Pflegegeld 2017 in Österreich – Anspruch, Höhe, Pflegestufen

Aktuell liegt der Bedarf für konstante Pflege in Österreich bei ca 440.000 Personen.

Das Thema Pflegebedürftigkeit sowie Pflegeld und Förderungen bzw Unterstützungen im Bereich Pflege sind somit in Österreich zentraler geworden. In Österreich gibt es ein zentrales System für die Pflegevorsorge – Gestützt durch das Bundespflegegeldgesetz.

Das Pflegegeld 2017 in Österreich ist als Unterstützung zur Organisation der Pflege nach den eigenen Bedürfnissen gedacht und gilt als zweckgebundene Leistung um Mehraufwendungen durch die Pflege abzudecken.

Pflegegeld Rechner 2017 für Österreich

Welches Ziel hat das Pflegeld in Österreich?

Diese Unterstützung ermöglicht es, pflegebedürftigen Menschen ein größeres Maß an Unabhängigkeit zu gewähren und wen möglich einen längeren Verbleib zu Hause (in der gewohnten Umgebung) finanziell zu Unterstützung. Das Pflegegeld stellt hierbei keine Einkommenserhöhung da und gilt als pauschalierter Beitrag zu den Kosten für die erforderliche Pflege. Auch die Tabelle über die Pflegestufen in Österreich informiert über das Geld – Einfach im Ratgeber informieren! Die aktuelle Pflegeld Höhe 2017 hat sich gegenüber 2016 etwas erhöht.

Welche Voraussetzungen bestehen für das Pflegegeld?

Um einen Anspruch auf die Auszahlung des Geldes zu haben, sind bestimmte Voraussetzungen notwendig – Diese werden vorab auch geprüft. Das Pflegeld bzw die Höhe wird je nach Pflegebedarf und Ursache für die Pflege-Bedürftigkeit in sieben Stufen festgelegt.

  • ständiger Hilfsbedarf und Betreuungsbedarf aufgrund einer geistigen, körperlichen oder psychischen Behinderung bzw Sinnesbehinderung; voraussichtliche Dauer Minium 6 Monate
  • ständiger Bedarf an Pflege von mehr als 60 Stunden monatlich
  • gewöhnlicher Aufenthalt in Österreich – Je nach Voraussetzung kann eine Gewährung des Geldes jedoch auch im EWR Raum erfolgen

Wann ist der Pflegebedarf gegeben?

Dieser Bedarf ist dann gegeben (im Sinne der Gesetze) wenn bei Maßnahmen für die Betreuung und auch bei Hilfsverrichtungen im persönlichen Bereich, wie Kochen, Einnahme von Medikamenten, Körperpflege oder Fortbewegung in der Wohnung Unterstützung notwendig ist. Hilfsverrichtungen betreffen hingegen den sachlichen Lebensbereich.

Wie erfolgt die Beurteilung des Pflegebedarfs?

  • Um diesen Bedarf sinnvoll zu beurteilen, werden fünf Hilfsverrichtungen berücksichtig:
  • Das Herbeischaffen von Medikamenten, Nahrungsmitteln und Bedarfsgütern
  • die Reinigung der Wohnumgebung sowie persönlicher Gebrauchsgegenstände
  • die Pflege/Reinigung der Bettwäsche/Leibwäsche
  • Das Heizen des Wohnraumes (inklusive Herbeischaffung von Heiz-Material)
  • die Mobilitätshilfe/Begleitung bei Amtswegen oder Besuchen beim Arzt

Im Rahmen der Beurteilung für den Pflegebedarf werden hier Zeitwerte berücksichtigt und zu einer Gesamt-Beurteilung zusammengefasst. Zusätzlich ist ein Erschwerniszuschlag geltend zu machen, wenn pflege-erschwerende Faktoren eintreten.

  • Pauschaler Erschwerniszuschlag bei schwerer geistiger/psychischer Behinderung – 25 Stunden pro Monat. Faktoren: Defizite im Denken, Umsetzung von Handlungen, emotionale Kontrolle
  • Erschwerniszuschlag bei Kindern: Bei 2 schweren Funktionsstörungen, bis zum 7. Lebensjahr monatlich 50 Stunden, bis zum vollendeten 15. Lebensjahr 75 Stunden pro Monat

Wenn eine Pflege/Blindenzulage oder eine erhöhte Familienbeihilfe bei erheblich behinderten Kinder ausgezahlt werden, erfolgt hierbei eine Anrechnung dieser Leistungen auf das Pflegeld.

nursing home

Wann erfolgt eine fixe Zuordnung zu einer Pflegestufe?

Bei bestimmten Gruppen von Personen wird ein weitgehend gleichartiger Pflegebedarf angenommen, daher erfolgt hierbei eine fixe Zuordnung zu den Pflegegeld Stufen. Die Entscheidung zur Zuordnung wird durch ein Sachverständigengutachten im Rahmen eines Hausbesuches (durch Arzt/Ärtzin) oder einer diplomierten Pflegefachkraft durchgeführt.

Auch pflegende Angehörige dürfen bei diesem Besuch anwesend sein und zusätzliche Auskünfte geben, beispielsweise zum Alltag und Betreuungsaufwand. Bei einer stationären Kontrolle (bei Reisefähigkeit) wird auch das jeweilige Pflegep

Diese Personengruppen beeinhalten:

  • Hochgradig Sehbehinderte
  • Blinde
  • Taubblinde
  • Personen, die das 14. Lebensjahr vollendet haben und zur eigenständigen Lebensführung überwiegend auf den selbstständigen Gebrauch eines – auch technisch adaptierten – Rollstuhles angewiesen sind, und zwar wegen einer
    • Querschnittlähmung
    • Beidseitigen Beinamputation
    • Genetischen Muskeldystrophie
    • Encephalitis disseminata (Multiplen Sklerose)
    • Infantilen Cerebralparese

Antrag auf Pflegeld in Österreich

Ein Antrag für die Erteilung von Pflegeld kann formlos eingebracht worden. Wenn ein Antrag hierbei an eine nicht zuständige Stelle kommt, hat diese eine Verpflicht dazu, diese an den jeweiligen Entscheidungsträger weiterzugeben. Wenn es bereits Atteste oder Befunde von einem Krankenhaus gibt ist es sinnvoll, diese dem Antrag beizulegen.

Die Formulare für den Antrag gibt es unter https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/formularcontext?p.execution=e1s1&gentics.ts=1412929207&Formularauswahl:_idcl=Formularauswahl_j_id41content_FormularSuche  – Inklusive weiteren Hintergrund-Informationen.

  • Zuständigkeit für den Antrag – Die Einbringung für den Antrag muss beim zuständigen Versicherungsträger eingereicht werden. Dies ist die Stelle, von der auch die Pension bzw. Rente ausbezahlt wird, beispielsweise die PVA (Pensionsversicherungsanstalt) oder der BVA Pensionsservice.

Auch ein Antrag auf eine Erhöhung ist an diese Stelle zu richten (bei einer Änderung der Ausgangslage/des Pflebedarfs).

Pflegegeld Stufen 2017 & Pflegegeld Höhe in Österreich

Die Höhe richtet sich hierbei nach den benötigten Stunden. Um Pflegeld zu erhalten ist es notwendig, einen Pflegebedarf von mehr als 60 Stunden im Monat zu haben. Die notwendige Stundenzahl wird durch die Begutachtung/Festlegung durch den Arzt/Ärztin bzw einer Pflegefachtkraft festgelegt.

Pflegegeld Tabelle 2017 für Österreich – Stufen

Pflegebedarf (monatliche Stunden)PflegestufeEuro (netto)
Mehr als 60 Stunden1157,30 Euro
Mehr als 85 Stunden2290,00 Euro
Mehr als 120 Stunden3451,80 Euro
Mehr als 160 Stunden4677,60 Euro
Mehr als 180 Stunden, wenn

  • ein außergewöhnlicher Pflegeaufwand erforderlich ist
5920,30 Euro
Mehr als 180 Stunden, wenn

  • zeitlich unkoordinierbare Betreuungsmaßnahmen erforderlich sind und diese regelmäßig während des Tages und der Nacht zu erbringen sind oder
  • die dauernde Anwesenheit einer Pflegeperson während des Tages und der Nacht erforderlich ist, weil die Wahrscheinlichkeit einer Eigen- oder Fremdgefährdung gegeben ist
61.285,20 Euro
Mehr als 180 Stunden, wenn

  • keine zielgerichteten Bewegungen der vier Extremitäten mit funktioneller Umsetzung möglich sind oder
  • ein gleich zu achtender Zustand vorliegt
71.688,90 Euro

Information: Vom Pflegegeld werden keine Lohnsteuer und kein Krankenversicherungsbeitrag abgezogen.

Während dem Aufenthalt im Krankenhaus oder während eine Kur wird das Pflegeld ruhend gestellt, wenn hier die Aufenthaltskosten durch einen Sozialversicherungsträger (in- oder ausländisch), den Bund, einen Landesgesundheitsfonds oder eine Krankenfürsorgeanstalt getragen wird. Unter bestimmten Umständen kann jedoch ein Bezug weiter erfolgen.

Quelle & Tabelle: https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/36/Seite.360516.html

Geplante Änderungen im Bundespflegegesetz

  • Höheres Pflegeld in allen Stufen ab 1. Jänner 2016
  • Absicherung der Finanzierung im Pflege-Vorsorgesystem
  • Mehr Hausbesuche & Beratung von pflegenden Angehörigen
  • Mehr Online-Infoangebot
  • Datenschutz-Bestimmungen für die 24 Studnen Pflege

Diese Änderungen sind aktuell in Begutachtung, ein Inkrafttreten der Änderungen ist mit 1. Jänner 2015 geplant, die Beitragserhöhung ab 2016.

Förderung der 24 Stunden Betreuung in Österreich – Förderhöhe

Wenn eine Betreuung rund um die Uhr notwendig ist, gibt es bei Pflegeld ab Stufe 3 und bei einem Nettoeinkommen unter 2500 Euro monatlich die Möglichkeit auf eine Förderung. Hierbei muss die Qualifizierung für die Betreuungskraft nachgewiesen werden durch:

  •   über eine theoretische Ausbildung verfügt, die im Wesentlichen jener einer Heimhelferin/eines Heimhelfers entspricht, oder
  •  seit mindestens sechs Monaten die Betreuung der pflegebedürftigen Person sachgerecht durchgeführt hat (im Sinne des Hausbetreuungsgesetzes oder gemäß § 159 Gewerbeordnung) oder
  •  bestimmte pflegerische und/oder ärztliche Tätigkeiten nach Anordnung, Unterweisung und unter der Kontrolle einer diplomierten Pflegekraft bzw. einer Ärztin/eines Arztes ausübt (Befugnis gemäß § 3b oder § 15 Abs. 7 des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes oder gemäß § 50b des Ärztegesetzes).

Die Förderhöhe liegt hierbei bei  275 Euro pro Monat und Betreuungskraft & maximal 550 Euro pro Monat (dies entspricht zwei Betreuungskräften)

Quellen & Details:

https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/36/Seite.360510.html

http://www.arbeiterkammer.at/beratung/arbeitundrecht/krankheitundpflege/pflege/Pflegegeld.html (Details zu Förderungen)

https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/36/Seite.360534.html – Förderung für die 24 Stunden Betreuung

http://www.statistik.at/web_de/statistiken/soziales/sozialleistungen_auf_bundesebene/bundespflegegeld/ (Statistiken)

 

 

 

 

 

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