Eigenkapitalrendite – Was ist die Eigenkapitalrentabilität? – Berechnung & Beispiele, Leverage Effekt

Die so genannte Eigenkapitalrendite bzw. die Eigenkapitalrentabilität ist ein Wert, der einfach berechnet werden kann.

Er kann bestimmt werden, indem man den Jahresüberschuss durch das Eigenkapital teilt. Wer also z.B. ein Eigenkapital in Höhe von 100.000 Euro hat und einen Gewinn in Höhe von 3.000 Euro erzielt, der erhält eine Eigenkapitalrendite in Höhe von 3%.

Grundsätzlich kann mit der Eigenkapitalrendite festgestellt werden, wie lukrativ die Geldanlagen sind, in die investiert worden ist. Für Unternehmen ist dieser Wert natürlich auch sehr wichtig. Je höher die Eigenkapitalrentabilität ist, desto besser wird das Unternehmen in der Regel bewertet.

Unternehmen, die über eine hohe Eigenkapitalrentabilität verfügen, werden allgemein positiv bewertet und bieten in jedem Fall eine gute Einstiegsmöglichkeit an.

Grundsätzlich ist die Eigenkapitalrentabilität je nach Branche sehr unterschiedlich. Es gibt Branchen, in denen sehr hohe Kosten anfallen, um einen recht kleinen Gewinn zu erzielen. Dies ist zum Beispiel überall dort der Fall, wo hohe Kosten für Personal, für Maschinen oder für Materialien anfallen, die dazu führen, dass die Gewinnmargen deutlich geringer sind, als es in anderen Industrien der Fall ist.

Viele Unternehmen haben dieses Problem und deshalb gibt es häufig Sparrunden oder die Suche nach Möglichkeiten, wie die Kosten reduziert werden können. Unternehme, die über eine geringe Kostenstruktur verfügen haben den Vorteil, dass sie mit geringen Kosten meist attraktive höhere Renditen und Gewinne erzielen können.

Besonders positiv fällt die Eigenkapitalrendite aus, wenn man es schafft, mit möglichst wenig Kapital hohe Renditen und Gewinne zu erzielen. In der Praxis gibt es z.B. Firmen, die es schaffen im Laufe ihrer Entwicklung Personalkosten zu reduzieren, indem Arbeitskräfte durch Roboter und Maschinen ersetzt werden. Wenn dies der Fall ist, kann die Eigenkapitalrendite auf Dauer meist deutlich gesteigert werden.

Wichtig: Eigenkapitalrendite beachten & berechnen!

Vergleiche innerhalb der Peergroup sind bei der Eigenkapitalrentabilität zu empfehlen

Wer sich Unternehmen genauer anschaut und feststellen möchte, ob diese rentabel arbeiten und wie hoch die Eigenkapitalrentabilität ist, der sollte wissen, dass Vergleiche vor allem innerhalb der eigenen Peergroup zu empfehlen sind.

Das bedeutet konkret, dass es z.B. nicht zu empfehlen ist, einen Ölkonzern mit einem Konzern aus der Gastronomie zu vergleichen. In der Praxis sollte darauf geachtet werden, dass z.B. Ölkonzerne untereinander vergleichen werden sollten oder auch Stromkonzerne und andere Betriebe innerhalb ihrer eigenen Peer Group unter die Lupe genommen werden.

  • Unternehmen sollten mit direkten Wettbewerbern vergleichen werden
  • Branchen können gegeneinander verglichen werden

Fakt ist dabei, dass die Eigenkapitalrendite mindestens so hoch sein sollte, wie der Zinssatz, der auf dem Markt angeboten wird. Nur in diesem Fall ist es nämlich sinnvoll, dass das zur Verfügung stehende Kapital in das eigene Unternehmen investiert wird.

Wenn dies nicht der Fall ist, könnte es zu empfehlen sein, bzw. wäre es wirtschaftlicher, wenn das Geld in andere Anlagen investiert wird, als in das eigene Unternehmen.

Dies dürfte auf die Dauer dazu führen, dass das Unternehmen weniger rentabel wird und sich nicht weiterentwickelt, sondern das Wachstum zunächst stagniert und danach rückläufig wird.

Wie kann ich die Eigenkapitalrendite durch Fremdkapital verbessern?

Es gibt viele Firmen, die nicht nur ihr eigenes Kapital einsetzen, sondern darüber hinaus auch noch Fremdkapital nutzen, um ihre Firma zu fördern und nach Vorne zu treiben.

Fakt ist, dass es möglich ist, dass der Wert der Eigenkapitalrentabilität deutlich verbessert werden kann, wenn man zu dem eigenen Kapital auch noch Fremdkapital einsetzt. Dies führt dazu, dass die Kennzahl Eigenkapitalrentabilität deutlich verbessert wird.

  • Eigenkapitalrenatabilität wird durch Fremdkapital verbessert

Es ist möglich, dass mit dem Fremdkapital der Gewinn deutlich gesteigert werden kann, während das Eigenkapital in jedem Fall konstant bleibt. Dieser Effekt wird als so genannter Leverage Effekt verzeichnet und spielt bei vielen großen Firmen eine wichtige Rolle.

Für wen ist die Eigenkapitalrenatabilität interessant?

Wer in ein Unternehmen z.B. in Form von Aktien oder in Form von Anleihen investieren möchte, der interessiert sich vor allem für die Rendite und auch für das Risiko, dass mit der Anleihe verbunden ist. In der Praxis ist jedoch zu berücksichtigen, dass gerade die Eigenkapitalrentabilität zu beachten ist.

Anhand dieser kann mit einer simplen Berechnung ermittelt werden, wie das Unternehmen aufgestellt ist und wie effizient es arbeitet.

Mit Hilfe des Wertes oder mit Hilfe der historischen Entwicklung des Wertes kann genau festgestellt werden, ob sich das Unternehmen zum Beispiel verbessert hat.

Eigenkapitalrentabilität bei eigenen Geldanlagen?

Auch bei privaten Geldanlagen ist es möglich, dass die Eigenkapitalrentabilität berechnet wird. Das bedeutet konkret, dass man darauf achten kann, wie viel Kapital man hat und wie dieses eingesetzt wird, bzw. wie dieses investiert wird.

In der Praxis gibt es Menschen, die ihr Kapital sehr konservativ anlegen. Sparbücher sowie Tagesgeldkonten und Festgeldkonten zählen zu den konservativen Anlageprodukten, die in jedem Fall dazu führen, dass zwar sichere Erträge erzielt werden, jedoch die Eigenkapitalrentabilität sehr niedrig ausfällt.

Wer sich dazu entscheidet, sein privates Vermögen in Aktien, Fonds oder aber auch in andere Finanzprodukte zu investieren, der kann entsprechend höhere Quoten was die Eigenkapitalrentabilität angeht, erreichen.

Dies muss jedoch nicht zwangsweise der Fall sein. Es ist durchaus möglich, dass auch hier Verluste erzielt werden können. Somit kann es der Fall sein, dass im Endeffekt keine hohen Eigenkapitalrentabilität erzielt wird, weil das Kapital sich nicht vermehrt hat, sondern sogar negative Effekte aufgetreten sind. Es ist also auch möglich, dass die Eigenkapitalrendite negativ ausfällt, wenn z.B. das Geld entsprechend negativ wächst.

  • Attraktive Quote durch z.B. hohe Erträge bei Geldanlagen
  • Tagesgeldkonto sorgt für niedrige Eigenkapitalrentabilität, da niedrige Zinsen

Auch Investments in P2P Kredite können einen Einfluss auf die Eigenkapitalrendite haben. Wer Gelder in P2P Kredite investiert, sorgt dafür, dass er in Produkte investiert, die mit einem sehr hohen Risiko behaftet sind. Dafür werden dann Zinsen in Höhe von 10% p.a. erreicht, was zwar attraktiv ist, was jedoch in jedem Fall durch das Risiko bedingt wird.

Langfristig gesehen kann über diesen Weg eine hohe Eigenkapitalrendite erzielt werden. Es ist jedoch in jedem Fall zu beachten, dass bei einer hohen Eigenkapitalrendite meist ein sehr hohes Risiko eingegangen wird.

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