Das Unternehmensgründerprogramm (UGP) in Österreich – Von der Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit

Der nachfolgende Text hat den Sinn und Zweck, den Leser über das Gründerprogramm des österreichischen Arbeitsmarktservice (AMS) zu informieren. Im Rahmen desselben wird also ein genauerer Blick auf dieses Programm zur Unterstützung von Arbeitslosen geworfen.

Unter anderem werden die Fragen beantwortet, wer an dem Programm teilnehmen kann beziehungsweise darf, was dieses genau beinhaltet und wie es iin einzelne Phasen strukturiert und aufgebaut ist. Auch wird auf die Laufzeit beziehungsweise Dauer des Unternehmergründungsprogramms eingegangen.

Einleitung zum Thema Unternehmensgründerprogramm (UPG)

Auch für Menschen in Österreich, die zur Zeit keiner beruflichen Tätigkeit nachgehen, sprich arbeitssuchend sind, kann der Schritt in die Selbstständigkeit neue Wege eröffnen.

Somit bietet das Unternehmergründungsprogramm des Arbeitsmarktservice eine interessante, attraktive Alternative zu einer Angestelltenposition. Allerdings kann nicht jeder an diesem Förderprogramm teilnehmen. Es gibt einige Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um von der staatlichen Unterstützung zu profitieren.

Wichtig: Finanzielle Unterstützung durch das UGP vom AMS

Die Teilnahmevoraussetzungen für das UPG

Zunächst sollten sich Personen, die bei dem AMS als arbeitslos gemeldet sind, Gedanken über eine Geschäfts-Idee gemacht haben, beziehungsweise überlegt haben, wie die selbstständige berufliche Tätigkeit in etwa umgesetzt werden soll. Wenn über keine konkrete Geschäfts-Idee, mit der ein messbares, zu erreichendes Ziel verbunden ist, verfügt wird, so wird die Unterstützung nicht gewährt.

Eine weitere, wichtige Voraussetzung für die Teilnahme an dem Gründerprogramm ist, dass die berufliche Eignung der Bewerber für das Programm vorausgesetzt wird. So ist es also nicht möglich, beispielsweise als gelernter Garten- und Landschaftsbauer eine Webagentur zu gründen, wenn nicht bereits im Voraus an einer entsprechenden Umschulung teilgenommen wurde.

Interessant ist, dass auch Personen, denen bereits klar ist, dass diese in der nächsten Zeit gekündigt werden, sich ebenfalls über das Programm bei dem Arbeitsmarktservice informieren können. So haben die Betroffenen zum Zeitpunkt der Kündigung dann bereits ein neues Projekt, nämlich das Erreichen der Selbstständigkeit mithilfe des Unternehmensgründungsprogramms.

Allerdings ist eine Teilnahme stets ausgeschlossen, wenn gegen den Bewerber für dasselbe ein Exekutions- oder / und Pfändungsverfahren vorliegt. Auch gilt der Ausschluss für Personen, die während des Zeitraums der letzten 36 Monate bei der SVA pflichtversichert waren sowie für Menschen, die lediglich auf nebenberuflicher Basis selbstständig sein möchten. Nach der Prüfung der Geschäfts-Idee wird diese selbstverständlich von den Verantwortlichen des UPG bewertet.

Wird die Unternehmung aller Voraussicht nach nicht ertragsfähig und / oder nicht nachhaltig, so ist eine Teilnahme ebenfalls nicht möglich. Doch was beziehungsweise welche Art von Unternehmung wird von dem Arbeitsmarktservice genau unterstützt?

Die Unterstützung des Arbeitsmarktservice

Wie bereits im vorangegangenen Abschnitt angesprochen wurde, unterstützt der Arbeitsmarktservice ausschließlich Gründungen, die in wirtschaftlicher Hinsicht erfolgversprechend sind. Dementsprechend ist die Vorauswahl der Teilnehmer recht streng. Dies ist vor dem Hintergrund zu betrachten, dass die Selbstständigkeit des ehemals Arbeitslosen nachhaltig sein und diesem ein stabiles Einkommen ermöglichen soll, mit welchem dieser gut leben kann.

Es wird versucht, Projekte, die keine oder nur wenig Aussichten auf Erfolg haben, auszumachen und nicht zu genehmigen, um Insolvenzen zu vermeiden. So werden zum Beispiel Unternehmensgründungen, die sich dadurch charakterisieren, dass ein Hauptbestandteil der unternehmerischen Tätigkeit in der Werbung von Mitgliedern liegt, nicht von dem Arbeitsmarktservice genehmigt.

Soll sich als Franchisenehmer selbstständig gemacht werden, so wird der Franchisegeber von einem darauf spezialisierten Beratungsunternehmen auf Seriosität hin geprüft und geschaut, ob mit dieser Tätigkeit nachhaltige Einkünfte erzielt werden können. Im nächsten Absatz soll nun auf die vier Phasen des Unternehmungsgründungsprogramms eingegangen werden, die Bewerber zu durchlaufen haben.

Die vier Phasen des UGP

1. Die Klärungs-Phase

In der ersten Phase geht es darum, einem Berater des Arbeitsmarktservice die Ideen und Ziele im Hinblick auf eine selbstständige Tätigkeit offenzulegen. Dafür muss der Bewerber ein grobes Konzept vorlegen. Gemeinsam mit dem Berater wird dann überprüft, ob die Idee beziehungsweise das Projekt realisierbar ist.

Dafür sind drei Fragen von Bedeutung. Verfügt der Bewerber über die finanziellen Mittel, die für die Realisierung nötig sind? Hat dieser die erforderliche fachliche Kompetenz für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts? Ist die Idee eine zukunftsträchtige und gibt es bereits potenzielle Kunden für das Produkt und / oder die Dienstleistung?

Sieht der Berater das Projekt beziehungsweise die Idee als erfolgversprechend an, so kommt nun ein Berater des UGP in Spiel. Dieser kümmert sich darum, dass der Bewerber eine UGP Mappe erhält, die einige Fragen im Zusammenhang mit dem Projekt beinhaltet, die allesamt schriftlich und detailliert beantwortet werden müssen.

Anschließend muss der Bewerber einen detaillierten Businessplan erstellen und diesem den Verantwortlichen bei dem UGP vorlegen. Nach einer erneuten, ausführlichen Prüfung hinsichtlich der Finanzierbarkeit, der Standortwahl und der rechtlichen Voraussetzungen der Unternehmung beginnt die zweite Phase, die Vorbereitung.

2. Die Vorbereitungs-Phase

Nach dem erfolgreichen Durchlaufen der ersten Phase, sprich, wenn das Projekt genehmigt wurde, beginnt die Vorbereitungs-Phase.

In dieser können die Teilnehmer dann von kostenlosen Programmen, wie zum Beispiel Workshops und Seminaren profitieren, um zu erlernen, wie das Rechnungswesen, das Marketing und die Akquise von Kunden funktionieren. Ebenfalls werden kostenfreie Einzel- und Gruppenberatungen angeboten. Nach der Weiterbildung des Teilnehmers folgt die dritte Phase auf dem Weg hin zur Selbständigkeit.

3. Die Realisierungs-Phase

Wie der Name es bereits verrät, geht es in der dritten Phase um die Umsetzung der Geschäfts-Idee. Dazu sollte das Gewerbe zunächst angemeldet beziehungsweise gegründet werden. Auch im Rahmen dieser Phase können die Teilnehmer des Programms noch an den kostenlosen Beratungsgesprächen teilnehmen.

4. Die Nachbetreuung-Phase

Innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Gründung des Unternehmens, haben die Teilnehmer das Recht, auf die kostenlosen Beratungsdienstleistungen des Unternehmungsgründerprogramms zurückzugreifen.

Ebenso besteht das Angebot der Teilnahme an Workshops und Seminaren auch innerhalb dieses Zeitraums. Die Teilnehmer werden also über die gesamte Gründung hinaus umfangreich betreut.
Nach dem die Phasen der UGP genauer betrachtet wurden, soll nun anschließend beschrieben werden, von welcher Art finanzieller Unterstützung profitiert werden kann.

Die finanzielle Unterstützung vonseiten des UGP

Erwähnenswert ist hier außerdem, dass Personen, die an dem Programm teilnehmen, eine finanzielle Unterstützung erhalten. Diese richtet sich exakt nach der Höhe des letzten Arbeitslosengeldes beziehungsweise der Notstandshilfe. Besteht jedoch kein Anspruch auf das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe, so erhalten Teilnehmer eine Unterstützung, um den Lebensunterhalt während der Gründung der Unternehmung bestreiten zu können.

Interessant ist, dass die finanzielle Unterstützung bis zu zwei Monaten nach der erfolgreichen Gründung gewährt wird. Dieses wird Gründungsbeihilfe genannt und umfasst außerdem die Zahlung des Mindestbeitrags der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft vonseiten des Arbeitsmarktservice. Nun soll noch die Dauer des Förderprogramms Erwähnung finden.

Die Dauer des Programms und der Standort des UGP

Im Allgemeinen beträgt die Dauer des UGP sechs Monate. Allerdings gibt es einige Ausnahmefälle, in denen die Unterstützung für neun Monate gewährt wird. Auch kann es vorkommen, dass weniger Zeit für eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensgründung benötigt wird. Im Hinblick auf den Standort ist festzuhalten, dass sich dieser nach der Region richtet. Für weitere Informationen sollten sich Interessenten an die regionale Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice richten.

Weitere wissenswerte Informationen

Im Rahmen der Aufnahme in das UGP sollte einige Dinge beachtet werden, die hier kurz aufgeführt werden. Wie bereits weiter oben erwähnt, darf während der Dauer des gesamten Programms keine selbstständige Tätigkeit ausgeführt werden, egal, wie geringfügig diese sein mag. Nichtsdestotrotz darf, paradoxerweise eine unselbständige Tätigkeit ausgeführt werden. Um nicht gegen die Gewerbeordnung zu verstoßen, dürfen Teilnehmer des Programms außerdem keine Werbung für das Projekt beziehungsweise die Unternehmung machen.

Dies gilt solange, bis der offizielle Gewerbeschein vorliegt. Mit anderen Worten, wird von den Mitarbeitern und Beratern des Unternehmensgründerprogramms verlangt, dass mit potenziellen Kunden in Kontakt getreten wird. Dies darf aber nur ohne die Hilfe einer auskunftgebenden Internetseite und ebenso ohne die Verwendung von Visitenkarten getan werden. Das Sammeln der Visitenkarten von potenziellen Kunden, um diese dann zu kontaktieren, wenn der Gewerbeschein vorliegt, ist hingegen erlaubt.

Abschließendes Fazit zum Thema Unternehmensgründungsprogramm

Das Programm eignet sich für alle Arbeitslosen, die eine gute, nachhaltige Geschäfts-Idee sowie das benötigte Know-How und die finanziellen Mittel für die Umsetzung derselben haben. Um im Rahmen der Bewerbung Erfolg zu haben, ist es wichtig, einen umfangreichen und detaillierten Businessplan aufzustellen. Ist die Bewerbung erfolgreich, so empfiehlt es sich, die kostenlosen Weiterbildungs- und Förderprogramme unbedingt wahrzunehmen. Vorsicht ist im Hinblick auf die Werbung zu genießen, die erst dann geschaltet werden darf, wenn der Gewerbeschein vorliegt.

Quellen und weitere Informationen

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