Lohnsteuertabelle 2014 – Lohnsteuer in Österreich

In Österreich wird auf das Einkommen aller natürlichen Personen die Einkommenssteuer erhoben. Die Einkommenssteuer gilt als gemeinschaftliche Bundesabgabe und fließt im Rahmen des Finanzausgleichs Bund, Ländern und Gemeinden zu.

Die Einkommenssteuer basiert historisch in Österreich auf dem Einkommenssteuergesetz des Deutschen Reiches, welches 1938 hier eingeführt, inzwischen aber bereits mehrfach überarbeitet und novelliert wurde. An dieser Stelle finden Sie Infos zur Lohnsteuertabelle 2014 in Österreich sowie steuer-relevante Einkünfte.

Die steuerrelevanten Einkunftsarten in Österreich

Auch 2014 setzt sich die Einkommenssteuer aus den Abgaben einer natürlichen Person zusammen, sofern sie eine oder mehrere der nachfolgend genannten 7 Einkunftsarten erzielt:

  • 1.) Einnahmen aus Land- und Forstwirtschaft,
  • 2.) Einnahmen aus selbständiger Arbeit,
  • 3.) Einnahmen aus einem Gewerbebetrieb,
  • 4.) Einnahmen aus nicht selbständiger Arbeit (als Angestellte, als Arbeiter oder als Pensionisten),
  • 5.) Einnahmen aus Kapitalvermögen, sofern sie nicht bereits durch die Kapitalertragssteuer endbesteuert werden),
  • 6.) Einnahmen aus Vermietung oder Verpachtung,
  • 7.) sonstige Einnahmen (Leibrenten, Spekulationsgewinne, Funktionsgebühren, Provisionen und Tantiemen).

Die Steuersätze auf Einkommen in Österreich für das Jahr 2014

Seit der Steuerreform des Jahres 2009, gelten in Österreich 4 Steuertarife in Bezug auf die Einkommenssteuer, beziehungsweise 3 Progressionszonen:

  • 1.) Einkünfte von 0 bis 11.000 Euro pro Jahr: 0,00 % Einkommenssteuer
  • 2.) Einkünfte von 11.000 bis 25.000 Euro pro Jahr: 36,50 % Einkommenssteuer
  • 3.) Einkünfte von 25.000 bis 60.000 Euro pro Jahr: 43,2143 % Einkommenssteuer
  • 4.) Einkünfte über 60.000 Euro pro Jahr: 50,00 % Einkommenssteuer.

Die Errechnung des zu versteuernden Einkommens (zvE)

Um das zu versteuernde Einkommen eines Steuerpflichtigen zu ermitteln, wird zunächst die Summe der jährlichen Einnahmen aus den genannten 7 Einkunftsarten gebildet. Diese Summe wird einer der 4 angeführten Tarifzonen zugeordnet. Der zu entrichtende Steuerbetrag (StB) wird schließlich errechnet, indem von der Summe der Einnahmen jeweils individuelle Absetzbeträge abgezogen werden. Für jede der 4 genannten Tarifzonen ergibt sich eine separate Formel, nach der der jeweilig relevante Steuerbetrag errechnet wird.

Von 0 bis 11.000 Euro Jahreseinnahmen fallen keine Einkommenssteuern an.

  • Stufe 1: die Jahreseinnahmen betragen 11.001 bis 25.000 Euro
    Steuerbetrag = zu versteuerndes Einkommen – 11.000 / 14.000 x 5.110
  • Stufe 2: die Jahresseinnahmen betragen 25.001 bis 60.000 Euro
    Steuerbetrag = zu versteuerndes Einkommen – 25.000 / 35.000 x 15.125 + 5.110
  • Stufe 3: die Jahreseinnahmen betragen mehr als 60.001 Euro
    Steuerbetrag = (zu versteuerndes Einkommen – 60.000) x 0,5 + 20.235

Tipps und Hinweise zur Lohnsteuer 2014

  • Die Behandlung von jährlichen Sonderzahlungen

Sonderzahlungen – Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld

Nach § 67 des österreichischen Einkommenssteuergesetzes gelten Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie jährlich wiederkehrende Prämien, als sogenannte Sonderzahlungen im Sinne des Einkommenssteuergesetzes. Hierbei gilt es zu beachten, dass jeweils die ersten 620 Euro davon pro Jahr steuerfrei sind. Alle darüber hinaus gehenden Beträge an Sonderzahlungen, werden jeweils mit bis zu einem Sechstel der jährlichen lohnsteuerrelevanten Bruttolohnbezüge besteuert.

  • Die Behandlung von jährlichen Kapitalerträgen

Werden in- und ausländische Kapitalerträge bereits durch die Banken mit der 25 %-igen Abgeltungssteuer belegt, so gelten sie als bereits endbesteuert und zählen nicht unter Punkt 5 derjenigen Einkunftsarten, die eine Einkommenssteuerpflicht gemäß Einkommenssteuergesetz begründen, da ansonsten eine Doppelbesteuerung vorliegen würde. Dividenden, als Kapitalerträge, ob aus in- oder ausländischen Quellen bezogen, können auf Antrag des Steuerpflichtigen außerdem nur mit dem halben Steuersatz, im Rahmen des sogenannten Halbsatzverfahrens, besteuert werden.

Die Individualbesteuerung ersetzt die Familienbesteuerung

Seit der Steuerreform des Jahres 1973 ersetzt in Österreich die Individualbesteuerung die Familienbesteuerung. Hierbei wird das Einkommen jeder natürlichen Person innerhalb der Familie separat besteuert. Die sogenannte Veranlagungsgemeinschaft existiert seit 1973 nicht mehr.

Lohnsteuerausgleich - Geld zurück erhalten

Lohnsteuerausgleich – Geld zurück erhalten

Für die Errechnung der jeweiligen Einkommenssteuerlast im Wege der Individualbesteuerung ist es unerheblich, ob beide Ehepartner steuerpflichtige Einkommen erzielen oder nicht. Dennoch gibt es auch weiterhin familienbezogene Absetzbeträge, die die Steuerlast mindern und auch noch individuelle Absetzbeträge.

Letztere sind beispielsweise der Alleinverdienerabsetzbetrag, der Alleinerzieherabsetzbetrag und die Kinderabsetzbeträge sowie der Unterhaltsabsetzbetrag.

Der Alleinverdienerabsetzbetrag macht bei einem Kind 494 Euro pro Jahr aus, bei zwei Kindern hingegen 669 Euro. Für jedes weitere Kind erhöht sich der jährliche Absetzbetrag um jeweils 220 Euro. Der Alleinerziehungsabsetzbetrag von Alleinerziehenden entspricht dem Alleinverdienerabsetzbetrag in der Höhe und im Berechnungsmodus.

Der Unterhaltsabsetzbetrag steht dem unterhaltspflichtigen Elternteil zu, der von Kind und Ehepartner getrennt lebt. Er umfasst 29,20 Euro pro Kind und Monat. Der zusätzliche Kinderabsetzbetrag beträgt pro Kind und Monat noch einmal 58,40 Euro.

Verkehrsabsetzbeträge und Spenden – Welche Kosten kann man bei der Lohnsteuer absetzen?

Bei der Ermittlung des Steuerbetrages in Österreich, sind außerdem die sogenannten Verkehrsabsetzbeträge und Spenden zu berücksichtigen, sofern sie anfallen. Der Verkehrsabsetzbetrag bezieht sich dabei auf die Fahrtkosten von Angestellten und Arbeitern.

Fahrtkosten, die für eine Entfernung von bis zu 20 km zwischen Wohnung und Arbeitsstätte anfallen, werden bei Angestellten und Arbeitern im Rahmen des Verkehrsabsetzbetrages pauschal erfasst und steuerlich berücksichtigt. Fahrtkosten, die über diese Entfernungspauschale hinaus gehen, sind in der Regel abzugsfähig und mindern den Steuerbetrag zusätzlich.

Spendenliste beachten – Absetzbare Spenden in Österreich

Dies gilt auch für Spenden an gemeinnützige Organisationen. Der Steuerpflichtige sollte jedoch in diesem Fall die alljährlich vom österreichischen Finanzministerium veröffentlichte Liste einsehen. Diese enthält nämlich ein Verzeichnis derjenigen Organisationen, die von den österreichischen Finanzbehörden als gemeinnützig anerkannt werden. Steht der Spendenempfänger unter den als gemeinnützig anerkannten Organisationen, so kann der Steuerschuldner bis zu 10 % seines steuerpflichtigen Vorjahreseinkommens vom zu versteuernden Einkommen, das die Grundlage des zu entrichtenden Steuerbetrages bildet, abziehen.

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