Franchising in Österreich – Erklärung, Eigenkapital, Beispiele, Vorteile

Franchising Verträge – was wird geregelt?
Die genauen Abläufe beim Franchising werden schriftlich dokumentiert. Dabei wird auch angegeben, wie das Geschäftskonzept funktioniert und wie sich die beiden Unternehmen gegenseitig unterstützen.

Der Franchising Vertrag regelt dabei alle finanziellen Dinge sowie als auch die Dauer der geschäftlichen Beziehung. In der Praxis sind diese Verträge meist über einen Zeitraum von wenigen Jahren ausgelegt und können dann rechtzeitig verlängert werden, sofern beide Parteien daran Interesse haben.

Der Franchising Nehmer muss gemäß des Vertrages eine Gebühr an den Franchising Geber bezahlen, damit er denen Geschäftskonzept nutzen kann.

Woher stammt das Franchising Konzept ursprünglich?

Das Geschäftsmodell ist schon sehr alt und wurde erstmal im Mittelalter entdeckt. Wer hier große Ländereien besitzt, konnte diese via Franchising an Partner vergeben. Die Partner, die z.B. die Länder und Felder bewirtschafteten mussten einen Teil ihrer Einnahmen dafür abgeben, dass sie die Flächen bestellen durften.

Franchise: Viele Möglichkeiten und Chancen

Auch Handwerker nutzten dieses Modell im Mittelalter gerne, wenn sie auf Märkten ihre Waren und Werkzeuge veräußern wollten. Der Begriff Franchising fand in den darauf folgenden Jahren noch keine Anwendung, sondern wurde erst im 19. Jahrhundert geschaffen. So richtig verbreitete sich das Franchising erst nach dem zweiten Weltkrieg. Damals sah es schon so aus, wie es heute der Fall ist, dass das gesamte Format des Unternehmens von einem Franchising Geber auf einen Franchising Partner übertragen wird.

In welchen Branchen wird das Franchising aktuell gelebt?

Es gibt einige Branchen, in denen das Franchising aktuell gelebt wird. Vor allem in der Gastronomie ist es angesagt und viele Restaurants nehmen über ein Franchising Modell daran teil. Besonders beliebt ist das Franchising zum Beispiel im Bereich der Fast-Food Restaurants.

Hier gibt es zahlreiche Burger Restaurants aus den USA, die auch in Österreich und vielen anderen Ländern aktiv sind und entsprechend Franchising betreiben. Auch was Baguettes und Sandwiches angeht hat sich die ein oder andere Kette in den vergangenen Jahren in Europa durch ein geschicktes Franchising Modell vergrößert.

Auch im Bereich der Getränke gibt es einige Franchising Unternehmen. Dabei gibt es die Möglichkeit, dass der Hersteller eines bekannten Getränkes eine Lizenz vergibt, die das Abfüllen und den Vertrieb von Getränken unter seinem Namen zulässt. Dieses Modell gibt es unter anderem für Erfrischungsgetränke und zahlreiche Softdrinks.

Die Anzahl der Franchising Partner ist je nach Branche und je nach Markte sehr umfangreich. Während es bei einigen Unternehmen und Partnerschaften einige hundert bis wenige tausend Partner gibt, schaffen es große Unternehmen in diesem Bereich auf 20.000 und mehr Partnerschaften, so dass quasi das gesamte Geschäftsmodell auf den entsprechenden Franchising Verträgen aufbaut und das Unternehmen somit seinen Umsatz erzielt.

Wie viele Unternehmen sind im Bereich Franchising aktuell aktiv?

Wer sich alleine in Europa umschaut wird feststellen, dass im Bereich Franchising nicht nur wenige hundert, sondern einige tausend Unternehmen tätig sind.

Das bedeutet, dass in jedem Fall viel Umsatz mit dem Modell erzielt wird. Die Partner profitieren davon, dass sie nicht nur den Namen und die Produkte nutzen können, sondern auch auf das Know How zugreifen können. Das hilft natürlich auch bei der Vermarktung, so dass entsprechende Ergebnisse erzielt werden können.

In welchen Branchen und Bereichen wird das Franchising zukünftig eine Rolle spielen?

Es gibt zahlreiche Branchen und Bereiche, in denen das Franchising auch zukünftig eine große Rolle spielen kann. Fakt ist, dass dieses Modell nicht nur gute Zahlen schreibt, sondern in verschiedenen Branchen erfolgreich ist. Nicht nur Produkte, sondern auch Dienstleistungen werden immer häufiger via Franchising vertrieben. Wenn es um den Vertrieb von Produkten gibt, die erklärt werden müssen, oder zu deren Betrieb man bestimmte Service Leistungen nutzen muss, gibt es besonders viele Franchising Chancen.

Besonders stark sind inzwischen Produkte, die sich von zu Hause veräußern lassen, oder aber auch Automaten, die aufgestellt werden können. Das Thema Franchising wird auch in diesem Jahrhundert eine große Rolle spielen und sich stets weiter entwickeln.

Welche Rolle spielt Franchising in Österreich?

Auch in Österreich gibt es einige Unternehmen, die im Bereich Franchising aktiv sind. Wer sich genau informiert wird feststellen, dass es die Möglichkeit gibt, auch hier in verschiedenen Branchen tätig zu werden.

Es gibt in Österreich einen Franchising Verband und natürlich auch entsprechende Portale, auf denen Franchising Optionen dargestellt werden. Gerade im Handel, aber auch im Tourismus gibt es entsprechende Modelle, bei denen auf Franchising Partnerschaften in Austria gesetzt werden.

Welche Kosten kommen beim Franchising auf mich zu?

Wer sein Unternehmen gründen möchte, der wird mit dem Thema Franchising in jedem Fall zu tun haben können. Fakt ist, dass es sehr unterschiedliche Gebühren gibt, um daran teilnehmen zu können.

Dies ist meist vom Markt und vom Geschäftspartner abhängig. In den meisten Fällen ist es möglich, mit Gebühren von etwa 10.000 Euro bis 20.000 Euro zu rechnen, wenn man der Franchise Partner eines bestimmten Unternehmens sein möchte.

Vereinzelt kann es natürlich auch der Fall sein, dass deutlich höhere Kosten beim Franchising auf einen zukommen. Wer sich über das Internet informiert wird feststellen, dass in jedem Fall sehr viel Geld beim Franchising ausgegeben werden kann und es hier deutliche Unterschiede gibt.

Beachtet werden muss auch, ob es indirekte Gebühren gibt, wenn die Einstiegsgebühr niedrig ist. Das bedeutet konkret, dass z.B. Gebühren bei der Lieferung von Waren gezahlt werden müssen. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Kosten, die beim Franchising berücksichtigt werden müssen:

  • Einstiegsgebühren für das Geschäftsmodell
  • Franchise Gebühren die sich am Nettoumsatz orientieren

Wer im Bereich Franchising in Österreich aktiv ist, muss entsprechende Gebühren bemessen an seinem Umsatz bezahlen. Grundsätzlich gibt es hier zwei Modelle: Entweder richten sich die Franchise Gebühren mit einem fixen Betrag am Umsatz, oder aber auch mit prozentualen Forderungen.

Häufig werden hier prozentuale Umsatzbeteiligungen von 3 bis 5% vom Nettoumsatz eingefordert. Ebenso kann es der Fall sein, dass die Franchising Partner sich an den Gebühren beteiligen müssen, die entsprechend erhoben werden müssen, wenn es darum geht, dass Werbeanzeigen geschaltet werden, um das Produkt oder die Marke weiter bekannt zu machen.

Wie hoch sollte das Eigenkapital beim Franchising sein?

Wer im Bereich Franchising aktiv werden möchte, sollte über ein gewisses Eigenkapital verfügen. Das bedeutet, dass nicht nur 5.000 Euro zur Verfügung stehen sollten, wenn man mit einem eigenen Geschäft starten möchte. In der Praxis werden Summen von ca. 20.000 bis 50.000 Euro als Eigenkapital empfohlen, wenn es darum geht, eine Selbstständigkeit erfolgreich aufzubauen und entsprechend zu arbeiten.

Fakt ist, dass das Franchising je nach Branche unterschiedliche funktioniert und auch verschiedene Summen erforderlich sind, wenn man damit erfolgreich sein möchte. Häufig nutzen Franchising Teilnehmer auch einen Kredit, wenn es darum geht, in die Selbstständigkeit zu starten.

Zum Teil werden diese Kredite direkt bei der Bank aufgenommen, zum Teil können sie aber auch beim Franchising Partner aufgenommen werden, was Vorteile, aber auch eine Menge an Nachteilen und Verpflichtungen haben kann.

5 Beispiele für beliebte Ideen zum Thema Franchising

Das Thema Franchising spielt in Österreich eine wichtige Rolle. Zahlreiche Branchen bieten Franchising an. In diesem Absatz werden wir 5 Beispiele vorstellen, bzw. Themen vorstellen, in denen Franchising eine Rolle spielt:

  • Gastronomie und Bäckereien
  • Sport und Fitnessstudios
  • KFZ Reparaturen
  • Beautyprodukte und Anwendungen
  • Immobilien (Bau und Vermittlung)

Gerade im Bereich der Sport und Fitnessstudios gibt es inzwischen einige Ketten, die sich darauf spezialisiert haben, im Bereich Franchising aktiv zu werden. Vor einigen Jahrzehnten war es vor allem die Restaurant und Fast-Food Industrie, welche im Segment Franchising aktiv gewesen ist, heute kommen vor allem aus der Sport und Fitnessindustrie zahlreiche Impulse.

Darüber hinaus gilt dies auch für Bäckereien, die immer häufiger als Franchise Partner auftreten und neue Filialen eröffnen. Besonders beliebt sind dabei Lagen in Einkaufszentren oder in Fußgängerzonen, wo entsprechende Laufkundschaft vorhanden ist.

5 Anbieter zum Thema Franchising in Österreich

Wer in Österreich im Bereich Franchising durchstarten möchte und sein eigenes Unternehmen auf die Beine stellen mag, der wird in jedem Fall mit dem notwendigen Startkapital loslegen können.

  • BackWerk Franchising: In Österreich ist Backwerk als Discunter für frische Backwaren bekannt. Die Kunden bedienen sich in den Filialen selbst und die Kette ist nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa bekannt. Der Eigenkapitalbedarf liegt in diesem Fall bei mindestens 60.000 Euro.
  • Town & Country Haus Franchising: Häuser werden auch in Österreich mit zahlreichen Partnern gebaut. Das Town & Country House Konzept ist sehr beliebt und findet in vielen Ländern in Europa Anklang. Wer möchte, kann sein eigenes Unternehmen als Partner von Town & Country Haus aufbauen. Ab einem Eigenkapital in Höhe von 50.000 Euro ist dies möglich.
  • Mrs.Sporty Franchising: Sport für Frauen mit dem Fokus auf einer persönlichen Betreuung hat sich in Österreich eine entsprechende Zielgruppe. Wer den Sportclub vertreten möchte und Franchisepartner werden will, kann dies ab einem Eigenkapital in Höhe von 10.000 Euro tun.
  • Lucky Car Franchising: Der Anbieter Lucky Car bietet ebenfalls ein Franchising Modell an. Ab ca. 35.000 Euro ist das System nutzbar. Es ist zu erwähnen, dass zahlreiche Lack und Karosserieschäden durch Lucky Car bearbeitet werden können. Wer eine eigene Werkstatt zur Reparatur kleiner Schäden etablieren möchte, kann dies in diesem Modell tun.
  • Engel & Völkers Franchising: Als Partner für die Vermittlung von hochwertigen Immobilien ist Engel & Völkers weltweit bekannt. Wer hier Premium Partner werden möchte und Immobilien sowie Yachten vermitteln will, kann ab einem Eigenkapital in Höhe von 90.000 Euro mitmachen.
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