Firma gründen in Österreich

Der Weg in die Selbständigkeit ist oft gar nicht so einfach. Meistens braucht es einen Geldgeber. Schwierig, besonders seit Basel II. Banken verlangen Sicherheiten. Doch, woher nehmen? Auch liegen bei Existenzgründern keine Jahresabschlüsse als Berechnungsfaktoren für das Risiko vor.

Die meisten Banken fordern zur Kreditvergabe eine mindestens seit drei Jahren bestehende Selbständigkeit. Diese ist bei Existenzgründungen selbstverständlich nicht gegeben. Doch für eine erfolgreiche selbständige Tätigkeit braucht es mehr als einen guten Finanzierungsplan. Ein breites Wissen hat immer Vorteile. Über manche Grundsätze sollte man sich informieren.

Selbständigkeit: Was das heißt

Laut dem Europäischen System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung 1995 (2007) sind Selbständige definiert als Personen, die als alleinige oder gemeinsame Eigentümer eines Unternehmens ohne eigene Rechtspersönlichkeit sind, indem sie arbeiten. (ESVG 1995 11.15)

Im deutschen Gesetzbuch wird Selbstständigkeit im abgrenzenden Vergleich zur abhängigen Beschäftigung definiert.

Existenzgründung in Österreich – systemische Vorgänge

Existenzgründung bedeutet die Gründung eines Unternehmens. Selbständige in Österreich gründen ein Einzelunternehmen. Der Inhaber ist laut Definition eine einzelne natürliche Person. Das Einzelunternehmen lässt sich, rein rechtlich, von der natürlichen Person besitzen oder pachten. Die natürliche Person verwendet den eigenen Namen für die Führung des Unternehmens.

Die natürliche Person schreibt Rechnungen auf ihren Namen. Sie ist verpflichtet, Einkommenssteuer zu zahlen. Die natürliche Person haftet für das Einzelunternehmen mit dem Privatvermögen. In Österreich ist es verpflichtend, das Einzelunternehmen – die natürliche Person – ins Firmenbuch und das Gewerberegister eintragen zu lassen.

Die natürliche Person – ein philosophischer Ausflug

Wenn man das Wort „Person“ aus dem Latein herleitet, bedeutet es vereinfacht zusammengefasst „die Maske des Schauspielers“. Eine natürliche Person ließe sich also als natürliche Maske bezeichnen.

Die juristische Sprache definiert die natürliche Person als Rechtssubjekt. Der Mensch in seiner Rolle als Rechtssubjekt, als Träger von Rechten und Pflichten. Die natürliche Person ist somit ein Mensch in einer Rolle und nicht der Mensch an sich.

Existenzgründungen: Verschiedene Förderungen in Betracht ziehen

Um als Existenzgründer an Geld zu kommen, empfiehlt es sich, eine staatliche Förderung in Anspruch zu nehmen. Diese bedienen verschiedene Zielgruppen. Zu diesen Zielgruppen gehören eben auch Existenzgründer ohne Sicherheiten. Will man eine Förderung beanspruchen, sollte man dafür genügend Zeit einplanen. Anträge werden einer genauen Prüfung unterzogen und gewisse Voraussetzungen müssen gegeben sein. Eine ordentliche Recherche empfiehlt sich. Ein gutes Konzept ist unverzichtbar.

Existenzgründung: Worauf man achten sollte

Die Fragen bezüglich der Unternehmensgestaltung müssen gut überlegt sein. Ein strukturiertes, gut ausgearbeitetes Unternehmenskonzept ist unverzichtbar. Die unternehmerischen Herausforderungen sind ohne Konzept nicht zu bewältigen. Offene Fragen gilt es zu klären. Ein Unternehmensplan und ein Finanzierungsplan bilden eine erfolgsversprechende Basis. Manchmal ist es klug, die Dienste eines Gründungsberaters zu nutzen.

Persönliche Strukturierung – dem Privatleben Platz geben

Wichtig: Genügend Zeit einplanen

Besonders Selbständige mit jungen Unternehmen neigen dazu, das Privatleben zu vernachlässigen. Das führt mit der Zeit zu Problemen. Man sollte gewisse Zeiten für Ruhe, Familie und Freunde einplanen. Ein ruhiger und entspannter Geist arbeitet besser und ist leistungsfähiger.

Wichtig: Die Kritik der Kunden

Junge Selbständige müssen sich bewähren. Wichtig ist, dass man auf das Feedback der Kunden achtet. Man sollte die Kritik ernst nehmen und die genannten Aspekte bedenken.

Den Versicherungsschutz auf die individuellen Bedürfnisse ausrichten

Ebenfalls sollten Selbständige darauf achten, dass sie über einen notwendigen Versicherungsschutz verfügen. Vergleichen ist Pflicht, und die eigenen Bedürfnisse sollte man kennen. Hier lassen sich Online-Dienste nutzen, welche die Versicherungsangebote verschiedener Anbieter miteinander vergleichen.

Die Trennung von privaten und geschäftlichen Transaktionen

Für Selbständige empfiehlt es sich besonders, ein Geschäftskonto einzurichten. Das private Konto sollte separat geführt werden. Eine strukturierte und konsequente Führung der Buchhaltung ist eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Unternehmen.

Sich Zeit lassen

Gerade zu Beginn der Selbständigkeit sollten unnötige Ausgaben vermieden werden. Alles braucht seine Zeit und die muss man sich nehmen und eben geben. Konsequenz und ein strukturiertes Arbeiten fördern eine positive und gewinnbringende Entwicklung.

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