Ausbildung zum Tierschutzqualifizierten Hundetrainer

Wer sich zu einem Tierschutzqualifizierten Hundetrainer ausbilden lassen möchte, benötigt bestimmte Voraussetzungen.

Er muss eine theoretische und praktische Prüfung bei der Koordinierungsstelle absolvieren und die Ausbildung von Hunden so gestalten, dass ein gutes Sozialverhalten der Hunde gegenüber Menschen und anderen Hunden gefördert wird.

Ausbildung zum HundetrainerIn

In der Verordnung des Bundesministers für Gesundheit hinsichtlich näherer Bestimmungen über die tierschutzkonforme Ausbildung von Hunden ist definiert, dass sich nur Personen als „Tierschutzqualifizierte Hundetrainer“ bezeichnen und ein spezielles Gütesiegel führen dürfen, die

  • eine Ausbildung des Hundes tierschutzkonform durchführen, eigenberechtigt und zur Haltung von Tieren gemäß § 12 Tierschutzgesetz geeignet sind.
  • Die erforderliche Qualifikation nachweisen können, d.h. mindestens zwei Jahre praktische Erfahrung in der tierschutzkonformen Arbeit mit Hunden aufweisen und
  • die Prüfung zum Tierschutzqualifizierten Hundetrainer positiv absolviert haben.
  • Natürlich darf man auf keinen Fall wegen tierquälerischen Verhaltens von einem Gericht oder einer Verwaltungsbehörde rechtskräftig verurteilt bzw. bestraft worden sein.

Freies Gewerbe Tiertraining

Tiertraining ist ein freies Gewerbe in Österreich, das sich nach den Bestimmungen der Gewerbeordnung richtet. Diese fällt in die Zuständigkeit des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft. Meistens sind Hundetrainer in Hundeschulen tätig oder als sogenannte „Mobile Hundetrainer“ direkt bei ihren Kunden vor Ort im Einsatz. Das Gütesiegel „Tierschutzqualifizierte HundetrainerIn“ ist eine freiwillige Zusatzprüfung.

Hundetraining sieht Mensch und Hund als Team

Worauf legen Tierschutzqualifizierten Hundetrainer besonderen Wert? Sie gehen als Hundetrainer auf rassespezifische und individuelle Eigenschaften der Hunde ein und stimmen die Ausbildung der Vierbeiner auf die körperlichen und geistigen Lernvoraussetzungen ab.

Vorgeschrieben ist eine maximale Anzahl von 10 Hunden in einer Gruppe. Empfohlen wird aber eine Gruppengröße von sechs Hunden. Tierschutzqualifizierte Hundetrainer arbeiten nach dem Prinzip, dass im Hundetraining immer Mensch und Hund als Team zu sehen sind. Genau sind auch die Richtlinien für Ausrüstungsgegenstände für den Hund festgelegt:

  • 1. Erstens müssen diese den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.
  • 2. Die im Tierschutzgesetz (§ 5 Abs. 2 Punkte3a und 3b) angeführten Hilfsmittel in der Hundeerziehung wie Stachelhalsbänder, Korallenhalsbänder, elektrische Dressurgeräte und chemische Dressurgeräte sind verboten. Wird ein Kursteilnehmer mit diesen erwischt, verliert der Hundetrainer seine Lizenz!
  • 3. Verboten ist die Verwendung von Geräten, die mittels Setzung von Strafreizen das Verhalten des Hundes beeinflussen. Dazu zählen beispielsweise das sogenannte Schweizer Band oder Reepschnur, Eingliedrige Kettenhalsbänder auf Zug, Discs, Fisher Discs und Wasserspritzen.

Wie läuft die Prüfung ab?

Die Prüfung zum Tierschutzqualifizierten Hundetrainer findet am Campus des Veterinärmedizinischen Universität in Wien statt. Dazu ist es notwendig seinen eigenen Hund mitzunehmen. Die Themenbereiche sind in 4 Abschnitte gegliedert. Angefangen von der Veterinärmedizin, Ethologie und Verhalten über Ausbildung / Kognition bis zu Recht und Mensch-Tier-Beziehung.

Um die theoretische Prüfung erfolgreich zu absolvieren, müssen von den 96 Fragen in den 4 Abschnitten, zwei Drittel richtig beantwortet werden. Erst wenn ein Teilnehmer diese theoretische Prüfung bestanden hat, kann er zum praktischen Teil antreten. Die praktische Prüfung wiederum besteht aus 4 Ausgabenstellungen, die aus einem Pool von Fragen ausgelost werden. Sobald diese alle positiv gelöst wurden, hat man die Prüfung zum Tierschutzqualifizierten Hundetrainer erfolgreich bestanden.

Die Prüfungskommision selbst besteht aus 3 Sachverständigen: Einem Wissenschafter, der auf Gebieten gemäß §7 Abs.1 Z 10 sowie 14 der Verordnung hinsichtlich näherer Bestimmungen über die tierschutzkonforme Ausbildung von Hunden tätig ist. Einem Hundetrainer mit Tierschutzkompetenz und Erfahrung in der Aus- und Weiterbildung von Hundetrainerinnen bzw. Hundetrainern sowie einer Person mit fachlich fundiertem Tierschutzwissen und veterinärmedizinischen oder verhaltensbiologischen Kenntnissen wie Amtstierärzte oder Tierschutzombudsleute.

Was kostet die Prüfung?

  • Prüfungsgebühr: 340 €
  • Zertifikat Ausstellungsgebühr: 50 €
  • Lizenzgebühr: 10 € pro Monat

Zusammengefasst sind in der Prüfungsgebühr unter anderem die Durchführung der Prüfung, Honorare und Reisekosten der Prüfer sowie eine Eintragung der Prüfungsergebnisse in die Datenbank der Koordinierungsstelle enthalten.

Das Zertifikat erhalten die Absolventen in Form eines Gütesiegels als Anstecknadel per Post zugeschickt. Die Lizenzgebühr soll beispielsweise die Wartung einer Homepage beziehungsweise der Datenbank, Vor Ort Kontrollen und Marketing abdecken.

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