Altersteilzeit in Österreich – Arbeitszeit reduzieren – Voraussetzungen, Sozialversicherung

Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer träumen davon, dass sie ihr Arbeitspensum im Alter reduzieren. Das bedeutet, dass man mehr Freizeit für sich hat und dass der Übergang in diesen neuen Abschnitt des Lebens gleitend möglich ist.

In der Altersteilzeit ist es möglich, dass man keine Pensionsbezüge verliert und auch der Anspruch auf Krankengeld oder auf Abfertigung sowie die Arbeitslosenversicherung gehen nicht verloren.

Wer sich für die Altersteilzeit interessiert, muss für sich selbst durchrechnen, ob sich dieses Vorgehen lohnt und natürlich auch, wie er entsprechend dafür sorgt, dass er passende Aktionen in die Tat umsetzt.

Viele Menschen träumen davon, die Belastung im Alter deutlich zu reduzieren und entsprechend weniger zu arbeiten. Dies gelingt jedoch nicht allen und deshalb muss man genau darauf achten, wann man wo reduziert und welche Zahlen de facto damit verbunden sind.

Wichtig: Rechtzeitig Vereinbarungen zur Altersteilzeit treffen!

Wie funktionieren die Arbeitszeit bzw. Altersteilzeit in Realität?

Grundsätzlich wird das Modell der Altersteilzeit von vielen Firmen angeboten. Es ist möglich, dass die Arbeitszeit um 40 bis 60% reduziert werden kann. Das bedeutet, dass man einen Lohnausgleich bekommt und zwar entsprechend er Differenz, die es jetzt zwischen dem bisherigen Arbeitsentgelt und dem neuen gibt.

In der Regel beläuft sich der Lohnausgleich aus 50% der Differenz zwischen dem bisherigen Arbeitsentgelt und dem verringerten Entgelt. Dabei wird der Durchschnitt der vergangenen 12 Monate genutzt, um entsprechend beurteilen zu können, welche Summe man weniger bekommt.

Der Arbeitgeber zahlt weiterhin die Versicherungsbeiträge für die Sozialversicherung. Die Beitragsgrundlage bleibt auch durch die Verringerung der Arbeitszeit vollständig erhalten. Der Anspruch auf Abfertigung wird ebenfalls gewahrt, wenn man sich für das Modell der Altersteilzeit entscheidet.

Grundsätzlich kann man jedoch nicht das gesamte Leben mit Altersteilzeit verbringen, sondern nur einen bestimmten Anteil an Jahren. Es ist möglich, dass man über einen maximalen Zeitraum von 5 Jahren die Altersteilzeit wahrnehmen kann.

Während dieser Zeit wird das Einkommen reduziert und gleichzeitig wird die Belastung in Form von Stunden reduziert. Anzumerken ist, dass die Altersteilzeit am Stück, oder aber auch in einzelnen Blöcken angeboten wird. Das bedeutet, dass man immer mal wieder die Arbeitszeit reduziert und eine Freizeitphase einbaut.

In der Freizeitphase müssen die Firmen dann eine Ersatzarbeitskraft einstellen. Hierbei kann es sich zum Beispiel um eine arbeitslose Person handeln, oder aber auch um einen Lehrling.

Grundsätzlich haben die Arbeitgeber die Möglichkeit, dass sie einen Teil des dadurch entstehenden Mehraufwands zurückerhalten und zwar in Form einer Förderung.

Welche Sozialbeiträge werden notwendig?

Die Arbeitgeber entrichten weiterhin während der Altersteilzeit die Sozialversicherungsbeiträge. Das bedeutet, dass die Beiträge für die Krankenversicherung, für die Unfallversicherung sowie für die Pensionsversicherung und für die Arbeitslosenversicherung weiterhin entsprechend auf Basis des Einkommens vor der Altersteilzeit berücksichtigt werden und durch den Arbeitgeber geleistet werden.

Wie wird die Altersteilzeit festgesetzt?

Es ist möglich, dass die Altersteilzeit wie erwähnt 5 Jahre vor Beginn der Pension wahrgenommen werden kann. Bei der genauen Berechnung spielt das Geburtsdatum eine wichtige Rolle.

Männer, die bis zum 31. Dezember 1960 geboren wurden, können bereits 7 Jahre vor ihrem Regelpensionsalter in Altersteilzeit gehen. Bei Frauen ist es möglich, bereits 7 Jahre früher zu gehen, wenn diese bis zum 1. Dezember 1964 geboren wurden.

  • Männer bis 31. Dezember 1960 geboren: 7 Jahre vor Regelpension Altersteilzeit
  • Frauen bis 1. Dezember 1964 geboren: 7 Jahre vor Regelpension Altersteilzeit

Für Männer beläuft sich das gesetzliche Regelpensionsalter derzeit auf ein Alter von 65 Jahren. Frauen, die bis zum 1. Dezember 1963 geboren wurden, oder sogar davor geboren wurden können mit einem Alter von 60 Jahren in Pension gehen.

Das Regelpensionsalter wurde in den Geburtsjahren danach fortlaufend angehoben. Das bedeutet, dass je später eine Frau geboren wurde, desto später können sie auch die Regelung der Altersteilzeit wahrnehmen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um die Altersteilzeit zu nutzen?

Grundsätzlich muss eine Vereinbarung zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber geschaffen werden, damit die Arbeitszeit im Alter auf 40 bis 60% reduziert werden kann.

Diese Vereinbarung muss schriftlich definiert werden. Es ist wichtig, dass durch den Arbeitgeber ein entsprechender Lohnausgleich erstattet wird. Dieser beläuft sich auf die Hälfte des Entgeltverlustes.

Die gesamten Sozialversicherungsbeiträge müssen weiterhin durch den Arbeitgeber bezahlt, bzw. entrichtet werden. Dies wird ebenfalls in einer Vereinbarung zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer definiert.

  • Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber muss aufgesetzt werden
  • 40 bis 60% Reduzierung der Arbeitsbelastung wird vereinbart
  • Arbeitgeber zahlt weiterhin Sozialbeiträge

Eine wichtige Bedingung ist, dass die Arbeitnehmer bei der Nutzung der Altersteilzeit in jedem Fall mindestens 15 Jahre lang arbeitslosenversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sind. Dies ist zwingend erforderlich, wenn die Altersteilzeit beginnen soll. Es ist also durchaus möglich, sich bereits im Vorfeld um die entsprechenden Vereinbarungen zu kümmern, denn erst wenn diese erfüllt sind, kann man in Altersteilzeit gehen.

Auch zu berücksichtige ist, wie lange der Arbeitnehmer derzeit beschäftigt gewesen ist und wie umfangreich das Ausmaß dieser Beschäftigung gewesen ist. Grundsätzlich darf das Ausmaß der Beschäftigung bei maximal 40% unterhalb der gesetzlichen Arbeitszeit liegen.

Das bedeutet, dass man bei einer Arbeitswoche von 40 Stunden mindestens 24 Stunden gearbeitet haben muss und dass man bei einer Woche mit 38,5 Stunden mindestens 23,1 Stunden in der Woche gearbeitet haben muss.

Auch Teilzeitbeschäftigte haben nach diesem Rechenmodell die Chance, die Altersteilzeit in Anspruch zu nehmen und davon zu profitieren. Es ist wichtig, dass das Arbeitsverhältnis mindestens 3 Monate existieren muss, damit der Eintritt in die Altersteilzeit möglich ist.

Wann kann ich die Altersteilzeit in Österreich nicht nutzen?

Wenn man eine eigene Leistung aus der Pensionsversicherung bezieht, ist es nicht möglich, in Altersteilzeit zu gehen. Eine Ausnahme stellt zum Beispiel eine Witwenpension dar. Auch wenn ein Sonderruhegeld bezogen wird z.B. gemäß des Nachtschwerarbeitergesetzes, ist es nicht möglich, dass man in die geförderte Altersteilzeit geht.

Ebenfalls ist es nicht möglich, in die geförderte Altersteilzeit zu gehen, wenn man einen Ruhegenuss aus einem Dienstverhältnis genießt, oder wenn man den Ruhegenuss aus einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft bezieht. Wer das gesetzliche Pensionsalter vollendet hat und den Anspruch auf die Regelpension hat, darf ebenfalls nicht in Altersteilzeit gehen.

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