Hypo Sondergesetz : Gibt es einen Einfluss auf die Einlagensicherung?

Am Mittwoch wurde von der österreichischen Regierung ein Sonder-Gesetz verabschiedet, das auf internationaler Ebene Tabus bricht. Insgesamt fast 1,7 Milliarden Euro an Forderungen sollen per Gesetz für erloschen erklärt werden. Durch diesen Schuldenerlass sollen die Gläubiger der Hypo Alpe Adria einen Totalverlust erleiden. Und das, obwohl das Bundesland Kärnten die Anleihen garantiert hat.

Welche Gläubiger betrifft der Schuldenerlass?

In Summe geht es um 890 Millionen Euro, die von verschiedenen Großinvestoren wie Versicherungen oder Pensionsfonds zur Verfügung gestellt wurden.

Allein die Vienna Insurance ist mit rund 50 Millionen Euro beteiligt, die Uniqa würde über 34 Millionen Euro verlieren und die Kärntner Landesholding 45,8 Millionen Euro. Die BayernLB, die ein früheres Eigentum der Hypo Bank war, soll 800 Millionen Euro Sanierungsbeitrag leisten, indem das damalige Partizipationskapitel der BayernLB als Eigenmittel in der Bank belassen wird.angebot-gebuehren-sparen

Reaktionen auf das Hypo-Sondergesetz

Österreich würde mit diesem Sondergesetz zum ersten Mal ein europaweit geltendes Tabu brechen. Entsprechend heftig sind die Reaktionen darauf.

Während die betroffenen Gläubiger und das Land Kärnten klagen werden, hat die Ratingagentur Standard & Poor’s angekündigt, sieben österreichische Bankinstitute in ihrer Bonität abzustufen, da die staatliche Unterstützung allgemein nicht mehr garantiert und die Entscheidung ein Vertrauensbruch sei, durch den auch neue potentielle Investoren abgeschreckt werden.
Quelle: http://orf.at/stories/2233618/

Ist meine Einlagensicherung gefährdet?

Viele Sparer in Österreich haben sich nur deshalb für bestimmte Sparprodukte entschieden, weil ihnen dafür die gesetzliche Einlagensicherung von bis zu 100.000 Euro garantiert wird. Sie verzichten lieber auf bessere Zinsen und setzen dafür auf Sicherheit.

In Zeiten, in denen die Weltwirtschaftskrise noch nicht überstanden ist, ist das Vertrauen in die Banken verloren, will man seine Schäfchen im Trockenen wissen. Das neue Hypo-Sondergesetzt wirkt deshalb für viele wie ein Schlag ins Gesicht. Wenn die Regierung heute ein Gesetz verabschieden kann, durch welches die Gläubiger der Hypo Bank zur Kasse gebeten werden, kann sie dann vielleicht auch morgen die Einlagensicherung abschaffen und mein Geld ist weg?

Bankkunden sind aktuell nicht direkt betroffen

Spareinlagen/Einlagensicherung bleibt weiter

Spareinlagen/Einlagensicherung bleibt weiter

Auch wenn die Kärntner Hypo Alpe Adria Landesbank ihre Schulden durch das neue Gesetz fleißig umverteilt hat, bleiben die Bankkunden davon nicht betroffen.

Zumindest nicht direkt, zahlen doch bereits alle Österreicher indirekt mit niedrigen Zinsen und schlechten Bankkonditionen drauf. Auch die aktuelle Leitzins-Senkung trägt nicht zu einer positiven Entwicklungserwartung der Sparzinsen in Österreich bei. Details zum Hypo Gesetz und den Reaktionen gibt es unter http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/oesterreich/3819708/HypoGesetz_Ausnahme-mit-weitreichenden-Folgen?_vl_backlink=/home/index.do zum Nachlesen.

Das eigene Geld ist aber weiterhin bis zu einer Einlage von 100.000 Euro gesichert. Die Regierung wird sich auch davor hüten, ein entsprechend anderes Gesetz zu verabschieden, da wir als österreichische Bürger fleißig daran beteiligt sind, die Schulden der Hypo-Bank zu begleichen, und kein Hund beißt bekanntlich die Hand, die ihn noch füttert.

Auch Kleinanleger betroffen

Glaubt man der Erklärung des österreichischen Finanzministers Michael Spindelegger, dass das Gesetz deshalb verabschiedet wurde, damit nicht nur die Steuerzahler die Rechnung für die Hypo bezahlen müssen, können wir beruhigt sein.

Dass das Land trotz Garantie für die Anleihen nun doch die Gläubiger zur Kasse bitten will, hinterlässt aber nicht nur bei den betroffenen Großinvestoren, sondern auch bei den Kleinanlegern einen bitteren Nachgeschmack, der zu denken gibt.

Deine Meinung ist uns wichtig

*