Goldpreis Prognose 2021 – Kursentwicklung & Corona Goldpreisentwicklung

CoVid-19-Goldprognose 2021 | Corona Goldpreisentwicklung

CoVid-19-Goldprognose 2021 | Corona Goldpreisentwicklung

Im März 2020 hat das Coronavirus ganz Europa hart getroffen. Zusammen mit dem Virus tauchten zahlreiche Verunsicherungen bezüglich Finanzanlagen auf. Eigentlich sollten all diese Verunsicherungen auf den Finanzmärkten eine Hochzeit für Gold bedeuten. In gewisser Hinsicht war dies auch der Fall, aber auf der anderen Seite auch nicht in dem Ausmaß, den sich viele Experten erwartet hätten.

Noch im Juni 2020, als viele Anleger ihr Vermögen zumindest teilweise in Gold umschichten wollten, sprachen so manche große Händler in Österreich von einer Jagd auf die 2.000 Euro Marke. Solche Prognosen wurden zwar eher nur hinter vorgehaltener Hand abgegeben, aber selbst die größten Kritiker taten sich mit Gegenargumenten schwer.

Fairerweise muss auch dazu gesagt werden, dass die 2.000er-Marke in US-Dollar tatsächlich geknackt wurde. Dies ereignete sich im August 2020 als der Euro-Kurs über 1.700 pro Feinunze lag. Warum gerade dieser Kurs in US-Dollar mit Vorsicht zu betrachten ist und der Dollarkurs vielleicht die größte Aussagekraft besitzt, erläutern wir noch kurz im folgenden Abschnitt.

Danach ging das Gold eher wieder auf Talfahrt. Auf der anderen Seite entwickelten sich die Börsenkurse im ersten Corona-Jahr 2020 eigentlich recht stabil. Die große Inflation blieb aus und sogar das Platzen einer großen Immobilienblase verschärfte nicht die Sorgen vieler Spekulanten.

Jetzt haben wir im Handumdrehen zahlreiche Einflussfaktoren aufgezählt, die den Goldpreis auch im nächsten Jahr, im zweiten Corona-Jahr, begleiten und womöglich stark beeinflussen werden. Deshalb ist ein Blick auf die Goldpreisentwicklung 2021 vielleicht eine der spannendsten seit Jahrzehnten. Doch vorerst müssen wir noch 2020 genauer aufarbeiten. Erst dadurch ergeben sich passende Szenarien für den Goldtrend 2021.

Was war mit Gold 2020 los?

Diese Frage wurde schon in der Einleitung angedeutet. Das Hauptproblem war der ausbleibende Höhenflug, den viele Analysten beim Ausbruch der Corona-Krise kommen sahen. Gold überstieg zwar die historische Marke von 2.000 US-Dollar und das ist ein beträchtlich höherer Wert als nach der Finanzkrise im Jahr 2011 (rund 1.700 US-Dollar damals). Trotzdem verflog die Gold-Hysterie wieder einigermaßen schnell. Gründe dafür kann es viele geben und diese beeinflussen 2021 ganz wesentlich.

Die Staatsausgaben dämpften den Goldkurs

Der große Wirtschaftskollaps blieb uns eigentlich während Jahr 1 mit Corona erspart. Wer dies zu einem Gastronom oder Hotelier sagt, wirkt zwar eher zynisch, aber zumindest in Europa hält sich die Wirtschaft einigermaßen wacker. Der Hintergrund sind die staatlichen Hilfen, die an Privatpersonen und Unternehmen in rauen Mengen fließen. Deshalb ist die große Wirtschaftskrise noch nicht ausgebrochen, die Aktienmärkte verbuchen weiterhin Gewinne und der breite Ansturm auf das gelbe Edelmetall ist zumindest verschoben. Nach der Finanzkrise 2008 dauert es auch 3 Jahre bis 2011 ein historischer Höchststand beim Goldkurs erreicht wurde. Vielleicht kommen die wahren CoVid-19-Höchstkurse auf den Goldmärkten erst auf uns zu. Ganz auszuschließen ist dies nicht, aber wird es schon 2021 der Fall sein?

Die US-Geldpolitik erhöhte den Goldkurs künstlich

Wenn eine Berechnung zwischen dem 1. Jänner und dem 5. August 2020 (der Höchststand in diesem Jahr) und dem Goldkurs in Euro und in US-Dollar angestellt wird, dann ist der Goldkurs in Euro um 8 % weniger gestiegen als in US-Dollar (24,91 % vs. 32,96 %). Im gleichen Zeitraum hat der US-Dollar um über 6 % gegenüber dem Euro an Wert nachgelassen. Der Goldkurs spiegelt nicht immer nur den Wert des Goldes, sondern ebenso den Wert der Währung, in der das Gold gehandelt wird, wieder. Dies ist keine neue Erkenntnis, aber könnte erklären, warum Gold im August 2020, nach dem Erreichen der psychologischen Marke von 2.000 US-Dollar nicht noch weiter anstieg. Solche Anomalien können viel Einblick in zukünftige Entwicklungen geben.

https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/edelmetall-gold-erobert-marke-von-2000-dollar-pro-unze-zurueck/26104622.html?ticket=ST-17341429-DnvfMJUF0jWHdMToxPmm-ap4

Wie entwickelt sich der Goldkurs im Jahr 2021?

Natürlich besitzen wir alle keine Glaskugeln und können diese Frage nicht mit absoluter Gewissheit beantworten. Trotzdem können wir einige wohlüberlegte Szenarien entwickeln.

Szenario 1: Der Goldkurs steigt stark an (Chance 15 %)

Mit aktuell 1.800 US-Dollar bzw. rund 1.500 Euro pro Feinunze Gold steht der Kurs eigentlich relativ hoch – zumindest im Vergleich zu den letzten Jahren und sogar im Vergleich zu den Jahren nach der Finanzkrise.

Hinweis: Inflationsbereinigt war der Goldkurs in den 80iger Jahren noch höher.

Aus diesem Grund müsste etwas sehr Unvorhersehbares für einen erneuten, steilen Anstieg geschehen. Per Definition lassen sich genau diese Ereignisse kaum vorhersagen und klingen teilweise sehr unrealistisch:

  • Vielleicht löst Trump doch noch einen amerikanischen Bürgerkrieg aus?
  • Vielleicht geht die Wirtschaft nach dem Aus der Staatshilfen komplett in den Keller?
  • Vielleicht mutiert das Coronavirus auf eine tödliche Art?
  • Bitcoins verlieren vielleicht extrem an Wert?
  • Oder die großen Investments in die Pharma-Industrie im Jahr 2020 haben eine Blase erzeugt, die 2021 platzt?

Damit die sogenannte Gold-Rallye noch weiter geht und gar Goldkurse von 2.500 oder 3.000 US-Dollar pro Feinunze, oder ähnlich abenteuerliche Spekulationen, eintreten, müsste 2021 wirklich sehr viel passieren.

Dieses Szenario ist also eher unwahrscheinlich. Vor allem, da Gold mittlerweile nicht mehr die einzige Krisenwährung ist. Das digitale Gold, namens Bitcoin, nimmt zunehmend einen Platz neben dem gelben Edelmetall als Inflationsabsicherung ein. Zudem steigt auch die Popularität von ETFs in der breiten Bevölkerung. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine sehr gute Inflationsabsicherung. Wegen diesen Alternativen stoppte wohl auch der Höhenflug des Goldes in der Mitte des Jahres 2020. 2021 sollten diese Finanzprodukte ebenfalls dem Goldkurs einen Deckel aufsetzen.

Szenario 2: Der Goldkurs bewegt sich relativ seitlich (Chance 55 %)

  • In diesem Szenario beenden wird das Jahr 2021 ungefähr auf dem Niveau des aktuellen Jahres. Als Beispiel lässt sich das Jahr 2017 heranziehen. In diesem Jahr begann der Goldkurs bei grob 1.100 Euro je Feinunze und endete auch grob bei diesem Wert.
  • Zwischendrin war natürlich einiges an Bewegung zu spüren – aber in keinem Fall vergleichbar mit 2020. So gab es 2017 mal einen Ausschlag auf 1.200 Euro je Feinunze – aber nicht mehr.

Ein entsprechendes Szenario ist für das Jahr 2021 wahrscheinlich, wenn sich verschiedene Effekte aushebeln. Als Beispiel können Inflationseffekte dienen. Momentan erleben wir kaum Inflation in den westlichen Industrienationen. Diese Thema beschäftigt die Medien aber immer wieder, da die Zentralbanken wegen dem Coronavirus so viel Geld in die Wirtschaft gepumpt haben.

Diese panischen Nachrichten bedenken aber zwei Faktoren kaum. Auf der einen Seite ist Zentralbankgeld nicht gleich Geld im Umlauf und auf der anderen Seite ging der Konsum stark zurück und die Arbeitslosigkeit stieg, was wiederum die Löhne und Gehälter drückt. Beide Umstände halten die Inflation im Zaum.

Gehen wir nun jedoch von einem steigenden Konsum und einer geringeren Arbeitslosigkeit aus, dann könnte die Inflation tatsächlich anziehen. Auf der anderen Seite ginge es aber der Wirtschaft ebenso besser und im Vergleich zum Inflationsschutz Gold würden auch Aktien an Attraktivität gewinnen. Je nach der Stärke dieser Effekte, könnte es tatsächlich sein, dass sich beides die Waage hält und wir demnach das Jahr 2021 wieder grob bei einem Goldpreis von 1.500 Euro pro Feinunze beenden. Gold war aber auch schon günstiger in den vergangen Jahren.

Szenario 3: Der Goldkurs sinkt (Chance 30 %)

Niemand kann verneinen, dass Corona dem Goldpreis Aufwind im Jahr 2020 verlieh. Die Enttäuschung betrifft nur die Stärke dieses Aufwindes. Eine Konsolidierung ist folglich immer möglich.

Grundsätzlich könnte ein Jahr voller Investitionen auf uns zukommen.Ein Beispiel dafür wäre die Gemeindemilliarde in Österreich, die kurz vor Weihnachten noch auf 2,5 Milliarden aufgestockt wurde.

Gold per se arbeitet nicht, sondern ist nur ein sicherer Hafen. Die Weltwirtschaft könnte aber 2021 viele internationale Impulse in Richtung der österreichischen Gemeindemilliarde erhalten. Dabei muss nur an die Klimainvestitionen gedacht werden, die Biden angekündigt hat.

Sollten all die staatlichen Impulse wirklich zum Tragen kommen, könnte sich der Goldpreis im Laufe des Jahres 2021 wieder grob auf 1.350 Euro pro Feinunze einpendeln. Das wäre der Ausgangskurs vor Eintreffen des Virus. Also besteht durchaus auch diese Möglichkeit. Dies heißt aber in keinem Fall, all sein Gold aus dem Portfolio zu verbannen. Ein wenig goldene Sicherheit tut immer gut.

Hinweis: Vielleicht führt der geglückte Brexit zu Weihnachten gerade zu diesem letzten Szenario.