Einkaufspreise für Strom fallen – Anbieter erhöhen Strompreis dennoch

Die Einkaufspreise für Strom fallen in Europa deutlich. In unserem Nachbarland Deutschland zeigt sich dies am Beispiel der aktuellen Preise für Strom an der Strombörse. Der Preis ist gegenüber dem vorherigen Jahr um mehr als 15% abgerutscht.

Das zeigt, dass man inzwischen als Anbieter so günstig Strom einkaufen kann, wie es zuletzt im Jahr 2018 der Fall gewesen ist. Was bei den Stromanbieter schnell zu merken ist, kommt scheinbar bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern nicht so deutlich an.

Obwohl der Energiepreis an der Strombörse deutlich gesenkt worden ist, ist der Preis für die Verbraucher sogar leicht gestiegen.

  • In Deutschland werden derzeit mehr als 30 Cent für eine Kilowattstunde Strom gezahlt. Dies freut die meisten Stromanbieter und dürfte gerade in Zeiten von Corona dazu führen, dass deutlich mehr Strom verkauft wird.
  • Da viele Menschen von zu Hause arbeiten und auch ihre Freizeit zu Hause verbringen, dürfte dies dazu führen, dass der Verbrauch an Strom deutlich steigt. Somit werden mehr Kilowattstunden an die privaten Haushalte verkauft und weniger günstigerer Industriestrom veräußert. Der Stromverbrauch ist im privaten Bereich deutlich angestiegen.

Experten gehen davon aus, dass die jährlichen Mehrkosten für Strom gerade bei den privaten Haushalten schnell im Bereich von deutlich über 100 Euro pro Jahr liegen können. Hierbei spielt auch das Wetter eine wichtige Rolle.

Wichtig: Stromverbrauch beachten & Geld sparen! – Stockfoto-ID: 332288767
Copyright: Maryia_K, Bigstockphoto.com

Bei gutem Wetter halten sich viele Menschen gerne draußen in der Natur auf und verbrauchen hier deutlich weniger Strom, als es bei schlechtem Wetter der Fall ist. In Zeiten der Corona Krise dürfte dies einen zusätzlichen Einfluss haben. Zu beachten ist, dass natürlich Smartphone, Computer, Internet sowie als auch der Fernseher häufiger genutzt werden und somit der Stromverbrauch sehr viel stärker ansteigt.

Strompreise werden weiterhin für Endverbraucher angehoben!

  • Die Anbieter von Strom haben sich vorgenommen, dass die Preise bereits zum ersten Mai 2020 wieder angehoben werden.
  • Obwohl der Preis im Einkauf deutlich gesunken ist, kann dies dazu führen, dass der Strom teurer wird und letztendlich mehr für den Strom gezahlt wird.
  • Zahlreiche Verbraucherschützer gehen seit langer Zeit gegen diese einseitige Politik der Stromkonzerne auf die Barrikaden.

Sie werfen den Unternehmen vor, dass sie bei steigenden Einkaufspreisen diese möglichst schnell an den Endkunden weitergeben. Von Senkungen der Einkaufspreise profitieren die Kunden, wenn überhaupt, erst nach einiger Zeit.

Kunden dürfen bei steigenden Preisen den Tarif kündigen!

Was viele Verbraucher und Nutzer von Strom nicht wissen ist der Umstand, dass sie die Möglichkeit haben, ihren Tarif zu kündigen, wenn eine Preiserhöhung durchgesetzt wird. Während normalerweise darauf geachtet werden muss, wie die Kündigungsfrist bei einem Stromtarif ist, ist dies nicht der Fall, wenn der Tarif deutlich steigen sollte, oder sich im Preis verändert. Viele Kunden nutzen eine Preiserhöhung, um zu einem anderen Anbieter zu wechseln und sich somit für einen deutlich preiswerteren Stromtarif zu entscheiden.

  • Der Preisvergleich über das Internet führt dazu, dass man den Anbieter sehr schnell und komfortabel wechseln kann. Oftmals funktioniert der komplette Wechsel online, so dass kaum ein Schriftverkehr zu führen ist.
  • Der Wechsel zum neuen Anbieter kann direkt über dessen Homepage in die Wege geleitet werden. Das bedeutet, dass man zum Beispiel nicht aufwendige Papiere mit Kündigungen schreiben muss, da die Kündigung oftmals direkt über den neuen Anbieter absolviert werden kann.

Stromanbieter locken mit günstigem Einstiegspreis für das erste Jahr!

Neue Kunden werden von den Stromanbietern häufig gelockt. In Österreich und auch in Deutschland gibt es spezielle Angebote für neue Kunden. Ein Bonus für neue Kunden und natürlich auch Rabatte für die Nutzung des Stromes im ersten Jahr werden oftmals genannt, wenn es darum geht, dass man für einen Kunden attraktiv sein möchte.

Tipp: Strompreise vergleichen und sparen! – Stockfoto-ID: 353976056
Copyright: photo_pw, Bigstockphoto.com

Zu beachten ist dabei natürlich auch, dass man zum Ende des ersten Jahres meist einen höheren Preis zahlen muss. Aus diesem Grund sollte genau überlegt werden, wohin man wechselt und wie lange man einen günstigen Stromtarif nutzen kann. Es gilt also, die Augen offen zu halten und genau zu schauen, welchen Tarif man wählt und für die lange der neue Tarif gewählt wird.

Strompreis 2020 in Österreich – welche Entwicklungen sind zu beobachten?

Der Strompreis spielt auch in Österreich 2020 eine wichtige Rolle. Zwar sind die Preise im direkten Vergleich zu den Tarifen in Deutschland deutlich niedriger, allerdings machen auch hier Steuern und Abgaben einen großen Teil des Preises aus. Anzumerken ist, dass der Strommarkt in Österreich bereits im Jahr 2001 für alle Anbieter geöffnet wurde, so dass ein Wettbewerb entstanden ist, wie er auch in anderen Ländern vorhanden ist. Fakt ist, dass es zahlreiche Discount Tarife gibt, mit denen Strom besonders günstig genutzt werden kann.

Wer sich die Preise in Österreich anschaut wird feststellen, dass etwa 20,34 Cent je Kilowattstunde gezahlt wird. Dies ist deutlich weniger, als es zum Beispiel in Deutschland der Fall ist, wo der Preis je Kilowattstunde fast bei 30 Cent liegt.

Bei 20,34 Cent pro Kilowattstunde kommen die Verbraucherinnen und Verbraucher in Österreich also relativ preiswert davon. Im EU-Vergleich liegt der Preis jedoch lediglich leicht unter dem Durchschnitt von 20,45 Cent je Kilowattstunde.

Dennoch gibt es Berechnungen, die davon ausgehen, dass die Steuern und Abgaben au den Strompreis in Österreich rund 37,55% des Gesamtpreises ausmachen. Bei einer Kilowattstunde liegt der Anteil an Steuern und Abgaben bei etwa 7,2 Cent und ist damit in den vergangenen 20 Jahren um mehr als 100% angestiegen.

Welche Abgaben und Steuern werden beim Strompreis in Österreich fällig?

  • Die Abgaben in Österreich setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Zunächst ist anzumerken, dass die Rechnung, die vom Endverbraucher zu tragen ist, aus drei Komponenten besteht. Es gibt Kosten für die Stromlieferung, Kosten für Steuern und Abgaben sowie die Netzkosten, die zu tragen sind.
  • Der Anteil der Steuern und Abgaben ist mit 37,55 Prozent am höchsten, gefolgt von den Kosten für die Stromlieferung in Höhe von 37,45%. Die Kosten für das Netz liegen bei 25% und sind deutlich geringer.
  • In den Steuern und Abgaben für den Strom sind 0,2% Abgaben für die Kraft-Wärme-Kopplung in Form einer Pauschale enthalten. Hinzu kommen 10,1% Förderkosten für den Ökostrom und 3,7% Gebrauchsgaben sowie 6,9% Elektrizitätsabgaben. Die Umsatzsteuer beläuft sich auf 16,7% und gegebenenfalls kommt noch ein Biomassezuschlag hinzu.

Kann Solarstrom meine Kosten reduzieren?

In Österreich denken viele Menschen darüber nach, ihre Kosten für die Stromerzeugung durch den Einsatz von Solarmodulen zu reduzieren. Das bedeutet, dass auf dem Dach oder auf dem Balkon Solarmodule installiert werden, die dafür sorgen, dass eigener Strom erzeugt wird.

Dieser wird vorrangig selbst verwendet und erst bei der Produktion eines Überschusses in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Generell ist anzumerken, dass Solarstrom in Österreich bereits in vielen Haushalten erzeugt wird.

Dennoch gibt es viele Menschen, die erst jetzt mit dem Gedanken spielen, den Solarstrom zu nutzen und bei sich zu integrieren. Fakt ist, dass es vor allem Eigenheimbesitzer sind, die viel Wert auf Solarstrom legen und entsprechende Module auf ihren Dächern errichten wollen.

Der Einsatz einer Solarstromanlage ist recht simpel. Neben den Modulen wird ein Wechselrichter benötigt, damit der Strom im Anschluss in das Hausnetz eingespeist wird. Sofern der Verbrauch im Haus höher ist, als der eingespeiste Strom aus der Solaranlage, wird der Strom mitverbraucht. Erst, wenn mehr Strom produziert als genutzt wird, kann der Strom in das Netz eingespeist werden.

Österreich stellt Photovoltaik und Solarfördermittel zur Verfügung

Wie hoch die Reduktion des jährlich zu zahlenden Strompreises durch den Einsatz von Solarstrom ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Vor allem die Anzahl an Kilowattstunden ist entscheidend. Diese hängt davon ab, wie viele Stunden Sonne auf die Solarmodule scheinen.

Tipp: Photovoltaik Förderungen in Österreich nutzen! – Stockfoto-ID: 7965523
Copyright: froochka, Bigstockphoto.com

Je größer die Fläche ist und je besser diese ausgerichtet ist, desto größer kann auch der Ertrag einer Anlage sein. Zu empfehlen ist es, sich über die aktuellen Photovoltaik Förderaktionen des Landes Österreich zu informieren. Die notwendigen Informationen können direkt online eingesehen werden und helfen, eine entsprechende Anlage zu planen und zu errichten. Die Höhe der Fördergelder ist davon abhängig, wie hoch die Leistung in kWp der Anlage ist.

  • Anlagen mit einer Leistung von bis zu 100 kWp werden mit einer Summe in Höhe von 250 Euro je kWp gefördert. Sofern die Leistung bei mehr als 100 kWp liegt, werden die ersten 100 kWp mit 250 Euro je kWp gefördert und die Menge darüber hinaus mit 100 Euro je kWp gefördert.
  • Somit kann man bereits bei der Errichtung der Anlage Geld sparen und von den Förderleistungen des Staats profitieren.
  • Nachdem die Fördergelder beantragt und zugesagt worden sind, beginnt eine Frist von 12 Monaten. Diese muss genutzt werden, um die Anlage zu errichten und in Betrieb zu nehmen. Fördermittel können in Österreich für Photovoltaikanlagen und auch für Solaranlagen beantragt werden.

Experten gehen davon aus, dass die Anzahl der Photovoltaikanlagen und Solaranlagen in Österreich in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Hinzu kommt, dass die Gesetze sich verbessern und die Anlagen leichter in Betrieb genommen werden können.

Ebenso ist anzumerken, dass die Leistung, bzw. die Ertragskraft der Module besser wird. Das bedeutet, dass mit einer in der Regel begrenzten Dachfläche deutlich mehr Ertrag erzielt werden kann, als es noch vor ein paar Jahren mit schwächeren Modulen der Fall gewesen ist. Langfristig gesehen ist es denkbar, dass sich Lebensdauer und auch Leistung der Module weiter verbessern, so dass der Ertrag in der Zukunft weiter steigen kann, wodurch sich die Module auch schneller rechnen können.

Jetzt gratis Förderportal Newsletter abonnieren!

Aktuelle Themen & die neuesten Fördernews erfahren! Bleiben Sie am Laufenden zum Thema Finanzen & Förderungen in Österreich.

Fragen & Meinung zum Thema? Jetzt kommentieren!

*