Vorsteuerabzug in Österreich & Reverse Charge

Unternehmer haben den Begriff der Vorsteuer wahrscheinlich schon des Öfteren gehört und wissen etwas damit anzufangen. Private Personen wissen in der Regel nicht, was die Vorsteuer ist und wann und wo sie abgezogen wird.

Fakt ist, dass es für Unternehmer von großer Bedeutung sein kann, wenn die Vorsteuer abgezogen wird. Gerade im grenzüberschreitenden Handel ist es zu empfehlen, dass darauf geachtet wird, wo die Vorsteuer abgezogen werden kann und welche Vorteile sich dadurch ergeben.

In welchen Fällen kann die Vorsteuer in Österreich erstattet werden?

Gerade im EU Handel ist es möglich, dass die Vorsteuer aus Österreich zurück gefördert werden kann. Wer zum Beispiel ein Unternehmen in Deutschland hat, kann ohne Probleme Waren aus Österreich einkaufen. Dabei ist es möglich, dass die Umsatzsteuer voll zurückgefördert werden kann.

Wer sich in Österreich über das Thema der Vorsteuer informieren möchte, wird zunächst kaum Informationen finden. Das liegt aber auch daran, dass es in Österreich keine Vorsteuer gibt und auch keine Mehrwertsteuer. Die beiden Begriffe sind in der Sprache hier nicht verankert und so ist es der Fall, dass in Österreich nach der Umsatzsteuer, bzw. nach dem Abzug für die Umsatzsteuer geschaut werden muss. Die Umsatzsteuer ist in Österreich etwas höher, als es in Deutschland der Fall ist.

In Deutschland lieg der Mehrwertsteuersatz bei entweder 19% oder aber auch bei 7%. Das ist in der Regel davon abhängig, in welchem Bereich z.B. eine Dienstleistung erbracht wird. Anzumerken ist dabei, dass die Umsatzsteuer in Österreich bei 20% oder bei 10% liegt. Während der Prozentsatz in Höhe von 20% auf die meisten Güter und Dienstleistungen erhoben wird, liegt der Steuersatz bei Lebensmitteln, aber auch bei Büchern sowie beim Transport von Personen (Taxi Gewerbe) bei gerade einmal 10% und trägt dazu bei, dass viele Waren und Dienstleistungen nicht zu teuer werden.
Als Unternehmer aus Deutschland besteht die Möglichkeit, dass die Vorsteuer aus Österreich geltend gemacht werden kann. Unternehmer, die ein Vorsteuer in Österreich gezahlt haben, können diese ohne Probleme zurück fordern. Dazu ist es erforderlich, dass ein entsprechender Antrag bei den Behörden, genauer gesagt beim Bundeszentralamt für Steuern, kurz BZSt gestellt werden muss. Der Antrag kann ohne Probleme direkt über das Internet eingereicht werden. Anzumerken ist, dass das Online Formular sehr leicht ausgefüllt werden kann.

Zunächst ist es jedoch erforderlich, dass auch ein Account beim BZSt eröffnet wird. Wer diesen bereits hat, braucht sich nur im System einloggen und kann dann die entsprechenden Dokumente ausfüllen. Fakt ist, dass das System inzwischen komplett digital funktioniert und entsprechende Anträge auf Erstattung der Vorsteuer nicht mehr in der Papierform akzeptiert werden.

Rechnung ohne Umsatzsteuer in Österreich – wann ist dies möglich?

Unternehmer, die aus einem anderen EU Land stammen und Waren oder eine Dienstleistung in Österreich einkaufen haben die Möglichkeit, dass ohne Probleme auf die Umsatzsteuer verzichtet werden kann. Der Unternehmer ist verpflichtet, dass er die Umsatzsteuer in seinem eigenen Land abführt gemäß der dort geltenden Steuerrechte.

Wer also in Österreich eine Dienstleistung oder eine Ware eingekauft hat und eine Rechnung bekommt, kann hier den Vermerkt notieren, dass das Reverse Charge Verfahren zum Einsatz kommt und die Umsatzsteuer nicht bezahlt werden muss, sondern im eigenen Land abgeführt werden muss. Dies ist gerade dann interessant, wenn die Umsatzsteuer in Höhe von 20% deutlich höher in Österreich ist, als es in einem anderen Land der Fall ist.

Wer bereits die Umsatzsteuer in Österreich bezahlt hat, diese aber nicht bezahlen muss, da er z.B. seinen Firmensitz in Deutschland hat und dementsprechend auch hier umsatzsteuerpflichtig ist, der kann online über den entsprechenden Antrag beim BZSt veranlassen, dass die Umsatzsteuer zurück erstattet wird. Dazu ist es, wie im vorherigen Absatz erforderlich, dass online ein Account beim BZSt in Österreich erstellt wird, da die Anträge schon lange nicht mehr in Papierform akzeptiert werden.

  • Umsatzsteuer in Österreich: 20%
  • Umsatzsteuer auf Lebensmittel und Bücher in Österreich: 10%
  • Umsatzsteuer in Deutschland: 19%
  • Umsatzsteuer auf Lebensmittel und Bücher in Deutschland: 7%

Die Höhe der Umsatzsteuer ist in den einzelnen Ländern in Europa sehr verschieden. Zum Teil ist es möglich, dass über das Internet perfekt recherchiert werden kann, wie hoch die Umsatzsteuer in einem Land ist und für welche Bereiche der reduzierte Steuersatz gültig ist.

Was bedeutet Reverse Charge Verfahren im Sinne der Umsatzsteuer (Vorsteuer)?

Gerade bei Firmen spielt das Reverse Charge Verfahren eine große Rolle. Das bedeutet, dass die Umsatzsteuer nicht in Österreich anfällt und auch nicht hier bezahlt werden muss, sondern in dem Land, in welchem das Unternehmen seinen Sitz hat. Nicht nur in Österreich, sondern auch in allen anderen Ländern in der EU wird das Reverse Charge Verfahren angewandt.

Das bedeutet, dass wenn ein Unternehmer in einem Land X seinen Sitz hat und im Land Y Waren kauft, muss er dafür im Land Y keine Umsatzsteuer zahlen, sondern diese in seinem eigenen Land abführen. Gerade bei großen Firmen, die z.B. Rohmaterialien und andere Dinge im EU Ausland einkaufen ist es wichtig, sich mit der Umsatzsteuer zu befassen, da diese je nach Land verschieden hoch sein kann.

Sollte die Umsatzsteuer doch bezahlt worden sein, so besteht die Möglichkeit, dass diese online im Account bei der BZSt zurück gefordert werden kann.

Ein Beispiel: wie funktioniert das Reverse Charge Verfahren in Österreich?

Ein Unternehmer hat seinen Sitz in Deutschland und produziert ein Produkt für einen Kunden in Österreich. In Deutschland beläuft sich die Umsatzsteuer, auch als Mehrwertsteuer bezeichnet, auf 19% für die Dienstleistung. Wenn das Produkt jedoch nach Österreich an einen Unternehmer veräußert wird, ist es wichtig, dass keine Umsatzsteuer erhoben wird.

Der Unternehmer, der seinen Sitz in Österreich hat, muss selbst dafür Sorge tragen, dass die Umsatzsteuer in Österreich erhoben wird. Auf der Rechnung muss die Steuernummer der Firma in Österreich sowie die Steuernummer der Firma in Deutschland aufgeschrieben werden, welche die Rechnung erstellt. Es ist anzumerken, dass der Kunde in Österreich nur den Netto Betrag ohne die Steuer für die Waren zu bezahlen hat. Die Umsatzsteuer muss dann in Österreich selbst vom Kunden an das Finanzamt geleistet werden.

Beispiel 2: Lieferant hat seinen Sitz in Österreich – Kunde sitzt in Deutschland

Sofern ein Geschäft zwischen zwei Firmen abgewickelt wird, ist es möglich, dass auch in diesem Beispiel das Reverse Charge Verfahren zum Tragen kommt. Wenn das Unternehmen in Österreich Waren produziert und diese im Inland verkauft, wird eine Umsatzsteuer in Höhe von 20% erhoben. Bei Lebensmitteln und z.B. Büchern beläuft sich diese auf 10%. Sollten die Waren aber nicht in Österreich veräußert werden, sondern zum Beispiel in Deutschland an einen Unternehmer veräußert werden, so kommt auch hier das Reverse Charge Verfahren zum Tragen.

Das bedeutet, dass der Kunde in Deutschland keine Umsatzsteuer nach Österreich überweisen muss, sondern lediglich den Netto Betrag der Rechnung zu bezahlen hat. Fakt ist, dass das Unternehmen in Deutschland die Mehrwertsteuer, bzw. die Umsatzsteuer abführen muss. Diese beläuft sich auf einen Wert in Höhe von 19% auf den Netto Wert der Waren. Letztendlich ist das Verfahren recht leicht zu verstehen und sorgt dafür, dass die Zahlungen zu den Finanzämtern in anderen Ländern vermieden werden, sondern alles korrekt gemäß den Umsatzsteuersätzen im eigenen Land bezahlt werden muss.

Ebenfalls trägt das Gesetz dazu bei, dass keine Steuerersparnisse möglich sind, wenn zum Beispiel Waren in einem Land eingekauft werden, in welchem die Umsatzsteuer deutlich niedriger ist, als es in Deutschland der Fall ist. Wer zum Beispiel ein Produkt in einem Land kauft, dass eine sehr viel niedrigere Umsatzsteuer hat, kann dadurch keine Steuern sparen, weil er die Umsatzsteuer nicht mit bezahlen muss, sondern diese ohne Probleme im eigenen Land entrichten muss.

Wer kann mir beim Thema Vorsteuerabzug, bzw. Umsatzsteuer 2017 / 2018 in Österreich helfen?

Wer sich im Netz umschaut wird feststellen, dass es zahlreiche Steuerexperten und Steuerberater in Österreich gibt, die dabei helfen können, die Umsatzsteuer Erklärungen und die Steuervoranmeldungen zu vollziehen. Fakt ist, dass es möglich ist, dass der Steuerberater alle Steuerunterlagen zum Thema Umsatzsteuer und Vorsteuer in Österreich prüft und sie entsprechend berät.

Deine Meinung ist uns wichtig

*