Familiengerichtshilfe in Österreich – Trennung, Scheidung, Beratungsstelle, Aufgaben

Was ist die Familiengerichtshilfe?

Wenn es in einer Familie zur Trennung oder Scheidung kommt, ist es nicht nur schwer für alle beteiligten Personen, sondern es kommt auch oft zu unüberwindbaren Schwierigkeiten. Oft sind die Parteien nicht in der Lage, die Probleme und Streitigkeiten selbst zu lösen und benötigen Hilfe durch ein Gericht.

Leider ist es oft so, dass bei Trennungen und Scheidungen die Kinder und Jugendlichen oft die leidtragenden sind, wenn die Parteien es nicht schaffen eine friedliche Lösung zu finden. Wenn dieser Fall Eintritt und beide Elternteile es nicht alleine schaffen zum Wohle der Kinder zu entscheiden, wird es schnell problematisch und nervenzermürbend.

Info: Einen Überblick zu den Aufgaben und Details gibt es in diesem Artikel von der offiziellen Stelle zum Nachlesen (Justiz.gv.at).

In solchen Fällen landen fast immer die Fälle beim Gericht, um die Diskrepanzen gerichtlich klären zu lassen. In solchen Fällen holen sich Gerichte oft Familiengerichtshilfen zur Hilfe. Diese sind für die Richter eine sinnvolle und wertvolle Hilfe.

Was eine Familiengerichtshilfe tut, wie diese helfen kann und wie man eine bekommen kann, möchten wir im weiteren Verlauf erörtern.

Wichtig: Hilfe für Gericht & Familien

Was genau ist eine Familiengerichtshilfe?

Die Familiengerichtshilfe ist eine erweitere Entscheidungshilfe für Familiengerichte. Familiengerichtshilfen werden in Form von Psychologen, Pädagogen und Sozialarbeitern dem Gericht zur Seite gestellt. Diese tragen durch mündliche oder schriftliche Gutachten dazu bei, das Umfeld der Familie besser beurteilen zu können und somit dem Richter die Entscheidung zu erleichtern.

Welche Aufgaben haben Familiengerichtshilfen?

Die Aufgabenfelder der Familiengerichtshilfen sind in verschiedene Kriterien unterteilt.

Eine der Aufgaben ist das sogenannte Clearing.

Das Clearing soll für eine gütliche Einigung sorgen. Das bedeutet, dass die Familiengerichtshilfe zu Beginn des Verfahrens in persönlichen Gesprächen mit den beteiligten Parteien, die Möglichkeiten ausloten sollen.

Ziel dieser Auslotung soll sein, dass die wesentlichen Streitpunkte ohne gerichtliches Verfahren gelöst werden können. Sollte eine sofortige Lösung nicht möglich sein, kann die Familiengerichtshilfe eine Familienberatung, Therapie oder sonstige Maßnahmen in die Wege leiten, um anschließend eine Einigung zu erwirken.

Eine weitere Aufgabe ist das Sammeln von Entscheidungsgrundlagen für das zuständige Gericht.

Das zuständige Gericht kann die Familiengerichtshilfe damit beauftragen, alle für das Gericht wichtigen Entscheidungsgrundlagen beizutragen.

Das hat den Vorteil, dass eine schnellere Ermittlung von spezifischen Informationen möglich ist und somit schneller eine Entscheidung vom Gericht getroffen werden kann. Die Familiengerichtshilfe prüft dabei einzelne klar vom Gericht definierte Sachverhalte.

Ebenfalls die fachliche Stellungnahme unterliegt der Familiengerichtshilfe.

Wenn eine gütliche Einigung der Parteien nicht möglich ist, ist das Gericht dafür verantwortlich eine endgültige Entscheidung zu treffen. In einem solchen Fall beauftragt das Gericht die Familiengerichtshilfe, um fachliche Stellungnahmen zum Verfahren beizutragen. Dabei werden Information zum Kindeswohl gesammelt und bei Gericht vorgetragen.

Welche der aufgelisteten gerichtlichen Maßnahmen in Auftrag gegeben werden, hängt davon ab, in wie weit die Fronten zwischen den Parteien verhärtet sind und welche Variante am schnellsten zu einer adäquaten Lösung führt.

Was bedeutet Besuchsmittlers bei der Familiengerichtshilfe?

Das Gericht kann eine Familiengerichtshilfe als Besuchsmittler einsetzen. Diese haben diverse Aufgaben zu erfüllen. Unter anderem sind diese dafür zuständig, die Kinder darüber aufzuklären, dass sie nicht Schuld an den Konflikten der Eltern sind und sich keine Vorwürfe machen brauchen.

Des Weiteren sollen Besuchsmittlers die Koordination der Besuche organisieren. Dabei werden Termine mit den entsprechenden Parteien vereinbart. Wenn die Termine feststehen, werden mit den Kindern die Rituale besprochen, die für sie wichtig sind.

Diese Rituale gilt es dann unter Aufsicht des Besuchsmittlers von allen Parteien einzuhalten. Sinn ist es dabei Rücksicht auf das Wohlbefinden und die Gefühle des Kindes zu nehmen. Wenn ein Besuchsmittlers benötigt wird, sind oft eingehende Anleitungen notwendig, wie die Eltern mit dem Besuchskontakt des Kindes umzugehen haben.

Im Beisein eines Besuchsmittlers sollen auch bestehende Konflikte nicht hochkochen und somit im Zaun gehalten werden. Sollten dennoch Konflikte auftauchen ist der Besuchsmittler dazu angehalten, den Konflikt durch Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit zu lösen oder zu mindestens einzudämmen.

Worum kümmert sich die Familiengerichtshilfe und welche Unterschiede gibt es?

Eine Familiengerichtshilfe liegt im Tätigkeitsumfeld des Jugendamts. Nach Kinder- und Jugendhilfegesetz unterstützt das Jugendamt das Familiengericht bei allen notwendigen Maßnahmen zum Wohle der Kinder und Jugendliche.

Es kann auch der Fall eintreten, dass Sozialarbeiter und Sozialpädagogen notwendig werden. Das ist immer dann der Fall, wenn bei einer Scheidung das Kindeswohl strittig ist und die Übertragung der elterlichen Sorge umstritten ist.

Deren Aufgabe ist es dann, Berichte und Gutachten zu erstellen bezüglich der Familiensituation des Kindes und dieses vor Gericht vorzutragen. Zweck soll sein die beste Entscheidung für das Kind zu treffen.

Zum Aufgabenfeld gehören des Weiteren noch Rollenkonflikte bezüglich Jugendwohlfahrtsträger und Richter zu entschärfen sowie zu lösen.

Wer darf eine Familiengerichtshilfe bestellen?

Eine Familiengerichtshilfe wird ausschließlich durch das zuständige Gericht in Auftrag gegeben und ist an streng richterliche Auflagen gebunden.

Gibt es eine Verschwiegenheitspflicht für die Familiengerichtshilfen?

Eine Familiengerichtshilfe ist zu einer Verschwiegenheitspflicht gegenüber jeglichen Personen verpflichtet. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn amtliche Mitteilungen zu machen sind zum Beispiel gegenüber dem Gericht.

Welches Ziel hat die Familiengerichtshilfe?

Eine Familiengerichtshilfe hat die Aufgabe, das Gericht bei der Entscheidung zum Wohle des Kindes zu unterstützen. Des Weiteren soll eine Familiengerichtshilfe dazu beitragen, dass Verfahren schneller und kostengünstiger beenden zu können.

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