Der Pessimismus an den Börsen ist übertrieben – Jahresausblick 2019 der Zürcher Kantonalbank Österreich AG

Mit einem vernünftigen Lebensstil kann man die Gesundheit positiv beeinflussen. Dennoch gibt mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann ein Virus sein Gastspiel. Ähnlich verhielt es sich 2018 auch mit den Finanzmärkten.

Fast alle Anlagen mussten negative Erträge hinnehmen, unabhängig davon, wie breit die Portfolios aufgestellt und wie sorgfältig sie zusammengestellt waren. Diversifikation als grundsätzlich richtige Anlageregel hat in den letzten Monaten nur wenig geholfen.

Die kurzfristige Vergangenheit bereitet der Zürcher Kantonalbank Österreich AG in Hinblick auf 2019 jedoch keine Bauchschmerzen. Der Start in das Jahr war erfolgreich, Rezession und Bärenmarkt stehen 2019 noch nicht vor der Türe.

Es ist ratsam, als Anleger in der Spur zu bleiben und sich vom Jahr 2018 nicht verunsichern zu lassen, so wie es ratsam ist, nach überstandenem Virus in Zukunft weiter gesund zu leben. Die Anlagestrategie aufgrund eines Zwischentiefs gleich ad acta zu legen, ist das falsche Rezept.

22.01.2019, Graz.

Auf ein außerordentlich ruhig verlaufenes Finanzjahr 2017 folgte mit 2018 ein sehr herausforderndes Jahr. 80 Prozent der Anlagen wiesen einen negativen Jahresertrag auf, ein Wert, der zuletzt am Höhepunkt der Finanzkrise 2008 zu beobachten war.

Christian Nemeth, Mitglied im Vorstand der Zürcher Kantonalbank Österreich AG

Christian Nemeth, Mitglied im Vorstand der Zürcher Kantonalbank Österreich AG

Man könnte meinen, es handle sich daher um ein abnormal schlechtes Jahr. Dem widerspricht Christian Nemeth, Chief Investment Officer der Zürcher Kantonalbank Österreich AG, anlässlich der Jahresausblickveranstaltung im aiola im Schloss Sankt Veit in Graz am 22. Jänner: „2017 waren so gut wie alle Anlagen in der Gewinnzone – das war jedoch eine Ausnahme, an die sich die Anleger aber gewöhnt haben.

2018 hingegen war ein schlechtes, aber insgesamt normales Börsenjahr, wenn auch mit Brüchen“, so Nemeth. Das ist nicht verwunderlich, denn 2018 markierte nach Jahren des billigen Geldes die Rückkehr zur Normalität.

Die enorme Versorgung der Finanzmärkte mit Liquidität durch die Notenbanken hat die Volatilität an den Börsen nachhaltig nach unten gedrückt. Ausgehend von der amerikanischen FED beginnt sich die Situation mit einem damit verbundenen Anstieg der Schwankungen aber nun wieder zu normalisieren.

Die Bullen bleiben auf der Weide

Mit Blick auf das Jahr 2019 schätzt der CIO den derzeit vorherrschenden Pessimismus in Bezug auf Wirtschaft und Finanzmärkte als übertrieben ein. Das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich zwar, kommt aber nicht zum Stillstand.

„Ja, wir befinden uns an einem Sättigungspunkt, haben für 2019 aber keine Rezession in Sicht. Jene wenigen Fälle von Schrumpfung oder extrem schwachem Wachstum, die in manchen Ländern zu beobachten sind, sind in der Regel hausgemacht. In Argentinien lässt sich die schwache wirtschaftliche Verfassung auf die Staatsverschuldung zurückführen, in der Türkei und in Venezuela sind lokale politische Gründe für die Entwicklung verantwortlich“, sagt Nemeth.

Großbritannien, das um seinen Austritt aus der EU kämpft, ist derzeit noch in der Wachstumszone. Beim Thema Brexit glaubt Nemeth nicht, dass in Großbritannien überhaupt kein Verhandlungsergebnis zustande kommt.

„No Deal würde einen ungeordneten Austritt mit Ende März bedeuten. An einem solchen Szenario mit geschlossenen Flughäfen oder dem Stopp von Medikamentenlieferungen ist in Wirklichkeit niemand interessiert.“ Wie genau die Einigung aussehen kann, ist jedoch aktuell unklar.

Ein Indiz für eine weitere Verlängerung des Bullenmarkts ist, dass die US-Wirtschaft weiter gut läuft. Die fortlaufende positive Entwicklung der Finanzmärkte beruht jedoch auf mehreren Faktoren. Der Arbeitsmarkt in den Industrieländern verzeichnet ein kräftiges Wachstum.

Dieses geht mit einer Verbesserung des Lohnniveaus einher. „Hier ist ein Wohlstandsanstieg verzeichnet worden. Die verbesserte Einkommenssituation kurbelt den privaten Konsum an und stützt damit das Wirtschaftswachstum.

Dadurch kann eine etwas schwächere Investitionstätigkeit auf Seiten der Unternehmen ausgeglichen werden“, so Nemeth. Hinzu kommt, dass 2019 auch die Fiskalpolitik expansiv bleibt, die meisten Regierungen hegen keine großen Sparpläne. Vor diesem Hintergrund sind auch die massiven Steuersenkungen in den USA durch Präsident Trump zu sehen. Apropos Trump: Auch, wenn bis dahin noch viel Zeit vergeht, wirft das Jahr 2020 bereits die ersten Schatten voraus.

Dann stehen die nächsten Präsidentenwahlen an. „Im US-Wahljahr 2020 wird es richtig spannend“, sagt Nemeth. „Das Risiko einer Rezession in den USA ist dann nicht auszuschließen. Das könnte auch für Donald Trumps Zukunft entscheidend sein, denn bislang ist kein US-Präsident in Zeiten einer Rezession wiedergewählt worden. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung in den USA ist daher auch für seine persönliche Zukunft wichtig und aus diesem Grund könnte er hier noch Akzente setzen.“

Leitzinsen driften noch etwas weiter auseinander

In punkto Leitzins driften die USA und der Rest der Weltgemeinschaft im Jahr 2019 voraussichtlich noch ein wenig weiter auseinander. „Die Amerikaner werden den Leitzins im laufenden Jahr noch einmal erhöhen.

Aktuell erwarten wir eine Pause und sehen die nächste Zinsanhebung in den USA im September. Wir sind uns aber sicher, dass die anderen wichtigen Notenbanken weiterhin expansiv bleiben, hier ist noch keine Zinswende in Sicht“, unterstreicht Nemeth.

Vorsichtig optimistisch für Aktien

Im Aktienbereich ist die Zürcher Kantonalbank Österreich AG mit einer leichten Übergewichtung ins neue Jahr gestartet. „Wir favorisieren derzeit einen Mix aus eher defensiven Aktienmärkten, wie die USA und sehr günstig bewerteten Regionen, wie die Emerging Markets.

Europa hat zwar Aufholpotenzial, aber die doch spürbare konjunkturelle Verlangsamung gepaart mit politischen Risiken veranlasst uns zu einer untergewichteten Positionierung“, erklärt Nemeth. Was Anleihen betrifft, ist die Privatbank weiterhin vorsichtig. Auch wenn 2019 nicht mit einem dramatischen Renditeanstieg zu rechnen ist, wird man vor allem mit sicheren Anlagen weiterhin kaum etwas verdienen können.

Die Anleger werden also auch in einem Umfeld mit höherer Volatilität nicht an einer gewissen Aktienkomponente vorbeikommen. Nemeth empfiehlt daher Anlegern, nach dem schwierigen Jahr 2018 in der Spur zu bleiben und nicht unbedacht die Strategie zu wechseln. Denn in der Regel gilt bei der Geldanlage die Devise „Hin und her macht Taschen leer.“

Die Zürcher Kantonalbank Österreich AG

Die Zürcher Kantonalbank Österreich AG ist ein auf Private Banking – insbesondere die professionelle Betreuung von vermögenden Privatpersonen und Familien, Stiftungen sowie Unternehmern – in Österreich und Süddeutschland spezialisiertes Institut.

An den beiden Standorten Salzburg und Wien sind 94 Mitarbeiter (Stand Jan. 2019) beschäftigt. Aktuell verwaltet die Bank ein Geschäftsvolumen von 2,2 Milliarden Euro und verzeichnet ein jährliches Wachstum von 15 bis 20 Prozent. Bei den international anerkannten Thomson Reuters Lipper Fund Awards 2017 wurde die Zürcher Kantonalbank Österreich AG mit zwei ersten Plätzen ausgezeichnet. Beim Österreichischen Dachfonds Award 2016 des GELD-Magazins wurden Portfolios des Hauses mit den Plätzen eins und drei prämiert. Eine kürzlich durchgeführte Kundenzufriedenheitsstudie attestiert der Privatbank überdurchschnittlich hohe Werte bei Kundenbindung und Service-Qualität.

Knapp 80 Prozent der Kunden fühlen sich mit der Zürcher Kantonalbank Österreich AG stark verbunden oder verbunden. Die Zürcher Kantonalbank Österreich AG ist eine 100-prozentige Tochter der Zürcher Kantonalbank, Zürich.

Das Schweizer Traditionshaus blickt auf eine fast 150-jährige Geschichte zurück und wurde aktuell zum siebten Mal in Folge als sicherste Universalbank der Welt ausgezeichnet (Quelle: Global Finance Media Inc.). Als einziges Universalbank-Institut weltweit besitzt die Zürcher Kantonalbank, Zürich, ein Triple-A-Rating aller drei großen internationalen Ratingagenturen (Moody’s, S&P und Fitch).

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