Aus- und Weiterbildungshilfen vom AMS in Österreich – Ausbildungshilfe, Weiterbildung, Finanzielle Unterstützung, Zuschüsse, Fachkräftestipendium

Aus- und Weiterbildung wird in einer Zeit des immer schneller und anspruchsvoller beruflichen Wandels immer wichtiger. Hier gilt es nicht den Anschluss zu verlieren um im Berufsleben mithalten zu können.

Wer sich zum Thema “Förderung für Alleinerziehende Mütter in Österreich” sowie Ausbildungshilfe und Förderung für Weiterbildung in Österreich generell informieren möchte bekommt hier einen Überblick zu den Angeboten vom AMS in Österreich.

In manchen Situationen kann aber das eine oder andere Hindernis zu einer Aus-bzw. Weiterbildung bestehen.

Wichtig: Die Ausbildung und Kurse zur Weiterbildung wählen und sich zu Förderungen und Unterstützung durch das AMS informieren!

So ist dies zum Beispiel der Fall, wenn man Alleinerzieher ist. Mit einem oder zwei Kindern, dem Haushalt, einem Beruf, den man zumindest auf Teilzeitbasis nachgeht, kann dies zu einer augenscheinlichen Unmöglichkeit werden.

Dies hat die Politik, so selten dies auch vorkommen mag erkannt und zusammen mit dem AMS, dem Arbeitsmarktservice diverse Pakte zur Förderung dieser Gruppen geschnürt. Im Falle von Alleinerziehenden, insbesondere alleinerziehenden Müttern gestaltet sich dies wie folgt:

Die Zugangsbedingungen – Wer wird gefördert?

Um in den Genuss einer der Fort- oder Ausbildungsmaßnahmen zu kommen, kommen zwei Bedingungen zur Anwendung.

  • 1. es besteht Arbeitslosigkeit
  • 2. der Kurs erhöht die Chance auf eine berufliche Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt;
    Wobei es zu beachten gilt da vor allem Tageskurs gefördert werden. Eine Neuerung, die wenn auch seltener angewandt wird, besteht darin das auch Menschen mit einem geringen Einkommen gefördert werden können.

Die Arten der Beihilfen – Wie wird gefördert?

1. Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhaltes

Diese Form der Beihilfe soll garantieren das man ausreichend Zeit für ausbildungstechnische Maßnahmen hat. Gleichzeitig soll dafür gesorgt werden das ein gewisser Lebensstandard unterhalten werden kann;

2. Beihilfe zu Kurskosten

Um den Erfolg eines Kurses, soll heißen um diesen positiv abschließen zu können, übernimmt das AMS folgende Kurskosten:

  • 1. die Fahrkosten
  • 2. Unterkunft und Verpflegung sollte der Ausbildungsort vom Wohnungsort weiter entfernt liegen;
  • 3. gegebenenfalls die Kosten für einen Gebärdensprachdolmetscher
  • 4. Kosten für psychologische und ärztliche Gutachten;

Zuschüsse zur Kinderbetreuung

Mütter und Väter, die sich wieder in den beruflichen Alltag eingliedern möchten, aber ein Kind zu versorgen haben, haben die Möglichkeit (gesetzt der finanzielle Bedarf ist vorhanden) Fördermittel zu bekommen die eine Kinderbetreuung ermöglichen.

Um den Bedarf zu eruieren, stehen erfahrene Mitarbeiter des AMS zur Verfügung. Gegebenenfalls können bis zu 2.300 Euro pro Kind und Jahr zur Verfügung gestellt werden.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit beitragsfreie Kindergärten in Anspruch zu nehmen. Unter anderem beteiligen sich, in zunehmendem Maße, Firmen an dem Betreuungszuschuss. Dies in Form von Gutscheinen oder in Form eines finanziellen Zuschusses in der maximalen Höhe von 1.100 Euro.

Wertvoller Tipp am Rande

Aufwendungen für Kinderbetreuungen sind steuerlich absetzbar.

Die Höhe der Zuschüsse – Wieviel Förderung kann ich bekommen?

Diese belaufen sich mindestens in Höhe der Notstandshilfe, inklusive etwaiger Familienzuschüsse. Wichtig zu wissen ist, dass man während der Ausbildungszeit Kranken, Pensions- und Unfallversichert ist. Diese Kosten werden vom AMS für die Gesamtdauer des Kurses oder des Kurspaketes übernommen. Wobei es im Regelfall bis zu 100 % der Kurskosten sind.

Des Weiteren bietet das AMS Beihilfen und Zuschüsse zu den folgenden berufsbildenden Maßnahmen an. Diese können während des eigentlichen Kursprogramms in Form von Praktika stattfinden oder als anschließende Maßnahme nach dem Kurs.

1. Unternehmungsgründungsprogramm

Hierbei wird die Möglichkeit erwogen sich in einem bestimmten Berufsfeld selbstständig zu machen. So werden Ortungsmaßnahmen wahrgenommen, um das spezifische Feld einzugrenzen, soll heißen in welchem Industriezweig man einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen möchte.

Hierbei wird besonderes Augenmerk auf berufliche Erfahrungen gelegt. In weiterer Folge wird ein Geschäftsplan erstellt und die finanziellen Projektionen dargestellt und um herauszufinden, ob eine Marktnachfrage gegeben ist. Des Weiteren welche finanziell und persönlichen Voraussetzungen mitgebracht werden.

Tipp: Wir haben das Unternehmensgründungsprogramm – UGP in Österreich im Förderportal Ratgeber umfassend vorgestellt.

Im letzten Abschnitt wird versucht, sich der finanziellen Fördermittel zu versichern, um den Plan vom Papier in die Tat umzusetzen. Damit aber noch nicht genug. Um zu garantieren, das der Startup optimal verläuft, besteht die Möglichkeit in ein Betreuungs-Programm aufgenommen zu werden. Dieses, in Form eines professionellen Betriebsberaters soll dabei behilflich sein, dass erste Geschäftsjahr erfolgreich zu gestalten.

2. Fachkräftestipendium

Dieses wird all qualifizierten Fachkräften zur Verfügung gestellt die bereits eine gewisse Fachkrafthistorie vorweisen können, um sich auf diesem Weg fortzubilden.

Das Fachkräftestipendium des AMS,Voraussetzungen, Ziele, Möglichkeiten

Das Fachkräftestipendium, kurz FKM genannt wurde bereits vor geraumer Zeit ins Leben gerufen, um in jenen Berufssparten für qualifizierten Nachwuchs zu sorgen, in welchen gesteigerte Nachfrage herrscht.
Wobei das Alter nicht zu den ausschlaggebenden Kriterien gezählt wird. Die Kriterien gestalten sich vielmehr aufgrund des gesteigerten Bedarfs in welchen qualifizierte Fachkräftemangel herrscht. Welcher vor allem in den sogenannten MINT-Berufen, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik besteht. Insbesondere aber in den Berufssparten die in den Bereichen Soziales, Gesundheit und Pflege zu finden sind. Der hohe Bedarf ist dabei vordergründig als wesentliche Ursache zu sehen, warum das AMS Fachkräftestipendien an weniger Qualifizierte vergibt. Diese gliedern sich in die folgenden drei Gruppen:

  • 1. Geringere bis mittlere Qualifikanten (zum Beispiel Menschen mit einem Pflichtabschluss)
  • 2. Beschäftigungslose
  • 3. Selbstständige, deren Gewerbe ruhend gemeldet ist

Ziel des FKM ist dabei vor allem die Höherqualifizierung von Arbeitnehmern um diese dem Arbeitsmarkt wieder zuführen zu können. Des Weiteren sollen die Ausbildungsmöglichkeiten dazu verhelfen Ergänzungsqualifikationen zu erwerben. Hierbei liegt der Fokus nicht zuletzt auf Gesundheits- und Ausbildungsberufen.

Die Voraussetzungen

  • 1. Zugang zu diesen Ausbildungswegen haben jene Menschen die in den letzten 15 Jahren eine Mindestversicherungszeit von 208 Wochen erreicht haben. Wobei es nicht darauf ankommt, ob diese Versicherungszeiten aus selbstständiger oder unselbstständiger Arbeit erreicht wurde;
  • 2. die Teilnahme an den Kursen ist verpflichtend;
  • 3. Teilnahme an den Bildungs- und Kursberatungen des AMS oder/und den
    veranstaltenden Ausrichtern der Kurse;
  • 4. eine eventuell positiv abgelegte Aufnahmeprüfung, wie sie zum Beispiel an
    Gesundheits- und Pflegefachschulen verlangt werden;
  • 5. Gefördert werden nur jene Kurse die eine Mindeststundenanzahl von 20
    Wochenstunden erreichen und unter einem akademischen Hochschul-Niveau liegen;
  • 6. die Dauer der Kurse muss zumindest 3 Monate ausmachen, darf jedoch längstens 3
    Jahre betragen;
  • 7. Zwischenresultate müssen vorgelegt werden um den Fortschritt verifizieren zu können;

Gegebenenfalls kann eine zweite FH-Studienrichtung gewählt und begonnen werden, sollte die erste nicht zu einem positiven Abschluss geführt haben. Die Entscheidung liegt hierbei alleinig beim AMS. Die maximale Dauer darf in jedem Fall 4 Jahre nicht überschreiten.

Die Höhe der Stipendien

Die Höhe der Zuwendungen, der Förderungen beträgt zumindest einem Tagessatz von Euro 28,80. Wobei zu beachten ist, dass etwaige Leistungen, wie Arbeitslosenversicherung und Notstandshilfe mit eingerechnet werden. Erlaubt ist eine geringfügige Zuwendungsgrenze, welche aus unselbstständiger Arbeit erzielt werden kann. Die Höchstgrenze hierbei liegt bei maximal 500 Euro.

Ziel der Zuwendungen

Diese sollen den Lebensstandard des Auszubildenden während der Ausbildungszeit sichern. Wobei zu beachten ist, dass keine weiteren Beihilfen gewährt werden. Eine Tatsache die für Alleinerziehende ein Problem darstellen könnte.

Das Fachkräftestipendium,wo bestehen die besten Chancen?

Bei der Wahl der Studienrichtung ist man gut beraten, die allgemeinen Tendenzen zu beachten, welche hinsichtlich des weiteren möglichen Berufsweges maßgeblich sein können. So hat es sich in den vergangenen Jahren, aufgrund der gesellschaftlichen Tendenzen gezeigt, dass vor allem jene Studienabsolventen in den Bereichen Soziales, Gesundheits- und Pflegeberufe die besten Berufschancen haben. Die Hauptgründe liegen nicht zuletzt in der demografischen Tatsache begründet, dass die Gesellschaft einem Altersstrukturwandels unterworfen ist. So wird sich in den nächsten zehn Jahren rund ein Drittel der Bevölkerung in einem Altersabschnitt zwischen 65 und 78 Jahren befinden. Wiederum 40 Prozent dieser Altersgruppe werden auf externe Dienste wie Pflegefachkräfte angewiesen sein. Private Pflegeeinrichtungen wie Hilfswerk, Caritas und dergleichen verzeichnen bereits heute eine gesteigerte Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften. Wobei sich die Nachfrage besonders im mittleren bis gehobenem Pflegedienst als besonders schwierig gestaltet.

Private und staatliche Pflegedienste

Besonders in staatlichen wie auch in privaten Kliniken und Krankenhäusern zeichnen sich bereits heute Engpässe ab. Der Bedarf wird in den kommenden Jahren weiter steigern, weshalb eine Ausbildung zur Pflegefachkraft, zum mittleren und gehobenem Dienst als besonders vielversprechend ausmacht. Wo sich die Berufs- und Karrierechancen nicht zuletzt in privaten Kliniken als besonders reizvoll gestaltet. In staatlichen Gesundheitsbetrieben wie zum Beispiel Krankenhäusern oder therapeutischen Einrichtungen werden Fachkräfte vermehrt gesucht um den wachsenden Bedarf abdecken zu können.

Berufschancen in Sozialberufen

Hierbei stehen die Chancen für Absolventen besonders gut. Bedingt durch gesellschaftlich-finanzielle Strukturveränderungen wird es zu einem erhöhten Bedarf an Fachkräften kommen.

Weiterbildungschancen nach dem FKM

Absolventen, die ein Fachkräftestudium erfolgreich abgeschlossen haben, haben eine Vielzahl an Möglichkeiten sich weiterzuqualifizieren. Diese gestalten sich vor allem innerbetrieblich überdurchschnittlich gut. Durch interne Weiterqualifizierungsmaßnahmen ergeben sich mittlerweile berufliche Chancen die bis noch vor wenigen Jahren nur Hochschulabsolventen offen standen.

Der Fachkräftemonitor OÖ

Ein besonders wertvolles Tool stellt der Fachkräftemonitor des Landes Oberösterreichs dar. Dieser bietet dem Interessierten Zugang zu allen Daten welche die Auswahl des richtigen Fachkräftestudiums erleichtern.

Anhand dieses Tools kann man ersehen in welchen Sparten der Fachkräftemangel besonders stark ausgeprägt ist. Welche Branchen besonders betroffen sind und daher besonderes Interesse besteht diesen zu beheben. Als besonders nützliches Tool hat sich das Zeit-Tool erwiesen.

Anhand dieses Tools kann man ersehen in welchen Sparten und Bereichen bis zum Jahr 2030 besonderer Bedarf bestehen wird. Wobei sich die Handhabung als besonders benutzerfreundlich gestaltet. Aus der Benutzung des Fachkräftemonitors lassen sich so mit wenigen Klicks, Tendenzen ersehen, welche wesentlich zur Wahl des richtigen Fachkräftestudiums beitragen können

Quellen:

3. Weiterbildungsgeld

Diese gestaltet sich in Form von finanziellen Zuschüssen und wird jenen gewährt, die sich in einem spezifischen Berufsumfeld weiterbilden möchten. Welches hauptsächlich in all jenen Berufszweigen geschieht, in denen entweder ein gewisser Fachkräftemangel herrscht oder dieser erwartet wird.

4. Bildungsgleitzeitgeld

Zuschüsse dieser Art werden jenen gewährt die aufgrund besonderer Umstände zwar an einer Bildung teilnehmen möchten dies aber a, entweder nur in Teilzeitabschnitten tun können oder b, deren familiären Umfeld es nicht anderes gestattet.

Zuschüsse für Azubis

Zuschüsse und Förderungen für Auszubildende, werden an jene Betriebe (de facto Betriebe, die nach dem Berufsausbildungsgesetz ausbilden dürfen) vergeben. Die Antragstellung wird direkt beim AMS vorgenommen.

Die Voraussetzungen,besondere Fördermodelle

  • 1. Mädchen oder Frauen die eine Ausbildung, sprich eine Lehre absolvieren möchten in denen der Frauenanteil besonders gering ist;
  • 2. Personen (männlich/weiblich), die am Arbeitsmarkt benachteiligt sind;
  • 3. Ausbildungsmodelle die eine verlängerte Ausbildungszeit vorsehen;
  • 4. Personen die älter als 18 Jahre alt sind und bei welchen eine Ausbildung/Lehre eine bessere Chance auf dem Arbeitsmarkt darstellt;
  • 5. Personen die älter als 18 Jahre alt sind und die Schule frühzeitig abgebrochen haben;

Wichtig

Beachtet werden muss das es in Österreich hinsichtlich der Ausbildungsmöglichkeiten für Lehrlinge regionale Unterschiede gibt. Diese sind auf der AMS Homepage ersichtlich.

Wer kann einen Antrag stellen

Insbesondere all jene Betriebe und Unternehmen die nach dem Betriebsausbildungsgesetz, insbesondere in Land- und forstwirtschaftlichen Bereichen, tätig sind. Die Höhe der Zuschüsse wird pauschal und monatlich gewährt.

Die Dauer der Zuschüsse

Diese werden in der Regel für eine maximale Dauer von 3 Jahren gewährt. Ausnahmen bilden jene Ausbildungen/Lehren bei denen der Gesetzgeber eine verlängerte Lehrzeit vorgesehen hat.

Quelle: https://www.ams.at/unternehmen/service-zur-personalsuche/foerderungen

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