Österreich: Steigende Mietpreise und höchste Inflation der EU im Mai

Ein Zimmer in einer WG in Innsbruck für 500 Euro, eine kleine 1-Zimmer-Wohnung in Salzburg für 620 Euro, eine Familienwohnung für 1.200 Euro – von günstigem Wohnen ist Österreich längst weit entfernt.

In vielen Familien müssen beide Elternteile arbeiten gehen, damit sie sich eine anständige Wohnung leisten können. Jetzt wurden die Mietpreise erneut angehoben. Da fragen sich viele Mieter: „Wie lange wird das Wohnen noch leistbar sein?“.

Weitere Preiserhöhungen in Österreich

Das Ansteigen der Mieten ist leider nicht die einzige Preiserhöhung in Österreich. Im Mai 2014 wies das Land die höchste Inflation in der gesamten EU auf, die Mietpreise sind dabei nur die Spitze des Eisberges. Die Inflationsrate stieg von 1,7 auf 1,8 %.

Weniger Geld für ÖstereicherInnen

Gemeinsam mit den Steuererhöhungen, die im März eingeführt wurden, führt dies dazu, dass den Österreichern unterm Strich weniger Geld zur Verfügung steht. Da ist es umso prekärer, dass die Wohnungspreise weiterhin schier ungebremst in die Höhe schnellen. Im Schnitt sind die Wohnungsmieten in Österreich um 3,6 % höher als im Vergleich zu 2013, das ist doppelt so viel wie der Verbraucherpreisindex. Auch die Instandhaltung der Wohnungen ist mit einem Plus von 2,2 % empfindlich teurer geworden.

Hohe Mietpreise

Hohe Mietpreise

Stadtflucht als Alternative?

Viele Österreicher, vor allem Familien mit Kindern, können sich das Wohnen in der Stadt nicht leisten. Die Nachfrage ist wesentlich größer als das Angebot, weshalb die Preise für das Kaufen und Mieten konstant steigen. Eine Wohnung in der Stadt bleibt zwar weiterhin sehr attraktiv, viele Menschen müssen aber aus Kostengründen an den Stadtrand oder aufs Land ausweichen. Vor allem die ländlichen Regionen in Bundesländern im Westen sind im Vergleich zu den großen österreichischen Ballungsräumen entschieden günstiger.

 

Kürzung der Sonderwohnbaumittel

Eine Entspannung bei den Mietpreisen ist in naher Zukunft jedenfalls nicht in Sicht. Die Regierung hat zwar Maßnahmen in Bezug auf das leistbare Wohnen angekündigt, doch das war vor der Wahl.

Jetzt, nach der Wahl, wurden die Sonderwohnbaumittel für 2015 bis 2018 von 276 auf 180 Millionen Euro gekürzt. Stattdessen soll wieder der österreichische Steuerzahler für den Ausgleich sorgen, indem der bei Wohnbauanleihen geltende Gewinnfreibetrag abgeschafft werden könnte.

Das würde immerhin 300 Euro mehr für den Wohnbau bringen. Allerdings würden die Anleihen dadurch für den Geldgeber an Attraktivität verlieren und er würde sich eventuell auf andere Formen der Geldanlage konzentrieren. Das hätte wiederum zur Folge, dass das Geld, das den Banken durch Wohnbauanleihen für Kredite zur Verfügung steht, fehlt. Und damit würde sich der Kreislauf wieder schließen und das Bauen wäre keine auf Dauer günstige Alternative zum Mieten mehr.
Fest steht, dass dringend etwas getan werden muss, damit das Wohnen wieder leistbar wird und die Mieten zumindest wesentlich langsamer steigen. Die Teuerungen auf allen Ebenen entsprechen nicht den Entwicklungen bei den Löhnen, weshalb am Ende des Monats immer weniger Erspartes in der Tasche bleibt.

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