Mitarbeiter einstellen – Kosten & Tipps für Firmengründer

Am Anfang des unternehmerischen Lebens steht oft sehr viel Energie, Tatendrang und Zeit. Man versucht, alle Aufgaben möglichst selbst und rasch zu erledigen, um Kosten zu sparen.

Mit wachsenden Aufgaben ist es jedoch nicht immer sinnvoll, alleine zu bleiben, und man sollte sich als Gründer bzw. Jungunternehmer überlegen, ob und in welcher Form es sinnvoll ist, sich Unterstützung durch Mitarbeiter zu suchen.

Wann sollte man Mitarbeiter einstellen?

  • Wenn man genaue Aufgaben definieren kann
  • Wenn die Kosten-Kalkulation intern dies ermöglicht
  • Wenn man das Unternehmen voranbringen möchte

Tipp: Nehmen Sie sich die Zeit in der Mitarbeiterauswahl. Der erstbeste Mitarbeiter hat oft weder für das Unternehmen noch für den Mitarbeiter großes Potential, etwas zu erreichen. Das langfristige Ziel sollte ein leistungsfähiges Team sein, dass gemeinsam den Gründer in der Ausführung der wichtigsten Aufgaben unterstützen kann. Auch die Wahl des Dienstverhältnisses/den Umfang der Anstellung sollte man sich vorab genau überlegen.

Wichtig: Motivation und Weitblick

Wichtig: Motivation und Weitblick

Wann gilt ein Mitarbeiter als Dienstnehmer laut Gesetz?

Laut den gesetzlichen Regelungen in Österreich gilt ein Arbeitnehmer als Person, die sich verpflichtet (durch einen Dienst- oder Arbeitsvertrag) Leistungen für die Firma/den Arbeitgeber zu erbringen. Hierbei ist die Beschäftigungsform nicht wichtig, die Einteilung erfolgt beispielsweise in Lehrlinge, geringfügige Beschäftigte, Arbeiter sowie Angestellte der Firma.

Wie muss ein Arbeitsvertrag geschlossen werden?

Hierbei gibt es keine Formvergabe – Aus Interesse der beiderseitigen Sicherheit ist es jedoch sinnvoll, einen schriftlichen Arbeitsvertrag aufzusetzen und hierbei die Tätigkeiten sowie die Bezahlung hierfür genau zu vereinbaren. Schriftlich notwendig ist ein Vertrag beispielsweise bei der Beschäftigung von einem Lehrling und die Zustimmung vom gesetzlichen Vertreter.

Wichtig: Sozialversicherungs-Gesetz in Österreich beachten

Wenn die Geringfügigkeitsgrenze (im Jahr 2014 ca 400 Euro) beim Gehalt überschritten wird, ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Unfallversicherung und Krankenversicherung zu bezahlen. Auch eine Anmeldung beim jeweiligen Versicherungsvertreter muss durchgeführt werden.

Wichtig: Um die Höhe der Lohnnebenkosten korrekt einzuschätzen, sollte man sich diese vor Einstellung von Mitarbeitern durchsehen und mit den aktuellen Einnahmen gegenüberstellen. Die Lohnsteuer muss hierbei an das Finanzamt bezahlt werden.

Tipp: Wo finde ich passende Mitarbeiter?

Um für das eigene Unternehmen passende Arbeitnehmer zu erhalten ist eine erste Möglichkeit, sich im Bekannten und Freundeskreis umzuhören. Auch wenn die Einstellung von Bekannten Risiken bietet – Wen hier eine gute Basis herscht und durch entsprechend klare Vereinbarungen abgesichert ist, kann dies sinnvoll sein. Natürlich kann man hier auch die Information verbreiten, dass man passende Mitarbeiter sucht und so nach bestimmten Fähigkeiten suchen.

Auch durch einen Aushang auf einer Universität bzw. einer Schule kann man je nach gewünschten Voraussetzungen kostenlos entsprechende Mitarbeiter finden.

Wie hoch sind die Kosten für das Einstellen von Mitarbeitern?

Um die Kosten vorab richtig einzuschätzen und in die Jahresplanung aufzunehmen, kann man beispielsweise einen Brutto-Netto Rechner nutzen und sich über das Thema Lohnsteuer und Sozialversicherung bei der GKK oder beim Finanzamt informieren. Auch ein Termin bei der WKO ist möglich – Diese können auch entsprechend beraten, worauf es vorab zu achten gilt.

Wichtig: Achten Sie auf einen fairen Netto-Lohn, bei dem Sie jedoch die Arbeitsleistung auch sinnvoll verkaufen können, so dass Sie als Firma/Gründer noch Gewinn durch die Tätigkeit haben. Nur so können Sie ihr Unternehmen langfristig voranbringen.

Erster Mitarbeiter: Nutzen Sie die Lohnnebenkostenförderung

Um noch schneller durchstarten zu können, gibt es die Möglichkeit, für das Schaffen des ersten Arbeitsplatzes einen Zuschuss zum Lohn zu erhalten in Form der EPU Förderung. Dieses Vorteilspaket wird für Ein Personen Unternehmen angeboten –  Die Förderhöhe liegt bei 12 % des Bruttolohns und wird 12 mal im Jahr bezahlt. Maximal wird die Förderung für das erste Jahr bezahlt – Dies lohnt sich aber, um durchstarten zu können.

  • Wichtig: Lehrlinge, freie Dienstnehmer, Werksvertragsnehmer, neue Selbständige, Verwandte bis zum 2ten Grad, Ehegatten, Eltern, Großeltern sind NICHT förderbar!

Auch Mitarbeiter, die geringfügig angestellt sind können hierbei nicht gefördert werden. Details gibt es unter https://www.wko.at/Content.Node/Interessenvertretung/EPU/ersterMitarbeiter/Erster_Mitarbeiter_Nutzen_Sie_die_Lohnnebenkostenfoerderun.html mit einem Überblick über die häufigsten Fragen zur EPU Förderung für den ersten Mitarbeiter ihres Unternehmens.

Worauf muss man bei der Mitarbeiter-Kündigung achten?

Das Dienstverhältnis kann durch eine Kündigung, die einvernehmliche Auflösung, den Austritt des Mitarbeiters oder eine Entlassung erfolgen. Hierbei ist es jedoch wichtig, die jeweiligen Kündigungsfristen zu beachten. Im Falle eines Falles sollten Sie mit ihrem Rechtsanwalt oder einem Experten für Arbeitsrecht Rücksprache halten. Auch bei einer Entlassung muss ein wesentlicher Grund für diese vorliegen – In diesem Fall entfällt jedoch die gesetzliche Kündigungsfrist.

Beschäftigungspflicht laut Behinderteneinstellungsgesetz

Wichtig: In Österreich gilt für ArbeitgeberInnen bei der Beschäftigung von mehr als 25 Personen die Beschäftigungspflicht von einer begünstigten Person mit Behinderung. Sollte diese Regelung missachtet werden, ist eine Ausgleichstaxe zu bezahlen. Wichtig: Ein Nachweis für die Behinderung bzw die Begünstigung ist zu erbringen. Details zur der Regelung und der Höhe der Ausgleichstaxe (a2014 244 Euro pro Monat) sind auf https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/124/Seite.1240900.html nachzulesen.

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