Rechtsschutzversicherung – Ratgeber zur Anbieterwahl

Verbraucher unterschätzen gerne, wie schnell und oft es im Alltag zu Streitigkeiten kommen kann. Im Normalfall kann das unter vier Augen geklärt werden. Hin und wieder kommt es jedoch vor, dass keine Einigung erzielt wird. In diesem Fall ist eine Rechtsstreitigkeit unausweichlich.

Damit verbunden sind jedoch hohe Kosten, etwa für den Anwalt oder für das Gericht. Für diese Eventualität ist eine Rechtsschutzversicherung die richtige Wahl. Dabei gehen wir auf die wichtigsten Fragen ein. Wann brauchen Sie diese Versicherung? Wo können Sie diese in Österreich abschließen? Wie hoch sind die Kosten? Was wird damit überhaupt abgedeckt?

Wann brauchen Sie eine Rechtsschutzversicherung?

Wie der Name bereits verrät, geht es vor allem darum, dass Sie einen finanziellen Schutz erhalten, sollte es zu Rechtsstreitigkeiten kommen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass dieser Schutz nicht allumfassend gilt. Nicht jeder Rechtsstreit ist durch die Versicherung abgedeckt.

Wichtig: Umfangreiche Rechtsberatung

Wichtig: Umfangreiche Rechtsberatung

Überblick zum Thema Rechtsschutz

Das ist darauf zurückzuführen, dass es viele verschiedene Produkte und Kombinationsmöglichkeiten gibt. Wir geben Ihnen zu Anfang einen kurzen Überblick, ehe wir auf Details eingehen. Beginnen wir mit der wichtigsten Unterscheidung.

So existiert zum einen Rechtsschutz rund um das Auto und zum anderen der allgemeine Privat-Rechtsschutz. Was das Auto betrifft, gibt es mehrere Produkte, etwa den KFZ-Rechtsschutz und den Verkehrsrechtschutz. Alle anderen Rechtsstreitigkeiten fallen unter den Privat-Rechtsschutz, sofern die Streitigkeit im Privatleben verankert ist.

Hier gibt es allerdings einige Ausnahmen, ein paar werden wir zum Ende des Artikels erwähnen. Wenn Sie also einen Abschluss anstreben, müssen Sie sich genauere Gedanken darüber machen, welche Produktoptionen Sie benötigen und welche nicht. Für manche Verbraucher macht es Sinn, nur wenige einzelne Polizzen ins Auge zu fassen, bei anderen muss ein umfassenderer Schutz mit Kombinationsmöglichkeiten geschaffen werden.

Versicherte Personen durch die Rechtsschutzversicherung

Wer ist denn nun überhaupt versichert? Seitens der Versicherung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sie können den Schutz für sich alleine, eine zweite erwachsene Person sowie mit oder ohne Kinder abschließen. Hierbei sind die Kombinationsmöglichkeiten sehr groß, sie schlagen sich jedoch auf die Prämie nieder.

Wer bietet eine Rechtsschutzversicherung in Österreich an?

Viele Versicherungsunternehmen sind in diesem Bereich in Österreich tätig. Wir geben Ihnen kurz eine Auflistung der bekanntesten Vertreter:

  • Zurich
  • Wüstenrot
  • Wiener Städtische
  • Allianz
  • Muki
  • Donau
  • Helvetia

Eine Ausnahmestellung nehmen hierbei die ARAG und DAS ein. Diese beiden Versicherungsunternehmen bieten einzig Rechtsschutzversicherungen an und sind dahingehend eine Spezialisierung eingegangen. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn Sie keinen einfachen Basisschutz brauchen, sondern spezialisierte Bedürfnisse haben.

Prämien: Abhängig vom Leistungsumfang

Prämien: Abhängig vom Leistungsumfang

Wieviel kostet die Prämie für die Rechtsschutzversicherung?

Eine allgemeingültige Aussage kann an dieser Stelle keinesfalls getroffen werden. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es viele unterschiedliche Produkte und Kombinationsmöglichkeiten gibt. Wir wollen deshalb ein sehr simples Beispiel darbringen, um Ihnen einen groben Einblick gewähren zu können.

Es handelt sich dabei um einen allgemeinen Privat-Rechtsschutz. Die Person ist Mitte zwanzig, männlich und in Tirol sesshaft. Sie befindet sich in einem Angestelltenverhältnis und strebt eine Versicherungssumme von mindestens 100.000 Euro an. Dabei wird kein gesonderter Rechtsschutz in Anspruch genommen. Die Person nimmt einen Selbstbehalt in Kauf und strebt eine Laufzeit von zehn Jahren an. Unter diesen Voraussetzungen werden Sie bereits ab 40 Euro im Jahr fündig.

Welche Schäden deckt die Rechtsschutzversicherung ab?

Wir wollen hierbei drei Bereiche kurz hervorheben und beginnen mit dem KFZ-Rechtsschutz. Dieser Schutz greift dann, wenn Ihnen ein Rechtsstreit droht, der sich im Zusammenhang mit einem auf Sie gemeldetes Fahrzeug ergibt. Dabei ist zu beachten, dass der Schutz für die Person gilt, die versichert ist, aber auch für Personen, die für die Nutzung des Fahrzeuges eingetragen sind.

Der zweite Bereich betrifft den allgemeinen Privat-Rechtsschutz. Dieser Sektor ist sehr umfassend. Der Schutz hängt vor allem davon ab, welche Produktoptionen Sie gewählt haben. In der Regel setzt sich die Polizze aus unterschiedlichen Bausteinen zusammen.

Etwa dem Schadenersatz-Rechtsschutz, dem Vertrags-Rechtsschutz, dem Familienrechtsschutz oder dem Straf-Rechtsschutz. Im Endeffekt lässt sich jeder Bereich versichern, der Sie als Privatperson potentiell betreffen könnte. Ausgenommen sind einzig Rechtsstreitigkeiten rund um das KFZ. Dieses Modell macht vor allem dann Sinn, wenn Sie kein Auto haben oder dieses nicht entsprechend absichern wollen.

Der dritte Bereich ist im Arbeits-Rechtsschutz zu finden. Diese Absicherung nimmt zunehmend eine größere Rolle ein. So erhalten Sie eine Vertretung vor dem Arbeitsgericht oder auch gegenüber Sozialversicherungen. Wenn Sie fristlos entlassen worden sind und keine außergerichtliche Einigung anstreben, ist dieser Schutz elementar. Die Kosten für ein Verfahren kann kaum ein Verbraucher stemmen.

Zum Abschluss dieser Frage gehen wir noch auf zwei Bereiche ein, die sich durch eine Rechtsschutzversicherung nicht abdecken lassen. Das betrifft zum einen Scheidungen. Zwar können Streitigkeiten, die mit einem Abstand von einem Jahr zur Scheidung auftreten, im Zuge des Familien-Rechtsschutzes abgedeckt werden, die Scheidung selbst jedoch nicht. Zum anderen sind Streitigkeiten rund um den Erwerb von Immobilien zu erwähnen. Diese werden grundsätzlich nicht durch die Rechtsschutzversicherung abgedeckt.

Worauf ist bei einem Vergleich der Anbieter zu achten?

Zu guter Letzt geben wir Ihnen noch einige Hinweise, worauf Sie bei einem Vergleich von Rechtsschutzversicherungen und den verschiedenen Anbietern achten sollten. Eine wichtige Rolle spielt die Versicherungssumme. Diese trifft Aussage darüber, welche Kosten für rechtliche Maßnahmen seitens der Versicherung übernommen werden. Sollten Kosten darüber hinaus entstehen, müssen Sie diese selbst tragen. Für den Privatbereich ist eine Versicherungssumme von 100.000 Euro ausreichend.

Achten Sie auch auf den Bereich der Rechtsberatung. Es liegt kein konkreter Streitfall vor, Sie wollen sich aber fachmännisch beraten lassen? Dann benötigen Sie den Anspruch auf eine allgemeine Rechtsberatung. Zumeist ist die Häufigkeit dieser Dienstleistung begrenzt bzw. an einem bestimmten Betrag festgemacht.

Achten Sie außerdem darauf, dass außergerichtliche Streitschlichtungen nicht immer unter den Rechtsschutz fallen. Das betrifft im Falle des Strafrechts Diversionsverfahren und im Bereich des Zivilrechts Mediationsverfahren. Auch hierfür fallen Kosten an, die Sie unter Umständen selbst tragen müssen.

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