Unfallversicherung in Österreich

Wir müssen zu Anfang zwischen der gesetzlichen und der privaten Unfallversicherung unterscheiden. Die gesetzliche Versicherung ist bei einem Angestelltenverhältnis Voraussetzung.

Darüber hinaus können Sie sich auch privat versichern, worauf wir uns in diesem Ratgeber nun fokussieren wollen. Wir wollen Sie darüber aufklären, wann Sie diese Versicherung brauchen, wer diese anbietet, was das Ganze kostet und welche Schäden überhaupt abgedeckt werden.

Wann brauchen Sie eine Unfallversicherung?

Beginnen wir nun damit zu klären, was ein Unfall überhaupt ist. Laut Definition liegt ein Unfall dann vor, wenn eine Person plötzlich von einem Ereignis von außen betroffen ist, das zu einer Gesundheitsschädigung führt. Das bedeutet, dass das Ereignis unvorhergesehen und nicht abwendbar ist. Das heißt beispielsweise auch, dass innere Blutungen nicht als Unfall angesehen werden. Des Weiteren ist die Rede von Körperschäden, nicht aber von Sachschäden.

Wichtig: Eine Unfallversicherung

Wichtig: Eine Unfallversicherung

Problematisch ist vor allem, dass im Laufe eines Unfalls Kosten entstehen können, die eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Viele Verbraucher agieren hier ein wenig blauäugig. Rettungseinsätze und notwendige medizinische Eingriffe können schnell Summen jenseits der 10.000 Euro erreichen.

Für den normalen Verbraucher ist das nicht stemmbar. Was passiert außerdem, wenn Arbeitsunfähigkeit vorliegt? Wie sieht es um das Tagegeld im Spital aus? Diese Faktoren machen eine Unfallversicherung interessant und fast schon unabdingbar.

Wichtig ist hierbei auch die Unterscheidung zwischen der gesetzlichen und privaten Unfallversicherung. Die gesetzliche Variante greift nur dann, wenn der Unfall im Arbeitsumfeld passiert. Das kann beispielsweise auch den Weg zur Arbeit betreffen. Die private Unfallversicherung greift dagegen auch in der Freizeit. Außerdem können Sie auf eine Unfallrente zurückgreifen, was die gesetzliche Alternative in der Regel nicht bietet.

Wer bietet eine Unfallversicherung in Österreich an?

Hierfür gibt es viele verschiedene Anbieter. In Österreich beliebt sind:

  • Donau
  • Ergo
  • InterRisk
  • Janitos
  • Merkur
  • Muki

Die Versicherungen unterscheiden sich in ihren Leistungen und Preisen. Sind Sie bereits Kunde bei einer Versicherung, die auch Unfallversicherungen anbietet, können Sie von preislichen Vorteilen profitieren. Allerdings muss erwähnt werden, dass ein Vergleich stets sinnvoll ist. Oftmals bietet die Konkurrenz bessere und vor allem günstigere Produkte, sodass eine Recherche auf entsprechenden Plattformen im Internet wärmstens zu empfehlen ist.

Wie viel kostet die Prämie für die Unfallversicherung?

Das hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Ein entscheidender Faktor ist die Mindestprogression. Experten raten, dass diese bei mindestens 300 Prozent liegen sollte. Liegt die Versicherungssumme bei 100.000 und Sie verfügen über eine Progression von 300 Prozent, so liegt die ausgeschüttete Summe im Falle einer 100-prozentigen Invalidität bei 300.000 Euro. Allerdings müssen Sie Abstriche bei vergleichsweise „kleineren“ Verletzungen machen, etwa wenn Sie Ihren Finger verlieren.

Beispiel Prämienrechnung für die Unfallversicherung:
Gehen wir nun ein Beispiel durch. Es handelt sich um eine Person in Tirol, die einen Erwachsenentarif anstrebt und Mitte zwanzig ist. Die Mindestprogression beträgt 500 %. Die Person ist männlich und in einem kaufmännischen Beruf tätig. Die Invaliditätssumme beträgt 100.000 Euro, bei Unfalltod gibt es 5.000 Euro. Das Spitalgeld beträgt 500 Euro, die lebenslange Unfallrente 500 Euro. Für einen solchen Tarif sind, sofern Sie eine jährliche Zahlung anstreben, ca. 200 Euro zu zahlen, abhängig vom Versicherungsunternehmen.

Welche Schäden deckt die Unfallversicherung ab?

Wir gehen mit Ihnen nun einige Beispiele durch, die komplette Abdeckung des Bereichs würde den Rahmen sprengen. Ganz klar ist hierbei der klassische Unfall. Etwa dann, wenn Sie in der Freizeit einem Sport nachgehen und dabei stürzen. Auch beim Heimwerken oder im Haushalt passieren häufig Unfälle. Dabei ist jedoch stets die Definition zu beachten, die wir am Anfang des Artikels gegeben haben. Diese Deckung ist in jeder privaten Unfallversicherung vorhanden.

Auch Schäden durch Erfrieren, Ertrinken oder Ersticken werden nahezu von allen Versicherungen abgedeckt, obwohl die Definition hierbei nicht immer zutreffend ist. Ein weiterer interessanter Bereich sind Infektionen und Krankheiten. Als häufiges Beispiel können Insektenbisse aufgeführt werden. Auch Kinderlähmung ist davon betroffen. Auch diese Leistungen sind inkludiert. Beachten Sie jedoch dabei, dass es Leistungseinschränkungen geben kann. Die Konditionen sollten genau durchgelesen werden. Interessant und weitläufig ist der Bereich der psychischen Erkrankungen. Diese werden nur dann abgedeckt, wenn sich diese eindeutig auf einen Unfall zurückführen lassen.

Welche Schäden werden nicht versichert?

Zum Abschluss gilt es noch zu klären, was nicht abgedeckt wird. Wir führen hierbei zwei Beispiele an, um zu verdeutlichen, dass die Unfallversicherung kein Allzweckmittel ist. Beispielweise Ausnahmezustände, wie etwa ein Krieg. Das betrifft Sie auch dann, wenn Sie ein Land aufsuchen, in dem ein Bürgerkrieg oder ein ähnlicher Zustand herrscht.

Schließen Sie sich einer solchen Bewegung an, trifft Gleiches zu. Logisch ist außerdem, dass vorsätzlich herbeigeführte Ereignisse nicht von der Versicherung gedeckt werden. Als Beispiel kann ein Suizidversuch angeführt werden. Allerdings ist dies ein Graubereich mit vielen Ausnahmen. Konkret kann darüber erst geurteilt werden, wenn der Fall eingetreten ist.

Ab wann braucht ein Kind eine Unfallversicherung?

Da einem Kind durch das Spielen & Toben leicht etwas zustoßen kann, ist eine Unfallversicherung im Kindesalter in jedem Fall zu empfehlen. D.h. ab den ersten Gehversuchen oder ab dem Kindergartenalter sollte eine Unfallversicherung angedacht werden – Diese ist je nach Versicherer für eine günstige Prämie erhältlich. Moderne Angebote versichern neben Folgeschäden von Unfälle auch Krankheiten und Impfschäden.

Wie hoch sollte die Invaliditätssumme sein?

Die Höhe der Absicherung sollte mit 8 bis 10 Brutto-Jahresgehältern angesetzt werden. Diese Summe dient zur Finanzierung von notwendigen Umbauten (Auto, Umzug, Wohnungsumbau) und für eine Unterstützung bei den Lebenshaltungskosten. Wichtig: Sie sind nur bei einer Invalidität durch Unfall abgesichert – Bei einer Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer Krankheit leistet nur die private Berufunfähigkeitsversicherung.

 

 

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