Finanzmarkttrends 2018: Bildung, Bitcoins und politische Manöver

Ausblick auf die Trends auf den Finanzmärkten im neuen Jahr im Zuge der Veranstaltung Finanzmarkttrends 2018 auf Einladung der steirischen Finanzdienstleister am 5. Februar 2018 in der Aula der Karl-Franzens-Universität Graz.

Fundierte Beratung der Kunden und Begleitung in Finanzagenden – das sind die zentralen Aufgaben der Finanzdienstleister.

Die Fachgruppe arbeitet auch im neuen Jahr intensiv daran, dass sich die Berater auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können und faire Marktbedingungen herrschen. Hannes Dolzer, österreichweiter Fachverbands- und steirischer Fachgruppenobmann im Zuge der Veranstaltung Finanzmarkttrends 2018:

„Zentrale Themen sind 2018 die Umsetzung der MiFID, sowie die Konkretisierung der Versicherungsvermittlungsrichtlinie. Dazu sind wir im intensiven Austausch mit der FMA und unterstützen die Mitglieder mit Weiterbildung und anderen Serviceangeboten.“

v.l. Herwig Kovacs (Geschäftsführer FG Finanzdienstleister), Friedrich Hinterschweiger (Obmann Sparte Information und Consulting der WKO Steiermark), Hannes Dolzer (Fachverbands- und Fachgruppenobmann der Finanzdienstleister), Alexandra Pichler-Jessenko (Landtagsabgeordnete), Andreas Schneider (Referent, Executive Partner von Brookings Consulting), Markus Kohlmeier (Obmann-Stellvertreter FG Finanzdienstleister)

v.l. Herwig Kovacs (Geschäftsführer FG Finanzdienstleister), Friedrich Hinterschweiger (Obmann Sparte Information und Consulting der WKO Steiermark), Hannes Dolzer (Fachverbands- und Fachgruppenobmann der Finanzdienstleister), Alexandra Pichler-Jessenko (Landtagsabgeordnete), Andreas Schneider (Referent, Executive Partner von Brookings Consulting), Markus Kohlmeier (Obmann-Stellvertreter FG Finanzdienstleister)
Vortrag Finanzmarkt-Trends

Aktuelles Projekt in Sachen Finanzbildung

Fachgruppenobmann-Stellvertreter Markus Kohlmeier gab Einblick in die Initiative Finanzbildung der Fachgruppe: „Wir engagieren uns in diesem Bereich, weil junge Menschen die Grundzüge des Finanzwesens verstehen müssen. Nur dann können sie fundierte Entscheidungen treffen und sind mündige Konsumenten, das ist uns als Berater ein wichtiges Anliegen.“ Für Mitte Februar ist ein großes Projekt mit dem BG/BRG Kirchengasse in Graz geplant: 9 Finanzdienstleister werden quer über alle Schulstufen hinweg in Workshops direkt mit den Schülerinnen und Schülern arbeiten.

„Keine freien Märkte mehr“

Andreas Schneider, Executive Partner von Brookings Consulting, widmete sich bei den Finanzmarkttrends 2018 den globalen Entwicklungen: „Seit 2008 haben wir einen Paradigmenwechsel, was die angewandte Wirtschaftspolitik betrifft“, sagt Schneider.

Mit der Ära Reagan/Thatcher begann in den 1980ern die Liberalisierung der Märkte, seit 2008 verkehrt sich dies allerdings ins Gegenteil. „Wir sehen in den letzten Jahren massive staatliche Eingriffe, die Wirtschaft wird von der Politik dominiert.

Haben wir tatsächlich noch freie Märkte?

Man müsse sich dieser Entwicklung bewusst sein, wenn man auf den Finanzmärkten tätig ist. „Die vergangenen und zukünftigen Entwicklungen, Stichwort: Demographie, lassen uns die Zukunft deutlich erscheinen.“ Laut Schneider wird China nicht, wie vielerorts angenommen, bis 2050 die Führungsmacht der Welt sein, „die Frage lautet, wird China noch reich, bevor es alt wird.“

Bitcoins oder Gold? Eine weitere zentrale Veränderung, die 2008 ihren Anfang nahm und nach wie vor anhält, ist die Krise des Vertrauens in unsere Währungen und unser Finanzsystem. „Eine unmittelbare Folge daraus ist das Entstehen des Bitcoins, aber auch eine gestiegene Nachfrage nach Gold.

Das Vertrauen in die politischen Währungen der Welt sinkt rasant und auf breiter Fläche.“ Wie werden sich Bitcoins und Gold in Zukunft entwickeln? Schneider sieht das differenziert. „Kurzfristig wird der Trend anhalten. Immer mehr Länder werden allerdings mit Regulierungen gegensteuern. Mittel- bis langfristig wird sich zeigen, welche der unzähligen Kryptowährungen sich durchsetzen und ob heute noch gar nicht bekannte Namen darunter sein werden.“

Weg vom Dollar als Leitwährung?

Währungen generell werden laut Schneider wieder mehr an Werte gebunden sein. „Ich denke, dass die Deckung von Währungen an harte Assets stark zunehmen wird. Man erkennt dies schon heute, da sich die globalen Zentralbanken seit einigen Jahren massiv mit Edelmetallen eindecken und dass die vorherrschenden Entwicklungen den Dollar als Leitwährung schwächen.“

Internationalisierung schreitet voran

Und die Globalisierung wird auf jeden Fall weiter voranschreiten, „selbst an Orten, wo Nahrungsmittel oder Wasser knapp sind, haben die Menschen Smartphones und Internet. Und all diese Menschen möchten Teil der globalen Gesellschaft und Wertschöpfung werden. Der Anschein, dass sich Länder wie die USA abgrenzen wollen, ist irreführend. Hinter den politischen Manövern werden dem Anschein widersprechende Handlungen gesetzt.“

Über die steirischen Finanzdienstleister

Die Fachgruppe Finanzdienstleister der Wirtschaftskammer Steiermark zählt rund 800 aktive Mitglieder und ist Interessensvertretung u. a. für Gewerbliche Vermögensberater, Wertpapiervermittler, Bausparvermittler sowie Crowdinvesting-Plattformen und Leasingunternehmer.

Gewerbliche Vermögensberater sind unabhängig und vertreten die Interessen ihrer Kunden durch objektive Beratung bei Aufbau, Erhalt und Sicherung des Vermögens. Die Beratung erstreckt sich insbesondere auf Finanzierung, Veranlagung, Vorsorge und Versicherungen. Obmann der Fachgruppe ist Hannes Dolzer, Geschäftsführer Herwig Kovacs.

www.finanzdienstleister-stmk.at

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