ETF-Sparplan in Österreich – Online Broker Anleitung & Anbieter

Der Begriff ETF steht für Exchange Traded Fund, d.h. einen Fonds der an der Börse gehandelt werden kann. Mit einem ETF Sparplan ist es möglich eine höhere Rendite als mit Tagesgeld oder Festgeld zu erhalten.

Um mit einem ETF Sparplan zu beginnen sollten Sie einen Online Broker/einen Anbieter für ETF Sparpläne wählen – Achten Sie hierbei auf mögliche Gebühren/Kosten. Das Investment in ETFs bzw. einen ETF Sparplan ist bereits ab 25 Euro monatlich möglich.

Online Broker in Österreich im Vergleich

Tipp: Kursentwicklungen beobachten und Gebühren vergleichen

Seit einigen Jahren sind die Zinsen für Tages- und Festgeld oder das Anlegen auf dem Sparbuch niedrig und sorgen nicht mal im Entferntesten für einen Inflationsausgleich. Wer sein Geld aktuell vor dem Wertverfall schützen oder für die Altersvorsorge anlegen möchte, muss sich, ob er will oder nicht mit risikofreudigeren Anlageformen auseinandersetzen.

Die beste Rendite bringt nach derzeitigem Stand immer noch die Wertpapieranlage. Das beweisen auch langfristige Studien. Die Auswahl der richtigen Einzelwerte ist allerdings nicht einfach, zeitaufwendig und erfordert auch ein gewisses Maß an betriebswirtschaftlichem Know-how. Nicht jeder ist bereit so viel Zeit und Einsatz in die entsprechende Analyse und Auswahl der richtigen Titel zu investieren.

Zumal die Anlage in wenige Einzelwerte durch die geringe Diversifikation auch ein Risiko birgt und die Gefahr einer erheblichen Schwankungsanfälligkeit für das Depot mit sich bringt.

Es geht jedoch auch anders. Etwa mit der Anlage in Indexfonds, den sogenannten ETF (Exchange Traded Funds). Diese erfreuen sich in den letzten Jahren, aufgrund ihrer Kosteneffizienz und Einfachheit, zunehmender Beliebtheit.

Was ist ein ETF?

Bei einem ETF handelt es sich um einen Pool aus Wertpapieren, der einen entsprechenden Index, das sogenannte Underlying, relativ exakt nachbildet. D. h. ein DAX-ETF oder ein ETF auf den S&P500 bildet ziemlich genau die Wertentwicklung dieses Index nach. Der Vorteil für den Anleger ist, dass er mit dem Kauf dieses Fonds die gleiche Diversifikation im Portfolio hat, als wenn er gleichzeitig in alle 30 Werte des DAX investieren würde.

Das bringt eine erhebliche Risikominimierung mit sich. Die Anteile der Wertpapiere in diesem Pool entsprechen dabei der Gewichtung der Anteile im DAX. Dementsprechend ist der Verwaltungsaufwand und somit auch die Kosten bei ETF deutlich niedriger als bei aktiv gemanagten Fonds. Ein weiterer entscheidender Vorteil von ETF.

Vorteile eines ETF-Sparplans

Viele Banken bieten inzwischen die Möglichkeit, Beträge regelmäßig im Rahmen eines Sparplans in ETF anzulegen. Bei einem Sparplan wird eine beliebig große Summe monatlich in einen oder mehrere Indexfonds angelegt.

In der Regel ist es bereits möglich, einen solchen Sparplan ab 25 Euro monatlich anzulegen. Der Anleger kauft mit diesem Sparbetrag je nach Marktlage eine entsprechende Anzahl Anteile des ETF. In Hochphasen kauft er folglich weniger Anteile, in Korrekturphasen, wenn also der Preis günstig ist, mehr Anteile.

Durch diesen Umstand wird der Faktor der menschlichen Psyche im Wertpapierhandel eliminiert. Tendenziell neigen Menschen nämlich dazu zu kaufen, wenn die Kurse steigen. Sie kaufen dann teuer ein und bezahlen einen verhältnismäßig hohen Preis. Andererseits verfallen sie schnell in Panik, wenn die Kurse fallen. Sie verkaufen ihre Wertpapiere dann oft, wenn die Preise niedrig sind.

Profis dagegen kaufen gerade in diesen Marktphasen günstig ein. Sie handeln also antizyklisch. Dieser psychologische Effekt macht vielen Privatanlegern an den Kapitalmärkten die Rendite kaputt. Bei einem Sparplan wird die Psyche durch das regelmäßige Sparen eines gleichbleibenden Betrags quasi überlistet.

Bestandteile eines ETF-Portfolios

Bevor man mit dem Besparen beginnt, sollte man sich grundsätzlich überlegen, wie viel man monatlich investieren möchte. Im Idealfall erreicht man eine Sparquote von 20-30 % seines Nettogehalts.

Wem das zu ambitioniert ist, der kann die Quote beliebig anpassen. Mindestens sollten es aber monatlich 25 Euro sein. Je nach Höhe der Sparquote und des resultierenden Sparbetrags sollte man sich ein paar Gedanken über Diversifikation machen. Je höher die Diversifikation, desto besser, weil desto niedriger die Schwankungsbreite des Portfolios und die Anfälligkeit in Krisenzeiten.

Das bedeutet, dass sich Konjunktureinbrüche einzelner Märkte oder Branchen weniger stark auf das Depot auswirken. Hat man nur einen geringen Betrag zum Sparen zur Verfügung, sollte man sich einen breit gestreuten ETF, beispielsweise auf den MSCI-World-Index aussuchen. Zwar enthält auch der MSCI-World-Index ein Klumpenrisiko, da 60 % der Titel Werte aus den USA sind.

Dennoch sind Wertpapiere aus allen großen Industrienationen und mehreren unterschiedlichen Branchen Bestandteil des MSCI-World-Index. Mit einem solchen ETF lässt sich bereits eine gute und stetige Performance über einen langen Zeitraum erzielen.

Wer einen etwas höheren Sparbetrag zur Verfügung hat, kann zusätzlich noch einen ETF auf die Emerging Markets, also die Schwellenländer, beimischen. Diese bieten langfristig etwas mehr Wachstumspotenzial. Es gibt aber auch hin und wieder größere Kursrückschläge. Wer allerdings in solchen Phasen die Nerven behält, wird in der Regel belohnt.

Welche Zusatzkosten fallen neben den Transaktionskosten an?

Die laufenden Kosten eines ETF werden meist in der sogenannten TER, der Total Expense Ratio, beziffert. Die Gesamtkostenquote wird üblicherweise in Form eines Prozentsatzes des Anlagebetrages benannt.

Meist liegt die Quote zwischen 0,2 % und 0,5 %. Je niedriger die TER, desto kostengünstiger ist der ETF über die Haltedauer hinweg. Die Kosten werden in der angegebenen Höhe dem Fondsvermögen entnommen.

Weitere wichtige Eigenschaften bei der ETF-Auswahl

Ein Indexfonds ist in viele Wertpapiere des entsprechenden Index investiert und kassiert somit auch deren Dividenden. Ein wichtiges Unterscheidungskriterium ist, ob der Fonds diese Einnahmen an die Anleger ausschüttet oder diese Gewinne automatisch wieder reinvestiert.

Ein weiterer Aspekt bei der Auswahl eines ETF sind die Eigenschaften replizierend oder synthetisch bzw. swap-basiert. Bei voll replizierenden ETF sorgt der ETF-Anbieter durch Nachjustieren dafür, dass die Wertpapiere des Index immer mit der aktuellen Gewichtung im Fonds enthalten sind. Dieses Nachjustieren ist kompliziert und kostenintensiv.

Aus diesem Grund gibt es die synthetischen oder auch swap-basierten ETF. Hier werden nicht die Wertpapiere im Index gekauft, sondern andere Wertpapiere. Dieses Portfolio dient dann als Gegenwert und wird mit einer Bank gegen die Wertentwicklung des Index getauscht. Aufgrund dieser komplizierten und undurchsichtigen Praxis ist diese ETF-Form auch nicht frei von Kritik.

Hilfreich bei der Suche nach dem passenden ETF ist das ETF-Suchtool der Webseite Justetf. Hier lassen sich viele Fonds über verschiedene Filterkriterien selektieren.

Kriterien bei der Auswahl des richtigen Brokers

Entscheidend für die Performance und den Erfolg eines Sparplans ist neben der Auswahl des richtigen ETF auch die Auswahl des richtigen Brokers.

Auf folgende Punkte sollte man bei der Entscheidung im Wesentlichen achten:

  • Umfang des ETF-Angebots
  • Transaktionsgebühren
  • Depotgebühren
  • Sparplanintervall
  • Mindestsparrate

Übersicht der ETF Sparplan Anbieter in Österreich

5 wesentliche Anbieter sind in Österreich zu nennen. Wobei sich diese bei Angebot und Konditionen durchaus voneinander unterscheiden. Nur beim Anbieter FFB liegt die mögliche Mindestsparrate bei 25 Euro. Bei den übrigen Wettbewerbern muss der Anleger wenigstens 50 Euro im Monat in einen Sparplan investieren.

Die Auswahl an sparplanfähigen Fonds ist mit 750 ETF bei Flatex am größten. 270 davon lassen sich sogar kostenlos, d. h. ohne Transaktionskosten besparen. Beim Anbieter DADAT ist das Angebot mit nur 23 ETF am dünnsten. Die Gebühren der Wettbewerber unterscheiden sich deutlich.

Während der Sparer bei der Hello Bank satte 2 Euro bis 2,95 Euro + prozentuale Aufschläge und Fremdspesen zahlen muss, gibt es bei Flatex und DKB einige ETF sogar kostenlos.

Monatlich sparen kann man bei allen 5 Anbietern, während man bei DKB sogar monatlich, alle 2 Monate, alle 3 Monate, halbjährlich oder jährlich anlegen kann. Insgesamt scheinen Flatex und DKB die besten Gesamtpakete aus ETF-Auswahl, Depotgebühren und Ordergebühren zu bieten.

Zusammenfassung – Überblick der Online Broker mit ETF Sparplan

  • Flatex: Große Auswahl, niedrige Transaktionsgebühren – teilweise kostenlos, keine Depotgebühren, flexible Spar-Intervalle, 50 Euro Mindestsparrate
  • Hello Bank: Wenig Auswahl, hohe Transaktionskosten, kostenpflichtiges Depot, nur monatliches/quartalsweises sparen möglich, 50 Euro Mindestsparrate
  • DADAT: Sehr geringe Auswahl, hohe Transaktionskosten, kostenpflichtiges Depot, nur monatliches/quartalsweises sparen möglich, 50 Euro Mindestsparrate
  • DKB Broker: Wenig Auswahl, überschaubare Transaktionsgebühren – teilweise kostenlos, keine Depotgebühren, flexible Spar-Intervalle, 50 Euro Mindestsparrate
  • FFB/fondsdiscount.at: Mittelmäßige Auswahl, geringe Transaktionskosten, hohe Depotgebühren, nur monatliches Sparen möglich, 25 Euro Mindestsparrate

Wer gerne tiefer in das Thema ETF einsteigen möchte, dem ist das Buch “Souverän Investieren” von Gerd Kommer zu empfehlen. Es ist das wohl meistgelesene Buch auf diesem Gebiet und bietet gerade für Einsteiger einen umfassenden und fundierten Überblick.

Artikel gefällt? Bitte bewerte diesen Beitrag.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5,00/5 - 2 Bewertungen)
Loading...

Deine Meinung ist uns wichtig

*