Betriebsgebäudeversicherung in Deutschland – Anbieter, Kosten, Vorteile – Betriebliche Haftpflichtversicherung

Betriebsgebäude- und Betriebshaftpflichtversicherung – Wichtig für Selbständige, Freiberufler und Existenzgründer

In der heutigen Zeit sollte jeder über eine gute Absicherung verfügen. Das gilt nicht nur für den privaten, sondern vor allem auch für den gewerblichen Bereich. Immerhin kann mitunter die gesamte berufliche und private Existenz einer oder auch mehrerer Menschen davon abhängig sein.

Deshalb sollte jedes Unternehmen – sei es nun der große Konzern oder aber der kleine Handwerksbetrieb sowie der Freiberufler über den Abschluss bestimmter Gewerbeversicherungen nachdenken. Zu diesen gehören auch die Betriebshaftpflicht- und die Betriebsgebäudeversicherung.

Die Betriebshaftpflichtversicherung – Absicherung gegen Schäden Dritter

Die Betriebshaftpflichtversicherung kann gut mit der Privathaftpflichtversicherung verglichen werden. So müssen auch Unternehmen – ganz gleich welcher Größe – für Schäden haften, die sie anderen im Rahmen ihrer Tätigkeit zufügen.

Im schlimmsten Fall erfolgt die Haftung mit allen Vermögenswerten, was den Ruin des Unternehmens selbst und auch die private Existenz enorm gefährden kann.

Denn: Nicht immer lassen sich Schäden vermeiden. Ein Missgeschick oder eine Unachtsamkeit können selbst unter Ausschluss aller möglichen Risiken und unter Befolgung sämtlicher Regeln zum Arbeitsschutz sowie Sicherheitsvorkehrungen zu einem Schaden führen.

Schäden können durch die unterschiedlichsten Vorfälle entstehen. Daraus resultieren unter Umständen Sach-, aber auch Personen- und Vermögensschäden. Vor allem Personenschäden können mitunter sehr hohe Kosten mit sich bringen. Mit einer Betriebshaftpflichtversicherung werden diese abgedeckt.

Welche Schäden deckt die Betriebshaftpflichtversicherung ab?

Bis zur vertraglich vereinbarten Deckungssumme übernimmt die Betriebshaftpflichtversicherung Sach-, Personen- sowie Vermögensschäden. Experten empfehlen eine Mindestdeckungssumme von 3 Mio. Euro pauschal für Personen- und Sachschaden (ratsam besser ab 5 Mio. Euro), für Vermögensschäden wird die Deckungssumme meist niedriger angesetzt.

Stockfoto-ID: 211160431 Copyright: ismagilov, Bigstockphoto.com

Wichtig: Eine entsprechende Versicherung für Bürogebäude
Stockfoto-ID: 211160431
Copyright: ismagilov, Bigstockphoto.com

Je nach Betriebsart kann auch eine Produkthaftpflichtversicherung mit eingeschlossen werden, welche greift, wenn durch Produkte Schäden verursacht werden. Weiterhin ist eine Anpassung in Bezug auf den Auslandsschutz möglich. Je nach Unternehmensart ist auch der Einschluss einer Umweltschadenhaftpflichtversicherung sinnvoll.

Neben den eigentlichen Haftpflichtversicherungen bietet die Betriebshaftpflicht zudem einen so genannten passiven Rechtsschutz. Die Rechtsabteilung der Versicherung klärt dabei zunächst, ob ein Anspruch tatsächlich rechtens ist und wehrt diesen bei Unrechtmäßigkeit auch ab.

Was kostet eine Betriebshaftpflichtversicherung?

Durch eine Betriebshaftpflichtversicherung werden die Schäden abgedeckt, die ein Unternehmer selbst oder seine Mitarbeiter verursachen.

Zunächst berechnet sich die Versicherungsprämie nach der Unternehmensart und –größe, nach dem Tätigkeitsfeld und auch nach der Anzahl der Mitarbeiter. So sind die Kosten für einen reinen Bürobetrieb meist deutlich geringer als für ein Unternehmen mit Mitarbeitern, die sich vor Ort bei Projekten befinden. Eine pauschale Antwort, wie hoch die Kosten tatsächlich sind, ist deshalb nicht möglich, denn die einzelnen Faktoren sind sehr individuell.

Die Betriebsgebäudeversicherung – Absicherung der betrieblichen Existenz

Der Betriebsmittelpunkt vieler Unternehmen ist das Firmengebäude. Es stellt damit die Grundlage der unternehmerischen Tätigkeit dar und bietet nicht nur den Mitarbeitern, sondern auch Maschinen, Rohstoffen, Produkten und anderen betriebsnotwendigen Dingen Platz.

Da mit dem Firmengebäude auch die unternehmerische Tätigkeit steht oder fällt, ist eine Betriebsgebäudeversicherung gegen mögliche Gefahren eigentlich unumgänglich, sofern das Betriebsgebäude auch vollumfänglich genutzt wird und ein Schaden zum Erliegen oder einer starken Einschränkung des Betriebs führen würde.

Welche Leistungen erbringt die Betriebsgebäudeversicherung?

In der Betriebsgebäudeversicherung sind neben dem eigentlichen Gebäude auch alle fest mit diesem verbundene Einbauten, die der Nutzung des Gebäudes dienen, versichert. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Bodenbeläge und Wandverkleidungen
  • Heizungsanlagen (einschließlich für deren Betrieb benötigte Brennstoffe sowie die dafür notwendigen Lagervorrichtungen)
  • Sanitärinstallationen
  • Aufzüge
  • Gegensprechanlagen
  • Brandschutzanlagen

Doch Vorsicht: Maschinen, die fest in das Fundament des Gebäudes eingelassen sind, gelten nicht als Einbauten. Für diese ist eine gesonderte Maschinenversicherung abzuschließen.

Die Betriebsgebäudeversicherung übernimmt dabei diejenigen Schäden, die durch

  • Sturm und Hagel
  • Feuer
  • Wasser (auch Leitungswasser)
  • Einbruch und Diebstahl
  • Vandalismus

entstehen.

Auch eine Absicherung gegen Elementarschäden kann mit eingeschlossen werden. In diesem Fall werden auch Schäden durch Erbeben und Erdrutsch, Lawinen oder auch Schneedruck übernommen.

Dabei übernimmt die Betriebsgebäudeversicherung die folgenden Kosten:

  • Kosten für die Instandsetzung und Wiedernutzbarmachung des Gebäudes (z. B. Ausbesserungen und Renovierungen, Neuinstallation beschädigter Anlagen)
  • Abriss- und Wiederaufbaukosten, sofern eine Instandsetzung nicht mehr möglich ist
  • Kosten für den Einsatz der Feuerwehr im Brandfall
  • Schäden durch Mietausfall

Glasschäden sind zudem nur in einem bestimmten Rahmen versichert, größere Glasflächen sollten deshalb über eine zusätzliche Glasversicherung versichert werden.

Welche Kosten verursacht eine Betriebsgebäudeversicherung?

Im Zusammenhang mit dem Versicherungsbeitrag spielen auch die Begriffe „Unterversicherung“ und „Überversicherung“ eine wichtige Rolle. Bei der Unterversicherung ist die Deckungssumme niedriger als der eigentliche Gebäudewert einschließlich aller mitversicherten Einbauten.

Bei der Überversicherung ist die Deckungssumme entsprechend zu hoch, was aber nichts bringt, da grundsätzlich nur die entstandenen Kosten ersetzt werden. Beides sollte vermieden werden – die Unterversicherung, um im Schadenfall nicht auf hohen Kosten sitzen zu bleiben und die Überversicherung um den Beitrag nicht unnötig zu erhöhen.

Die Kosten selbst werden anhand der gewählten Versicherungssumme berechnet. Diese ergibt sich aus dem Wert des Gebäudes, aus der geografischen Lage sowie aus den versicherten Risiken und ist von Unternehmen zu Unternehmen sehr unterschiedlich.

Gebäudewert und auch geografische Lage lassen sich natürlich nicht beeinflussen. Bei den versicherten Gefahren können Unternehmen Einfluss nehmen. Es ist deshalb ratsam, den Versicherungsbedarf genau zu ermitteln, um weder in eine Unter- noch in eine Überversicherung zu geraten.

Welche Vorteile bringen Betriebshaftpflicht- und Betriebsgebäudeversicherung mit sich?

Der wohl größte Vorteil liegt klar auf der Hand: Sowohl die Betriebshaftpflicht- als auch die Betriebsgebäudeversicherung schützen das Unternehmen vor Kosten, die mitunter die eigene Existenz bedrohen können.

Die Betriebshaftpflichtversicherung übernimmt dabei die Kosten der Geschädigten, die gerade bei Personenschäden aufgrund möglicher Pflege- und Rehabilitationskosten in ungeahnte Höhen steigen können.

Die Betriebsgebäudeversicherung hingegen schützt den Betrieb vor dessen langfristigem Ausfall, sobald es zu Schäden am Gebäude kommt, die die unternehmerische Tätigkeit beeinträchtigen.

Beide Versicherungen sind keine Pflichtversicherungen, gelten aber als wirklich sinnvoll zum Schutz der betrieblichen sowie privaten Existenz des Unternehmers, welcher vor allem bei Schäden Dritten gegenüber mitunter auch mit seinem eigenen Vermögen haften muss.

Welche Anbieter bieten gute Betriebshaftpflicht- und Betriebsgebäudeversicherungen an?

Der Markt der Versicherer ist durchaus groß und auch für Betriebsversicherungen gibt es zahlreiche Anbieter mit durchaus guten Verträgen. Zu den bekannten Versicherungsunternehmen gehören:

  • Allianz
  • ARAG
  • Gothaer
  • HanseMerkur
  • HDI
  • Interrisk

Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Anbieter. Da die Angebote der einzelnen Versicherer so individuell wie die einzelnen Unternehmen sind, empfiehlt sich ein eingehender Versicherungsvergleich.

Mit diesem lässt sich ein optimaler Versicherungsschutz für die jeweiligen Bedürfnisse des Unternehmens finden. Eine entsprechende Beratung bei einem auf Betriebsversicherungen spezialisierten Fachmann ist ebenfalls ratsam.

Artikel gefällt? Bitte bewerte diesen Beitrag.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (0,00/5 - 0 Bewertungen)
Loading...

Deine Meinung ist uns wichtig

*