Mietpreise und Mietpreiserhöhung: Mieten in Wien steigen

Das Wohnen in der Bundeshauptstadt Wien wird wieder eine Spur teurer. Experten gehen von einer Mietpreiserhöhung von 2 Prozent bis 2,5 Prozent aus – auch Eigentumswohnungen steigen im Preis. Diese werden um rund 3 Prozent bis 5 Prozent teurer.

Der Grund für die stetige Preissteigerung ist die hohe Nachfrage. Zu diesem Entschluss kamen auch die Buwog sowie der Immobiliendienstleister EHL. Beide präsentierten letzten Dienstag den neuen Bericht zur Wohnungsmarktsituation.

Hohe Nachfrage nach Mietwohnungen in Wien treibt den Preis

Ein weiterer Grund ist der Bevölkerungsanstieg. Aber auch die Nachfrage für kleinere Ein- oder Zweipersonenwohnungen ist ungebrochen. Zwischen den Jahren 2011 und 2050 erlebt Wien eine Haushaltszunahme von 26,3 Prozent.

Der Wohnungsmarktbericht legt offen, dass jedoch der große Bevölkerungsanstieg nur eine signifikante Ausweitung des Wohnungsmarktes brachte. Bereits im Jahr 2015 entsteht eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. Die erste Entlastung folgt erst mit dem neuen Stadtviertel am Hauptbahnhof und der Seestadt Aspern im Jahr 2016.

Altmieten bleiben bestehen

    Wer nun Angst vor einer erheblichen Mieterhöhung hat, kann beruhigt sein. Die höheren Mietpreise treten im Regelfall erst bei Neuvermietungen in Kraft – bestehende Mieten sind – so der Bericht – gut geschützt. Das bedeutet, dass die Spanne zwischen den Bestandsmieten und den Abschlussmieten größer wird.

Rund Dreiviertel des Wiener Wohnungsbestandes entfällt auf öffentliche, mietbeschränkte oder gemeinnützige Wohnungen. Diese Kosten liegen weit unter dem Marktpreis. Wer jedoch derzeit in Wien eine neue Wohnung bezieht, kann mit dem dreifachen Preis der bestehenden Miete rechnen. Der Geschäftsführer der EHL, Michael Ehlmaier, führt aus, dass der erhebliche Schutz der bereits bestehenden Mieten ein weiterer Grund ist, warum bei Neuvermietungen der Preis eklatant hoch ist. „Die neuen Mieter zahlen die Zeche“.

Innere Stadt und Döbling sind die Spitzenreiter

Andreas Holler, Mitarbeiter der Buwog, erkennt in dem Bericht auch, dass Wien ein klassischer „Verkäufermarkt“ ist. Bereits vor der Bauzeit werden so viele Wohnungen wie nie zuvor verkauft. Spitzenreiter ist der 1. Wiener Gemeindebezirk – die Innere Stadt.

Der Quadratmeter liegt derzeit bei 16.500 Euro. Mit 5.600 Euro pro Quadratmeter liegt der 19. Wiener Gemeindebezirk Döbling. Dahinter folgt der 8. Wiener Gemeindebezirk (Josefstadt) mit 5.100 Euro pro Quadratmeter und der 7. Wiener Gemeindebezirk (Neubau) mit 5.050 Euro pro Quadratmeter.

Der 18. Wiener Gemeindebezirk (Währing) liegt derzeit mit 5.000 Euro pro Quadratmeter auf Platz 5. Bei den Mietwohnungen verhält sich die Aufteilung ähnlich. Der Alsergrund und die Josefstadt sind mit 12,60 Euro pro Quadratmeter der Spitzenreiter. 12,50 Euro pro Quadratmeter bezahlt der Mieter in Döbling und in Neubau. Zahlen für die Innere Stadt gibt es nicht. Fakt ist – auch hier bestimmt die Nachfrage das Angebot. Vor allem der 13., 18. und 19. Wiener Gemeindebezirk erleben hohe Nachfragen – und somit teure Quadratmeterpreise.

 

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