Bleiberecht für Asylwerber in Lehre in Österreich – Wirtschaft setzt sich ein

Bleiberecht für Lehrlinge – Österreichs Diskussion um die Asylpolitik

Die Asylpolitik sorgt in Österreich nach wie vor für eine kontroverse Diskussion. Viele Bundesländer haben zum Ziel, dass asylwerbende Menschen nicht abgeschoben werden, wenn sie sich in einer Lehre, bzw. in einer Ausbildung befinden.

Der Hintergrund hierfür ist schnell erklärt, denn in Österreich gibt es einen Mangel an Fachkräften. Die jeweiligen Wirtschaftskammern einzelner Bundesländer haben entsprechend dafür plädiert, dass die Asylsuchenden in Österreich bleiben dürfen, wenn sie einer entsprechenden Ausbildung oder Lehre nachgehen.

Welche Bundesländer in Österreich möchten Asylwerber mit begonnener Lehre behalten?

Stockfoto-ID: 224509435 Copyright: Kzenon/Bigstockphoto.com

Aslywerber in Lehre – Kommt ein Bleiberecht trotz negativem Bescheid?
Stockfoto-ID: 224509435 Copyright: Kzenon/Bigstockphoto.com

Das Bundesland Vorarlberg zählt in Österreich zu jenen, die dringend in einigen Berufen Nachwuchs brauchen. Das bedeutet, dass sich die Wirtschaftskammer intensiv dafür einsetzt, dass junge Asylwerber, die eine Ausbildung oder Lehre in einem so genannten „Mangelberuf“ machen in jedem Fall bleiben können und die Ausbildung hier abschließen dürfen (siehe Quelle).

Aus Sicht der Wirtschaftskammer macht es absolut keinen Sinn, Flüchtlinge abzuschieben, wenn sie sich in Österreich gerade in einer Ausbildung befinden. Ziel ist es, dass ein so genanntes „humanitäres Bleiberecht“ ausgesprochen wird. Die Ziele des Landes Österreich sowie die Interessen der Asylwerber könnten somit erfüllt werden, was für beide Seiten einen Mehrwert darstellen würde.

Auch in Oberösterreich wird darüber diskutiert, entsprechende Regelungen zu schaffen, entsprechend dafür zu sorgen, dass die Möglichkeit besteht, dass Lehrlinge im Land verbleiben dürfen. Die Diskussion scheint aber nicht so liberal geführt zu werden, wie es in Vorarlberg der Fall ist.

Die Wirtschaftskammer in der Steiermark hofft, dass es möglich ist, ein entsprechendes Bleiberecht auszusprechen. Auch in der Steiermark gibt es viele Betriebe, denen es an Nachwuchs mangelt und die entsprechende Fachkräfte brauchen, die am besten im eigenen Land, oder sogar im eigenen Betrieb ausgebildet werden. Es gibt viele Branchen, bei denen in der Steiermark zum Beispiel im Handwerker Probleme herrschen, wenn es darum geht, dass Nachwuchs gefunden wird. Wenn Asylwerber sich hier für eine Lehre entscheiden, müsse dafür gesorgt werden, dass sie ein entsprechendes Bleiberecht bekommen können.

Die Region Salzburg und Niederösterreich sind ebenfalls der Meinung, dass Asylwerber, die eine Lehre beginnen, im Land gehalten werden müssen. Auch in diesen beiden Regionen gibt es zum Teil einen sehr großen Mangel an Fachkräften, der geschlossen werden müsse.

Was passiert mit dem Asylverfahren während der Lehre?

Wer in Österreich eine Lehre beginnt und als Asylwerber registriert ist, dessen Asylverfahren sollte während der Lehre in jedem Fall unterbrochen werden, bzw. eingefroren werden und erst nach der Lehre wieder aufgenommen werden.

Es ist notwendig, dass die Asylwerber nicht nur die Chance haben, in Österreich eine Lehre zu absolvieren, sondern auch entsprechende Berufserfahrung zu sammeln. Das bedeutet konkret, dass es die Möglichkeit geben muss, nach der Lehre auch im erlernten Beruf zu arbeiten. Dabei gibt es verschiedene Modelle, bei denen nach den Lehrjahren z.B. zwei oder drei Berufsjahre möglich gemacht werden, die dann von den meist jugendlichen Lehrlingen wahrgenommen werden können.

Ein großer Teil der Bevölkerung in Österreich ist der Meinung, dass Asylwerber, die im Land eine Lehre absolvieren wollen in jedem Fall bleiben sollte und zwar vor allem während der Lehrzeit. Gerade wenn es darum geht, dass die Lücke der Fachkräfte geschlossen wird gibt es auch Anhänger der Parteien FPÖ sowie ÖVP, die darauf hoffen, dass die Asylwerber entsprechend hierbleiben können.

Damit entsprechend ein Verbleib der Asylwerber während der Lehre in Österreich möglich ist, ist es erforderlich, dass eine entsprechende Gesetzesänderung vollzogen wird, was aktuell noch nicht der Fall ist.

Artikel gefällt? Bitte bewerte diesen Beitrag.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (0,00/5 - 0 Bewertungen)
Loading...

Deine Meinung ist uns wichtig

*