Dispokredit in Österreich – Vorteile, Nachteile & Gefahren beim Dispo – Überziehungskredit

Der Dispokredit hat in Österreich mehrere Namen. Unter anderem ist er auch bekannt als Dispositionskredit oder kurz Dispo. Im Grunde genommen wird damit ein Überziehungsrahmen oder Kontorahmen bezeichnet.

Der Antrag ist auch in anderen Ländern wie Deutschland nicht anders. Meist wird der Kredit in Österreich in einer automatischen oder stillschweigenden Form bereitgestellt. Zunächst einmal muss der Kunde über ein Girokonto verfügen, damit die Banken einen regelmäßigen Gehaltseingang nachweisen können.

Weitere Schritte erklären sich dann von automatisch. Was genau ein Dispokredit in Österreich ist, worauf zu achten ist und welche Vor- und Nachteile sich daraus ergeben, wird im folgenden Artikel erklärt.

Für kurzfristige Investitionen und Engpässe kann der Dispo gut genutzt werden

Was ist ein Dispokredit?

Dispo ist eine Abkürzung für den Dispositionskredit. Der Name stammt übrigens aus dem Lateinischen. Im Grunde genommen beschreibt “disponere” die wichtigste Eigenschaft bei einem Dispokredit.

Dieser muss nur einmal eingerichtet werden und schon ist er jederzeit verfügbar. Dazu wird aber ein Girokonto benötigt und man muss mindestens 18 Jahre dafür alt sein.

Alternativ besteht die Möglichkeit sich das Konto auch unter 18 Jahren einrichten zu lassen. Jedoch hängt das stark von der jeweiligen Bank ab, denn nicht jeder ist mit dieser Idee zufrieden. Für einen Dispokredit können unterschiedliche Voraussetzungen notwendig sein. Bei den folgenden Punkten handelt es sich um die gängigsten Punkte, die erfüllt werden müssen:

  • es benötigt regelmäßige Geldeingänge auf das Konto durch berufliche Tätigkeit
  • Kontoverbindung muss bereits für eine längere Zeit vorliegen
  • wird nur genehmigt, wenn es in der Vergangenheit zu keinen Auffälligkeiten kam

Oft beträgt der Kreditrahmen 2 bis 3 Monatsgehälter. Deswegen ermöglicht der Dispo eine individuelle Festlegung des Geldes.

Der große Vorteil bei einem Dispo ist die Überwindung eines kurzfristigen Engpasses.

Sollte der Kunde nämlich wieder für eine kurze Zeit in den Soll rutschen, werden bei einem bestehenden Dispokredit Überweisungen sowie Daueraufträge fortgesetzt. Beim Überziehen des Dispos kann es zu ersten Rücklastschriften kommen.

Im Grunde genommen kann die Bank zu diesem Zeitpunkt keine Überweisungen mehr vornehmen. Deswegen ist der Dispokredit die beste Alternative, um kurzfristig schnell Geld zu bekommen.

Wer kann einen Dispositionskredit bekommen?

Zusammengefasst handelt es sich bei einem Dispokredit um nichts anderes als einen Überziehungsrahmen beim Girokonto. Dieser kann jeder Person zur Verfügung stehen, sofern regelmäßige Geldeingänge zu verbuchen sind.

Meist steht er jedoch jedem Österreich schon bei der Abwicklung des Girokontos zu und wird automatisch integriert.

Die genaue Höhe der Überziehung ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Im Schnitt beträgt der Kredit zwischen 2 und 3 Monaten. Andere hingegen gewähren sogar bis zu 6 Monate. Aus diesem Grund bringt der Dispokredit einige Vorteile gegenüber einem Ratenkredit mit sich:

  • muss nicht extra beantragt werden, sondern steht mit dem Girokonto automatisch zur Verfügung
  • es gibt keine genauen Vereinbarungen zur Rückzahlung, Laufzeiten oder Raten
  • Dispokredit kann aufgrund seiner hohen Zinsen recht teuer werden

Wie wird der Dispokredit genutzt?

Generell gilt aufgrund der hohen Zinsen – Dispokredite sollten mit Vorsicht genutzt werden. Zudem machen sie nur bei kurzfristigen finanziellen Engpässen Sinn. Sollte nämlich eine Rechnung mal deutlich höher als gedacht ausfallen, ist der Dispokredit eine gute Wahl und sichert im Ernstfall ab.

Doch das Problem sind die hohen Zinsen. Die Betonung liegt auf “kurzfristig”. Je schneller das Konto ins Plus gebracht wird, umso besser. Alternativ besteht auch die Möglichkeit zu einem Ratenkredit umzuschulden. Dieser ist mit deutlich besseren Konditionen versehen.

Vor- und Nachteile

Der Dispokredit bringt einige Vorteile mit sich. Allerdings sollte der ein oder andere Nachteil nicht unerwähnt bleiben. Welche das sind, wird im Folgenden erklärt.

Vorteile

  • -> Kreditnehmer haben bei einem Dispokredit viel mehr Flexibilität und können sich dementsprechend an ihre Situation anpassen
  • -> Die Tilgung ist jederzeit ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich
  • -> Zinsen fallen nur für diesen Zeitraum an, in dem der Kredit tatsächlich beansprucht worden ist
  • -> Ein weiterer Vorteil: Bei einem Dispokredit sind keine Sicherheiten erforderlich

Nachteile

  • -> Ein großer Nachteil bei dieser Art von Kredit sind die hohen Zinsen, die bei der Überziehung des Girokontos anfallen. Hierbei sollte man versuchen so schnell wie möglich wieder ins Plus zu kommen
  • -> Eignet sich nur für kurzfristige Finanzengpässe. Außerdem ist eine Kündigung durch die Bank möglich
  • -> Der Kreditrahmen ist beschränkt und eignet sich nicht für größere Anschaffungen

Wie hoch kann der Dispo von der Bank genehmigt werden?

Wie hoch genau der Kredit gewährt werde kann, hängt vom regelmäßigen Einkommen der betroffenen Person ab. Zudem spielt die Bonität keine unwichtige Rolle. Wer aktuell über keinen Dispokredit verfügt aber für einen kurzen Zeitraum einen Kredit braucht, sollte sich mit seiner zuständigen Bank in Kontakt setzen.

Denn meist richtet sich die Höhe nach dem Einkommen. Je niedriger das Einkommen, desto niedriger auch der Dispo.

Sollte es aber zu früheren Zeiten zu Problemen gekommen sein, kann es auch sein, dass die Bank keinen Kredit oder Dispo erlaubt.

In Deutschland unter anderem muss die Schufa des Kunden perfekt sein und darf keine Mängel vorweisen. In Österreich hingegen ist es möglich an einen Dispo ohne Schufa zu kommen. Dementsprechend ist eine saubere Schufa keine Voraussetzung für den Erhalt eines Dispokredits.

In Österreich kann ebenfalls ein Girokonto geführt werden, falls der Sitz in Deutschland wäre. Der Grund ist relativ einfach. In Österreich gibt es keine Schufa. Deswegen richten sich die Banken nach dem Einkommen und dieses kann manchmal auch bis zum 6-fachen des Monatsgehaltes sein.

Selbstständige können es bei einem Dispokredit schwerer haben. Denn bei selbstständiger Arbeit ist ein regelmäßiges Einkommen nicht immer problemlos möglich. Infolgedessen lehnen einige Banken ab, da nicht genügend Sicherheit gewährleistet ist. Für andere Berufsgruppen und nur für kurzfristige Zeiträume ist der Dispokredit zu empfehlen.

Dispokredit oder Ratenkredit – Was ist besser?

Der Antrag auf einen Dispokredit ist in der Regel nicht kompliziert und geht schnell über die Bühne, sofern er nicht beim Girokonto automatisch integriert wurde. Durch den Dispokredit sind viele Kunden dazu verleitet mehr Geld auszugeben.

Allerdings kann das aufgrund der hohen Zinsen ein großer Fehler sein. Der Kredit eignet sich nur zur Überwindung von kurzen Engpässen.

Bei kleineren Summen kann der Dispokredit durchaus günstiger als ein Ratenkredit sein. Allerdings muss dieser auch zügig zurückgezahlt werden. Ansonsten holen einen die hohen Zinsen ein. Sollte es sich jedoch um eine größere Summe handeln, dann ist der Ratenkredit die bessere Wahl. Dort ist der Zins um einiges niedriger und die Schuld lässt sich in regelmäßigen Abständen tilgen.

Fazit

Der Dispo stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Überziehen. In Österreich sind für den Erhalt eines Dispokredits unterschiedliche Voraussetzungen zu erfüllen. Unter anderem benötigt es ein regelmäßiges Einkommen sowie eine saubere Vergangenheit.

Generell lässt sich sagen, dass sich der Dispokredit nur für kurzfristige Engpässe eignet. Der Grund sind die hohen anfallenden Zinsen beim Überschreiten. Betroffenen sollten so schnell wie möglich wieder ins Plus gelangen. Allerdings fallen nur Zinsen für den tatsächlich genutzten Kredit an. Für größere Summen eignet sich ein Ratenkredit. Ab dann sollte dem Kredit nichts mehr im Weg stehen.

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