Arbeitnehmerveranlagung 2017/2018 in Österreich – Lohnsteuerausgleich

Lohnsteuerausgleich 2018 in Österreich – was wird dieses Jahr wichtig?

Der Lohnsteuerausgleich dient dazu, zu viel gezahlte Steuern zurück zu fordern. Nachdem 2016 die Steuerreform in Österreich vollzogen wurde, gab es einige Änderungen was die Lohnsteuer angeht.

Bedingt durch die Steuerreform soll der Lohnsteuerausgleich vereinfacht werden. Bürgerinnen und Bürger, die ein geringes Einkommen haben, sollen davon besonders profitieren und keine Gelder mehr verschenken und von der Reform profitieren.

Was hat sich in Österreich durch die Steuerreform 2016 geändert?

Grundsätzlich hat die Steuerreform 2016 in Österreich dazu beigetragen, dass es komplett neue Steuersätze gibt. Auch die Berechnung der Lohnsteuer hat sich seit 2016 geändert, was beim Lohnsteuerausgleich für 2017 zu berücksichtigen ist.

Gerade Verdiener der mittleren Einkommensklassen sollen von der neuen Einkommenssteuerreform profitieren und weniger Steuern zahlen.

Spitzenverdiener hingegen müssen bedingt durch die Steuerreform etwas tiefer in die Tasche greifen. Dies wird deutlich, wenn die Steuersätze in den oberen Gehaltsklassen etwas genauer unter die Lupe genommen werden.

Ratgeber Lohnsteuerausgleich 2017 – wie viel Steuern muss ich zahlen?

Seit Januar 2016 gelten in Österreich andere Steuersätze, bzw. je nach Einkommen variiert die Steuer zum Teil deutlich.

Der Steuersatz beginnt bei 0% in der niedrigsten Einkommensstufe (so genannte Geringverdiener) und reicht bis zu 55% Lohnsteuer in der höchsten Einkommensstufe (so genannte Spitzenverdiener).

Wir nennen einige Beispiele inklusive Gehalt und entsprechendem Steuersatz für die Lohnsteuer.

Je nach Gehaltsklasse werden in Österreich unterschiedliche Einkommenssteuersätze verrechnet. Wer nur ein geringfügiges Einkommen hat und im Jahr auf 11.000 Euro oder darunter kommt, muss derzeit 0% Einkommenssteuer zahlen.

Sollte jemand z.B. aus Aushilfe in einer Bäckerei arbeiten, oder Zeitungen austragen, ist es meist in dieser Gehaltsklasse. Anzumerken ist, dass falls doch Lohnsteuer abgezogen wird, diese am Jahresende über den Lohnsteuerausgleich zurückgefordert werden kann.

Wer einen Job mit einem Jahreseinkommen von 11.000 bis 18.000 Euro hat, muss eine Steuer in Höhe von 25% bezahlen. Bei einem Gehalt von 18.000 bis 25.000 Euro beläuft sich der Steuersatz auf 35% und bis 31.000 Euro liegt er ebenfalls bei 35%.

Beispiel: 35% Einkommenssteuer – wer muss diese zahlen?

Zahlreiche Jobs im Bereich Call Center, Krankenhäuser, Pflege sowie im Hotel- und Gastrogewerbe erhalten im Jahr ein Einkommen von etwa 25.000 bis 35.000 Euro brutto.

Abhängig ist das Einkommen zum Beispiel davon, ob sie eine 100% Stelle ausüben, oder nur in Teilzeit arbeiten. Wer hier ein entsprechendes Einkommen hat, muss mit einer steuerlichen Belastung in Höhe von 35% rechnen.

  • Mitarbeiter in Call Center
  • Pflegepersonal in Krankenhäusern
  • Hotelpersonal
  • Personal in der Gastronomie

Beispiel: 31.000 bis 60.000 Euro Einkommen – 42% Lohnsteuer

Wer in dieser Gruppe arbeitet, muss mit einem Einkommen in Höhe von bis zu 60.000 Euro mit einer Lohnsteuer von 42% rechnen.

Es gibt zahlreiche Berufe, die in die entsprechende Steuerklasse fallen und bei denen das entsprechende Einkommen mit 42% zu besteuern ist.

  • Lehrer im Sekundarbereich
  • Vertriebler mit Berufserfahrungen
  • Ingenieur
  • Logistik (Führungskraft)
  • Angstellte Ärzte
  • Softwareentwickler in der IT
  • Angestellte einer Bank

Es gibt eine große Anzahl an Berufen, die in der Gruppe mit 42% Lohnsteuer ausgeübt werden können.

Beispiel: 60.000 bis 90.000 Euro Gehalt – 48% Lohnsteuer

Wer ein jährliches Gehalt in Höhe von 60.000 bis 90.000 Euro erhält, muss in Österreich eine Lohnsteuer von 48% bezahlen. Dies trifft vor allem auf Führungskräfte zu, die in den meisten Fällen eine Personalverantwortung tragen.

Im Bereich Vertrieb sowie im Bereich Kommunikation oder Marketing ist es durchaus üblich, dass entsprechende Jahresgehälter von mehr als 60.000 Euro gezahlt werden.

Auch im Bereich Finanzen können Abteilungsleiter oder leitende Angestellte durchaus in den Genuss kommen, ein Gehalt von deutlich über 60.000 Euro im Jahr brutto zu verdienen.

  • Leitende Angestellte in den Bereichen Finanzen, Pharma und Naturwissenschaften
  • Leitende Vertriebsmitarbeiter und Manager mittlerer Ebenen
  • Abteilungsleiter z.B. in Banken

Die Gehaltsunterschiede in Österreich sind zum Teil je nach Branche sehr unterschiedlich. Traditionell gut wird im Bereich Versicherung sowie in den Bereichen Pharma und Naturwissenschaften gezahlt.

Wer ein Gehalt von 90.000 bis 1 Millionen Euro verdient, muss mit einer Lohnsteuer in Höhe von 50% rechnen. Darüber hinaus gibt es bei einem Gehalt von mehr als 1 Millionen Euro eine steuerliche Belastung in Höhe von 55% bedingt durch die Lohnsteuer

Beispiel 90.000 bis 1 Millionen Euro Gehalt – wer zahlt in Österreich 50% Lohnsteuer?

In Österreich müssen alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen die ein Gehalt von mehr als 90.000 Euro im Jahr brutto verdienen mindestens eine Lohnsteuer in Höhe von 55% bezahlen.

Das bedeutet, dass die Hälfte des Gehaltes mindestens an Steuern abgeführt wird. Wer verdient in Österreich so viel?

  • Manager
  • Geschäftsführer
  • Selbstständige
  • Unternehmensberater
  • Spitzenbanker

Es gibt einige Branchen, in denen in Österreich besonders hohe Gehälter gezahlt werden. In der Regel handelt es sich dabei um Berufe, die mit besonders viel Verantwortung verknüpft sind.

Wer zum Beispiel recht für Mitarbeiter oder hohe Geldsummen verantwortlich ist, wird dafür meist ordentlich entlohnt. Auch Selbstständige können mit dem richtigen Business und guten Ideen ein jährliches Gehalt von mehr als 90.000 Euro erzielen.

Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass sie sich selbst um ihre Versicherungen und ihre Altersvorsorge kümmern müssen.

Wie viel Lohnsteuer muss ich bezahlen? – ein Beispiel!

Ein Angestellter verdient in Österreich Brutto ein Gehalt in Höhe von 64.500 Euro im Jahr. Das bedeutet, er verdient im Monat Brutto ein Gehalt in Höhe von 64.500 Euro : 12 = 5.375 Euro.

Damit ist der bereits in einer der höheren Steuerklassen und mit eine Lohnsteuer in Höhe von 48% bezahlen. In Bezug auf sein Gesamteinkommen bedeutet dies, dass er z.B. für das Jahr 2017 eine Lohnsteuer in Höhe von 64.500 Euro * 0,48 = 30.960 Euro bezahlen muss.

Damit ergibt sich ein Netto Lohn in Höhe von 33.540 Euro für das gesamte Jahr 2017. Auf den einzelnen Monat gerechnet wird Netto ein Lohn in Höhe von 33.540 Euro : 12 = 2.795 Euro verdient.

  • Brutto Gehalt: 64.500 Euro im Jahr
  • Daraus resultierende Lohnsteuer: 48%
  • Zu zahlende Lohnsteuer: 30.960 Euro im Jahr

Nach Abzug der Lohnsteuer bleiben:

  • Netto Jahresgehalt: 33.540 Euro
  • Monatliches Netto Gehalt: 2.795 Euro

Wichtig: Zu berücksichtigen ist, dass auch die Sozialabgaben (!) wie z.B. die Arbeitslosenversicherung oder die Krankenversicherung hier noch abgezogen werden müssen.

Wann kann ich den Lohnsteuerausgleich für 2017 erledigen?

Wer seine Steuererklärung inkl. Lohnsteuerausgleich für das Jahr 2017 durchführen möchte, kann die entsprechenden Formulare bereits ab dem 1. Jänner 2018 ausfüllen und an das Finanzamt transferieren.

In vielen Fällen verzögert sich die Abgabe der Unterlagen aber, weil zum Beispiel noch Bestätigungen von Krankenversicherungen oder vom Arbeitgeber abzuwarten sind.

Wie lange dauert die Bearbeitung der Lohnsteuer in Österreich?

Das ist vollkommen davon abhängig, wie viele Rückfragen es gibt und was alles bei der Lohnsteuer zu berücksichtigen ist.

Sollte es zu Rückfragen kommen, die schriftlich beantwortet werden müssen, dauert dieser Prozess in der Regel mehrere Monate. Anzumerken ist, dass das Formular L1 im System deutlich schneller funktioniert, als wenn alles über den Papierweg manuell abgewickelt werden soll.

Lohnsteuerausgleich 2017 – was kann ich von der Steuer abschreiben?

Im Zuge der Steuerreform 2016 hat sich in Österreich einiges geändert. Wer einen Lohnsteuerausgleich durchführen möchte, sollte daher genau wissen, was er abschreiben kann und was vom Finanzamt akzeptiert wird.

  • Werbungskosten
  • Fortbildungskosten
  • Ausbildungskosten
  • Pendlerkosten
  • Büromaterial
  • Pflegekosten
  • Kinderbetreuungskosten
  • Handy, Telefon und Internetkosten

Die Kosten, die von der Steuer abgezogen werden müssen, erstrecken sich über viele Bereiche. Einige Kosten müssen einen Bezug zum ausgeübten Beruf, bzw. zum Einkommen haben.

Bei anderen Kosten handelt es sich um Kosten, die mit sozialen Themen, wie zum Beispiel der Pflege von Angehörigen oder der Betreuung von Kinder zu tun haben.

Wer Werbungskosten geltend machen möchte, kann diese z.B. sehr gut im Zusammenhang mit seinem Beruf geltend machen. Als perfektes Beispiel sind Fortbildungen, oder Dienstreisen zu nennen, die nicht durch den Arbeitgeber bezahlt werden.

Beispiel 1: Fortbildungskosten – der Seminarbesuch des Herrn Meyer

Herr Meyer arbeitet in Österreich in einem großen IT Unternehmen. Regelmäßig möchte er sich fortbilden und zwar auch außerhalb der Arbeitszeit. Die daraus entstandenen Kosten werden ihm durch seinen Arbeitgeber nicht erstattet.

Herr Meyer fährt 1x im Jahr von Graz nach Wien zu einer großen IT Konferenz, um sich über neuste Programmiersprachen und Trends der Branche zu informieren. Das daraus gewonnene Wissen setzt er ein, um zum Beispiel auf der Arbeit Prozesse zu optimieren.

Die Fahrtkosten, Eintrittskosten zur IT Konferenz sowie die Verpflegungspauschale kann Herr Meyer in seinem Lohnsteuerausgleich geltend machen und somit entsprechend von der Steuer abziehen.

Beispiel 2: Büromaterial – das Telefon für berufliche Telefonate

Frau Telebims arbeitet in einem großen Verlagshaus. Viele ihrer beruflichen Telefonate führt sie nicht nur auf der Arbeit, sondern darüber hinaus auch gerne zu Hause.

Um regelmäßig Informationen zu neuen Publikationen und Büchern zu erhalten, hat sie sich ein eigenes Telefon angeschafft, das sie nur für ihren Beruf nutzt. Dieses Telefon wurde durch ihren Arbeitgeber nicht bezahlt, sondern sie hat es aus ihren privaten Mitteln bezahlt.

Folglich kann frau Telebims den Kaufpreis für das Telefon sowie die Kosten für die beruflich anfallenden Telefonate ebenfalls steuerlich geltend machen.

Beispiel 3: Der Seminarbesuch des Försters Heinrich

Förster Heinrich arbeitet in der Steiermark und hat einen eigenen kleinen Wald, den er betreut. Regelmäßig trifft er sich mit anderen Förstern und nimmt auch an Seminaren teil, um sein Wissen im Fortschutz weiter ausbauen zu können.

2x im Jahr nimmt Förster Heinrich an einem Seminar teil, dass dazu dient, sein Wissen im Fortschutz auszubauen und die neuen Kenntnisse kann er effektiv in seiner täglichen Arbeit gebrauchen.

Die Kosten dafür werden ihm durch seinen Arbeitgeber nicht erstattet. Er kann sie jedoch im Lohnsteuerausgleich geltend machen. Die Fahrtkosten, Kosten für eine Übernachtung sowie Verpflegungspauschalen und die Eintrittskosten für das Seminar können gegenüber dem Finanzamt nachgewiesen werden und steuerlich geltend gemacht werden.

Wie widerspreche ich dem Lohnsteuerbescheid?

Nachdem die entsprechenden Unterlagen zum Lohnsteuerausgleich an das Finanzamt gesendet wurden, antwortet dieses meist binnen weniger Wochen und schickt den Lohnsteuerbescheid zu.

Aus diesem geht hervor, welche Angaben von Seiten des Finanzamtes akzeptiert wurden und natürlich auch, wie das Finanzamt mit den Angaben umgegangen ist.

Sollte es Rückfragen geben, oder z.B. bestimmte Angaben nicht akzeptiert worden sein, so wird dies von Seiten des Finanzamtes meist schriftlich begründet. Nicht selten werden hierzu Gerichtsurteile herangezogen.

Wer mit seinem Lohnsteuerbescheid nicht zufrieden ist, oder z.B. Dokumente oder Belege vorlegen möchte, kann dem entsprechenden Schreiben widersprechen. Der Widerspruch ist in jedem Fall schriftlich durchzuführen.

Es ist wichtig, dass innerhalb der angegebenen Frist widersprochen wird, damit der Widerspruch auch vom zuständigen Finanzamt bearbeitet werden kann.

Die große Steuerreform 2016 war nach 7 Jahren längst überfällig. Der Mittelstand musste entlastet werden. Dies hat bei den ersten Blicken auf die Lohnzettel der Österreicherinnen und Österreicher auch funktioniert.

Doch wenn Euros beim Lohnsteuerausgleich verschenkt werden, dann relativiert sich dieser Effekt relativ schnell. Deshalb müssen gerade bei der ANV 2017 viele der neuen Bestimmungen peinlich genau beachtet werden, damit der Fiskus nicht mehr bekommt, als im zusteht.

Außerdem tritt in diesem Jahr noch eine weitere Änderung in Kraft, welche eine Vereinfachung der Arbeitnehmerveranlagung mit sich bringen soll, denn gerade Personen mit geringem Einkommen haben nicht immer das volle Potential der Steuererklärung ausgenutzt und ohne Antrag viel Geld verschenkt.

Tipp: Jeder kann übrigens über FinanzOnline einfach und schnell selbst die ANV einreichen.

Was waren die wichtigsten Änderungen der Reform 2016 für die ANV?

Im Jahr 2017 muss das erste Mal gemäß den neuen Regeln der Steuerreform veranlagt werden. Deshalb sollten alle Änderungen erneut ins Gedächtnis gerufen werden, wenn sich kein Steuerberater um die Arbeitnehmerveranlagung kümmert.

Diese Bestimmungen werden auch noch einige Zeit gelten, wenn man sich die Frequenz der Steuerreformen vor Augen führt, die nur alle paar Jahre durchgeführt werden. Diese Tipps behalten folglich ihre Gültigkeit.

Die offensichtlichste Veränderung ist bestimmt die Verschiebung und Erweiterung der Steuerklassen, aber für die ANV selbst besitzen andere Punkte größere Bedeutung, da es bei der Veranlagung um die Verringerung der Bemessungsgrundlage geht, um dann später in eine möglichst günstige Steuerklasse zu fallen:

  • Einkommen bis 11.000 Euro: 0 Prozent
  • 11.000 Euro bis 18.000 Euro: 25 Prozent
  • 18.000 Euro bis 31.000 Euro: 35 Prozent
  • 31.000 Euro bis 60.000 Euro: 42 Prozent
  • 60.000 Euro bis 90.000 Euro: 48 Prozent
  • 90.000 Euro bis 1 Million: 50 Prozent
  • über 1 Million: 55 Prozent

Hinweis: Als Grundlage für die Einstufung wird das steuerpflichtige Einkommen herangezogen und das ergibt sich eben durch die ANV. Die Berechnung erfolgt dann immer gestaffelt. Für die ersten 11.000 werden folglich immer 0 Prozentpunkte verrechnet.

Für die nächsten 7.000 die veranschlagten 25 Prozent und so weiter. So würde sich die Steuer bei einer Bemessungsgrundlage von 20.000 folgendermaßen zusammensetzen: 11.000 x 0 + 7.000 x 0,25 + 2.000 x 35 = 2.450

Doppelter Kinderfreibetrag

Um das steuerliche Einkommen möglichst effizient zu verringern, müssen die Änderungen bei den Freibeträgen und Sonderausgaben beachtet werden.

Besonders kinderreiche Haushalte profitieren von der Reform. Der Kinderfreibetrag wurde verdoppelt und beträgt 440 Euro pro Kind, wenn nur ein Elternteil arbeitet.

Sollten beide Elternteile berufstätig sein, wird der Betrag gesplittet und beträgt dann 300 Euro pro Kind und Elternteil. Im Gegenzug fallen zwar die Topfsonderausgaben ab mindestens drei Kindern weg, aber gesamt gesehen ist dies durchaus eine Verbesserung bei der Arbeitnehmerveranlagung für Familien.

Negative Veränderungen betrafen vor allem Vermögensanlagen, welche früher steuerlich geltend gemacht werden konnten. Das beste Beispiel wäre die klassische Lebensversicherung (in erster Linie Erlebensversicherung), die früher neben dem Bausparen gerne als sichere Vermögensanlage genutzt wurden. Der große Vorteil war nicht die Rendite, sondern die steuerliche Absetzbarkeit. Dies fällt nun für neue Verträge weg. Somit dürften wir einen wesentlich Rückgang der Neuabschlüsse in diesem Bereich verzeichnen. Bestehende Verträge können aber noch bis zum Jahr 2020 in der Arbeitnehmerveranlagung berücksichtigt werden.

Ebenfalls vorteilhaft wurde die Berechnung der sogenannten Negativsteuer novelliert. Dieses Konzept betrifft Personen, die zwar genug verdienen um in die Sozialversicherung einzuzahlen, aber keine Lohnsteuer bezahlen müssen, da ihr Einkommen nach Abzug aller Werbungskosten, Spenden und Freibeträge unter 11.000 liegt.

In diesen Fällen fällt eine Negativsteuer an, die wesentlich durch die Steuerreform 2016 erhöht wurde. Zuvor wurden 10 % der Sozialversicherungsbeiträge und maximal 110 zurückgezahlt.

Mittlerweile handelt es sich um 40 % und 400 maximal pro Jahr. Dieser Betrag kann sogar noch durch diverse Situationen, wie das Anrecht auf die Pendlerpauschale erhöht werden. Zudem wird nun sicher gestellt, dass jeder diese Negativsteuer auch erhält.

Was ist die Einführung der antragslosen Veranlagung?

Unter bestimmten Voraussetzungen muss ab dem Jahr 2017 kein Lohnsteuerausgleich mehr durchgeführt werden:

  • Es wurde nur Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit generiert oder diese Annahme ist zumindest wahrscheinlich.
  • Es ist von einer Steuergutschrift auszugehen.
  • Die Bankverbindung des Steuerzahlers ist bekannt.
  • Es wurde bis zum 30. Juni des jeweiligen Jahres noch keine Arbeitnehmerveranlagung eingereicht.
  • Die Bankverbindung des Steuerzahlers ist dem Finanzamt bekannt.
  • Die Einkünfte und die üblichen Sonderzahlungen sind bekannt.

Sofern all dies zutrifft, führt das Finanzamt ab 2017 automatisch eine Arbeitnehmerveranlagung durch. Nur wer bisher immer eine Reihe von besonderen Sonderausgaben oder Spenden anführte, sollte dies weiterhin tun.

Diese Praxis soll in erster Linie den Menschen helfen, die bisher die Einreichung der ANV versäumten und so Geld verschenkten. Vor allem Personen ohne die Pflicht Lohnsteuern zu zahlen, da sie weniger als 11.000 im Jahr verdienten, gehören zu dieser Gruppe. Sie verschenkten nämlich die Negativsteuer und damit soll mit dem Lohnsteuerausgleich 2017 Schluss sein.

AK: Riesenlücke beim automatischen Steuerausgleich

Durch die mit der Steuerreform eingeführte automatische Veranlagung (Steuerausgleich) haben die Steuerpflichtigen in Summe über 160 Millionen Euro zurückbekommen. Die AK macht allerdings auf eine Riesenlücke aufmerksam.

Wichtig: Der Lohnsteuerausgleich für 2012 ist nur noch bis 31.Dezember 2017 möglich, sollte also möglichst rasch durchgeführt werden!

Jahr für Jahr lassen die Beschäftigten viel Geld liegen, indem sie keine Veranlagung durchführen. „Durch die von der AK lange geforderte und mit der Steuerreform 2016 eingeführte automatische Veranlagung hat sich diese Bilanz deutlich verbessert“, freut sich AK-Präsident Josef Pesserl.

Automatische Gutschrift für Steuerpflichtige

Konkret hat das Finanzministerium 850.000 Briefe an Steuerzahlerinnen und Steuerzahler versendet, die ein Guthaben für 2016 hätten, aber bis Juni 2017 noch keinen Antrag abgegeben hatten. Im Schnitt wurden auf diesem Weg 234 Euro pro Steuerpflichtigem gutgeschrieben.

Wichtig: Geld zurückholen durch Lohnsteuerausgleich

Keine rückwirkende automatische Veranlagung

Diese für die AK an sich erfreuliche Bilanz hat aber einen Haken. AKSteuerexperte Bernhard Koller macht darauf aufmerksam, dass die Arbeitnehmerveranlagung fünf Jahre rückwirkend durchgeführt werden kann. Ein Fakt, der bei der automatischen Veranlagung offensichtlich „übersehen“ worden sei.

Lohnsteuerausgleich 2017/2018 rückwirkend für 2012-2015 durchführen

AK-Präsident Pesserl empfiehlt daher jenen Steuerpflichtigen, die heuer automatisch veranlagt wurden und in den vorhergegangenen Jahren keine Veranlagung durchgeführt haben, diese rückwirkend für 2012 bis 2015 nachzuholen: „Hochgerechnet geht es dabei um bis zu einer Milliarde Euro, die die Betroffenen liegen lassen“.

Die Zeit drängt: Die Veranlagung für 2012 ist nur noch bis 31. Dezember möglich.

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Kommentare

  1. Gabriele Spang says:

    Eine Vertiefung hinsichtlich Absetzbarkeit von Kosten für Pflege naher Angehöriger wäre wünschenswert. Kann ich z.B. die Benzinkosten für Fahrten zu der zu pflegenden Person absetzen, was muss ich dazu belegen. Oder eine Liste der Kosten, die man in diesem Zusammenhang absetzen kann.

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