KFZ-Steuer in Österreich 2019 – Höhe und Rechner – Aktuelle Regelungen 2019 in Österreich – Fragen & Antworten

Wie setzt sich die Höhe der österreichischen KFZ- Steuer zusammen?

Derzeit orientiert sich die Höhe der in Österreich zu entrichtenden KFZ- Steuer an der jeweiligen Leistung des Verbrennungsmotors, die in der Einheit ” kW” gemessen wird.

Zusätzlich bestimmt der Zahlungsturnus direkt die Kosten für die KFZ- Steuer. Fahrzeugeigentümer können die Prämie wahlweise in einem monatlichen, halbjährlichen oder jährlichen Rhythmus zahlen. Nutzen Fahrzeugbesitzer eine unterjährige Zahlungsweise, steigt die Steuerlast um jeweils 6 % bei halbjährlicher Zahlung bzw. 8 % im Zuge einer vierteljährlichen Leistung.

Bei dem Modell einer monatlichen Zahlung, verteuern sich die Gebühren der KFZ- Steuer um 10 %. Wahlweise kann die Steuer quartalsbezogen geleistet werden.

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Als Steuerschuldner für Fahrzeuge, die im Inland zugelassen worden sind, fungiert der offizielle Fahrzeuginhaber.

Im Kalenderjahr 1993 wurde der Begriff ” motorbezogene Versicherungssteuer” eingeführt, der seitdem offiziell die Bezeichnung ” KFZ- Steuer” ersetzt. Allerdings werden umgangssprachliche beide Klassifikationen synonym verwendet. Bis 1993 wurde die Steuerlast nach Kubikzentimeter des Motors ermittelt.

Wie wird die Steuerlast berechnet?

Die motorbezogene Versicherungssteuer wird grundsätzlich zusammen mit der Haftpflichtprämie eingehoben. Bei Motorrädern gilt der Hubraum als Gradmesser zur Bestimmung der jährlich bzw. monatlich zu leistenden Steuer.

Wichtig: KFZ Steuer berechnen!

Elektroautos, die in der Praxis kein CO2 ausstoßen sind laut aktueller Regelung von der KFZ- Steuer ausgenommen, während Eigentümer von Hybridfahrzeugen eine motorbezogene Versicherungssteuer aufwenden müssen.

Je mehr Leistungsfähigkeit, desto höher die Steuer

Generell gilt die Maxime; je höher die Leistungsfähigkeit in kW, desto vergleichsweise höher ist die KFZ- Steuer für das jeweilige Fahrzeug angesiedelt. In die Kaufentscheidung sollte deshalb eine Berechnung einfließen, die explizit die tatsächlich zu erwartende Belastung durch die KFZ- Steuer ermittelt. Die gesetzliche Grundlage für die KFZ- Steuer in der Alpenrepublik Österreich formuliert das ” Versicherungssteuergesetz” (VersStG). Prinzipiell ist die motorbezogene Versicherungssteuer für Fahrzeuge zu leisten, die ein Eigengewicht bis zu 3,5 Tonnen besitzen.

Beispiele und Rechnungen der Arbeiterkammer – Berechnung KFZ Steuer

Gemäß Rechnungsmodellen der ” Arbeiterkammer Oberösterreich” müssen Fahrzeugbesitzer, die einen PKW mit einer Leistung von 50 kW besitzen, jährlich rund 193,44 € zahlen. Demgegenüber müssen Eigentümer von Kraftfahrzeugen mit 70 kW bei jährlicher Zahlung derzeit 342,24 € für die KFZ- Steuer aufbringen. Verfügt der Motor des Autos über eine Leistung von 120 kW, entsteht für den Eigentümer eine jährliche steuerliche Belastung in Höhe von aktuell 739,44 €.

Der derzeitige diesbezügliche Mindeststeuersatz liegt bei einem jährlichen Zahlungsmodell bei einer Summe von 6,20 €.

Bei halbjährlicher Leistung beträgt der Mindestsatz 6,527 €, während bei quartalsgebundener Entrichtung minimal 6.696 € veranschlagt werden. Zahlt der Steuerschuldner monatliche Beiträge für die motorbezogene Versicherungssteuer, wird eine Mindestsumme von 6,82 € pro Monat fällig.

Bis zu einem Leistungsvolumen von maximal 24 kW wird je Kilowatt keine Steuer veranschlagt.

Für Kraftfahrzeuge, deren Motorenleistung sich zwischen einer Spanne von 24 bis 90 kW bewegt, sind bei jährlichem Zahlungsturnus 0,62 € je Kilowatt zu zahlen. Wer ein Fahrzeug besitzt, dessen Kraft zwischen 90 und 110 kW liegt, muss pro Kilowatt und einem jährlichen Zahlungsmodell 0,66 € entrichten. Fahrzeuginhaber mit einem PKW oder Motorrad mit einer Leistung von mehr als 110 kW, sind zu einer jährlichen Zahlung in Höhe von 0,75 € je kW verpflichtet.

Fallen Beginn oder Ende des jeweiligen Versicherungsverhältnisses mitten in einen Kalendermonat, wird die KFZ- Steuer anteilig errechnet. Im Falle von ” unrichtigen Berechnungen” ist der Versicherer zur Rückzahlung des Differenzbetrages verpflichtet. Erstattungen können nur für das aktuelle Kalenderjahr und die vorangegangenen zwei Jahre geltend gemacht werden. Nach 5 Jahren gelten etwaige Mehrzahlungen als ” verjährt” und müssen auf dem Rechtsweg von dem Finanzamt zurückgefordert werden. Der aktuelle Steuersatz für in Österreich zugelassene Motorräder ist bei einem Kennwert von 0,025 € pro Kubikzentimeter angesiedelt.

Für Fahrzeuge, die innerhalb Österreichs vor dem 1. Januar 1987 zugelassen worden sind, wird ein Zuschlag von 20 % erhoben, sofern der PKW nicht die aktuellen Abgasnormen erfüllt.

Ist die KFZ- Steuer in Österreich im Vergleich zu anderen EU- Ländern teuer?

Nach einer wissenschaftlichen Untersuchung der wirtschaftsspezifischen Fachhochschule Kufstein aus dem Jahr 2017 müssen österreichische Bürger im Schnitt pro Jahr 18,8 Tage arbeiten, um die Kosten für ihre KFZ- Steuer finanziell zu decken.

Im eu- weiten Vergleich nimmt Österreich damit die Position 6 ein. Experten stufen die KFZ- Steuer in Österreich daher als subjektiv ” zu hoch” ein.

Laut den Untersuchungsergebnissen der Studie müssen deutsche Bundesbürger derzeit lediglich durchschnittlich 15,7 Arbeitstage einsetzen, um die steuerliche Belastung der KFZ- Steuer zu tilgen.

Welche Änderungen der KFZ- Steuer drohen? – Erhöhung der KFZ Steuer ab 2020?

Aktuellen Medienberichten zufolge wird die KFZ- Steuer für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor österreichweit voraussichtlich ab 2020 drastisch ansteigen. Demnach soll im Rahmen der Steuerreform zukünftig der CO 2- Ausstoß der Kraftfahrzeuge als Gradmesser dienen und die Motorleistung als Grundlage zur Berechnung der Steuer ablösen.

In der Folge würde bei bestimmten Modellen wie etwas ” SUVs” eine massive Verteuerung einsetzen. Gewinner dieser Neuregelung wären E- Autos und Hybrid- Fahrzeuge. Aktuell prüft das Finanzministerium die Umstellung des Berechnungsmodells.

Welche Kraftfahrzeuge sind aktuell von der Steuer befreit?

Fahrzeuge von Personen mit einer nachweisbaren Körperbehinderung sind von der KFZ- Steuer ebenso befreit wie ” Invalidenkraftfahrzeuge” und Autos, die in Verbindung mit Überstellungs- und Probefahrtkennzeichen geführt werden. Kraftfahrzeuge zwecks gewerblicher Personenbeförderung wie etwa Taxen oder Busse, sind ebenfalls nicht an die KFZ- Steuer gebunden. Wer ein rein elektronisch angetriebenes Auto besitzt, erfährt ebenso keine steuerliche Belastung durch die KFZ- Steuer.

Bei Elektro- Hybrid- Wägen dient die konkrete Leistungsfähigkeit des integrierten Motors als Bemessungsgrundlage. Bei Krafträdern, deren jeweiliger Hubraum kleiner als 100 Kubikzentimeter ist, greift die KFZ- Steuer in der Praxis nicht.

Gleiches Prinzip gilt für Fahrzeuge, deren Zulassungsschein und Kennzeichentafeln für ein Zeitfenster von bis zu maximal 45 Tagen bei Behörden hinterlegt werden. Das Datum der Hinterlegung markiert den Beginn der diesbezüglichen Frist. Für PKW, die lediglich als Kranken-, Feuerwehr- oder Rettungsdienstwägen eingesetzt werden, fällt keine KFZ- Steuer an. Zugmaschinen, die ausschließlich für den Einsatz in der Land- und Forstwirtschaft bestimmt sind, sind ebenso steuerbefreit zu führen. Überzählige Anhänger fallen nicht unter die Anwendung der KFZ- Steuer. Bei der Nutzung von Wechselkennzeichen sind Steuerzahlungen für das KFZ zu leisten, das gemäß den österreichischen Richtlinien im Sinne des VersStG höher besteuert wird.

Seit Beginn des Jahres 2004 findet mit dem ” Road- Pricing” eine fahrleistungsbasierte Maut für die Nutzung der österreichischen Autobahnen Anwendung. Seitdem sind Fahrzeuge, die ein Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen aufweisen, offiziell als abgabepflichtig eingestuft. Die Höhe der entstehenden Kosten ist streckenabhängig.

Wie ist die Steuerschuld zu zahlen?

Der Steuerschuldner ist gesetzlich verpflichtet die KFZ- Steuer für sein Fahrzeug je Quartal eigenständig zu berechnen. Diese Summe ist zwingend bis zum 15. des zweitfolgenden Monats nach Quartalsende an das zuständige Finanzamt zu zahlen. Als zuständig gilt die Finanzbehörde, die für die Einhebung der Umsatzsteuer des Betroffenen verantwortlich ist. Demnach muss die KFZ- Steuer für das jeweils erste Jahresquartal spätestens bis zum 15. Mai an das regionale Finanzamt überwiesen werden.

Der Fahrzeuginhaber muss zudem fortwährend Aufzeichnungen bezüglich des steuerpflichtigen Autos anfertigen. Diese müssen Daten zu Fahrzeugart, Kennzeichen, der expliziten Bemessungsgrundlage sowie die Dauer der konkreten Steuerpflicht dokumentieren.

Generell muss der Finanzbehörde eine jährliche Steuerklärung über das jeweilige Fahrzeug vorgelegt werden. Die Unterlagen sind spätestens bis zum 31. März im Anschluss an das abgelaufene Kalenderjahr vorzulegen. Zu diesem Zweck ist das Dokument ” Kr1″ zu verwenden.

Vorteile und Nachteile der KFZ- Steuer in Österreich

Vorteile

  • Gestaffeltes Berechnungsmodell nach kW des Motors
  • Flexible Entrichtung der KFZ- Steuer möglich ( jährliches-, halbjährliches-, monatlich und quartalsbezogene Zahlungsmodelle)
  • Der Beitrag wird in Kombination mit der Haftpflichtprämie gezahlt
  • Großzügige Regelungen zur Steuerbefreiung
  • Fälschlicherweise geleistete Mehrzahlungen werden zurückerstattet

Nachteile

  • Steuerliche Belastung ist eigenständig zu ermitteln
  • Anspruch auf Mehrzahlungen kann in der Praxis verjähren

Quellen:

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