro bereitgestellt werden, soll innovative Start-ups von den hohen Sozialbeiträgen für ihre Mitarbeiter entlasten. Doch damit nicht genug – eine Reihe weiterer Maßnahmen soll Österreich bis 2020 in ein Gründerland verwandeln.

Weitere Kernpunkte des neuen Startup-Pakets 2017:

  • Uni-Spin-Off: Gründungs-Fellowships für Studenten, Forscher Wissenschaftler
  • Aufstockung des aws Business-Angel Fonds: Verdoppelung des Investments von Business-Angels in Tech-Unternehmen
  • aws-Seed und pre-Seed Finanzierung: 20 Millionen für Startup-Gründungen bis 2018; als „Seed“ wird die „Keimphase“ eines Unternehmens genannt, auch als „Tal des Todes“ bekannt
  • Aufstockung von aws-Garantien: 300 Millionen Euro für Bankgarantien pro Jahr
  • Zuschuss zur Risikokapitalprämie: Investitionsbeiträge an junge Firmen werden bis zu 20 % des Beteiligungsbetrages an Investoren rückerstattet (max. 250.000 Euro)

Welche Start-up-Förderungen gibt es?

Die Förderlandschaft in Österreich ist gut aufgestellt. AWS und FFG (mehr dazu weiter unten) fördern österreichweit, zusätzlich gibt es noch spezielle Programme einzelner Bundesländer (etwa der Steiermark) und einzelner Städte (z.B. Wien). Im Folgenden ein Überblick zu den verschiedenen Formen von Förderungen für Start-ups:

Monetäre Förderungsvarianten in Österreich:

  • einmalige und mehrjährige Zuschüsse (z.B. Übernahme der Lohnnebenkosten auf drei Jahre)
  • Garantien, Bürgschaften und Haftungen
  • Beteiligungskapital
  • Begünstigte Darlehen und Kredite

Außerdem:

  • Services, Beratung & Coaching
  • Inkubatoren
  •  Günstige Büro- und Geschäftsflächen

Die wichtigsten österreichischen Förderstellen

  • FFG – Forschungsförderungsgesellschaft
  • aws – Austria Wirtschaftsservice
  • Risikokapital-Firmen – Speedinvest u. a.
  • Business Angels – i2 Austrian Business Angels Network u. a.

Tipp: Unter förderpilot.at, der neuen Plattform, die im Zuge des Startup-Pakets entstanden ist, gibt es einen Schnellcheck für Förderungen.

Die Seite bietet einen Überblick zu Forschungs- und Wirtschaftsförderungen in Österreich und unterstützt Jungunternehmer dabei, rasch die passende Förderstelle zu finden. Außerdem finden sich aktuelle Informationen zu Themen rund um die Jungunternehmerförderung.

Wie funktioniert die neue Förderung von Lohnnebenkosten für Start-Ups?

Seit 2017 bezahlt die Förderbank Austria drei Jahre lang die Lohnnebenkosten bzw. einen Teil dieser für innovative Startups, die vor der Gründung stehen bzw. bereits höchstens seit fünf Jahren bestehen. Der Zuschuss kommt innovativen Unternehmen die erstmals Arbeitsplätze schaffen oder geschaffen haben zugute.

Was gefördert wird:

  • Einmal jährlich Erstattung der nachweislich bezahlten Arbeitgeberbeträge für bis zu drei Teil- und Vollzeitmitarbeiter
  • Bis zu max. 125.000 Euro pro Unternehmen
  • Übernahme der Lohnnebenkosten
  • – im 1. Jahr 100 % der LNK
  • – im 2. Jahr 67 % der LNK
  • – im 3. Jahr 33 % der LNK

Voraussetzungen für die Förderung:

  • max. fünf Jahre altes Unternehmen
  • innovative und wachstumsstarke Kleinunternehmen
  • Sitz oder Betriebsstätte in Österreich
  • Für Startups mit mehr als 10 Mitarbeitern: 10 % Wachstum in drei Jahren ab Antragstellung
  • Für Startups mit weniger als 5 Mitarbeitern: Fünf neue Arbeitsplätze schaffen

Wie und wann eingereicht wird:

  • 24 Monate nach oder 6 Monate vor Schaffung des ersten förderungsfähigen Arbeitsplatzes
  • Antrag direkt bei der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft einreichen

Tipp: Unter www.aws.at/foerderungen/aws-lohnnebenkostenfoerderung finden Jungunternehmer einen Online-Check zur Förderwahrscheinlichkeit.

Gibt es spezielle Förderungen in Wien?

Wien gilt als Österreichs Startup-Hotspot. Experten schätzen die gut ausgebildeten Entwickler und den relativ einfachen Zugang zu Förderungen. Außerdem punktet Wien bei Kosten und Infrastruktur Während Tech-Firmen in Berlin teilweise als zu hoch bewertet gelten, ist dies in Wien nicht der Fall.

In der Startup Heatmap für Europa belegt Wien den 10. Platz – kein schlechtes Ergebnis. Die Wirtschaftsagentur Wien ist erste Anlaufstelle für Förderaktivitäten. Auf der Startseite der Webseite kann direkt nach der passenden Förderung gesucht werden – einfach gewünschte Förderung und Bereich eingeben.

Für kleine Unternehmen, Start-ups und Jungunternehmen gibt es z.B. folgende spezielle Förderungen:

  • Call Social Entrepreneurship Vienna: Förderquote von 50 % (max. 100.000 €) für Wiener Jungunternehmer, die gesellschaftliche Herausforderungen mit ihren Produkten lösen.
  • creative_pioneer: Förderquote von 70 % (max. 50.000 €) für Unternehmensgründungen in der Kreativwirtschaft für die Entwicklung kreativer Dienstleistungen, Produkte und Prozesse
  • Geschäftsbelebung: Unterstützt werden Wiener Unternehmen, die leer stehende Geschäftslokale beleben; Förderquote 50 % (max. 15.000 Euro, bei Zusammenlegung von zwei Einheiten 25.000 Euro)
  • Kommunikation & Technologie-Awareness: Unterstützung von Projekten, mit denen die Öffentlichkeit über Forschungsleistungen und neue Technologien informiert werden oder Wiens Image als Tech-Standort verbessern; Förderquote 50 % (max. 50.000 € pro Projekt)
  • Nahversorgung Fokus: Unterstützt werden Wiener Nahversorgungs- und Handwerksbetriebe sowie Unternehmen, die Zielgebiete der Stadtentwicklung beleben. Förderquote 50 % (max. 40.000 € pro Unternehmen)
  • v. a. m

Wie funktioniert die Finanzierung von Start-ups?

Mit einer ausgeklügelten Finanzierung steht und fällt das Startup – frische Ideen brauchen frisches Kapital, um wachsen zu können. Welche Art der Finanzierung gewählt wird, hängt davon ab, wohin die Gründer möchten bzw. welche Vorteile gewünscht und welche Nachteile in Kauf genommen werden. Bei Fragen der Finanzierung empfiehlt es sich außerdem, externe Berater hinzuziehen. Kostenlose Beratung bietet z.B. der Gründerservice der Wirtschaftskammer Österreich.

Häufige Finanzierungsformen für Startups

  • Förderstellen und Fonds
    Wesentlich für die Finanzierung; in Österreich vergibt vor allem der Austria Wirtschaftsservice, der AWS, und die Forschungsförderungsgesellschaft, kurz FFG, Fördergelder. Zudem gibt es noch spezielle Programme in den einzelnen Bundesländern, zum Beispiel Weiter!Bilden. der Steirischen Wirtschaftsförderung.
  • Business Angels
    Allseits beliebt als Investoren sind Business Angels. Die helfenden Engel findet man über das i2 Business Angels Austria, über die Austrian Angel Investors Association oder das Angel Investement Network.
  • Crowdfunding
    Eine weitere Möglichkeit an frisches Geld zu kommen sind Crowdfunding-Plattformen wie CONDA, GREEN ROCKET oder primeCROWD. Hier kommt das benötigte Geld über den Schwarm zusammen, der eine Idee gutheißt – oder auch nicht.
  • Family, Friends & Fools
    Klar, wer soll an mich glauben, wenn nicht Eltern, Geschwister, Tanten und Oma? Ideal, um auch größere Summen zusammenzubekommen und das auch noch für sehr geringe oder gar keinen Zinsen. Auch wenn die Finanzierung durch FFF durchaus üblich ist, sollten sich Gründer genau überlegen, was sie hier auf’s Spiel setzen. Wenn es schief geht, ist unter Umständen nicht nur das Geld weg, sondern es liegt auch die private Beziehung im Sterben. Wer auf FFF zurückgreift, sollte besser nur moderate Geldbeträge annehmen.
  • Venture Capital & Investoren
    „Smart Money“ gibt’s vor allem für junge Tech-Firmen. Der aws Equity Finder bringt Investoren und Firmen zusammen. Bekannte Investoren in Österreich sind Speedinvest, Techinvest, Alps Ventures oder Pioneers Ventures u. ä.

Ist einen Finanzierung nur mit Eigenkapital möglich?

Ja, eine Startup-Gründung ganz ohne Geld von außen wird als Bootstrapping bezeichnet. Wie alles, hat auch diese Finanzierungsform Vor- und Nachteile. Dass Bootstrapper durchaus erfolgreich sein können, beweist ein Name: Mark Zuckerberg.
Vorteile:

  • Gesteigerte Motivation
  • Unternehmen bleibt im Besitz des Gründers
  • Große Entscheidungsfreiheit

Nachteile:

  • Knappe Ressourcen müssen optimal genutzt werden
  • Hohes Risiko für Fehlentscheidungen, da keine Unterstützung von außen

Ist eine Start-up Finanzierung ohne Eigenkapital möglich?

Grundsätzlich ja. Etwas Eigenkapital zu investieren, gibt jedoch sowohl Förderstellen als auch Investoren das Signal: „Ich glaube an meine Idee.“ Gar kein Eigenkapital mitzubringen, ist deshalb nicht unbedingt vorteilhaft.

Laut deutschen Statistiken geben fast die Hälfte der Gründer innerhalb von sechs Jahren auf. Grund dafür ist oftmals eine dünne Kapitaldecke, die vor allem in den ersten Jahren schnell zu einer existenzbedrohenden Situation führen kann. Wer mit hohen Schulden startet steht unter Druck – kommen dann noch Turbulenzen hinzu, reicht der Atem nicht, um die Durststrecke zu überstehen. Laut Statistiken aus Deutschland starten pro Jahr etwa fünf bis acht Prozent der Gründer ganz ohne Eigenkapital und nur mithilfe von Fördermitteln und Krediten ihre Selbständigkeit.

Wo gibt es Co-Working-Spaces für Start-ups?

Die Idee ist geboren, nun braucht es ein Büro, um diese in Ruhe umzusetzen? Um das eigene Business ins Rollen zu bringen, sind Co-Working-Spaces ideal.

Für einen monatlichen Betrag wird ein Schreibtisch in einem Büro gemietet, oft ist auch die Nutzung eines Konferenzraums bzw. von Drucker, Internet etc. bereits in die Miete inkludiert. Ein weiterer großer Vorteil: Co-Working-Spaces sind perfekt, um Netzwerke zu knüpfen. Die günstige Alternative zum Büro ist in Österreich extrem beliebt, vor allem in den Städten.
Neben Co-Working-Spaces gibt es weitere, ähnliche Formen:

  • Office Space: Ganze Büroräume für kleines Geld
  • Popup Space: Limitierte Mietdauer, Mitnutzung (z.B. Ausstellung im Café)
  • Open Space: Offene Flächen für gemeinsame, verschiedene Nutzung
  • Studios und Galerien: Ausstellungsflächen und Ateliers für Kreative

Tipp: Auf sharedspace.at finden Interessierte verschieden Co-Working-Gelegenheiten in ganz Österreich.

Gibt es spezielle Förderungen für wissenschaftlichen Nachwuchs?

Ja, und zwar von verschiedensten Stellen. Erste Anlaufstelle für ForscherInnen und wissenschaftlichen Nachwuchs ist die FFG, die Forschungsförderungsgesellschaft. Um die Chancengleichheit zu fördern, werden gezielte Investitionen in weibliche Forschung getätigt, etwa im Rahmen des Förderschwerpunkts „Talente“.

Einige Förderungsprojekte des FFG im Überblick

  • Förderschwerpunkt Talente: Förderung über den gesamten Karriereverlauf hinweg
  • F & E Projekt Basisprogramm: Förderung von Einzelprojekten von allen Unternehmern aus allen Branchen
  • AplusB-Zentren: professionelle Begleitung von Wissenschaftlern bei Unternehmensgründung
  • Forte – Wirtschaftsimpulse von Frauen in Forschung und Wirtschaft: Förderung naturwissenschaftlicher Forschung und Technologie

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