Cashflow Bedeutung, Berechnung, Dividende aus dem Cashflow

Cashflow – was ist das und wie wird er berechnet?

Wer sich mit Unternehmen beschäftigt, möchte in der Regel wissen, wie diese finanziell aufgestellt sind und natürlich auch, wie viel Geld das Unternehmen zur Verfügung hat. Der so genannte Cashflow ist bei der Bewertung von Unternehmen z.B. vor einer Beteiligung oder vor einer Übernahme sehr wichtig.

Auch wer an der Börse in Aktien von Unternehmen investieren möchte, sollte wissen, welche Aufgabe der Cashflow hat und wie er ermittelt wird.

Grundsätzlich bietet der Cashflow jede Menge Informationen über die Finanzkraft des Unternehmens.

Dabei sollte nicht nur der aktuelle Cashflow beachtet werden, sondern es sollte auch darauf geachtet werden, wie sich der Cashflow historisch entwickelt hat.

Wie wird der Cashflow definiert?

Der Cashflow stellt das Ergebnis dar, wenn man alle Einnahmen des Betriebes summiert und davon die laufenden Ausgaben abzieht. Sollte sich hieraus ein Überschuss ergeben, handelt es sich um einen positiven Cashflow. Dieser stellt dar, wie hoch die Reserven an Cash sind und wie viel Geld sich aus der Geschäftstätigkeit ergibt.

  • Cashflow: Ergebnis der Geschäftstätigkeit nach Abzug der Ausgaben des Betriebes

Mit Hilfe des Cashflows kann definiert werden, wie viel Geld die Firma verdient. Das bedeutet, dass man genau sehen kann, welche Finanzmittel im Laufe eines Geschäftsjahres erzielt worden sind.

Stockfoto-ID: 251412208 Copyright: Nastyaofly/Bigstockphoto.com

Wichtig: Den aktuellen Cashflow beachten!
Stockfoto-ID: 251412208 Copyright: Nastyaofly/Bigstockphoto.com

Für wen ist der Cashflow von Bedeutung?

Der Cashflow ist für zahlreiche Personen oder Unternehmen, die mit der Firma zu tun haben, von großer Bedeutung. Das liegt daran, dass man an dem Cashflow eine Menge ablesen kann. Je höher der ist, desto höher sind die Summen, die durch die Geschäftstätigkeit erzielt werden.

Wer sich als Kreditgeber für ein Unternehmen interessiert, der wird dieses im Vorfeld genau durchleuchten wollen. Wenn ein Unternehmen z.B. einen Kredit bei einer Bank aufnehmen möchte, weil es damit neue Geschäftsräume ausbauen möchte, oder z.B. eine neue Inneneinrichtung für die Arbeitsplätze plant ist es möglich, dass die Bank im Vorfeld die Geschäftszahlen des Unternehmens prüft.

In den meisten Fällen wird darauf geachtet, wie der Cashflow im aktuellen Jahr ist und wie er im Jahr zuvor gewesen ist und wie allgemein die Entwicklungen der Geschäftstätigkeit gewesen sind.

Gerade junge Unternehmen entwickeln meist erst nach einigen Jahren einen positiven Cashflow. In den meisten Fällen wird gerade in den ersten Jahren eine Menge an Geld investiert, was dazu führt, dass der Cashflow negativ ist und keine Gewinne erzielt werden.

Der Cashflow kann jedoch jedes Jahr positiver werden. Dadurch erkennen potentielle Kreditgeber, wie sich die Geschäfte der Unternehmen entwickeln und natürlich auch, wann diese zum ersten Mal schwarze Zahlen schreiben werden. Wer Geld in ein Unternehmen investieren möchte, der wird feststellen, dass gerade Unternehmen, die einen steigenden Cashflow haben, gerne genutzt werden, um Kredite zu vergeben.

  • Cashflow für Banken bei der Vergabe von Firmenkrediten von hoher Bedeutung
  • Positive Entwicklung des Cashflows kann zu günstigen Finanzierungen führen
  • Gerade in den ersten Jahren haben Startups meist keinen positiven Cashflow

Der Zinssatz bei einem Unternehmenskredit hängt in vielen Fällen davon ab, wie sich der Cashflow entwickelt und ob das Unternehmen derzeit hoch verschuldet ist, oder über ein gewisses Maß an Liquidität verfügt.

Je liquider das Unternehmen ist, desto höher sind die Chancen auf eine positive Kreditvergabe.

In der Regel sind auch die Zinsen bei einem Kredit deutlich geringer, wenn das Unternehmen solide aufgebaut ist und wenn es entsprechend gut funktioniert, bzw. der Cashflow positiv ist. Sollte dies nicht der Fall sein, wird die Bank in der Regel höhere Zinsen für einen Kredit zur Finanzierung des Unternehmens verlangen.

Auch für Investoren und Anleger spielt der Cashflow eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, dass in ein Unternehmen investiert wird.

Wer sich darüber Gedanken macht, wie es einem Unternehmen geht und wie sich die Geschäfte entwickeln, der schaut in jedem Fall auf den Cashflow. Das bedeutet, dass er darauf achtet, ob die Geschäftstätigkeit sich positiv entwickelt. Darüber hinaus wird gerade bei der Dividende darauf geachtet, ob diese aus dem Cashflow gedeckt werden kann, oder ob diese aus der Substanz gezahlt wird.

Langfristig ist es für die Investoren deutlich besser, wenn die Dividende jedes Jahr durch den Cashflow des Unternehmens abgedeckt wird. Das bedeutet, dass man in jedem Fall mit dem Unternehmen sicher arbeiten kann. Grundsätzlich ist es ein beruhigendes Gefühl, wenn die Dividende durch den Cashflow gedeckt wird. Dies sorgt dafür, dass die Möglichkeit, dass die Dividende gesenkt wird zwar nach wie vor vorhanden ist, jedoch das Risiko deutlich geringer ist, als wenn die Dividende nicht durch den Cashflow abgedeckt werden kann.

Dividende aus dem Cashflow oder aus der Substanz?

Sollte es dazu kommen, dass die Dividenden nicht aus dem Cashflow bezahlt werden kann, ist auf viele einzelne Faktoren zu achten.

Das bedeutet konkret, dass z.B. darauf geachtet werden sollte, wie die Dividende sich historisch entwickelt hat und wie sich der Cashflow entwickelt. Es gibt sehr viele so genannte Dividendenaristokraten. Dabei handelt es sich um Unternehmen, die in den vergangenen Jahren die Dividende immer weiter erhöht haben und die seit vielen Jahren eine ordentliche Dividende zahlen.

  • Bei vielen Unternehmen wird der Cash Flow zum Teil für die Zahlung der Dividende verwendet
  • Die Dividende macht meist XX Prozent des Cashflows aus
  • Wer mehr als den Cash Flow als Dividende auszahlt, zahlt meist eine Dividende aus der Substanz
  • Langfristig zahlen einige Dividendenaristokraten stehts hohe Dividenden, zum Teil sogar aus der Substanz, wenn der Cashflow nicht reicht.

In der Praxis kommt es bei diesen Unternehmen vor, dass sie die Dividende manchmal nicht aus den Gewinnen des laufenden Jahres zahlen, sondern auf die Reserven des Unternehmens zurückgreifen.

So lange dies nicht fortlaufend passiert, sondern nur gelegentlich der Fall ist, wird es meist keine Probleme geben. In der Realität gibt es jedoch auch einige Unternehmen, die schon seit einiger Zeit attraktive Dividenden aus der Substanz ausschütten.

Warum werden weiterhin hohe Dividenden aus der Substanz ausgeschüttet?

Auch wenn der Cashflow nicht stimmt, kommt es hin und wieder dazu, dass Unternehmen die Dividenden aus der Substanz ausschütten – zum Teil sogar über viele Jahre hinweg.

Das liegt manchmal daran, dass z.B. die Prognosen für die Zukunft positiv sind und es möglich ist, dass das Unternehmen bald wieder die Dividende durch den Cashflow decken kann.

Es gibt jedoch auch Firmen, bei denen die Dividendenpolitik für viele Aktionäre der wichtigste Maßstab für ein Investment ist. Wer seit über 20 Jahren die Dividende nicht mehr gesenkt hat, ist bei den Investoren und auch bei zahlreichen Fonds sehr beliebt.

Deshalb entscheiden sich sehr viele Trader dafür, in solche Unternehmen zu investieren. Es sollte also genau darauf geachtet werden, warum die Dividende hochgehalten wird, wenn man den entsprechenden Cashflow nicht erzielt

Payout Ratio und Dividende aus dem Cashflow?

Die Dividende wird im Idealfall mit einer niedrigen Payout Ratio gezahlt. Je niedriger diese Ratio ist, desto besser ist die Möglichkeit, dass das Unternehmen positive Zahlen schreibt und in der Lage ist, die Dividende zu stemmen.

Die Payout Ratio liegt bei einigen Konzernen bei etwa 60 bis 70%. Viele Unternehmen geben in ihren Investor Relations Informationen dazu, wie sich die Payout Ratio entwickelt und in welchem Bereich diese in der Regel liegen soll. Einige Firmen geben sogar an, dass sie pauschal z.B. 65% der Gewinne in Form einer Dividende auszahlen.

  • Payout Ratio zeigt, wie viel % des Gewinnes an die Aktionäre ausgeschüttet wird
  • Viele Unternehmen definieren eine Payout Ration von z.B. 60 bis 80% des Gewinnes

Sollte die Payout Ratio bei 100% oder sogar darüber liegen, ist dies auf die Dauer nicht gesund für das Unternehmen. Viele Unternehmen haben zwar häufig für einen gewissen Zeitraum eine Payout Ration von 100% oder mehr, entscheiden sich jedoch bald dafür, die Dividende zu senken, bzw. zu kürzen.

Es ist häufig möglich, dass die entsprechenden Dividendenrenditen in hoher Form ein Zeichen dafür sind, dass es dem Unternehme nicht gut geht und dass die Dividende bald gekürzt wird – dies muss jedoch nicht der Fall sein!

Wie kann der Cash Flow berechnet werden? – direkt und indirekt!

Es besteht die Möglichkeit, dass der Cash Flow direkt oder aber auch indirekt ermittelt werden kann. Das bedeutet, dass zwei Wege zur Verfügung stehen, um Aussagen über die Finanzkraft eines Unternehmens gewinnen zu können.

Bei der indirekten Version der Berechnung des Cash Flows ist es möglich, dass Positionen nicht zum Jahresüberschuss gezahlt werden, die nicht zahlungswirksam sind.

Das bedeutet konkret, dass vom Jahresüberschuss die nicht zahlungswirksamen Erträge abgezogen werden und die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen hinzuaddiert werden. Dies ergibt in Summe den Cash Flow nach der indirekten Ermittlung.

Zu den nicht zahlungswirksamen Aufwendungen zählen unter anderem Abschreibungen sowie Einstellungen in die Rücklagen. Auch Erhöhungen in die Rückstellungen oder Erhöhung der Sonderposten mit Rücklangeanteil zählen zu den Aufwendungen, die nicht zahlungswirksam sind und hinzugezählt werden können.

Die alternative Berechnung stellt die direkte Cash Flow Berechnung dar. Hierbei werden alle zahlungswirksamen Erträge genommen und gleichzeitig die zahlungswirksamen Aufwendungen abgezogen, um den Cash Flow zu ermitteln.

Was ist der so genannte Free Cash Flow?

Der Free Cash Flow stellt ebenfalls eine Form des Cash Flows dar. Er stellt den operativen Cash Flow zuzüglich des Cash Flows aus Investitionstätigkeiten dar. Der Free Cash Flow wird genutzt, um die Dividende zu zahlen oder aber auch um eigene Aktienanteile vom Markt zurückzukaufen.

Viele Unternehmen starten Aktienrückkaufprogramme, wenn sie positive Geschäftsergebnisse haben. Dies verringert den Anteil der freien Aktien auf dem Markt und sorgt gleichzeitig unter Umständen dafür, dass der Kurs der Aktie steigen kann.

Quellen und weitere Informationen zum Thema Cashflow

Deine Meinung ist uns wichtig

*