Die Kinderbeihilfe in Österreich – eine wichtige Stütze für Familien

Die Kinder- oder Familienbeihilfe stellt für die meisten Familien in Österreich eine wesentliche finanzielle Stütze da. Erstmals entstand die Idee der Kinderbeihilfe im Jahre 1955, als das Familienlastenausgleichsgesetz erlassen wurde.

Der Name dieses Gesetzes spiegelt gleichzeitig den Sinn dieser Beihilfe wider. Wer sich für eine Familie entscheidet ist zwangsweise einer finanziellen Mehrbelastung ausgesetzt.

Da eine Gesellschaft ohne Nachwuchs jedoch aussterben würde, stellt die Entscheidung für Kinder etwas dar, das vom Staat gefördert werden sollte. Dieser versucht deshalb, die finanzielle Mehrbelastung durch die Kinderbeihilfe wieder auszugleichen.

Monatliche Auszahlung ab September 2014

Eine wichtige Änderung bei der Familienbeihilfe (umgangssprachlich Kinderbeihilfe) ist im Jahr 2014 bzw. im September erfolgt. Wer sich aktuell wundert, warum die Summe geringer ist : Die Auszahlung der Kinderbeihilfe erfolgt ab sofort monatlich.

ies ist im Bezug auf die Gesamtsumme im Jahr keine Änderung – Allerdings ist es wichtig, hier eventuell über Gewohnheiten beim Ausgeben/Planen der Kinderbeihilfe zu achten und darauf zu achten, das sich auch mit der monatlichen Auszahlung alles gut und sinnvoll ausgeht – Im Interesse der Kinder.

Höhe der Kinderbeihilfe in Österreich

Grundsätzlich beträgt die Familienbeihilfe 109,70 Euro pro Kind und erhöht sich automatisch, wenn bestimmte Altersgrenzen überschritten werden.

Zusätzlich zur Kinderbeihilfe wird außerdem der Kinderabsetzbetrag von 58,40 Euro pro Kind und Monat automatisch ausbezahlt. Es handelt sich hierbei nicht um eine direkte Beihilfe, sondern um eine Negativsteuer, die der jeweilige Elternteil wieder zurückbekommt.

aktuelle-auszahlungen-kinderbeihilfe-oesterreichQuelle: http://www.eltern-forum.at/ratgeber-news/kinderbeihilfe-in-oesterreich/

Wer bekommt Kinderbeihilfe?

Anspruch auf Familienbeihilfe haben grundsätzlich die Eltern. Hierbei wird im Gegensatz zu den meisten anderen Beihilfen das Einkommen derselben unberücksichtigt gelassen. Grundvoraussetzung ist allerdings, dass sich der ständige Aufenthalt in Österreich befindet. Außerdem muss das Kind mit den Eltern im gemeinsamen Haushalt leben.

Sind die Kinder aus dem Haushalt ausgezogen, besteht weiterhin der Anspruch auf Familienbeihilfe, wenn die Eltern den überwiegenden Unterhalt der Kinder bestreiten. Unter den Elternbegriff fallen grundsätzlich auch Groß-, Stief-, Adoptiv- und Pflegeeltern.

Falls das Kind bei keinem Elternteil wohnt, besteht außerdem die Möglichkeit für Personen, die die überwiegenden Unterhaltskosten für das Kind tragen, den Anspruch auf Familienbeihilfe geltend zu machen.

Auf die Kinder bezogene Voraussetzungen

Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres besteht für Kinder ohne weitere Voraussetzung der Anspruch der Eltern auf Familienbeihilfe.
Danach kann für Kinder in Ausbildung noch bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres Familienbeihilfe bezogen werden.
Dies kann bis zum 25. Lebensjahr verlängert werden, wenn das Kind ein Studium von mindestens 10 Semestern betreibt, wenn das Studium im Kalenderjahr, in dem das Kind das 19. Lebensjahr vollendet hat, begonnen wurde. Hierfür muss allerdings die Mindeststudienzeit eingehalten worden sein.

Eine Verlängerung ist ebenso bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres möglich, wenn eine freiwillige Hilfstätigkeit bei einem gemeinnützigen Träger der freien Wohlfahrt mit Einsatzstelle im Inland absolviert wurde.
Kein Anspruch auf Familienbeihilfe besteht allgemein während der Absolvierung des Präsenz-, Zivil- oder Ausbildungsdienstes.

Welcher Elternteil hat Anspruch auf Familienbeihilfe?

Wenn beide Eltern mit dem Kind im gemeinsamen Haushalt leben, hat der haushaltsführende Elternteil den Anspruch auf Familienbeihilfe. Hierbei besteht immer noch die gesetzliche Vermutung, dass das die Mutter ist.Diese Vermutung kann allerdings auch widerlegt werden.

Kann das Kind selbst die Kinderbeihilfe beanspruchen?
Ausnahmsweise kann auch das Kind selbst die Familienbeihilfe erhalten. Dies ist dann der Fall, wenn das Kind Vollweise ist oder auch wenn die Eltern trotz Unterhaltsverpflichtung keinen Unterhalt leisten.

Besondere Voraussetzungen betreffend Studenten
Eltern haben für ein studierendes Kind dann Anspruch auf Familienbeihilfe, wenn vom Studenten die gesetzliche Mindeststudiendauer plus ein Toleranzsemester pro Studienabschnitt bzw. die gesetzliche Mindeststudiendauer plus ein Studienjahr, wenn das Studium nicht in Abschnitte gegliedert ist, eingehalten werden.

Die Studiendauer kann überschritten werden, wenn eine vollständige Studienbehinderung durch ein unvorhergesehenes oder unabwendbares Ereignis (wie zum Beispiel eine Krankheit) bewirkt wurde oder ein Auslandsstudium absolviert wurde. Hierbei ist bei einer Zeitdauer von mindestens drei Monaten eine Verlängerung der Studienzeit um ein Semester möglich.

Der Ablauf der Studienzeit wird außerdem während des Mutterschutzes bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres des Kindes gehemmt.

Einkünfte des Kindes
Wenn das Kind das 18. Lebensjahr bereits vollendet hat und ein Gesamteinkommen von über 10.000 Euro pro Jahr hat, fällt der Anspruch auf Familienbeihilfe weg.

 

Schulstartgeld
Für Kinder im Alter von 6 bis 15 wird jeweils im September Schulstartgeld in der Höhe von 100 Euro pro Kind ausbezahlt. Dies erfolgt automatisch, und es ist kein gesonderter Antrag notwendig.

Zuschlag für Kinder mit Behinderung

Ist ein Kind erheblich behindert, so werden zusätzliche 138,30 Euro monatlich ausbezahlt.

Mehrkinderzuschlag
Wenn das zu versteuernde Familieneinkommen eine bestimmte Höhe nicht übersteigt, so besteht für jedes dritte und weitere Kind zusätzlich zur Familienbeihilfe ein Mehrkinderzuschlag in Höhe von 20 Euro pro Monat.

Die jährlich nicht zu überschreitende Einkommensgrenze beträgt momentan 55.000 Euro.

Antragstellung
Um die Familienbeihilfe und den Mehrkinderzuschlag ausbezahlt zu bekommen, bedarf es einer dementsprechenden Antragstellung. Dies ist mittlerweile über Finanzonline (www.bmf.gv.at ) auch online möglich und erspart den mühsamen Gang zum Amt. Auf der Seite des Bundesministeriums für Finanzen finden sich auch die Formulare, die ausgefüllt werden müssen.

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass die Familienbeihilfe auch rückwirkend gewährt werden kann. Dies gilt allerdings höchstens für fünf Jahre ab dem Monat der Antragstellung.
Die Auszahlung der Familienbeihilfe erfolgt dann durch Überweisung auf das bei Antragstellung angegebene Bankkonto. Bezahlt wird alle zwei Monate, jeweils für einen Monat im Voraus.

Deine Meinung ist uns wichtig

*