Corona Vermögenssteuer in Österreich – Wiedereinführung, JKU Studie, Höhe, Freibetrag, Umfrage

Im Rahmen der Diskussion zur Finanzierung der Maßnahmen gegen die Auswirkungen der Coranavirus Krise in Österreich wie Kurzarbeit, Härtefallfonds, regionale Unterstützungsfonds und weitere Maßnahmen gibt es in letzter Zeit auch von einigen Seiten die Forderung nach einer Vermögenssteuer in Österreich.

Die klassische Vermögenssteuer wurde 1993 (auch aufgrund der schweren Abwicklung und Erfassung) in Österreich abgeschafft, per 1.8.2008 wurde auch die Erbschaftssteuer (vorläufig) auf Eis gelegt.

Eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer wird jedoch aufgrund der Coronakrise diskutiert – Als Unterstützung der Maßnahmen, also Corona-Ausgleichsgeld und von verschiedenen Ökonomen und Politikern wird aktuell darüber nachgedacht.

Umfrage – Wie ist deine Meinung zur Wiedereinführung einer Vermögenssteuer in Österreich?

JKU Studie zur Vermögenssteuer in Österreich

  • Laut einer aktuellen Studie der Kepler-Universität wurde nun berechnet, dass eine Vermögenssteuer für die reichsten in Österreich abhängig vom gewählten Rechenmodell mehrere Milliarden Euro bringen kann.
  • Wer wäre von der Steuer betroffen? – Dies würde je nach Modell die reichsten 4 bis 7 % der österreichischen Bevölkerung treffen.

Vermögensaufteilung in Österreich – Wenig Haushalte besitzen enorm viel

  • Neben der bereits präsentierten Studie „Bestände und Konzentration privater Vermögen in Österreich“ der Johannes-Kepler-Universität Linz (JKU) wurden folgende wichtige Erkenntnisse gewonnen:
  • Das Netto-Vermögen von privaten Haushalten in Österreich liegt bei 1,317 Billionen Euro. Hierbei verfügt das reichste Prozent über ein Netto-Vermögen von 534 Milliarden Euro – dies bedeutet einen Anteil von 40,5 % für das reichste Prozent.
  • Zum Vergleich: Die 90-prozentige Bevölkerungsmehrheit mit keinem, geringem oder mäßigem Vermögen kommt gemeinsam nur auf etwa ein Drittel des Gesamtvermögens (34,2 Prozent).

Berechnung & Modelle zur Vermögenssteuer in Österreich

  • Ausweicheffekte: In der Berechnung für eine mögliche Vermögensteuer in Österreich werden auch “Ausweicheffekte” durch Vermögenstransfers ins Ausland berücksichtigt. Auch wen dies hoch ausfallen sollte, könnte durch die Steuer auf Vermögen in Österreich ein hohes Steueraufkommen eingenommen werden.
  • Dies liegt hierbei auch daran, dass ein großer Anteil am Privatvermögen in Österreich aus Groß-Immobilien kommt.

Arbeiterkammer schlägt ein konkretes Modell zur Vermögenssteuer in Österreich vor

Freibetrag: Bei einem angenommenen Freibetrag von 1 Million Euro sowie folgender Aufteilung:

  • 0,7 % Steuer zwischen 1-2 Millionen Euro
  • 1 % zwischen 2-3 Millionen Euro
  • 1,5 % ab 3 Millionen Euro

ist hierbei mit einem Steueraufkommen durch die Vermögensteuer in Höhe von 5,7 Milliarden Euro zu rechnen.

Wer wäre von einer Vermögensteuer in Österreich betroffen?

Mit einem Freibetrag von 1 Million Euro würde die Steuer im Anwendungsfall in Österreich 4 bis 5 Prozent der Haushalt betreffen, auf die das Kriterium von Vermögen von mehr als 1 Million Euro netto zutrifft.

Was gilt als Netto-Vermögen in Österreich?

Als Netto-Vermögen wurde hierbei das Brutto-Vermögen in Form von Finanzvermögen (Sparbücher, Aktien, Investments) sowie Sachvermögen (Immobilien, Autos, Flugzüge) herangezogen, Kredite werden hierbei abgezogen.

Einschätzung der Arbeiterkammer & Forderungen

  • Internationaler Vergleich im Bereich Steuern: Österreich liegt beim Aufkommen von vermögensbezogenen Steuern weit hinten. Diese betragen in Österreich aktuell 1,3 % der Steuern, während diese im OECD Schnitt bei 5,6 % liegen. Hierbei wird beispielsweise auf Großbritannien oder die USA verwiesen, wo mehr als ein Zehntel des Steueraufkommens als Vermögenssteuern kommt.

Aktuelle AK Forderung – Vermögenssteuer ab 1 Million Euro

  • Die AK Oberösterreich fordert eine stärkere Besteuerung von Privatvermögen und ist der Einschätzung, dass es sich bei einer Vermögenssteuer für Reiche um einen fairen Beitrag für mehr Steuergerechtigkeit handelt.
  • Neben einer Besteuerung auf Vermögen ab 1 Million Euro in Österreich in Form einer Vermögenssteuer wird auch eine refomierte Erbschaftssteuer mit einem hohen Freibetrag sowie die europaweite (EU) Abstimmung von vermögensbezogenen Steuern gefordert.

Kritik an der geringen Besteuerung von Unternehmen

Eine häufig zu hörende Kritik bzgl Steuern in Österreich für Unternehmen ist beispielweise, dass es in Europa und Österreich  generell einen Trend gibt:

Seit Jahren sinken die Unternehmenssteuern, während die Steuern auf Arbeit gleichbleiben. Insgesamt muss die arbeitende Bevölkerung dadurch immer mehr vom gemeinsamen Kuchen bezahlen. (Quelle: kontrast.at)

Mehrheit will Steuern auf große Vermögen in Österreich – Umfragen

Quelle: A&W Blog zum Thema “Mehrheit für Vermögenssteuer in Österreich”

Überblick – Vermögenssteuern international im Vergleich

 

Vermögenssteuern international

Quelle – OECD, 2015

 

Netto Vermögen der Haushalte in Österreich

Quelle: JKU Linz

Entwicklung der Besteuerung von Vermögen im internationalen Vergleich

Copyright: https://www.familienunternehmen.de/

Welche Länder haben aktuell eine Vermögenssteuer?

Frankreich,Japan,Luxemburg,Schweiz(Kanton Zürich) und Spanien erheben aktuell eine Vermögenssteuer. Die genauen Regelungen sind je nach Land unterschiedlich.

Wiedereinführung der Vermögenssteuer in Deutschland

Zu den genauen Plänen der SPD zum Thema “Vermögenssteuer 2020 in Deutschland” bzw. Wiedereinführung, Auswirkungen sowie eine umfangreiche Beispielrechnung zur Auswirkung für Unternehmer ist auf https://www.brokervergleich.de/wissen/expertisen/die-neue-vermoegenssteuer/ nachzulesen.

Quellen und weiterführende Informationen:

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