Großer Info-Tag für die Versicherungsmakler

Die österreichweit angelegte Infoveranstaltung „Herbst Roadshow 2018“ des Fachverbandes der Versicherungsmakler machte auch in Graz Station.

Im Hotel Weitzer trafen sich am 4. Oktober 2018 rund 180 steirische Versicherungsmakler, um sich bei einer Reihe von spannenden ExpertenVorträgen über die Neuigkeiten der Branche zu informieren.

Großer Andrang bei der Fachverbands Herbst Roadshow 2018 in Graz! Rund 180 Mitglieder der Fachgruppe der Steirischen Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten trafen sich zum regen Informationsaustausch.

Experten der Branche und Vertreter des Fachverbandes berichteten in ihren Vorträgen über neue Zusammenschlüsse, Gesetze und Herausforderungen und gaben dem Publikum den einen oder anderen Denkanstoß mit.

Foto Roadshow v. l.: Erwin Gisch, Wolfgang Willim, Roland Weinrauch, Christoph Berghammer und Gunther Riedlsperger Credit: Werner Krug

Den Anfang machte Fachverbandsobmann Christoph Berghammer, dessen Spezialgebiet die neue Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD ist. Er zeigte den Stand der Umsetzung auf, informierte über rechtliche Neuerungen aufgrund der IDD und erinnerte, dass laut Gesetzgebung die Anwendung der innerstaatlichen Regeln ab 1. Oktober 2018 in Kraft getreten sei.

Fachverbandsgeschäftsführer Prof. Mag. Erwin Gisch hakte bei diesem Thema ein und referierte über die wesentlichen praktischen Änderungen in der Tätigkeit des Versicherungsmaklers infolge der IDDUmsetzung.

Er sprach dabei auch das IDD-UMsetzungs-„Dilemma“ an, das eine nicht ganz geklärte Lücke für den Berufsstand bis zum Jänner 2019 (oder auch darüber hinaus) hinterlasse. Das habe diverse direkte und indirekte Auswirkungen auf die Versicherungsmakler/-maklerpflichten seit 1. Oktober 2018, obwohl die IDD in der Gewerbeordnung noch nicht umgesetzt sei.

Dabei ginge es um Themen wie Vergütung, Weiterbildungsverpflichtung, Beratungstätigkeiten, Vermeidung von Interessenkonflikten und prinzipielle Statusklarheit. Anhand einer spannenden Grafik stellte er den heutigen Versicherungsmarkt und seine Kanäle transparent dar.

Außerdem informierte er über die direkten Auswirkungen der Delegierten Verordnungen auf die Tätigkeit und Pflichten des Versicherungsmaklers und betonte, dass die neuen Regularien auch eine neue Art der Zusammenarbeit zwischen Versicherungsmakler und Versicherer mit sich ziehen. Zuletzt merkte er kritisch an, dass Rechtsicherheit dennoch anders aussehe, noch einige Punkte ungeklärt seien und der Fachverband große Unterstützung für die Versicherungsmakler anbiete – so in etwa mit

Mitglieder-Informationen über Newsletter, die fitforidd.at-Website oder die Zeitschrift „Der Versicherungsmakler“ oder auch mit der Adaptierung der Musterformulare.

Rechtsanwalt Dr. Roland Weinrauch berichtete über erste Erfahrungen und praktische Problemstellungen mit der DSGVO, der neuen Datenschutzgrundverordnung. Bereits in 100 Tagen habe es über 700 Beschwerden gegeben, darunter auch zwei Strafbescheide.

Er sprach dabei auch die einige wichtige Punkte der DSGVO-Umsetzung um, so etwa die Verschlüsselung von Emails, den Umgang mit Mitarbeiterdaten von juristischen Personen, den Umgang mit Auskunftsersuchen oder die Einwilligung zu Newslettern. Ganz deutlich machte er noch einmal, dass die DSGVO für absolut jeden Versicherungsmakler gelte, da dieser in typischer Weise personenbezogene Daten verarbeite und auch ein sogenannter Verantwortlicher sei.

Weiters beantwortete er selbstgestellte Fragen – z. B. ob es besonders schützwürdige Daten gäbe, wie der Versicherungsmakler personenbezogene Daten rechtmäßig verarbeitet, ob er ein Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten führen müsse und ob ihn die Meldeflicht treffe. Mit auf den Weg gab Weinrauch noch einmal die wichtigsten Checkliste-Punkte für Versicherungsmakler.

Nach einer kurzen Pause war Fachverbandsobmann-Stv. und Steirischer Fachgruppenobmann Gunther Riedlsperger am Wort und informierte zunächst über den neuen Haftpflichtrahmenvertrag mit Generali und Uniqa und betonte, dass es damit nur zu Vorteilen, aber zu keinem einzigen Nachteil gekommen sei.

„Es gibt wesentliche Änderungen mit dem neuen Rahmenvertrag ab 2019, aber dieser wird dadurch nur besser!“ Die Punkte der Änderungen beinhalten u. a. die unbegrenzte Nachdeckung bei Neuverträgen, die Neuformulierung des Ausschlusses für „bewusstes Zuwiderhandeln“, die erweiterte Deckung bei Freizeichnungsvereinbarungen bzw. den Verzicht auf den Verjährungseinwand gegenüber dem Geschädigten, einen Versicherungsschutz auch für Coaching, Mediation und Lehrtätigkeit sowie den Konsultationsmechanismus auch bei Ablaufkündigungen.

Die Unterzeichnung des neuen Rahmenvertrags zwischen Fachverband, Uniqa und Generali soll bis Ende 2018 erfolgen. Außerdem bot Riedlsperger ein Update in puncto RSS (Rechtsservice- und Schlichtungsstelle) und RDK (Rechts- und Disziplinarkommission).

Neu sind u. a. die Courtagevereinbarungen zwischen Wiener Städtische und Donau Versicherung, bei denen es um die Einführung „qualitativer Kriterien“ geht und um die Tatsache, dass die Entscheidung der Schlichtungskommission für beide Seiten (soweit rechtlich möglich) bindend ist.

Die Wiener Städtische, Donau und Grazer Wechselseitige haben sich bereits zu diesem Verfahren verpflichtet, weitere Versicherer seien in Verhandlung. Ein paar Worte widmete er noch dem neuesten Projekt der Fachgruppe, der sogenannten „WKO-Polizze“: „Damit wird es uns erstmals in der Geschichte gelingen, ein Produkt zu schaffen, das dem Mitglied Umsatz bringt. Wir arbeiten im Ausschuss derzeit gerade eifrig an der Umsetzung!“

Den Abschluss der Herbst Roadshow 2018 machte ein Vortrag unter dem Titel „Der Versicherungsmakler als Unternehmer“. Dabei zeigte Unternehmensberater Wolfgang Willim die wichtigsten Themen, Herausforderungen und Potentiale für den Berufsstand und den Vertrieb auf.

„Durch rechtliche Rahmenveränderungen wie IDD, DSGVO etc., veränderte Kundenerwartungen, Digitalisierung, dem Verdrändungswettbewerb und neue Vertriebskanäle befindet sich die Versicherungsbranche mitten in einem Umbruch“, so Willim.

„Das Produkt selbst ist aber genial und wird immer Beständigkeit besitzen – aber die Art und Weise des Versicherungsvertriebs wird und muss sich ändern.“ Dabei zeigte er die Herausforderungen und Gefahren (vor allem für EPUs!) auf und betonte die steigende Komplexität der anstehenden, wesentlichen Themen rund um Prozesse, Mitarbeiter, Kunden und USP. Wichtige Punkte seien hierbei die Effizienz und die Effektivität, das Potenzial der eigenen Organisation sowie die Steigerung der Produktivität („25 % Steigerung der Verkaufsleistung sind in einem EPU möglich!“). Außerdem verwies er auf die Nachfolgebörse „Follow me!“ des Österreichischen Versicherungsmaklerrings, die kostenlose Checks, Notfahrpläne, Seminare und Begleitung in der Umstellungsphase bietet (follow-me.cc).

Bei kulinarischen Köstlichkeiten vom Buffet und eifrigen Branchengesprächen fand die erfolgreiche Roadshow einen gemütlichen Ausklang.

Über die steirischen Versicherungsmakler

Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten vermitteln ihren Kunden den bestmöglichen Versicherungsschutz und agieren dabei unabhängig von einzelnen Versicherungsgesellschaften. Auch die Überprüfung bestehender Polizzen- und Prämienvorschreibungen sowie die Unterstützung im Schadens- bzw. Leistungsfall zählen zu ihren Aufgaben.

Die Fachgruppe der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten der WKO Steiermark zählt rund 600 aktive Mitgliedsbetriebe. Obmann: Gunther Riedlsperger, GF: Mag. Herwig Kovacs. www.versicherungsmakler-stmk.at

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