AMS Förderungen in Österreich – Bildungsteilzeit, Bildungskarenz, Kurskosten, Lehrausbildung

Beim AMS handelt es sich abgekürzt um den Arbeitsmarktservice in Österreich. Es ist das führende Dienstleistungsunternehmen im Bereich des Arbeitsmarktes. Sie vermitteln den Arbeitskräften offene Stellen und unterstützen die Bewerber in ihrer Eigeninitiative.

Einige Angebote sind Beratung, Information, finanzielle Förderung und Qualifizierung. Letztendlich handelt es sich um eine Art Arbeitsamt wie in Deutschland.

Die AMS agiert im Auftrag der Bundesregierung, des Konsumschutzes und für Arbeit und Soziales.

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Wichtig: Zu Förderungen vom AMS für Ausbildung und Weiterbildung informieren!
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Hauptziel ist die Beseitigung und Verhütung von Arbeitslosigkeit. Damals im Jahr 1994 wurde die damalige AMV ausgegliedert und zur AMS konstituiert. Welche unterschiedlichen Forderungen und Leistungen das AMS bietet, wird im folgenden Artikel erklärt.

Welche Bereiche werden unterstützt? – Förderungen

AMS agiert ganz nach dem Motto: Je besser eine Person ausgebildet ist, umso höher sind die Chancen einen passenden Job zu finden. Dementsprechend wurden die Förderungen in 4 Bereiche unterteilt. Dabei handelt es sich um:

  • 1) Allgemeine Beihilfen
  • 2) Weiterbildung in Bildungsteilzeit oder Bildungskarenz
  • 3) überbetriebliche Lehre sowie Ausbildung in Mangelberufen
  • 4) Unternehmensgründung

Allgemeine Beihilfen

Aus- und Weiterbildungshilfen

Wer arbeitslos ist und während dieser Zeit einen Kurs zur Weiterbildung besuchen möchte, kann sich bei dem AMS melden. Allerdings müssen für den Besuch einige Voraussetzungen erfüllt werden. Zunächst einmal muss man arbeitslos sein.

Danach kann der Kurs helfen besser am Arbeitsmarkt vermittelt zu werden. Nicht vergessen werden sollte, dass das AMS nur Tageskurse fördert. Ab und zu werden je nach Fall auch Menschen mit einem geringeren Einkommen mithilfe der Kurse unterstützt. Außerdem gibt es drei unterschiedliche Arten von Beihilfen:

  • Beihilfe 1) Deckung des Lebensunterhalts
  • Beihilfe 2) Kurskosten
  • Beihilfe 3) Kursnebenkosten

Außerdem gibt es Unterschiede in Sachen Höhe. Bei der Deckung vom Lebensunterhalt wird am meisten Geld benötigt. Diese ist mindestens so hoch wie das Arbeitslosengeld und die Notstandshilfe. Familienzuschläge gehören auch dazu.

Mit dieser Beihilfe sind die Betroffenen kranken-, unfall- und pensionsversichert. Die Kurskosten sowie die entstehenden Nebenkosten werden vollständig von AMS übernommen.

Die Länge der Beihilfe ist unterschiedlich. Meist aber solange, wie die Maßnahme andauert. Unterschieden wird zwischen Einzelmaßnahme und Maßnahmepaket. Für weniger Probleme empfiehlt es sich den Kurs bei einem Berater der AMS frühzeitig zu beantragen.

Förderung der Lehrausbildung

Des Weiteren gibt es die Möglichkeit eine Lehre zu absolvieren. Wer auf der Suche nach einem passenden Betrieb ist, bekommt von der AMS unter bestimmten Voraussetzungen eine Förderung. Zu den Voraussetzungen gehört eine Benachteiligung am Arbeitsmarkt, älter als 18 Jahre sowie die Absolvierung einer Ausbildung mit Teilzeit oder einer verlängerten Lehrzeit.

Je nach Region kann es zu anderen Unterschieden kommen. Beantragt werden kann die Förderung unter anderem von Unternehmen sowie Ausbildungseinrichtungen, die nach dem Berufsbildungsgesetz ausbilden dürfen. Dazu zählen:

  • -> Lehrausbildung
  • -> Teilqualifikation oder
  • -> Lehrausbildung mit verlängerter Lehrzeit

Zudem gibt es einige Bereiche, die von der Förderung ausgenommen sind. Dazu zählt der Bund, politische Parteien sowie alle Anstalten im Sinne des Paragrafen 29 des BAG. Die Höhe erhält als Zuschuss zu den monatlichen Ausbildungskosten.

Unterschieden werden zwischen Mädchen und Frauen sowie Erwachsene mit einer höheren Lehrlingsentschädigung. Bei Zielgruppe 1 sind es maximal 400 € im Monat und bei der zweiten Zielgruppe maximal 900 € im Monat.

Grundsätzlich lässt sich die Förderung 3 Jahre lang zahlen. Allerdings wird sie vom Staat meist für nur 1 Jahr erlaubt. Je nach Fall kann sich bei Lehrlingen mit verlängerter Teilzeit die Förderung über die gesamte Laufzeit erstrecken. Der Antrag finde persönlich bei der AMS statt oder über das eAMS-Konto im Internet.

Weiterbildung in Bildungsteilzeit oder Bildungskarenz

Weiterbildungsgeld

Der zweite Punkt betrifft die Weiterbildung. Nicht selten haben Arbeitnehmer mit ihrem Arbeitgeber eine gesetzliche Bildungskarenz abgeschlossen, wodurch manche Bezüge entfallen. Je nach Situation können die Betroffenen eine Unterstützung vom Staat bekommen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

Der große Vorteil dieser Förderung ist, dass man seinen Arbeitsplatz behält. Arbeitnehmer bleiben auch nach der Karenzzeit ihrem Unternehmen enthalten. Des Weiteren ist eine Aus- oder Weiterbildung während dieses Zeitraums möglich. Die Bildungskarenz erstreckt sich zwischen 1 und 4 Jahren. Prinzipiell gibt es dabei 3 Möglichkeit:

  • Möglichkeit 1:
    Die Person nimmt 1 Jahr Bildungskarenz in Anspruch. Dabei sollte man aber bedenken, dass man in den folgenden 3 Jahren keine weitere Bildungskarenz erhalten kann.
  • Möglichkeit 2:
    Die Bildungskarenz wird in Teilen absolviert. Jeder dieser Teile muss mindestens 2 Monate dauern. Außerdem müssen alle Teile innerhalb der vorgeschriebenen 4 Jahre vollzogen werden.
  • Möglichkeit 3:
    Bei der dritten Möglichkeit werden Bildungskarenz und Bildungsteilzeit miteinander kombiniert.

Weitere Voraussetzungen ist eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer über eine gesetzliche Bildungskarenz. Nur wenn die Bezüge entfallen kann die Förderung in Anspruch genommen werden.

Außerdem muss man mindestens 6 Monate zuvor nicht gearbeitet haben. Jegliche Unterbrechungen in der Weiterbildung müssen mit dem AMS besprochen werden. Sehr wichtig zu erwähnen ist, dass das Bildungsgeld sofort eingestellt wird, wenn es zu keinen Fortschritten kommen sollte. Des Weiteren kann der Staat das Geld zurückfordern, sofern vor Ablauf eine Arbeit aufgenommen wird.

Bildungsteilzeitgeld

Bei diesem Begriff handelt es sich um die Reduzierung der Arbeitszeit, um sich während dieser Zeit aus- oder weiterzubilden. Die Betroffenen erhalten in diesem Fall eine Art Lohnersatz. Die Wochenzeit wird dabei um 25 bis 50 % gekürzt.

Dabei müssen mindestens 10 Stunden pro Woche im Unternehmen gearbeitet werden. Weitere 10 Stunden müssen für die Aus- oder Weiterbildung genutzt werden. Insgesamt muss die Bildungszeit mindestens 4 Monate bis maximal 24 Monate andauern.

Zu den Vorteilen des Bildungsteilzeitgeldes gehört das Behalten des Arbeitsplatzes. Es wird lediglich etwas an der Zeit geschraubt. So haben die Betroffenen trotz ihrer Weiterbildungszeiten stets ein sicheres Einkommen und bleiben dem Unternehmen erhalten. Die Bildungszeit lässt sich innerhalb 2 bis 4 Jahren konsumieren. Auch hier gibt es 3 unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Möglichkeit 1:
    -> durchgehend 2 Jahre
  • Möglichkeit 2:
    -> in Teilen (mind. 4 Monate), maximal 4 Jahre Zeit dafür
  • Möglichkeit 3:
    -> Kombination von Bildungskarenz und Bildungsteilzeitgeld

Zu den Bedingungen gehört eine gesetzliche Vereinbarung einer Karenzzeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Mindestarbeitszeit von 10 Stunden in der Woche. Das gleiche gilt für die Weiterbildung. Erfüllen von Anwartschaft auf das Arbeitslosengeld.

überbetriebliche Lehre sowie Ausbildung in Mangelberufen

überbetriebliche Lehrausbildung

Dann gibt es noch die überbetriebliche Lehrausbildung. Diese kommt dann zum Einsatz, wenn trotz Bemühens keine geeignete Arbeitsstelle gefunden werden konnte.

Dann kann man eine Lehre in einer Schulungseinrichtung beginnen. Wie bereits erwähnt kommt die Lehrausbildung in Frage, wenn keine Lehrstelle gefunden oder eine betriebliche Lehre abgebrochen wurde. In der Lehrausbildung selbst erwarten einem folgende Dinge:

  • Welche Arten von Ausbildungen es gibt
  • Wie der Alltag in den verschiedenen Berufen aussieht
  • Welche Aussicht man persönlich hat

Anschließend wird ein sogenannter Ausbildungsvertrag abgeschlossen und mit der Schulungseinrichtung eine überbetriebliche Lehrausbildung begonnen. Hier gibt es übrigens Sonderformen für benachteiligte Jugendliche.

Diese bekommen entweder mehr Zeit bei ihrem Lehrabschluss oder erwerben nur einen Teil der Qualifikation. Die Ausbildung dauert solange, bis eine Lehrstelle gefunden wurde. Sollte man bis dahin immer noch keine Stelle gefunden haben, dann unterstützt das AMS einen bis zur Lehrabschluss-Prüfung.

Das Einkommen beträgt im 1. und 2. Jahr 332,40 € / Monat. Ab dem 3. Jahr steigt das Einkommen monatlich auf etwa 768,00 €. Ebenfalls bezahlt werden die Ausbildungskosten sowie die Sozialversicherungsbeiträge.

Unternehmensgründung – UGP in Österreich

Der letzte Punkt befasst sich mit dem Bereich der Gründung. Es gibt nämlich auch Personen, die sich in ihrer Arbeitslosigkeit selbstständig machen wollen Hier müssen die Beteiligten während der Vorbereitungsphase arbeitslos sein und eine konkrete Geschäftsidee nachweisen können.

Außerdem müssen berufliche Qualifikationen vorhanden sein, die es erlauben ein Unternehmen zu gründen. Die AMS bietet hierfür eine kostenlose Unternehmensberatung an.

Auch für die notwendigen Ausbildungen werden gesorgt. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt werden, dann sorgt die AMS auch für die Existenz. Das Programm wird in vier unterschiedlichen Phasen eingeteilt.

  • Phase 1 -> Klärung
  • Phase 2 -> Vorbereitung
  • Phase 3 -> Realisierung
  • Phase 4 -> Nachbetreuung

Das Programm erstreckt sich in der Regel auf etwa 6 Monate. In der ersten Phase findet ein klärendes Gespräch statt.

Details zum UGP – Unternehmensgründungsprogramm in Österreich liefert der Ratgeber im Förderportal.

Dort wird geprüft, ob alle Voraussetzungen erfüllt werden können. Danach geht es an die Vorbereitung. Hier begleitet AMS beim Ausarbeiten der Geschäftsidee. Danach wird die Gründung des Unternehmens realisiert. Für weitere Beratung danach ist die Nachbetreuung zuständig.

Fazit

Österreich bietet unterschiedliche Möglichkeiten für eine Förderung an. Letztendlich kommt es auf die individuelle Situation an. Abgedeckt werden Bereiche wie Unternehmungsgründung, Ausbildung, Beihilfen und Lehrausbildungen.

Doch einfach so lassen sich die Förderungen nicht erhalten. Es müssen immer gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. Bei Verheimlichungen oder unsachgemäßer Nutzung kann AMS das Geld zurückfordern oder abstellen. Auch die Zeitdauer unterscheidet sich von Fall zu Fall. In jedem Falle aber kann die AMS zu jederzeit um Hilfe gebeten werden.

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