EZB verharrt in Warteposition – Aneeka Gupta, Associate Director of Research bei WisdomTree

EZB Präsident Mario Draghi wird höchstwahrscheinlich die Verlangsamung des Wachstums im Euroraum seit seiner letzten Sitzung am 13. Dezember 2018 anerkennen. Seitdem haben sich die wichtigsten Konjunkturdaten Europas weiter abgeschwächt.

Die Industrieproduktion ging im November um 1,7 Prozent zurück und der Composite-PMI sank im Dezember um 1,2 Prozent auf 51,1.

Auf der anderen Seite hat sich das Lohnwachstum beschleunigt, die Arbeitslosigkeit sank auf ein Zehnjahrestief und die Fiskalpolitik drehte in eine expansivere Richtung.

Aneeka Gupta, Associate Director WisdomTree

Angesichts der bestehenden Unsicherheiten – in Bezug auf Brexit und die anhaltenden Handelskriege – erwarten wir jedoch, dass die EZB im Warte- und Überwachungsmodus verharrt und jede Entscheidung über den Wechsel hin zur Normalisierungspolitik (falls vorhanden) auf die Sitzung am 7. März verschiebt.

Denn zu diesem Zeitpunkt werden die neuen Makroprojektionen fällig. Es ist bekannt, dass der EZB-Rat seine Risikobewertung in Sitzungen, die neue Personalprojektionen enthielten, geändert hat.

Daher erwarten wir, dass die Sitzung am 7. März stärker in den Vordergrund rückt, da der EZB-Rat dann die Risikobilanz neu bewerten wird. Die früheren Wachstumsprognosen der EZB von 1,7 Prozent für 2019 und 2020 erscheinen aus unserer Sicht zu optimistisch und werden höchstwahrscheinlich nach unten korrigiert.

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