Österreich: Staatliche Förderung für die betriebliche Altersvorsorge gewünscht?

Nach den neuesten Umfragen in Österreich sagen mehr als 70 Prozent der Österreichinnen sowie Österreicher aus, dass eine staatliche Förderung der betrieblichen Altersvorsorge in den Pensionskassen von ihnen befürwortet wird.

Diese Umfrage wurde im Auftrag des Aktienforums in Österreich von Herrn Peter Hajek durchgeführt. Dieser Wert lag bei der letzten Umfrage im Jahr 2017 noch bei 63 Prozent. Somit ist die Befürwortung um mehr als 7 bis 8 Prozent gestiegen.

Von dem Aktienforum in Österreich wurde auch abgefragt, ob steuerliche Begünstigungen auf die Veranlagung zur privaten Pensionsvorsorge wichtig wären?

Dies wird von 77 Prozent der befragten Österreicherinnen und Österreicher befürwortet. Im Jahr 2017 lag dieser Prozentsatz noch bei 71 Prozent.

  • Auch in Österreich, wie in anderen Industriestaaten, werden in den nächsten Jahren die Babyboomer-Jahrgänge ins Pensionsalter kommen und in Rente gehen. Dadurch wird es zu einem erheblichen Druck auf das Pensionssystem auch in Österreich kommen.
  • Deshalb ist ein Fortführung und ein rascher Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge eine sehr wichtige Ergänzung für die staatliche Pension.
  • Zu diesem Ergebnis kommen auch alle in diesem Fachbereich führenden Experten. Wie die aktuellen Umfragen zeigen, wird dies auch in zunehmenden Maßen von der Bevölkerung gefordert.

Wie steht die neue österreichische Regierung dazu?

In ihrem Regierungsprogramm hat sich die neue Regierung dafür ausgesprochen, das heutige österreichische Pensionssystem auch für die nächsten Generationen zu sichern.

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Im Regierungsprogramm ist auch vermerkt, dass gleichzeitig zur staatlichen Pensionsvorsorge auch die Umgebung sowie die Rahmenbedingungen für die private Vorsorge für die Pension (hier dann als betriebliche oder individuelle private Zusatzpension) ausgebaut werden soll.

  • Dabei haben die Pensionskassen in Österreich hierzu seit Jahren genaue und detaillierte Vorschläge unterbreitet.
  • Nachdem die steuerliche Absetzbarkeit der Arbeitgeberbeiträge bereits längere Zeit gesetzlich geregelt ist, geht es um Gleichstellung und somit auch um dieselbe steuerliche Absetzbarkeit der Arbeitnehmerbeiträge.
  • Auch sollten hier die Eigenbeiträge der Arbeitgeber (wenn die pensionsberechtige Person zum Beispiel geschäftsführender Gesellschafter oder Gesellschafterin ist), und diese Personen für sich selbst für die Altersvorsorge einzahlen, solche Beträge absetzbar sein.

Aktuell erfolgt dies nicht und dazu gibt es auch keine gesetzliche Regelung. Ebenso haben die Pensionskassen auch Vorschläge unterbreitet, dass bei der Förderung der Arbeitnehmerbeiträge im Bereich der unteren Einkommensschichten anstelle der Möglichkeit der steuerlichen Absetzbarkeit ein Prämienmodell installiert werden sollte.

Vom Fachverband der Pensionskassen in Österreich wird die Schaffung der Rahmenbedingungen für einen Generalpensionskassen-Vertrag ebenfalls sehr positiv bewertet.

Unter Generalpensionskassen-Vertrag versteht man in Österreich eine Lösung, die auch den Personen, die bisher noch über keine Pensionskassen-Vereinbarung verfügen, es möglich macht, mit einer Einmalzahlung bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses diesen Betrag auf eine Pensionskasse zu übertragen, um dadurch eine lebenslange Rente zu erhalten.

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