Die Wohnbauförderung in Österreich im Überblick

Durch die Wohnbauförderung wird die Errichtung von Wohnraum durch Neubauten, Umbauten, Renovierungen oder Zubauten begünstigt. Die Richtlinien zur Förderung werden durch jedes Bundeland unterschiedlich umgesetzt, weswegen es keine einheitliche österreichweite Wohnbauförderung gibt.

Grundsätzlich besteht die Förderung in der Gewährung günstiger Darlehen und Eigenmittelersatzdarlehen, von Zuschüssen in der Rückzahlung von Darlehen (Annuitäten- und Zinszuschüsse durch die Länder) sowie auch einmaligen nicht rückzahlbaren Zuschüssen. Ebenso kann beispielsweise das Land anbieten, die Bürgschaft für ein Darlehen zu übernehmen oder es wird eine ganz individuelle Beihilfe angeboten.

Die Förderungskriterien im Allgemeinen

Grundsätzlich gilt zwar, dass in jedem Bundesland ganz unterschiedlich gefördert wird, es gibt jedoch auch allgemein geltende Kriterien, unter denen eine solche Begünstigung stattfindet, die österreichweit gleich sind.

Traum

Der Traum der eigenen Wohnung

Wichtig zu wissen ist, dass zwischen Personenförderung und der Förderung bestimmter Baumaßnahmen unterschieden wird. Für bestimmte Baumaßnahmen, wie beispielsweise die Errichtung energieeffizienter und umweltfreundlicher Heime, gibt es nämlich, unabhängig von persönlichen Aspekten der Bauherren, geschenkte Gelder.

Personenförderung
Gefördert werden begünstigte Personen, die dringenden Wohnbedarf haben.

Begünstigte Personen sind österreichische Staatsbürger oder diesen gleichgestellt (EU- Bürger). Ein dringendes Wohnbedürfnis besteht nur dann, wenn ein anderes gefördertes Objekt nicht im Alleineigentum oder zu mehr als 50 % im Miteigentum des Förderungswerbers steht, solange die Benützungsbewilligung nicht mindestens 20 Jahre zurückliegt.

Was die Personenförderung betrifft, so gibt es meist zwei wesentliche Kriterien, die beachtet werden: das Einkommen sowie die errichtete Wohnfläche. Bei beiden gibt es eine Obergrenze bis zu der eine Förderung stattfinden kann. Somit muss beim Ansuchen um dieselbe ein Einkommensnachweis erbracht werden. Zuschläge gibt es, je nachdem wie vielen Personen die Wohnfläche dienen soll. Die maximale Einkommensgrenze steigt außerdem auch pro Kind an, wobei diese beim Nachweis der Schwangerschaft schon angehoben wird.

Grundsätzlich wird lediglich die Errichtung eines Hauptwohnsitzes vom Bundesland, in dem dieser zukünftig liegen soll, gefördert. Meist muss hierfür beim Einziehen in diesen, die Aufgabe des bis dahin bestehenden Hauptwohnsitzes nachgewiesen werden.

Wer kann Förderungswerber sein?

Nicht nur natürliche Personen, sondern auch juristische Personen können um eine Wohnbauförderung beim jeweiligen Bundesland ansuchen.

  • Österreichische Staatsbürger oder diesen gleichgestellte Personen,
  • Gemeinden,
  • gemeinnützige Bauvereinigungen,
  •  juristische Personen für die Errichtung und Sanierung von Dienstnehmerwohnungen,
  • Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen, deren tatsächliche Beschäftigung ausschließlich und unmittelbar kirchlichen, gemeinnützigen, oder mildtätigen Zwecken dienen, für die Errichtung und Sanierung von Wohnheimen und Dienstnehmerwohnungen, usw.

Begünstigungen durch das Finanzamt

Was außerdem länderübergreifend gilt, sind die Einsparungen, die beim Finanzamt beantragt werden können. Hierbei kann nämlich die Kreditsteuer von 0,8 Prozent bis zu einer errichteten Wohnfläche von maximal 150 Quadratmetern und die Gebühr für die Eintragung ins Grundbuch von 1,2 Prozent des Darlehensbetrages bis zu einer maximalen Wohnfläche von 130 Quadratmetern eingespart werden.
Geachtet werden muss allerdings genau darauf, was unter den Begriff „Wohnfläche“ fällt.

Ein Keller fällt im Allgemeinen nicht darunter. Dies gilt jedoch nur dann, wenn er auch als ein solcher im ursprünglichen Sinne genutzt wird. Er darf also nicht beheizbar sein, es darf sich außerdem kein Bodenbelag in diesem befinden. Wer seinen Keller allerdings als Wohnraum, Sauna oder Fitnessstudio nutzt, der muss diesen auch als Wohnfläche angeben.

Einkommensgrenzen für die Wohnbauförderung beachten!

Als Einkommensnachweis für Arbeitnehmer gilt der Einkommenssteuerbescheid des vorangegangenen Kalenderjahres. Vom Jahresbruttobezug werden dann die gesetzlichen Versicherungsbeiträge, Werbungskosten sowie die Lohnsteuer abgezogen.

Bei Selbständigen gilt der Einkommenssteuerbescheid des vergangenen Kalenderjahres. Negative Einkünfte sowie Verlustvorträge werden nicht berücksichtigt, jedoch werden auch hier die Lohnsteuer sowie Werbungskosten abgezogen.

Nicht zum Einkommen gezählt werden:

  • Familienbeihilfen,
  • Kinderabsetzbeträge,
  • Zuwendungen der Familienförderungen des Landes,
  • Pflegegeld auf Grund des Bundes- oder eines Landespflegegesetzes,
  • Waisenpension,
  • Einkünfte aus Ferialbeschäftigungen,
  • Studienbeihilfen,
  • Lehrlingsentschädigungen oder diesen gleichzuhaltende Einkünfte auf Grund einer Ausbildung oder sonstiger regelmäßiger Beschäftigungen (auch im Rahmen des Zivil- oder Wehrdienstes) sind dann zu berücksichtigen, wenn die Bezieherin oder der Bezieher selbst Förderungswerber oder Mieter ist.

Wie schon erwähnt, liegen je nach Bundesland unterschiedliche Kriterien zur Vergabe einer Förderung vor. Zum besseren Verständnis sollen im Folgenden die Einkommensgrenzen am Beispiel Burgenland in Bezug auf die Errichtung eines Neubaus kurz angeschnitten werden.

Einkommensgrenzen am Beispiel Burgenland

Wesentlich ist immer die Haushaltsgröße, das heißt, wie viele Personen im Haushalt leben sollen, sowie die hierfür geltende Einkommensgrenze pro Jahr. Wird die Wohnfläche für lediglich eine Person errichtet, so darf ein Einkommen von 35.000 Euro pro Jahr nicht überschritten werden. Dies reicht dann stufenweise bis zu einem Einkommen von 65.000 Euro für eine Wohnfläche, die 5 Personen dienen soll.

Zudem gibt es allerdings auch ein Mindesteinkommen, das pro Monat erreicht werden muss, da die Rückzahlung der Förderungen in den meisten Fällen gesichert werden soll. Im Burgenland beträgt dieses Einkommen für eine Person 747 Euro pro Monat, bei einer Wohnfläche für 4 Personen oder mehr 1.240 Euro pro Monat.

Grenzen bezüglich der Wohnfläche
Wie zuvor erwähnt, können Wohnflächen nur bis zu einer bestimmten Größe gefördert werden. Diese sind ebenfalls je nach Land unterschiedlich geregelt.

Wohnnutzfläche am Beispiel Burgenland
Eigenheime können grundsätzlich bis zu einer Wohnnutzfläche von 200 m² gefördert werden. Sollte man die Wohnnutzfläche von 200 m² überschreiten, so reduziert sich der Förderungsbetrag für jeden überschrittenen Quadratmeter um einen Prozentpunkt.

Das gilt für eine Wohnnutzfläche von bis zu 250 m². Wird diese dann überschritten, kann gar kein Förderungsdarlehen gewährt werden. Außerdem hat die Mindestnutzfläche 100 m² zu betragen, ansonsten ist eine anteilsmäßige Kürzung vorgesehen.

Wer eine Wohnbauförderung für sich beantragen will, dem ist ganz generell zu raten, sich nach den Kriterien der Begünstigungen, die auf das jeweilig relevante Bundesland zutreffen, genauestens zu erkundigen. Häufig können auch mehrere Förderungstypen miteinander kombiniert werden. Auf der Seite des österreichischen Bundeskanzleramtes finden sich Links zu den Förderungen und Finanzierungen in den Bundesländern.

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