Betriebliche Altersvorsorge in Österreich – Anbieter & Steuer

Altersvorsorge Erhöhung des Lebensstandards

Die Altersvorsorge in Österreich ist in drei Säulen aufgebaut. Die Altersvorsorge gilt als die zweite Säule. Es gibt die gesetzliche, die betriebliche und die private Altersvorsorge. Die betriebliche Altersvorsorge wird nachfolgend erläutert.

Wichtig: Die betriebliche Vorsorge bietet viele Vorteile im Alter

Die betriebliche und auch private Altersvorsorge sorgt für den gewohnten Lebensstandard, der vor Pensionsantritt bestand. Seit dem Jahre 1990 existiert die betriebliche Altersvorsorge in Österreich. Arbeitsrechtliche Vorschriften sind zu beachten. Die betriebliche Altersvorsorge ist sozusagen ein „Bonus“ vom Arbeitgeber. Noch existiert keine Verpflichtung der Vorsorge.

Drei Alternativen sind möglich, und zwar:

  • Der Arbeitgeber kann im Einklang des Arbeitsverhältnisses in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat einen Kollektivvertrag,
  • eine Betriebsvereinbarung,
  • eine Vereinbarung darüber hinaus über eine Alters-, Hinterbliebenen- oder eventuelle Invaliditätsvorsorge abschließen.

Die Frage tritt auf, ob der Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge von der Dauer des Arbeitsverhältnisses abhängig ist. Die Richtlinien sind unterschiedlich und hängen von der Art der zugesagten Betriebspension ab.

Die Möglichkeit für den Arbeitgeber besteht, dass erst nach einer bestimmten Zeitspanne des Eintritts ins Beschäftigungsverhältnis die Zusage für eine Altersvorsorge gemacht wird. Eine Wartezeit ist auch in manchen Unternehmen Voraussetzung.

Wird das Arbeitsverhältnis vor Beendigung der Wartezeit gekündigt, besteht keinerlei Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge. In dem Falle, wenn der Arbeitgeber Beiträge in eine Pensionskasse zahlt, kann eine Wartezeit vereinbart werden.

Meist handelt es sich um drei Jahre. Wenn das Arbeitsverhältnis vorher erlischt, besteht keinerlei Anspruch auf Betriebspension. Beim Abschluss der Lebensversicherung bleiben dem Arbeitnehmer die Ansprüche auf die Versicherungsleistung ohne Einfluss auf die Dauer der Beschäftigung.

Betriebliche Vorsorge – Firmenpolitik

Selbstverständlich ist die betriebliche Vorsorge ein Hilfsmittel in der Personalpolitik. Nicht nur die gesellschaftliche Verantwortung, auch das Unternehmen selbst wird als begehrter Arbeitgeber angesehen. Junge dynamische Mitarbeiter bewerben sich, was im Sinne der Firmenpolitik ist.

Die zusätzliche finanzielle und solide Vorsorge für die Zukunft ist für viele junge Menschen ein Anreiz. Der Arbeitgeber sollte in seinen Überlegungen einfließen lassen, dass es unterschiedliche Berechnungen in der Altersvorsorge gibt, denn das letzte aktive Einkommen entscheidet über die Höhe der Pensionszahlung.

Ein weiterer Vorteil beinhaltet die betriebliche Altersvorsorge, und zwar ebenfalls die finanzielle Sicherheit der Führungskräfte zu berücksichtigen. Der Erfolg dieser Gedanken ist allerdings von der Einstellung des Unternehmens und vom Willen der Beteiligten abhängig.

Erläuterungen zur Pensionskasse

Die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber mit einer Pensionskasse einen Vertrag abschließt, ist natürlich gegeben. Die Beiträge sind auch bei einem Insolvenzvertrag abgesichert, allerdings kann dann der Arbeitgeber nicht mehr auf die gezahlten Beiträge zugreifen. Die Pensionskasse zahlt dem Arbeitnehmer ab Pensionierung einen Zuschuss. Es gibt zwei Alternativen, die leistungsbezogene und die beitragsbezogene Zuzahlung.

Bei der leistungsbezogenen Zusage sind selbstverständlich die Arbeitsjahre maßgebend. Die Arbeitgeber drängen auf eine beitragsbezogene Variante. An dieser Stelle verpflichtet sich der Arbeitgeber zur Zahlung festgesetzter Beiträge, jedoch die Leistungshöhe wird nicht festgesetzt. Die Beiträge sind die Kalkulationsfaktoren. Eine Kapitalabfindung ist in dieser Variante nicht gegeben; in Ausnahmefällen wird der Auszahlungsbetrag in Höhe von 11.200 Euro nicht überschritten.

Betriebliche Kollektivversicherung

Die betriebliche Kollektivversicherung sieht prinzipiell eine Rentenlösung mit Kapitalverzehr vor. Diese Variante nennt sich eine Gruppenrentenversicherung. Das System arbeitet nach den Richtlinien der Pensionskassen, meist jedoch in Form von Lebensversicherungen. Das bedeutet etwas klarer ausgedrückt, dass Kapitalabfindungen nur begrenzt erlaubt sind. Ein Wechsel zwischen Pensionskasse und betrieblicher Kollektivversicherung ist vonseiten des Arbeitgebers machbar, jedoch muss eine einjährige Kündigungsfrist eingehalten werden.

Wenn es zur Auszahlung (Pension) kommt, kann auch eine individuelle Kapitalübertragung in das andere System zur Verrentung unter bestimmten Bedingungen durchgeführt werden. Wenn eine Versicherungsgesellschaft hinzugezogen wird, sind die Beiträge, die für den Arbeitgeber anfallen, lohnnebenkostenfrei und können als Betriebsausgaben abgesetzt werden.

Die Vorteile einer herkömmlichen Lebensversicherung können in diesem Falle bei der Kollektivversicherung ebenfalls genutzt werden. Der Arbeitgeber kann sich verpflichten, Prämien für den Mitarbeiter in eine abgeschlossene Lebensversicherung einzuzahlen. Die Beiträge sind lohnsteuerfrei und werden gleichzeitig nicht als Sozialversicherung gehandhabt. Für diese Alternative fallen Vorteile ins Gewicht:

  • Die Beiträge sind lohnnebenkostenfrei, Vorteil für den Arbeitgeber.
  • Als Betriebsausgaben können die Beiträge sofort abgesetzt werden.
  • Diese Versicherung ist während des Ansparens lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Erst bei Inanspruchnahme und Pensionsantritt werden Steuern erhoben.
  • Die Erhöhung der Pension kann durch freiwillige höhere Beiträge des Arbeitnehmers erfolgen. Diese Ausgaben werden staatlich gefördert.

Die Kollektivversicherung garantiert eine Fixverzinsung bei gleichbleibenden Rechnungsgrundlagen. Das Ergebnis ist eine lebenslang garantierte Rente für den Arbeitnehmer.

Betriebspension

Die Betriebspension ist eine optimale Absicherung durch ihre Stabilität. Die Beiträge sind bei Eintritt der Rentenphase bereits eingezahlt. Künftige Generationen werden nicht belastet. Die Pensionskassen verwalten das Kapital der Betriebspensionen österreichischer Unternehmen.

Nicht nur große Unternehmen, auch kleinere mittelständische Unternehmen nehmen die Leistungen der Pensionskassen in Anspruch. Viele Unternehmen sehen in dieser Lösung eine stärkere Bindung der Arbeitnehmer an den Konzern. Die betriebliche Altersvorsorge sorgt dafür, dass gute und kompetente Mitarbeiter Jahrzehnte beim Unternehmen bleiben und sich nicht nach einer anderen Beschäftigung umsehen.

Lebensversicherung als Pensionssicherheit

Eine weitere Alternative der Altersvorsorge bieten manche Firmen ihren Mitarbeitern in Form einer Versicherung. An dieser Stelle werden Lebensversicherungen für die Mitarbeiter abgeschlossen.

Die Fälligkeit erfolgt mit Antritt der Pension. Es gibt Unternehmen, die ihren Mitarbeitern direkte Pensionszusagen machen. Rückstellungen müssen von der Firma gebildet werden, um die Zusatzpensionen zu gewährleisten. Das Risiko ist allerdings dahingehend, dass im Konkursfall des Unternehmens diese Pensionen nicht mehr gezahlt werden können.

Vorteile des Arbeitgebers

Das Unternehmen spart Steuern und Sozialabgaben, wenn es eine Altersvorsorge für die Mitarbeiter einrichtet. Die betriebliche Altersvorsorge ist für den Arbeitgeber letztendlich um fast 30 % günstiger als Barlohn.

Der gesparte Nettobetrag ist fast doppelt so hoch als bei einer privaten Vorsorge. Die Beteiligung der Mitarbeiter kann höher gesetzt werden durch höhere Beiträge. Die Zahlung der Beiträge erfolgt bis zum gesetzlichen Rentenalter der Mitarbeiter.

Leistungsangebot des Unternehmens für die Mitarbeiter

Mehrere gute Gründe sprechen für die Altersvorsorge durch den Konzern:

  • Jubiläumsgeld. Der Betrag wird nach einer bestimmten Zeit dem Arbeitnehmer vom Unternehmen gezahlt.
  • Pensionszusage. Durch diese Zusage werden gute Mitarbeiter motiviert.
  • Zukunftssicherung. An dieser Stelle werden die Mitarbeiter mit einem steuer- und lohnnebenkostenfreien Konzept motiviert.
  • Zusatzpension. Hier erfolgt die Motivation aufgrund einer freiwilligen Zusatzpension in Form einer Kollektivversicherung oder auch Pensionskasse.

In Österreich ist der Gedanke für die Zukunft dahingehend, dass durch den Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge die Kaufkraft im Alter erhalten bleibt, vielleicht sogar noch gesteigert wird. Dieses wiederum bedeutet einen Vorteil für die Wirtschaft und Arbeitsplätze werden geschaffen. Da die Beiträge nicht besteuert werden, sondern erst nach Eintritt ins Pensionsalter die Steuerforderung in Kraft tritt, sammelt sich mehr Pensionskapital an.

Im Falle der Insolvenz kann der Arbeitgeber keine Leistungszusage mehr erfüllen. Der Insolvenz- Entgeld-Fond übernimmt ein Teil der Betriebspension, der Rest jedoch wird als Quotenforderung geführt. Eine Empfehlung an den Pensionsberechtigten ist, sofort die Gewerkschaft oder Arbeiterkammer zu kontaktieren, wenn eine Zahlung ausgeblieben ist.

Bei einer Pensionskassenzusage, betrieblichen Kollektivversicherung oder Lebensversicherung ist der Arbeitnehmer nicht mehr von der Insolvenz des früheren Arbeitgebers betroffen. Die Pensionsberechtigten haben Vereinbarungen mit der Pensionskasse oder dem Versicherungsunternehmen.

Besteht ein Arbeitsverhältnis mit Pensionierung, das Dienstverhältnis wird jedoch vor Pensionsantritt aufgelöst, die dreijährige Wartezeit wurde eingehalten, sind folgende Richtlinien gültig: An dieser Stelle steht dem Arbeitnehmer ein Unverfallbarkeitsbetrag zu. Die Umwandlung in eine beitragsfrei gestellte Anwartschaft kann erfolgen. Die Übertragung dieses Betrages kann jedoch auch in eine Pensionskasse oder betriebliche Kollektivversicherung des neuen Arbeitgebers erfolgen.

Zukunftssicherung

Bei einer Bezugsumwandlung werden dem Arbeitgeber 300 Euro jährlich (ohne Abzug von Lohnsteuer) umgewandelt in ein Vorsorgemodell. Die Vorteile für den Arbeitnehmer sind wie folgt:

  • Auszahlung als Rente oder einmalige Kapitalleistung,
  • Lohnsteuer entfällt,
  • Auszahlung der Versicherungsleistung, K ESt- und St-frei (bis zur Überschreitung des Kapitalwertes bei Rentenzahlung).

Beitragsorientierte Pensionszusage

Diese Zusage wird von manchen Unternehmen den kompetenten unentbehrlichen Mitarbeitern angeboten. Die Vorteile sind nicht außer Acht zu lassen:

  • Der Arbeitnehmer erhält die Zusage in Form einer schriftlichen, unwiderruflichen Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter.
  • Die Leistungshöhe wird nach den eingezahlten Beiträgen kalkuliert. Grundlagen dieser Kalkulation sind Zahl der Versicherungsmonate, Alter bei Pensionsantritt und Höhe der Bemessungsgrundlage.
  • Die Beiträge werden nach Vereinbarung entrichtet, entweder ein Festbetrag oder ein Prozentsatz des Gehaltes (zusätzlich zum Bruttogehalt).
  • Der Standardteil der Pensionszusage besteht aus der Zusage einer lebenslangen Alterspension. Eine Hinterbliebenen- und Berufsunfähigkeitspension kann zusätzlich eingerichtet werden.
  • Entweder wird die lebenslange Pension ausgezahlt oder eine einmalige Kapitalabfindung wird in Anspruch genommen.
  • Auf die Beiträge wird keine Lohnsteuer oder Sozialversicherung angerechnet.
  • Diese Ansprüche verfallen allerdings bei Selbstkündigung, unberechtigtem vorzeitigen Austritt oder Entlassung, die aus Schuld des Arbeitnehmers resultiert. Darüber hinaus kann eine Wartezeit von 10 Jahren vereinbart werden.

Fazit:Die betriebliche Altersvorsorge ist für die Betreffenden als äußerst positiv zu bewerten. Nicht nur die finanzielle Sicherheit im Alter ist gewährleistet. Weitere Vorteile sind erwähnenswert:

Vorteile für den Arbeitgeber

  • Reduzierung der Lohnnebenkosten und Sozialversicherungsbeiträge.
  • Prämien werden als Betriebsausgaben gehandhabt.
  • Bindung von wertvollen Mitarbeitern.
  • Bekanntheitsgrad des Unternehmens vom sozialen Blickpunkt aus steigt.
  • Unkomplizierte Abläufe bei Abfertigungsansprüchen beispielsweise.

Vorteile für den Arbeitnehmer

  • Verminderte Lohnsteuerabgabe,
  • frei von Sozialversicherungsbeiträgen,
  • Möglichkeit der Absicherung bei unvorhergesehenen Ereignissen, wie Berufsunfähigkeit oder Tod,
  • Absicherung von kapitalgedeckten Lösungen, ohne Bezug auf die finanzielle Lage des Unternehmens,
  • Zusätzliches Einkommen im Alter, um den bisherigen Lebensstandard beizubehalten.
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