Bildungskarenz in Österreich – Voraussetzungen & Bildungsteilzeit

Die Bildungskarenz in Österreich ist eine besondere Form der Freistellung während der Arbeit. Personen, welche Bildungskarenz beantragen, erhalten von ihrem Arbeitgeber eine Freistellung ihrer Arbeitsleistung.

Die Freistellung der Arbeitsleistung dient bei der Bildungskarenz stets der Absolvierung einer selbstgewählten Weiterbildungsmaßnahme.

Um die Bildungskarenz mitsamt Weiterbildungsgeld zu erhalten, entfällt allerdings das Entgelt für den Arbeitnehmer. Zugleich können Interessenten nicht automatisch eine Bildungskarenz beantragen.

Die Vereinbarung bezüglich Erhalt einer Bildungskarenz muss immer zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erfolgen, wobei zusätzlich weitere Voraussetzungen erfüllt werden müssen.

Neben der Bildungskarenz existiert die Chance auf eine Bildungsteilzeit und eine Bildungskarenz im Anschluss auf eine Elternkarenz. Diese beiden Formen sind wiederum an eigene Voraussetzungen gebunden.

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Voraussetzungen zum Erhalt der Bildungskarenz

Die Bildungskarenz ist eine besondere Form der Arbeitsfreistellung jedes Arbeitsnehmers, welche zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart wird und den Entfall des Entgelts mit sich zieht.

Um die Bildungskarenz zu erhalten, wird nicht nur eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber benötigt, sondern ebenfalls das Zutreffen gewisser Voraussetzungen. Die Bildungskarenz in Österreich gilt als arbeitslosenversicherungspflichtiges Dienstverhältnis.

Bevor die Bildungskarenz beginnt, muss dieses Dienstverhältnis im Zeitraum von mindestens sechs Monaten ununterbrochen vorliegen. Zudem kann die Bildungskarenz nicht beliebig häufig beantragt werden. Binnen eines Zeitraums im Ausmaß von vier Jahren können Arbeitnehmer die Bildungskarenz für maximal zwölf Monate vereinbaren.

Das Gesamtausmaß von zwölf Monaten für die Bildungskarenz kann entweder in einzelnen Monaten oder als durchgehend in Anspruch genommen werden.

Liegt der Fall vor, dass die Bildungskarenz durchgehend zwölf Monate dauert, besitzt der Antragsteller keinen Anspruch auf eine weitere Freistellung für die nächsten drei Jahre. Zugleich muss die zwölfmonatige Bildungskarenz in Teilen verbraucht werden. Jeder einzelne Teil muss mindestens eine Weiterbildungsmaßnahme im Ausmaß von zwei Monaten andauern.

Liegt kein Dienstverhältnis, sondern ein Präsenz- oder Zivildienst vor, entfällt der Anspruch auf die Bildungskarenz. Obwohl bei einem vorhandenen Präsenz- oder Zivildienst ein Arbeitsverhältnis von mindestens sechs Monaten vorliegt, besteht nur Anspruch auf die Freistellung für Weiterbildungsmaßnahmen bei einem herkömmlichen Dienstverhältnis.

Ebenfalls besteht eine Ausnahme von der Regelung für Arbeitnehmern in Saisonbetrieben. Da hier meist ein kürzeres Arbeitsverhältnis vorliegt, existiert bereits nach einem Beschäftigungsverhältnis von drei Monaten Anspruch auf eine Bildungskarenz.

Arbeitnehmer im Saisonbetrieb müssen für den Anspruch auf Bildungskarenz binnen vier Jahren beim selben Arbeitnehmer beschäftigt sein. Die Gesamtbeschäftigung bei demselben Arbeitnehmer muss zudem mindestens sechs Monate betragen.

Arbeitsrechtliche Auswirkungen bei einer Bildungskarenz

Die Bildungskarenz besitzt arbeitsrechtliche Auswirkungen. Vor allem entfallen sämtliche Ansprüche auf einmalige Bezüge. Insbesondere der Anspruch auf Sonderzahlungen besteht während einer Bildungskarenz nicht.

Erst nach Ende der Bildungskarenz können Arbeitnehmer ihre Ansprüche auf sämtliche möglichen Sonderzahlungen wieder geltend machen. Sobald eine Bildungskarenz angetreten wird, muss eine entsprechende Aliquotierung aller infrage kommenden einmaligen Bezüge vorgenommen werden.

Ebenfalls wird die Bildungskarenz nicht an Zeiten wie etwa den Urlaub oder dienstzeitabhängige Ansprüche angerechnet. Unter den Bereich der dienstzeitabhängigen Ansprüche fallen unter anderem Abfertigungen, Entgeltfortzahlungen oder längere Kündigungsfristen.

Zudem ist das Dienstverhältnis während der Bildungskarenz nicht gesichert. In seltenen Fällen kann es passieren, dass das Dienstverhältnis während der Bildungskarenz endet. Hier tritt die Abrechnung von Abfertigung alt in Kraft. Die Urlaubsersatzleistung geschieht des Weiteren für den letzten Monat, welcher vor Antritt der Bildungskarenz im Arbeitsverhältnis verbracht wird. Die Arbeitnehmer erhalten für die dementsprechenden Zeiträume ein gebührendes Entgelt.

Beendigung des Dienstverhältnisses während der Bildungskarenz

Während des Anspruchs einer Bildungskarenz im Mindestausmaß von zwei Monaten besteht gegenüber dem Arbeitnehmer kein Kündigungsschutz.

Somit erhält der Arbeitgeber das Recht, den Arbeitnehmer trotz aufrechter Bildungskarenz zu kündigen. Dennoch darf die Kündigung nicht ohne gewisse Voraussetzung erfolgen. Damit der Arbeitnehmer während der Bildungskarenz nicht gekündigt wird, darf die Kündigung nicht aufgrund einer beabsichtigten bzw. durchgeführten Bildungskarenz erfolgen.

In diesem Fall ist ein allgemeiner Motivkündigungsschutz aufrecht, welcher den Arbeitnehmer schützt. Wird der Arbeitnehmer trotz Bildungskarenz gekündigt und kann er nachweisen, dass dies aufgrund einer geplanten bzw. durchgeführten Bildungskarenz geschah, kann es zu einem Gerichtsprozess kommen.

Vor Gericht ist der Arbeitnehmer im Zuge eines Anfechtungsverfahrens in der Lage, glaubhaft zu bezeugen, dass die Kündigung aufgrund der Inanspruchnahme einer Bildungskarenz erfolgte. Das Gericht muss in diesem Fall urteilen, dass die Kündigung des Dienstverhältnisses zu Unrecht geschah und somit weiterhin aufrecht ist. Das Anfechtungsverfahren muss der Arbeitnehmer allerdings persönlich bezahlen, sodass hier beträchtliche finanzielle Forderungen auftreten. Können.

Finanzielle Fördermaßnahmen im Zuge der Bildungskarenz

Da während der Inanspruchnahme der Bildungskarenz kein Anspruch auf den Erhalt eines Entgelts besteht, existiert für viele Arbeitnehmer ein finanzieller Engpass.

Um diesen zu umgehen, können finanzielle Fördermaßnahmen im Zuge der Bildungskarenz beantragt werden. Aufgrund des Arbeitslosenversicherungsgesetzes besitzen alle Dienstnehmer in Bildungskarenz Anspruch auf das Weiterbildungsgeld.

Der Erhalt dieser Förderungsmaßnahme ist wiederum an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Zunächst muss der Arbeitnehmer die Anwartschaftszeiten erfüllen, welchen für den Anspruch auf Arbeitslosengeld bestehen. Ebenfalls muss er für den Anspruchszeitraum des Weiterbildungsgeldes beweisen, dass die durchgeführte Weiterbildungsmaßnahme im Mindestausmaß von 20 Wochenstunden auftritt.

Muss mindestens ein Kind im Alter von unter sieben Jahren betreut werden und liegt keine längere Betreuungsmöglichkeit für dieses Kind vor, senkt sich das Mindestausmaß der Weiterbildungsmaßnahme auf 16 Wochenstunden.

Besteht die Weiterbildungsmaßnahme im Rahmen eines Studiums, muss dieses Studium im Ausmaß von vier Semesterwochenstunden oder acht ECTS durchgeführt werden. Auch die Ablegung eines Rigorosums oder einer Diplomprüfung zählt beim Vorliegen eines Studiums zur erbrachten Mindestleistung.

Eine Ausnahme vom Weiterbildungsgeld besteht allerdings für alle geringfügigen Beschäftigten. Seit dem 1. Juli 2013 erhalten diese keinen Anspruch auf die Fördermaßnahme.

Anstatt das Weiterbildungsgeld zu bekommen, kann das geringfügige Beschäftigungsverhältnisses mitsamt Bezug des Entgelts auch während der Bildungskarenz weiterhin aufrechterhalten werden. Zugleich schadet ein aufrechtes geringfügiges Beschäftigungsverhältnis den Anspruch auf Weiterbildungsgeld nicht. Dasselbe gilt, wenn während dem Erhalt des Weiterbildungsgeldes das Dienstverhältnis durch den Arbeitgeber aufgelöst wird.

Das Weiterbildungsgeld entspricht nicht dem zuvor erhaltenen Lohn bzw. Gehalt, sondern immer dem Arbeitslosengeld. Dennoch erhalten alle Personen, welche die Fördermaßnahme bekommen, einen Tagesmindestsatz von mindestens 14,53 Euro, welcher dem sogenannten Kinderbetreuungsgeldnormalsatz entspricht. Um das Weiterbildungsgeld zu beziehen, müssen alle Interessenten einen Antrag via entsprechenden Formular stellen.

Möchten alle Personen, welche aktuell in Karenz sind, da sie ein Kind mit einem Geburtsdatum vor 1.1.2017 betreuen, Bildungskarenz bzw. das Weiterbildungsgeld erhalten, kann der Antrag auf die Fördermaßnahmen jederzeit erfolgen.

Der Anspruch auf den Erhalt der Bildungskarenz besteht in diesem Fall direkt nach Ende der Elternkarenz. Zudem entfällt für diese Personengruppe die Voraussetzung eines mindestens sechsmonatigen arbeitslosenversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisses.

Alternative zur Bildungskarenz für Arbeitnehmer mit einer verkürzten Arbeitszeit

Möchten Arbeitnehmer die Bildungskarenz beantragen, obwohl sie noch keine sechs Monate im Betrieb beschäftigt waren, besteht für sie die Möglichkeit zu einer Alternative.

Anstatt einer Bildungskarenz erhält der Arbeitnehmer die Chance, eine Freistellung zu erhalten. Die Vereinbarung bezüglich Freistellung geschieht gegen Entfall aller Bezüge.

Liegt eine Freistellung gegen Entfall aller Bezüge vor, kann der Arbeitnehmer dennoch Weiterbildungsgeld beantragen. Hierfür muss der Arbeitgeber allerdings nachweislich eine Ersatzkraft einstellen, welche nicht in einem geringfügigen Arbeitsverhältnis beschäftigt wird.

Die Ersatzkraft muss zudem vor Antritt des Dienstverhältnisses entweder Notstandshilfe oder Arbeitslosengeld bezogen haben. Die Freistellung mit Entfall aller Bezüge muss im Mindestmaß von sechs Monaten stattfinden. Als Höchstgrenze besteht dasselbe Ausmaß wie bei der Bildungskarenz von maximal zwölf Monaten.

Bildungskarenz und Bildungsteilzeit

Die Bildungskarenz berechtigt zum Bezug des Weiterbildungsgeldes. Zugleich können Personen, welche aktuell Weiterbildungsgeld beziehen, auch einen Anspruch auf Bildungsteilzeitgeld erhalten.

Damit der Anspruch auf Bildungsteilzeitgeld besteht, müssen dieselben Voraussetzungen wie zum Erhalt des Weiterbildungsgeldes bestehen.

Zudem können Arbeitnehmer, welche entweder Weiterbildungsgeld oder Bildungsteilzeitgeld beziehen, einmalig den Bezug beim selben Arbeitgeber wechseln. Hingegen ist es nicht möglich, eine Freistellung gegen Entfall aller Bezüge beim selben Arbeitgeber zu beantragen, wenn ein Wechsel auf eine Bildungskarenz bzw. Bildungsteilzeit durchgeführt werden möchte.

In diesem Fall wird eine Anrechnung beider Leistungen durchgeführt. Ein Tag Weiterbildungsgeld entspricht dabei zwei Tagen Bildungsteilzeitgeld.

Außerdem beginnt der vierjährige Beobachtungszeitraum, binnen welchem maximal zwölf Monate Bildungskarenz durchgeführt werden kann, mit dem ersten Bezugstag von Bildungsteilzeitgeld und Weiterbildungsgeld.

Auch bezüglich Anwartschaft auf Arbeitslosengeld besteht zwischen Bildungsteilzeitgeld und Weiterbildungsgeld kein Unterschied. Zu Beginn des Vierjahreszeitraum muss zum Erhalt beider Fördermaßnahmen einmal die Anwartschaft auf Arbeitslosengeld gegenüber dem Antragssteller erfüllt sein.

Erst danach wird der Bezug für beide Fördermaßnahmen gewährt. Sobald der Bezug von Bildungsteilzeitgeld erfolgt, kann keine Freistellung gegen Entfall aller Bezüge erfolgen.

Jedoch besteht im Rahmen des Bezugszeitraumes ein deutlicher Unterschied zwischen Bildungsteilzeitgeld und Weiterbildungsgeld. Während Weiterbildungsgeld für maximal zwölf Monate bezogen werden kann, verdoppelt sich der Bezugszeitraum für Bildungsteilzeitgeld auf 24 Monate.

Möchten beide Fördermaßnahmen bezogen werden, wird immer der Umrechnungsschlüssel 1:2 angewandt. Hierbei können verschiedene Modelle zum Einsatz kommen. Beispielsweise kann das Weiterbildungsgeld für ein gesamtes Jahr bezogen werden. Der Bezug des Weiterbildungsgeldes muss mindestens zwei Monate erfolgen.

Liegt eine Freistellung gegen Entfall der Bezüge vor, muss der Bezug sechs Monate bestehen. Bei Bezug des Bildungsteilzeitgeldes existiert ein Bezugszeitraum von vier Monaten.

Ebenfalls ist das Modell möglich, dass ein halbes Jahr Weiterbildungsgeld sowie ein Jahr Bildungsteilzeit in Anspruch genommen wird. Auch ein halbes Jahr Bildungsteilzeitgeld und anschließend neun Monate Weiterbildungsgeld ist möglich. Der Bezieher der Fördermaßnahme entscheidet eigenständig, welches Bezugsmodell für ihm am besten ist.

Weiterbildungsgeld & Bildungsteilzeit – Voraussetzungen

Obgleich Weiterbildungsgeld bzw. Bildungsteilzeit und Bildungsteilzeit bzw. Bildungsteilzeitgeld inhaltlich nahezu ident sind, existieren gewisse Unterschiede bezüglich Voraussetzungen.

Arbeitnehmer wie Arbeitgeber müssen zusammen den Beginn, die Gesamtdauer sowie das Ausmaß der Bildungsteilzeit vereinbaren. Die Vereinbarung geschieht immer schriftlich. Im Gegensatz zur Bildungskarenz liegt kein kompletter Verzicht auf die Arbeitszeit vor. Eine Teilzeitbeschäftigung bleibt weiterhin aufrecht.

Die Arbeitszeit muss bei einer Bildungsteilzeit um mindestens 25 Prozent reduziert werden. Die maximale Reduzierung der Arbeitszeit beträgt allerdings 50 Prozent. Die Gesamtarbeitszeit im Zeitraum der Bildungsteilzeit hat im Ausmaß von mindestens zehn Stunden zu erfolgen. Der Verdienst muss ebenfalls über der Geringfügigkeitsgrenze liegen.

Eine 50 prozentige Bildungsteilzeit ermöglicht dem Arbeitnehmer, dass er die Hälfte des Gehalts sowie die Hälfte der Fördermaßnahme, in diesem Fall Weiterbildungsgeld oder Bildungsteilzeitgeld, bezieht.

Der Bezug der Bildungsteilzeit in Österreich ist nicht auf eine bestimmte Personen- oder Arbeitergruppe beschränkt. Österreichweit besitzt jeder Arbeitnehmer das Recht, Bildungsteilzeit zu erhalten, insofern er die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt.

Aktuell ist zugleich die „Bildungsteilzeit neu“, welche nicht nur festangestellten Arbeitnehmern, sondern gleichfalls freien Dienstnehmern zur Verfügung steht.

Der Begriff Bildungsteilzeit steht hierfür ebenfalls für Bildungskarenz, sodass begrifflich und inhaltlich keine Unterschiede bestehen. Somit dient die Bildungsteilzeit zum nachholen von Schul- und Studienabschlüssen, dem Besuch von Fremdsprachenschulungen oder einer anderweitigen persönlichen Höherqualifikation.

Bildungskarenz und Bildungsteilzeit lassen sich zugleich im Gegensatz zu Weiterbildungsgeld und Bildungsteilzeitgeld nicht kombinieren. Wird eine Bildungskarenz in der vorgesehenen Rahmenfrist von vier Jahren in Anspruch genommen, kann für den gesamten Anspruchszeitraum keine Bildungsteilzeit beantragt werden.

Zugleich darf keine Bildungskarenz erfolgen, wenn binnen vier Jahren eine Bildungsteilzeit vereinbart wird. Liegt aber eine Bildungskarenz vor, welche nicht in der höchstzulässigen Dauer von maximal zwölf Monaten zur Gänze ausgeschöpft wurde, besteht dennoch eine Chance, in Bildungsteilzeit zu gehen.

Diese Möglichkeit ist binnen vier Jahren einmalig, sodass lediglich eine einmalige Bildungsteilzeit vereinbart werden kann, wenn bereits eine Bildungskarenz besteht bzw. bestand.

Wurde eine Bildungskarenz durchgeführt, welche von einer Bildungsteilzeit ergänzt wird, kann anschließend aber nicht wieder eine Bildungskarenz erfolgen. Für die laufende Rahmenfrist darf der Arbeitnehmer keine Vereinbarung für eine weitere Bildungskarenz tragen. Auch eine weitere Vereinbarung bezüglich Wechsel zwischen einer Bildungskarenz und Bildungsteilzeit ist unzulässig.

Weitere Fördermaßnahmen während der Bildungskarenz im Zuge einer geringfügigen Beschäftigung

Da die Bildungskarenz lediglich den Bezug des Arbeitslosengelds bzw. einem Tagessatz von mindestens 14,53 Euro entspricht, existiert bei vielen Bezugspersonen ein finanzieller Engpass.

Das Weiterbildungsgeld bzw. das Bildungsteilzeitgeld darf jedoch durch einen geringfügigen Zuverdienst aufgebessert werden.

Während eine Bildungskarenz vorliegt, darf jeder Bezieher ein geringfügiges Arbeitsverhältnis besitzen. Die Geringfügigkeitsgrenze wird jährlich neu festgelegt, liegt jedoch bei ungefähr 400 Euro je Monat.

Reichen der Bezug des Weiterbildungsgelds mitsamt einer geringfügigen Beschäftigung aber nicht, um weiterhin alle Lebenskosten zu bestreiten, kann alternativ eine Bildungsteilzeit durchgeführt werden.

Der Verdienst bei dieser liegt immer über der Geringfügigkeitsgrenze und ermöglicht zugleich den Bezug der Hälfte des Weiterbildungsgeldes bzw. des Bildungsteilzeitgeldes. Der Arbeitnehmer sollte in diesem Fall eigenständig errechnen, welches Modell finanziell wie zeitlich das beste für ihn ist und gemeinsam mit dem Arbeitgeber die Entscheidung schriftlich festhalten.

Jobaussichten nach der Bildungskarenz

Die Bildungskarenz ermöglicht optimale Chancen, durch die Weiterbildungsmaßnahmen im eigentlichen Job aufgrund der gewonnen Zusatzqualifikationen höhere Positionen zu erreichen.

Auch lassen sich neue Arbeitsstellen leicht finden.

Dennoch besteht, wie bereits erwähnt, kein Kündigungsschutz, wenn eine Bildungskarenz in Anspruch genommen wird.

Alle Arbeitnehmer können ihren Arbeitsplatz verlieren, während sie in Bildungskarenz sind. Auch entfallen sämtliche Sonderzahlungen, wodurch möglicherweise ein kleiner finanzieller Engpass entstehen kann. Der Urlaubsanspruch bleibt zwar weiterhin bestehen, wird aber anteilig verkürzt.

Eine Kündigung aufgrund einer geplanten oder durchgeführten Bildungskarenz ist dennoch kein zulässiger Kündigungsgrund, sodass Interessenten an einer Bildungskarenz oder Bildungskarenz in diesem Fall keine Angst um ihren Arbeitsplatz haben müssen.

Zahlreiche Chefs treten außerdem einer geplanten Bildungskarenz äußerst positiv gegenüber. Ihre Mitarbeiter erhalten durch die Weiterbildungen neue Kenntnisse und Qualifikationen, welche letztendlich dem Unternehmen zugutekommen. Der Arbeitnehmer erhält zugleich weiterhin eine Pensions-, Kranken- und Unfallversicherung.

Bevor der Antrag auf Bildungskarenz durchgeführt wird, muss in jedem Fall das Gespräch mit dem Arbeitgeber gesucht werden. Dieser muss der Bildungskarenz immer zustimmen. Im Anschluss wird das notwendige Formular ausgefüllt. Ausführliche Informationen bietet der AMS für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber. Der Antrag wird direkt beim AMS in der nahegelegenen Geschäftsstelle des jeweiligen Wohnbezirks gestellt.

In manchen Fällen kann es aber zu einer Kündigung auf Wunsch des Arbeitnehmers kommen. Vereinzelt existieren Betriebe, deren Arbeitnehmer während einer Bildungskarenz den Wunsch nach einer Kündigung offenbaren.

Auch bieten manche Betriebe die Möglichkeit, anstatt einer Kündigung eine Bildungskarenz anzutreten. Am Ende dieser Bildungskarenz kommt es anschließend zu einer einvernehmlichen Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Bei rechtlichen Unklarheiten hilft sowohl Arbeitnehmer wie Arbeitgeber die Arbeiterkammer.

Verletzt sich ein Arbeitnehmer während der Bildungskarenz, gerät er in einem Unfall oder erkrankt er schwer, hat dies keine Auswirkung auf die Dauer der Bildungskarenz. Ein Krankenstand während einer aufrechten Bildungskarenz verlängert den Gesamtzeitraum der Arbeitsfreistellung nicht. Unbeabsichtigte Krankenstände, vor allem jene mit einer längeren Zeitdauer, sorgen somit für einen Verzug der Weiterbildungsmaßnahme, sodass eine Verlängerung der Bildungskarenz eintreten muss.

Schwangerschaft und Bildungskarenz

Die Bildungskarenz schließt eine Schwangerschaft in manchen Fällen nicht aus. Schwangere besitzen einen Anspruch auf Wochengeld. Die Berechnung dieses Bezugs hängt allerdings vom anstehenden Geburtstermin des Kindes ab.

Aus diesem Grund erhält jede schwangere Frau eine andere Höhe des Wochengeldes. Konkrete Informationen erteilt die Arbeiterkammer.

Anhand der Geburts- und Beschäftigungsdaten eruiert die Arbeiterkammer, welche Grundlage zur individuellen Berechnung des Wochengeldes verwendet wird. Nach der Geburt des Kindes erfolgt in der Regel der Bezug der Elternkarenz.

Nach der Karenz kann jedoch unter Einhalt von Voraussetzungen eine Bildungskarenz gestartet oder fortgeführt werden. Die Voraussetzungen für eine Bildungskarenz nach einer Standardkarenz sind dieselben wie für den Erhalt einer allgemeinen Bildungskarenz.

Der Arbeitgeber muss nach einer Elternkarenz den Bezug einer Bildungskarenz zustimmen. Dennoch besteht nicht automatisch das Recht auf Bezug des Weiterbildungsgeldes nach einer Elternkarenz.

Möchten Arbeitnehmer nach der Elternkarenz das Weiterbildungsgeld erhalten, muss dieses Vorliegen gesondert geprüft werden. Geburten vor 2017 besitzen eine eindeutige Übergangsbestimmung.

Diese schreibt vor, dass alle Eltern, welche Elternkarenz bezogen, binnen sechs Monate nach Ende dieser eine Bildungskarenz antreten müssen. Nur wenn diese Voraussetzung erfüllt wird, besteht ein Anspruch auf Weiterbildungsgeld. Bei allen Geburten ab 2017 besteht inzwischen eine neue Regelung.

Bei dieser entfällt der sechsmonatige Maximalwartezeitraum. Die Bildungskarenz setzt unmittelbar an den Bezug des Kinderbetreuungsgeldes an. Das Kinderbetreuungsgeld muss nicht immer mit der Elternkarenz ident sein, kann aber auch mit der Elternkarenz gleichgesetzt werden.

Nur wenn der Arbeitnehmer Kinderbetreuungsgeld bezieht, erhält er die Möglichkeit, auch Weiterbildungsgeld zu erhalten. Entscheiden sich Eltern nach der Elternkarenz für eine Bildungskarenz, sind zugleich auf das Weiterbildungsgeld angewiesen, müssen sie diese Voraussetzung einhalten. Anderenfalls entfällt der Anspruch auf das Weiterbildungsgeld.

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